Monats-Archiv für September 2009

Das Katharinen-Gymnasium Ingolstadt liest für Afrika

Lesen für Afrika

Lesen für Afrika

Liebe Eltern!

Auch in diesem Jahr haben wir am Katharinen-Gymnasium wieder unsere Aktion Lesen für Afrika für die 5. – 8. Klassen durchgeführt.

Mit diesem Wettbewerb möchten wir einerseits Freude am Lesen wecken, fördern und vertiefen, andererseits im Rahmen einer sozialen Hilfsaktion Kindern in Burkina Faso, die dort in einem Heim für Waisen und Straßenkinder leben, helfen.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie, liebe Eltern, uns dabei unterstützen, denn nur dann kann es uns gelingen, die Kinder und Jugendlichen nachhaltig zu einer vertieften Lesefähigkeit und sorgfältigen Rezeption von Texten, die für nahezu alle Fächer und natürlich besonders den Literaturunterricht im Fach Deutsch unerlässlich sind, hinzuführen.

Allen fleißigen Leserinnen und Lesern und allen, die unsere Hilfsaktion mit Spenden unterstützt haben, recht herzlichen Dank!

Danke!

Katrin Rohde, die Gründerin und Leiterin von A.M.P.O., schreibt uns in einem Dankesbrief:

LKW

Und hier kommt unser "Gewinn" an

Liebe Lesefreunde in Ingolstadt!

Heute ist der große Tag und der Endspurt für Euch bei “Katherl liest”, und wir hier in Afrika denken dran, wie sehr Ihr Euch allesamt für uns hier anstrengt!

Auch wir haben uns angestrengt, unsere Tischlerei hat zwei große neue Regale für die Bücher gebaut, die durch Euch per Container zu uns in unser Waisenhaus in Ouagadougou angereist kommen. Wir haben ein Krankenzimmer verlegt, den Raum frisch gestrichen und nun hat die Bibliothek einen eigenen Raum, wie Ihr an den Fotos seht.

Wir können Euch jetzt erst schreiben, weil der Container mal wieder viele lange Monate auf der Reise war. Zunächst natürlich auf dem Dampfer, einem riesigen Containerschiff von Hamburg nach Lomé in Togo. Dann steht der Container erstmal für Wochen im Zoll dort im Hafen, bevor er schließlich auf dem Landwege hier in Ouagadougou in Burkina Faso eintrifft, natürlich auch hier wieder tagelang im Zoll. Wir vom Waisenhaus AMPO müssen erstmal alle Hebel in Bewegung setzen, bevor er schließlich vor unser Tor rollt!

Anbei schicken wir mal ein Foto von so einer Containerankunft, und mitten dort drin fand sich dann auch Euer erster Karton mit den französischen Büchern. 700.- Euro von Eurem Geld wurden dafür ausgegeben, und nochmal für 300.- Euro Jugendbücher sind unterwegs mit dem nächsten Container.

Lesen in der Bibiliothek

Lesen in der Bibiliothek

Nun haben wir ja schon einige alte Bücher, aber sie fallen beinahe auseinander. Auch eine Menge Schulbücher haben wir, das erkennt Ihr auf den Fotos.

Zum Lesen haben wir ausschließlich Zeit am Wochenende oder in den Ferien, denn während der Woche gehen alle Kinder striktestens zur Schule, sie kommen zum Mittagessen nachhause, ziehen aber danach gleich wieder los und kommen erst so bis 17 Uhr zurück.

Das französische Schulsystem ist außerordentlich schwer und besteht viel aus Auswendiglernen, sehr langweilig, anders als in Deutschland. In den Klassen der normalen öffentlichen Schulen sind bis zu 120 Kinder. Ihr könnt Euch also vorstellen, dass wir reichlich Nachhilfelehrer brauchen! Und gerade deswegen sind Bücher so wichtig für uns, sie sind hier ein kostbares Gut, denn in einem so armen Land besitzt niemand ein Buch und kennt es gar nicht, zum Vergnügen zu lesen. Ihr habt wahrhaftig ein gutes Werk getan!

Nun sind gerade Ferien bei uns, und gestern konnten wir die ersten Regale einräumen.
Sofort stürzten sich alle auf die Bücher! Nun brauchen wir ein echtes Verleihsystem.

