Monats-Archiv für April 2007

Neu auf www.sahel.de

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Liebe Freunde der AMPO-Projekte,

wir haben an dieser Stelle bereits mehrfach über das Projekt “Ich sehe was, was Du nicht siehst” berichtet.

Zehn AMPO-Kinder erlernten unter Anleitung der Fotografin Susanne Ludwig und der Sozialpädagogin Natascha-Maria Meyenberg den Umgang mit der digitalen Kamera.

Am 14. April wurde im Centre Culturel Francais de Kiel die Fotoausstellung mit Bildern der AMPO-Kinder eröffnet. Die Ausstellung wird dort noch bis zum 24. Mai gezeigt.

Wir haben diese Ausstellung und das Projekt aus dem sie hervorging nun für Sie auf unserer Internetseite dokumentiert. Auf der Seite Fotoprojekt finden Sie Texte der Beteiligten und eine Auswahl der Fotos.

In unserer Galerie haben wir weitere Ergebnisse des Projektes zusammengestellt.

Ich hoffe, Sie haben ebenso viel Freude an den wunderbaren Fotos der Kinder wie wir von Sahel e.V.,
Dirk Henkenius,
Vorsitzender des Sahel e.V. und Webmaster für www.sahel.de


Der neue Zivi Jonas stellt sich vor.

Hallo liebe Leserinnen und Leser

ich werde im September meinen ‘Anderen Dienst im Ausland’ bei AMPO beginnen und möchte mich Ihnen kurz vorstellen:

Ich heiße Jonas Lanz und wurde am 22.09.1987 in Karlsruhe geboren, wo ich noch immer lebe. Nach dem Kindergarten besuchte und besuche ich die Freie Waldorfschule Karlsruhe, die ich voraussichtlich mit dem Abitur abschließen werde. Wenn ich so auf meine Kindheit zurückblicke, kann ich sagen, dass war ne super Zeit. Viel draußen in der Natur, viel unterwegs mit meinen Eltern, Bruder und Freunden, viel erlebt. Die Liebe zur Natur habe ich mir bis heute bewahrt, in meiner Freizeit bin ich meistens sportlich draußen unterwegs, sei es beim Klettern, Joggen, Ski-Touren, Volleyball, oder andren Aktivitäten. Allerdings verbringe ich ebenfalls viel Zeit mit lesen, auch Zeitunglesen.

Dieses Zeitunglesen ist sicherlich ein Grund für mein Interesse am Weltgeschehen, dass mich dann auch bewog, mich bei Sahel e.V. zu bewerben, mit dem Ziel, meinen Anderen Dienst im Ausland in Afrika zu vollbringen. Auf die Frage, warum Afrika, kann ich selbst nicht wirklich antworten, ich kann nur sagen, das mich dieser Kontinent mit all seinen schönen und schrecklichen Aspekten seit jeher fasziniert, obwohl ich noch nie selbst dort war. Neben dieser Faszination für das Unbekannte ist es auch der Wunsch zu helfen, der mich in die Welt treibt. Es ist mir natürlich klar, dass ich allein, ohne besondere Ausbildung und Erfahrung, die Welt nicht aus den Angeln heben kann, ich werde aber mein Bestes versuchen, auch im Hinblick auf meine spätere Berufswahl. Soviel zu mir, lesen sie nun meinen Bericht über das Vorbereitungswochenende.

Vom 23.03 bis zum 25.03 trafen sich nun fünf LeiterInnen, zehn PraktikantInnen, ein Säugling und ich als Zivi im „Haus der Jugend“ in Hillesheim. Hillesheim liegt fernab jeder ICE-Strecke, mitten in der Eifel, sodass bei manchen die Frage aufkam, warum ausgerechnet dieser Ort gewählt wurde. Zum einen steht hier das Haus der Jugend, eine preiswerte Unterkunft, allerdings ohne Duschen, was aber nicht weiter störte, zum andren lebt hier eine Leiterin, Claudia Blech, die auch die Mutter des vorgestellten Babys Samuel ist und daher in ihrer Reisefreiheit nur eingeschränkt agieren konnte.

