Monats-Archiv für Juli 2011

Ein Tag für die AMPO Kinder im Zoo Liberec

Am 4. Juni 2011 fand im Zoo Liberec (Tschechische Republik) ein Tag zugunsten der AMPO Kinder statt. Das Wetter war schön und so kamen zahlreiche Besucher in den Zoo. Mit Bleistift und Zettel ausgestattet, konnten die Zoobesucher an diesem Tag an zahlreichen kleinen Aktionen teilnehmen. Es wurden Tiermasken gestaltet, afrikanische Tiere nach ihrem Fell, ihren Zähnen oder ihren Spuren bestimmt, um auf die afrikanischen Tiere im Zoo hinzuweisen. Die zahlreichen Informationstafeln zu AMPO boten den Großen Lesestoff und die Kleinen hatten Zeit, das AMPO-Logo zusammenzusetzen.

An einem Aktionsstand sollten afrikanische Tiere benannt werden. Mithilfe einer Brille wurde dabei verdeutlicht, was es heißt, schlecht sehen zu können. Ein weiterer Stand bot die Möglichkeit, eine kurze Strecke mit dem Rollstuhl zurückzulegen, um den Kindern ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie sich behinderte Menschen fortbewegen.

Jeder Besucher hatte am Ende noch die Möglichkeit, ein kleines AMPO-Souvenir zu erwerben, denn der Zoo bot wieder Produkte aus den AMPO-Werkstätten an.

Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Beteiligten für diese wunderbare Aktion inmitten des Zoos!


Internationale Woche des Internets

Die 7. Internationale Woche des Internets und anderer Informations- und Kommunikationstechnologien (TIC) hat vom 3. bis 11. Juni in Ouagadougou stattgefunden.

Als Pate stand der Minister für Öffentlichkeit, Arbeit und Soziale Sicherheit, Herr Soungalo Outtara und Vorsitzender war der Premierminister Luc Adolphe Tiao.

Das Thema, um das es bei den Aktivitäten ging lautete “e-gouvernement”.

Im Laufe der Woche standen viele Aktionen zur Förderung von Informations- und Kommunikationstechnologien auf dem Programm.

Die Informatikabteilung von AMPO, die sich in den Ausstellungsräumen präsentierte, nahm am Wettbewerb dieser Internationalen Woche in der Kategorie teil, die für den sozialen und gesundheitlichen Schutz arbeitet.

Und am 11. Juni verlieh die Juri nach einer Beratung AMPO den ersten Preis.

AMPO wurde hier von seinem Informatiker, Pétine A. Kondet, vertreten.

Die Ziele dieser Woche waren:

  • das Fest des Internets in Burkina Faso zu feiern
  • an der Entwicklung des Internets im ganzen Gebiet mitzuwirken und/oder diese Entwicklung zu unterstützen
  • die internationale Kooperation im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien zu fördern
  • die Erschaffung durch die Organisation von Wettbewerben anzuregen.

Projektwoche im Gymnasium Süderelbe

Das Projekt der 6F
Bericht einer Schülerinder 6F

Wie alle 6. Klassen führte auch unsere Klasse die Projektwoche unter der Aufsicht von Frau Troje und Herrn Sorgenfrei durch. Auf die Idee unseres Projektes kamen wir, als Beya im Französischunterricht einen Vortrag über Burkina Faso hielt. Schüler, die schon früher mit den Aufgaben fertig waren, konnten sich einen Artikel aus der französischen GEOlino heraussuchen und ihn der Klasse auf französisch präsentieren. Beya erzählte uns, wie schlecht es den Kindern in Burkina Faso geht und in welchen ärmlichen Verhältnissen sie leben. Samira erwähnte in der Kommentarrunde, dass es eine Organisation gibt, die von der Deutschen Katrin Rohde gegründet worden ist.

Katrin Rohde ermöglicht Straßenkindern eine bessere Zukunft, indem sie Heime gegründet hat, in denen Helfer den Kindern und Frauen weben, sticken und andere nützliche Dinge wie den Ackerbau beibringen. Es gibt auch eine Krankenstation, in der die Leute Medizin und ärztliche Behandlungen von Katrin Rohde bezahlt bekommen, weil sie meistens zu arm für so was sind. Frau Troje schlug darauf vor, dass wir in der Projektwoche ja eine Aktion für Burkina Faso starten könnten. Wir alle fanden diese Idee gut, sodass wir bald darauf unser Programm für die Projektwoche fertig hatten. Am Montag recherchierten wir Informationen über Burkina Faso und erstellten Plakate. Am Dienstag stellten wir Dinge (Briefpapier, Armbänder, etc.) her, die wir Mittwoch am Neugrabener Markt verkauften, und probten Lieder, die wir dort spielen wollten, um Spenden zu sammeln.