Wir bekommen sogar einen alten Computer, mit dem wir jedes Buch erfassen wollen. Hoffentlich gibt es nicht zu viel Stromausfall. Das ist hier üblich, und dann steht eine ganze Großstadt mit eineinhalb Millionen Einwohner still, stellt Euch das mal vor!

Herzliche Grüße aus dem Waisenhaus AMPO in Ouagadougou sendet Euch

Eure Katrin Rohde


Ein Dorf zieht Leine

Dorffest in Hammersfeld am 29. und 30. August mit großer Spendenaktion

Helfen und feiern Sie mit!
Das diesjähriges Dorffest in Hammersfeld am 29. und 30. August wird zum Anlass genommen, um den Verein „Sahel eV. A.M.P.O.“ (Sahel eV.) zu unterstützen. Sahel eV. engagiert sich für Straßenkinder in Burkina Faso, er betreibt Waisenhäuser, kümmert sich um Versorgung und Bildung. Mit der Aktion „Spendenleine“ soll auf den Verein und dessen Anliegen aufmerksam gemacht werden und die Hammersfelder hoffen, dass viele Besucher des Dorffestes tragbare Kleidung für Kids von 0 bis 18 Jahren an die Spendenleine hängen. So soll das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden werden, getreu dem Namen „A.M.P.O. – Das Gute geht nie verloren“. Natürlichen erwartet die Gäste auch viele Aktionen wie Hammer- und Schmertopfwerfen, Preiskegeln, Kistenstapeln u.v.a.

Für die Kleinen gibt es Ponyreiten, eine Bastelstraße, Goldwaschen und eine Hüpfburg. Als absolutes Highlight gibt es die ultimative Schlagerparade mit vielen „namhaften“ Schlagerstars. Auch für Ihr leibliches Wohl ist mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen, Spanferkel, Pute am Spieß, Leckerem vom Rost und Getränken gesorgt. (Thüringer Allgemeine, 29.08.2009)

Am Ende des Tages konnten die Besucher Hammerfelds eine quer durch das halbe Dorf behangene „Zick-Zack-Leine“ mit bunter Kleidung bestaunen, welche nach der Aktion zehn volle Säcke füllte.

Einen herzlichen Dank von Sahel e.V. und A.M.P.O. für diese großartige Idee!


Die AMPO-Bücherei

Burkina Faso ist eines der ärmsten Länder der Welt. Die Analphabetenquote beträgt über 80 Prozent! Von zehn Leuten können gerade einmal zwei lesen und schreiben. Da wird jede Entwicklung schwierig…

Ein Schreiner, der keine Kostenvoranschläge machen kann, eine Schneiderin, die nicht berechnen kann, wie hoch ihre Materialkosten sind, eine Händlerin, die nicht in der Lage ist zu kalkulieren, ob sie Gewinn oder Verlust gemacht hat… Das alles sind Fälle die wir bei AMPO vermeiden wollen! Darum legen wir auch so großen Wert auf die Ausbildung, denn nur mit Wissen und Fähigkeiten können unsere Kinder später beruhigt und sicher in das burkinische Leben eintauchen – sie werden ihren Weg dann sicher gehen. Darum soll jedes AMPO-Kind so gut wie möglich lesen und schreiben können. Viele der Kinder gehen in öffentliche Schulen, die schwierigen Fälle werden in unserer kleinen Privatschule unterrichtet. Noch nach der Ganztagsschule müssen unsere Kinder Hausaufgaben machen und bekommen Nachhilfeunterricht.

Doch da Zwang und Pflicht bekanntlich nicht die besten Antriebskräfte für ein vergnügtes und produktives Lernen sind, haben wir vor kurzem eine Neuerung eingeführt: Mit der großzügigen und tollen Hilfe der Schülerinnen und Schülern des Katharinen Gymnasiums Ingolstadt, Frau Winter, stellvertretend für das Lehrerkollegium, und der Familie Mächler haben wir auf dem Gelände des Jungenwaisenhauses eine Leihbücherei eingeweiht! Es standen uns 2500 € zur Verfügung, um unser Vorhaben zu realisieren. Für die Einrichtung haben wir einmal alte Möbel verwendet und sie von unseren Schreinern wieder herrichten lassen – wie wir finden eine günstige und zugleich sehr schöne Lösung. Da dies aber für die vielen Bücher nicht reichte, ließen wir noch weitere große Regale von unserer eigenen Tischlerei anfertigen. Man fühlt sich nun richtig wohl in unserer kleinen Bücherei.