Dennoch kamen alle mehr oder weniger pünktlich an und die Vorbereitung für Burkina Faso begann – mit Abendessen. Danach ging sie dann aber wirklich los, mit Gruppen-spielen zum Kennenlernen und verschiedenen Ansagen und Infos der Leiter. Das Ziel dieses Wochenende sollte sein, die PraktikantInnen und mich für die Arbeit bei AMPO und den Aufenthalt in Burkina Faso fit zu machen. Außerdem sollte zumindest offiziell noch einmal die Tauglichkeit der PraktikantInnen geprüft werden und ihnen die Möglichkeit gegeben werden, doch noch „nein“ zu sagen, denn Katrin Rohde teilte uns in einer Mail mit, lieber ein „nein“ als ein lauwarmes „ja“, nur wer wirklich „ja“ sagen könne, der solle auch kommen. Somit hatte das Wochenende zwei Seiten. Vorbereitung auf der einen Seite und Prüfung auf der anderen.

Am Abend des ersten Tages stand noch eine Hillesheimer Spezialität auf dem Programm, die auch zum weiteren Kennenlernen diente, nämlich eine Kneipentour durch das rege Nachtleben des 2000 Seelen Dorfes. Trotz dieses kulturellen Höhepunkts unseres Aufenthaltes in Hillesheim waren die meisten am nächsten Morgen gut gelaunt und voller Tatendrang am Frühstückstisch, dementsprechend lief auch das Aufwärmen für das Tagesprogramm, was sich aus verschiedenen Spielen, Planungen, Fragen und Inforunden zusammensetzte. Am Abend dieses relativ anstrengenden Tages gab es dann noch den „Amponiken“, im Stil von „Wer wird Millionär“ wurde das erlangte Wissen über AMPO vertieft. Am Morgen des letzten Tages wurden noch letzte Unklarheiten beseitigt und die Gruppe löste sich allmählich auf.

Von meiner Seite kann ich sagen, dass mir diese Wochenende sehr viel Spaß gemacht hat und ich viele wichtige Infos und Anregungen bekam, die mir in Burkina Faso sicherlich hilfreich sein werden. Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, vor allem bei den Leitern, aber auch bei den anderen,es war ein tolles Wochenende.

Soweit einmal, die nächsten Berichte und Nachrichten werden Sie von mir aus Ouagadougou bekommen, allerdings erst ab September. Bis dahin wünsche ich ihnen eine schöne Zeit,

Jonas Lanz


Fotoausstellung mit Bildern der AMPO-Kinder in Kiel

14. April 2007bis24. Mai 2007

„Ich sehe was, was du nicht siehst.“

Ein visueller Brückenschlag zwischen Europa und Afrika mit dem Medium der digitalen Fotografie.

In dieser Ausstellung haben Sie die Möglichkeit, den afrikanischen Alltag mit den Augen der Kinder und Jugendlichen von A.M.P.O. zu sehen.

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14.04.–24.05. 2007
Mo-Do, 10-13:00 und 15-18:00 Uhr
(außer Feiertage)

Centre Culturel Français de Kiel
Hardenbergstr. 11, 24105 Kiel

Mit freundlicher Unterstützung von „Bingo! Die Umweltlotterie“

Dokumentation des Projektes

Aus den ‘Kieler Nachrichten’ vom 18.4.:
von Annemarie Heckmann

Was kann eine Kamera? Eindrücke von fremden Ländern festhalten? Das ist zu wenig. Wer die Bilder sieht, die derzeit im Centre Culturel Français de Kiel in der Hardenbergstraße gezeigt werden, bekommt einen anderen Eindruck. Der spürt, dass Bilder erzählen können. Sie erzählen von Hitze, staubigen Straßen, von grellbunten Märkten, von Kindern, die davon träumen, eine Karriere als Fußballstar zu erleben. Sie erzählen von einem einfachen Leben, vom Lachen, das sich manchmal kaum bändigen lässt, vom Stolz und von Hoffnung. Sie erzählen von Kindern aus dem westafrikanischen Burkina Faso wie Awa Diallo (13), Balima Adjara (17) oder Hamed Zerco (14).