Am Mittwoch führten wir einen sozialen Tag, ähnlich dem Girl’s day, durch. Wir konnten gegen einen Lohn, der mit in die Spende einging, Hausarbeiten übernehmen, dem Nachbarn helfen oder auch mit an den Arbeitsplatz der Eltern gehen. Am Donnerstag gingen wir zum Neugrabener Markt und verkauften die Dinge, die wir zuvor gebastelt hatten, machten Musik und gingen mit Spendendosen herum. Am Freitag war eine Vertreterin der Organisation da, an die wir gespendet haben, und nahm unseren Spendenscheck mit einer Spende von 853,50 € entgegen. So hatten wir Spaß und gleichzeitig einer Guten Sache geholfen.

Projektwoche im Gymnasium Süderelbe
Autorin: Gaby von Malottki

Projektwoche im Gymnasium SüderelbeDa ich in Hamburg wohne und durch meinen Besuch im vergangenen Jahr die AMPO – Einrichtungen aus eigener Anschauung kenne, lag es nahe, das der Verein mir als Mitglied des Vereines die Übernahme der Spende des Süderelbe Gymnasiums anvertraute.

Also machte ich mich auf den Weg und wurde durch die Klassensprecherin und eine ihrer Klassenkameradinnen im Sekretariat in Empfang genommen und in die Klasse geführt.

Es war alles vorbereitet: An der Tafel hingen Plakate mit den Recherchen der Schülerinnen und Schüler zu Burkina Faso. 3 Schulranzen und ein selbstgemachter, sorgfältig gemalter Scheck lagen bereit. Die Summe war noch nicht eingetragen.

Zuerst berichtete ich von meinen Eindrücken und Erfahrungen während meiner Reise zu Katrin Rohde und ihren Einrichtungen von AMPO in Ouagadougou. Die Kinder hörten aufmerksam zu und meldeten sich im Anschluss eifrig und stellten interessiert Fragen.

Dann berichteten sie selbst über ihre Projektwoche und waren bei den Schilderungen mit großem Engagement bei der Sache.

Erstaunlich war der Weg auf dem dieses Projekt zustande kam: Eine Schülerin las in einer französischen Geolino-Ausgabe eine Reportage über Schulen und Schulkinder in Burkina Faso und erarbeitete einen Bericht für die Klasse. Einer Mitschülerin fiel daraufhin ein, das ihre Mutter ein Buch von einer Katrin Rohde gelesen hat, in dem es auch um Kinder in Burkina Faso geht und der Lehrerin fiel ein, das sie vor kurzem im Autoradio ein Interview mit Katrin Rohde gehört hat. Da war es dann klar, dass die Klasse den Kindern von AMPO ihre Projektwoche widmen würde.

Besonders beeindruckend war für mich die Offenheit mit der die Kinder bei ihrer Sammelaktion auf der Straße Menschen ansprachen, die ebenso offen und interessiert reagierten. Das, und der Verkauf von u. a. selbstgemachten Armbändern in den Farben von Burkina Faso, schlug sich dann im Endergebnis nieder, wie sich noch zeigen wird.

Dann schritten wir zur Überreichung des Schecks. Aber zuerst musste ich raten, welche Summe wohl zusammengekommen wäre. Nicht zuviel erwartend, meinte ich, dass ich mich über 150 Euro und jeden Cent der darüber hinausginge, rasend freuen würde. Damit hatte ich mich unsterblich blamiert, die Kinder brachen in schallendes Gelächter aus und schrieben nun die Summe auf den Scheck: 853,50 Euro! Und: 50 Euro kommen noch extra. Echt beeindruckt, wie ich war, freuten sich die Kids darüber, meine Vermutung derart übertrumpfen zu können.

Wir haben uns noch gemeinsam den Film angeschaut der auf der Internet-Seite von Sahel steht. Dann gingen wir hoch zufrieden auseinander.

Den provisorischen Scheck, der Übergröße hat, gegen den Regen gut verpackt, habe ich mit mir genommen.


AMPO-Rundbrief Juli 2011

Aktuelle Nachrichten aus Burkina Faso

Liebe Freunde unserer Kinder in Westafrika,

ich hoffe, Ihnen allen geht es gut, die Familie hat einen schönen Sommer in Europa und Sie sind einmal ein wenig frei von den alltäglichen Sorgen! Hier bei AMPO bereiten wir uns gerade auf die Ferienkolonie auf dem Lande vor, die am 15. Juli für zwei Wochen stattfindet. Kisten werden bereits gepackt mit Frisbees, mit Monopoly- , Boule- und Scrabblespielen, mit hunderten von Seifenstücken, Medikamenten und Büchern. Viel Pflaster!