Die AMPO-Bücherei

Die AMPO-Bücherei

Und da die Kosten für die Einrichtung gering waren, hatten wir mehr Geld für den Bücherkauf zur Verfügung. Einige der Titel ließen wir aus Deutschland einfliegen, die anderen besorgten wir vor Ort. Dazu ging Katrin mit einer Delegation der lese begeisterten Kinder auf Bücherkauf. Das war nun ein Erlebnis, denn Katrin ist ja eine Buchhändlerin der alten Schule und so ergaben sich spannende Literatur-Diskussionen!

Das Ergebnis jedenfalls lässt sich sehen. Die Auswahl ist nun beeindruckend: Sachbücher, Comics, Romane – für jedes Alter und jeden Geschmack ist etwas dabei. Nach Herzenslust können die Kinder und Jugendlichen nun hier schmökern und lesen! Zum neuen Schuljahr wird ein Bücherei-Computer eingerichtet und alle Bücher erfasst. Dann können bei uns ganz professionell Bücher ausgeliehen werden und wir mit jeder deutschen Stadtbücherei konkurrieren. Wir haben auch so gewirtschaftet, dass uns noch gut 500 Euro Reserve verbleiben. So können wir ganz gezielt bei speziellen Buchwünschen unserer Kinder unser Sortiment aufbessern oder nötige Reparaturen durchführen.

Unser ganz herzlicher und literarischer Dank gilt allen Leseratten, die dies alles hier ermöglicht haben.


Frauenfußballpower bei AMPO

Genauso wie in Deutschland ist Fußball die beliebteste Sportart in Burkina. Nur leider ist der Ma?dchen- und Frauenfußball hier noch lange nicht so verbreitet wie bei uns. So ist auch diesmal AMPO natu?rlich wieder Vorreiter und hat im November 2008 eine offizielle Ma?dchenmannschaft zusammengestellt mit dem Namen „Club Wolpmann“. Herr Wolpmann, der Vorstandsvorsitzende von Sahel e.V., hatte vorgeschlagen eine richtige Mannschaft zu gru?nden und diese zu sponsern.

Momentan besteht die Mannschaft aus 22 Ma?dchen im Alter zwischen 12 und 20 Jahren aus den Ha?usern MIA und ALMA sowie aus unserem Ma?dchenwaisenhaus. Sie werden von Saoura (Erzieherin von Annex) und von einem jungen Trainer von „Coaching for Hope“ zweimal die Woche trainiert. Einmal im Monat finden Freundschaftsspiele gegen andere Ma?dchenmannschaften aus dem Viertel statt. Wer gewinnt bekommt eine Belohnung wie zum Beispiel eine Cola oder einen Schlu?sselanha?nger. Die Ma?dchen haben auch zweimal gegen ju?ngere Jungenmannschaften gespielt und sogar beide Male gewonnen.

Fußball zu spielen ist sehr wichtig fu?r die Ma?dchen, sie blu?hen fo?rmlich auf, haben mehr Mut sich den Problemen des Lebens zu stellen und haben mehr Selbstvertrauen, besonders wenn sie gegen die Jungs gewinnen. Obwohl die meisten ihrer zahlreichen Zuschauer die Ma?dels anfeuern, gibt es auch Zuschauer die, die Ma?dchen verspotten, weil sie denken das Fußball nichts fu?r Ma?dchen sei. Aber das motiviert sie umso mehr alles zu geben.

Viele Leute gucken sich unsere Spiele an und sind interessiert, obwohl Ma?dchenfußball in Burkina noch nicht sehr verbreitet ist. Aus diesem Grund mo?chte Souleymane Nana (Direktor von den Ha?usern MIA und ALMA) den Frauenfußball in Burkina bekannt machen. Erstens, mo?chte er eine Art Frauenfußballliga fu?r Ouagadougou organisieren damit unsere Ma?dchen auch gegen andere Mannschaften spielen ko?nnen. Die Ma?dchen wurden schon mit Trikots und Sportschuhen fu?r das Training ausgestattet. Allerdings ko?nnen sie noch nicht mit Stollen spielen. Wenn aber ihr Engagement auf einem Wettkampflevel in einer Liga stattfinden soll brauchen sie die passende Ausru?stung. Außerdem ko?nnte diese Liga viele Ma?dchen und Frauen dazu bringen sich fu?r Fußball zu begeistern. In Burkina gibt es nur wenige Mo?glichkeiten Sport zu treiben und meistens sind das Fußballfelder. Daher sind Ma?dchen und Frauen extrem benachteiligt was Sport angeht.