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“Ich sehe was, was du nicht siehst” ist dieser visuelle Brückenschlag betitelt. Angeschoben haben ihn die Muthesius-Absolventin und Fotografin Susanne Ludwig, die Sozialarbeiterin Natascha-Maria Meyenberg sowie Katrin Rohde, eine Schleswig-Holsteinerin, die in Quagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, ein Haus für Straßen- und Waisenkinder (A.M.P.O.) gegründet hat. Ihre Kinder wurden in einem Workshop mit Ludwig und Meyenberg in die Digitalfotografie eingeführt. Gleiches wird in einem schleswig-holsteinischen Jugendaufbauwerk geschehen. In beiden Ländern halten Kinder ihren Alltag in Bildern fest – und diese Bilder werden in Deutschland, Afrika und in Frankreich gezeigt. Eines der reichsten und eines der ärmsten Länder der Welt können sich dadurch ein Bild voneinander machen, sagt Ludwig.

Ein Haus für Kinder, die kaum eine Zukunft haben, in Burkina Faso zu gründen – das ist alles andere als eine Kleinigkeit. So hatte Katrin Rohde selbst vor über zehn Jahren vom damaligen deutschen Botschafter zu hören bekommen: “Tun Sie das nicht. Schon ganz andere sind daran gescheitert. Dies ist ein schwieriges Land.” Sie ließ sich nicht beirren und gründete A.M.P.O. Dort haben die Kinder die Möglichkeit, wieder einen Platz in der Gesellschaft zu finden, Ausbildung, Unterkunft und Anerkennung zu erhalten. Ludwig und Meyenberg fanden dort Partner für ihre Idee. Das Projekt wird außerdem durch Sahel e.V., der “Bingo!Umweltlotterie” und dem Centre Culturel Français de Kiel unterstützt.

Die Bilder werden bis zum 24. Mai im Centre Culturel Français, Hardenbergstraße 11, gezeigt. Geöffnet Mo-Do 10 bis 13 und 15 bis 18 Uhr. Infos zu Schulführungen unter Tel. 804965, zum Projekt unter Tel. 04522/789885.


Katrin Rohde auf Lesereise im April und Mai

20. April 2007 09:00bis4. Mai 2007 19:00

Termine:

Freitag, 20.04., 9.00 Uhr:

Eleonoren Gymnasium
Julius-Reiber-Str. 1
Darmstadt
Tel.: 0 61 51 / 13 25 65

Freitag, 27.04., 19.30 Uhr:

Afrika & House
Hohenzollernstr. 50
80801 München
Tel.: 0 89 / 34 43 34
www.africahouse.de

Mittwoch, 02.05., 10.00 Uhr:

Waldorfschule Nürnberg
Steinplattenweg 25
90491 Nürnberg
Tel.: 0 911 / 59 860
www.waldorfschule-nuernberg.de

Donnerstag, 03.05., 11.30:

Volksschule Georgensmünd
Wiesenstr. 15.
91166 Georgensmünd

Freitag, 04.05. , 19.00 Uhr:

Gemeindezentrum Bad Emstal
34308 Bad Emstal


Rundbrief April 2007: Meningitisepidemie in Burkina Faso

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Liebe Freunde der Kinder in Burkina Faso,

hier kommt ein neuer Rundbrief aus Afrika! Nach langen Jahren durfte ich, Katrin Rohde, das erste Mal Urlaub machen, 10 Tage an der Algarve gaben mir alle Kraft zurück. Eine unserer Spenderinnen schenkte mir das Ticket, und ich habe die Ansicht der Atlantikwellen nach so vielen Jahren in der Sahelzone gründlich genossen! Zeit zum Nachdenken bekam ich dadurch geschenkt, ich danke der freundlichen Spenderin also auch für neue Erkenntnisse.