Die verschiedenen Küchen können erst im letzten Moment packen, denn noch brauchen wir ja unsere riesigen Suppentöpfe täglich. Allerdings horten sie schon getrockneten Gombo und Reissäcke, denn diese sind in der Provinz noch teurer als in der Stadt. Unsere Lebenshaltungskosten sind über 30% gestiegen in Burkina Faso, darum auch die allgemeine Unzufriedenheit, die sich in vielen, zur Zeit friedlichen Demonstrationen äußert.

Dieses mal reisen wir mit sämtlichen Kindern aus den Waisenhäusern plus der Häuser MIA und ALMA und der teilweise gelähmten Kinder aus der Reha-Station, die kein Zuhause haben. Alle Erzieher aus allen Projekten kommen mit, also insgesamt brauchen wir Busse und Unterkünfte für gut 280 Menschen, klein und groß!

Gott sei Dank sind wir wie immer bescheiden und mieten eine leer stehende Schule an, in deren Klassenräumen wir dann wohnen. Da ist es ja gut, dass wir bei uns keine Betten haben, die Kinder würden sich sonst damit schwer tun, auf einfache Matten umzusteigen! Alle sind schon sehr aufgeregt und basteln Angelruten und Springseile. Die Großen helfen den Kleinen, darin sind wir immer gut. Als Überraschung am Abfahrtstag will ich den Kindern 40 Trommeln kaufen, denn nun ist ja Zeit zum üben vorhanden. Alle bereits entlassenen studierenden Kinder (nun ja schon junge Erwachsene) helfen in der Kolonie mit.

In den letzten Monaten waren die Kinder sehr angespannt, denn wegen der Unruhen im Land konnten sie ganze 6 Wochen lang nicht zur Schule gehen. Schon auf dem Schulweg wurde geschossen. Die Angst trug auch nicht gerade zur Konzentration bei!
Wir bei AMPO konnten Dank unserer Nachhilfelehrer täglich den Schulstoff durchnehmen, und diese Aktion hat uns sehr geholfen: seit gestern sind die Resultate für die CEP-Prüfung (nach 6 Jahren Schule) da, und alle 8 AMPO-Kinder haben bestanden. Nun warten wir noch auf unsere BPC- und Abiturientenresultate. Es sieht gut aus. Wir sind mit den Kindern sehr zufrieden, sie danken uns und Ihnen allen wirklich mit guten Leistungen.

Wir freuen uns schon auf die neuen Kleinen, deren Auswahl gerade durch ein Psychologen- und Erzieherteam stattfindet – eine große Arbeit, denn wir glauben nichts und besuchen sämtliche Anwärter bei sich zu Hause, um alle Angaben nachzuprüfen. Wir nehmen nur die allerärmsten Kinder. Gleichzeitig startet bei AMPO die Organisation der Schulgeldbeihilfe für externe Kinder, die jedes Jahr so ca. 20.000 Euro kostet. Dies ist eine großartige Spende der Firma Jako-O, durch die 500 Grundschüler und 200 Gymnasiasten die Schule besuchen können. Hier helfen wir nur denjenigen, die schon gute Leistungen zeigen, denn wir wollen ja unser Land entwickeln. Faule haben keine Chance! Inzwischen haben wir alle Namen und Leistungen digitalisiert – tja, es geht vorwärts mit unserer Technik hier. Allerdings wäre es schön, wenn der dazugehörige Strom täglich fließen würde, doch immer noch haben wir manchmal 4-6 Stunden am Tag keine Elektrizität.

Viele Umbauten gibt es dieses Jahr bei AMPO, denn die Behindertenwerkstatt wird umquartiert, die Schneiderei zieht um und vergrößert sich, die Kinderküche zieht in die Schneidereiräume, und da fällt dann ein neuer Friseursalon für die Ausbildung
unserer Mädchen ab – ein langjähriger Wunsch, den wir uns erfüllen. Die Restaurantküche wird erweitert, und das ist dringend notwendig, denn unsere Kochlehrlinge stolpern übereinander. Haben Sie schon mal in einer 3 mal 3m – Küche für ein Restaurant mit 60 Plätzen gekocht und gleichzeitig einen Empfang in der Botschaft für 300 Gäste gecatert? Bei 45° Außentemperatur und dann am Herd? Ich sage Ihnen, die afrikanische Logistik ist spannend und klappt! Ab jetzt wirds aber einfacher!