Herr Nanas zweite Idee ist es eine „Nacht der Fußballfans“, nach dem Endspiel in der Frauenliga, zu organisieren. In Burkina sind Fußballfans oft radikal und aggressiv. Es haben sich sogar schon Leute gegenseitig umgebracht, weil sie andere Mannschaften unterstu?tzen. Deshalb haben viele Frauen Angst ins Stadion zu gehen und interessieren sie sich nicht fu?r Fußball. Die Nacht der Fußballfans soll die Menschen sensibilisieren damit es auch ein „Fair Play“ unter den Fans gibt.

Frauenpower Pur!!! Die Ma?dels vom Club Wolpmann und der Direktor Souleymane Nana

Frauenpower Pur! Die Ma?dels vom Club Wolpmann und der Direktor Souleymane Nana

Hier fliegen die Fetzen:

Hier fliegen die Fetzen:

Die Ma?dchen ko?nnen sich durchaus gegen die Jungs behaupten

Die Ma?dchen ko?nnen sich durchaus gegen die Jungs behaupten


Dr. Vorauer zu Besuch bei AMPO

Hallo zusammen!

In Burkina Faso können sich die wenigsten Menschen eine gute Gesundheitsvorsorge leisten. Immer wieder sterben Menschen, weil sie schlicht und ergreifend nicht genug Geld haben um sich Medikamente oder gar Operationen zu leisten. Darum ist es uns ein Anliegen in unserer Krankenstation den Ärmsten der Armen die bestmögliche medizinische Versorgung zu ermöglichen. Nicht umsonst haben wir jährlich über 30.000 Patienten! Natürlich werden hier auch die AMPO-Kinder versorgt und betreut.

Neben der Allgemeinmedizin gibt es bei uns eine Gynäkologie, eine Reha-Station und eine Zahnarztpraxis. Letztere wird von dem österreichischen Zahnarzt Dr. Wolfgang Vorauer finanziert und betreut. Seit vielen Jahren reist er nach Burkina Faso und besucht natürlich immer auch AMPO und übernachtet in unserem Besucherzimmer. So auch dieses Jahr. Mit den Zahnarzthelferinnen, den beiden Zahnärzten und Denis dem Chef der Krankenstation empfingen wir ihn am Flughafen. Abends feierten wir seine Ankunft bei unserem Starkoch Adama. Aber Dr. Vorauer war natürlich auch gekommen um sich über das Projekt zu informieren. Gleich am nächsten Tag besuchte er unsere Zahnarztpraxis und schaute unseren beiden Doktoren ein wenig über die Schultern. Von dem was er sah, war er ganz offensichtlich begeistert. So eine saubere und gut gepflegte Zahnarztpraxis nebst Instrumenten habe er in Afrika noch nicht gesehen. Das ist doch mal ein Lob auf das wir stolz sind!

Am nächsten Tag veranstalteten wir einen intensiven und sehr produktiven Arbeitsbrunch, bei dem auch unser Verwaltungsdirektor, Herr Sirima, teilnahm. Das Treffen fand natürlich im einzigen österreichischen Cafés Ouagadougou statt! Nachdem alle Beteiligten sich noch einmal ausgiebig bei Herrn Dr. Vorauer für seine Unterstützung bedankten, stürzten wir uns in die Arbeit. Akribisch gingen wir die Abrechnungen, Monatsberichte und Materiallisten durch. Die Gelegenheit, sich von Angesicht zu Angesicht auszutauschen, wurde ausgiebig genutzt, viele offene Fragen geklärt und die gegenseitige Erwartungshaltung abgeklärt. Gut gelaunt und guter Dinge beendeten wir die Arbeitssitzung. Zum Abschluss verkündete Dr. Vorauer dann auch noch, dass er von der Qualität der Arbeit voll überzeugt sei und nun mit gutem Gewissen in Österreich noch weitere Kollegen und Unterstützer suchen und sicher auch finden werde!

Gute Laune herrschte bei der Arbeitsbesprechung.

Gute Laune herrschte bei der Arbeitsbesprechung.