Währenddessen lief in Ouagadougou alles zur besten Zufriedenheit, einmal mehr wurde ich darin bestätigt: unser afrikanisches Führungsteam arbeitet Hand in Hand, fasst Beschlüsse gemeinsam und kann mit allen anstehenden Problemen völlig ohne mich fertigwerden. Ich könnte gerne das ganze Jahr über fortbleiben und mich um das Budget kümmern, reisen, Vorträge halten und den
Kontakt zu unseren vielen treuen Spendern in Europa pflegen. Aber…..ich liebe alle unsere Kinder und möchte dabeisein, wenn aus ihnen etwas wird! Gerade die Großen, die mit 18 Jahren ins Leben entlassen werden, brauchen mich, schließlich sind sie oft schon 10 Jahre bei AMPO groß geworden. Mein Mitarbeiter Issaka und ich sind ihre Leitfiguren, wir haben ihnen immer vorgelebt, was wir von ihnen erwarten. Das Leben ohne unsere Unterstützung in der Hauptstadt ist hart. Immer besser können wir die Ausbildung der Kinder ihren Talenten anpassen, aber es gibt natürlich auch viele, deren Charakter und Intelligenzgrad mehr als eine Tischler- oder Schneiderlehre nicht erlaubt – und es gibt schon tausende von arbeitslosen Tischlern! Um diese jungen Menschen muss sich ganz besonders gekümmert werden.

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Guten Erfolg hat unser nun schon “alter ” Sohn Damiba Boureima. Nach seinem Deutschlandaufenthalt arbeitet er als Erzieher bei AMPO, bei seinen kleinen Brüdern, und fliegt nun auf Einladung einer Organisation “Enfants du Monde” für drei Monate nach Genf, wo er eine Erzieherschule besucht, als einziger Gast aus Burkina Faso: wir sind stolz auf ihn! Er arbeitet hingegeben mit seinen kleinen Brüdern von früher, das ist schön anzusehen. Wer soll wohl die Probleme eines kleinen Waisenjungen besser verstehen als er, der selbst im Alter von 11 Jahren zu AMPO kam? Sehen Sie, auch deswegen werden unsere schulischen Ergebnisse immer besser, und die Kinder haben echte Zukunftsaussichten – so wie der kleine Theophile, der nicht ein einiges Wort französisch sprach, als er im letzten September zu uns kam – nun redet er ununterbrochen den ganzen Tag! Von unserem Foto-Kurs im letzten Herbst hatte ich erzählt – nun wird Ende April aus diesem Material eine Fotoausstellung eröffnet, gleichzeitig in Kiel und in Ouagadougou. Die damalige Foto-AG kümmert sich gleichzeitig um unseren Kalender für das Jahr 2008, der erstmals von uns hier in Afrika selbst hergestellt wird – wir hätten ja niemals gedacht, dass wir dazu imstande sind! Aber Ihre AMPO Kinder können noch viel mehr: im September wird ein Buch für Erstleser in Deutschland erscheinen, voller Geschichten und Bilder aus Afrika: made by AMPO! Eines Tages wird es einen Knall geben, dann bin ich vor Stolz auf sie geplatzt!

Diesen Brief habe ich in Etappen geschrieben, und nun muss ich ihn unerwartet schnell schließen. Schon vor 14 Tagen hatten wir einige Meningitisfälle in Burkina Faso, inzwischen, und vornehmlich seit gestern, ist dies eine wahre Epidemie mit eventuell 2000 Toten geworden. Ich schicke einige Bilder unserer Krankenstation anbei. Hier stehen hunderte von Menschen für eine Impfung an, unsere Krankenpfleger arbeiten Tag und Nacht. Panik versuchen wir zu verhindern. Trotzdem alle AMPO-Kinder dank eines Spenders durchgeimpft sind, haben wir zwei Fälle im Krankenhaus. Inzwischen schickte uns die Regierung 800 Dosen Impfstoff, das ist zuwenig, wie man auf den Fotos sieht. Medikamente zur Behandlung müssen in allen Apotheken der Stadt gesucht werden, gestern fanden wir noch einige. Gott sei Dank sind Schulferien, so dass die Kinder alle zuhause bleiben können. Auch bei mir zuhause stehen die Mütter vor der Tür, alle suchen Impfstoff. Manchmal kann ich helfen. Die Arbeit ruft. Ich weiß, dass Sie alle an uns denken, und dafür, für diese Verbundenheit, danke ich Ihnen.

Ihre Katrin Rohde aus Ouagadougou