Die ersten Bauten im neuen Generationenprojekt “Emma Yiri” sind fertig. Nach dem dritten Bohrversuch fanden wir gutes Wasser in 48m Tiefe, Gott sei Dank und Inshallah! Davon hing alles ab, und ich stand bebend drei volle Tage neben der Bohrstelle … alles ging gut! Nun warten wir die ersten harten Regen ab, dann gehts ab August los mit dem Schulbau und dem Büro. Zum Teil ist die Mauer schon recht bunt, fertig wird sie dann vermutlich im Oktober. Zwischendurch muss ich noch zweimal nach Europa reisen, zu Vorträgen in Portugal und Dänemark.

Inzwischen ist es offiziell: Katrin Rohde ist nach intensiver Prüfung (über Tage!) ein aus Washington anerkannter ‘Ashoka Fellow’. Vielleicht mögen Sie es einmal googeln, ich befinde mich in der ehrenwerten Gesellschaft mit 2000 anderen “Changemakers” aus 70 Ländern. Gerade komme ich zurück aus einer viertägigen Konferenz in Paris, zu der ich eingeladen war. Diese Konferenz war hoch arbeitsintensiv und ich konnte an nichts anderes denken, als Afrika vorwärtszubringen. Ich passe da genau hin mit meinen vielen Ideen – und das ist ja selten genug, dass ich irgendwo reinpasse. Auf dem Foto sehen Sie unsere Sonderarbeitsgruppe Afrika nach zweistündiger Sitzung, Menschen mit den tollsten Ideen, unter anderem rechts ein Belgier aus Tansania und Mozambique, der Ratten züchtet, die Tellerminen detektieren, eine Uganderin die Gorillas schützt, indem sie der Bevölkerung, die diese isst, die Möglichkeit zu anderen Einkommen verschafft. In unserer Mitte Bill Drayton, der Gründer von Ashoka, ein alter Herr mit viel Charisma, hochprofessioneller und vergnügter Arbeitskraft.

Ashokafellows nehmen die Probleme anderer in die Hand und entwickeln praktische Modelle: Einem jungen Mädchen mit 16 wird gesagt, dass sie Krebs hat und sie gründet ein weltweites Netzwerk “girls for girls”, in dem schon zwei Jahre später 45.000 Mädels sich über ihre Probleme austauschen und Lösungen finden. Ein alter türkischer Bauer baut 8 Hektar Weizen biologisch an und gründet eine Lobby, in der sich heute nach vier Jahren 50.000 Bauern in der Türkei biologisch betätigen. Er ist Analphabet und spricht nur türkisch.

Ich selbst habe den Preis für die Idee und Ausführung unserer Farm TT bekommen, der Jugend auf dem Lande eine Chance zu geben, die Landflucht zu verhindern, dem Straßenjungenphänomen entgegenzuwirken und mit den Jungbauern hunderte von Bio-Farmen einzurichten, deren Nachbarn wiederum diesen Gedanken übernehmen. Ich bin mir trotzdem sehr klein vorgekommen und weiß, dass noch viel Arbeit vor mir liegt. Wir gründen nun einen Ashoka-Radiosender für Gesamtafrika. Hochmotiviert und dankbar sehe ich nach 20 Jahren, dass aus vielen unserer Waisenkinder richtungsweisende junge Menschen werden, eben solche, mit denen wir eine echte Zukunft haben werden.

Ich glaube, an unserem bisherigen Modell können wir noch arbeiten, für ein besseres Afrika! Natürlich gemeinsam mit Ihnen allen, ist es nicht spannend? Doch erst mal fahren wir in die Ferienkolonie, juhuuu! Dank Ihrer aller Hilfe werden wir uns prima erholen, faulenzen, singen und spielen und das neue Jahr mit neuer Kraft angehen.

Liebe Paten, bitte denken Sie trotz sommerlicher Temperaturen schon jetzt an Weihnachten. Der Container mit den Päckchen geht Anfang September!

Herzlichste Grüße und beste Wünsche von
Ihrer Katrin Rohde aus Ouagadougou

SAHEL e.V.
Am Strohberg 2 • 24306 Plön • Tel.0 45 22 – 78 98 85 • Fax 0 45 22 – 78 98 86
Email: info.sahel@sahel.de Internet: www.sahel.de
Spendenkonto bei der Förde Sparkasse Plön: • Kto. Nr. 5785 • BLZ 210 501 70
Internationale Bankverbindung: IBAN (Konto-Nr.):
DE27 2105 0170 0000 005785 BIC (Bankidentifikation): NOLADE21KIE


Freudenstadt: Benefizkonzert

23. Juli 2011
20:00