Das Haus MIA wurde am 14.6.2003 eröffnet und widmet sich exklusiv den Problemen von minderjährigen Mädchen. Dazu gehören: Zwangsehen, Kinderarbeit, Missbrauch, Vergewaltigungen, ungewollte Schwangerschaft und Verbannung aus der Familie aufgrund von HIV/AIDS. Das Haus Mia wird liebevoll und unter Einsatz seiner ganzen Kraft, von Souleymane Nana geleitet. Außer ihm kümmern sich fünf weitere Mitarbeiter um die Mädchen.
Die meisten Mädchen werden durch dessen guten Ruf auf das Haus MIA aufmerksam. In den Straßen der Großstadt findet Souleymane Nana nachts immer wieder minderjährige und verlassene Mädchen. Dort gibt es Kinder in großer Not. Auch die Action Sociale oder das Netzwerk RSDP/F, vergleichbar mit dem Sozialamt in Deutschland, schickt Mädchen. Nach Vorlage eines Betreuungsantrages wird ein Gespräch mit dem Stab geführt, aus dem sich eine Einstufung in intern oder extern ergibt. In den Leistungen, die erbracht werden, gibt es hierbei keinen Unterschied. Es geht lediglich darum, ob die Mädchen im Haus untergebracht sind oder außerhalb wohnen werden.
Die Tätigkeiten des Hauses MIA umfassen Unterbringung, soziale und medizinische Betreuung, Ausbildung, Kommunikation sozialen Verhaltens, Sexuallaufklärung, Betreuung und Früherziehung der zum Teil schwer traumatisierten Babys und Kleinkinder, sowie die Wiedereingliederung der jungen Frauen in die Gesellschaft. Auch kleine Maßnahmen werden finanziert, oft in Verbindung mit der Eröffnung eines Kontos. Die medizinische Versorgung umfasst Krankenhausaufenthalte oder Besuche bei Spezialisten, den Kauf von Medikamenten und auch, sorgfältig ausgewählt, den Umgang mit traditionellen Heilmethoden. Beinahe ein Drittel der Mädchen ist HIV-positiv. Dies wird überall klar dargestellt und ausgesprochen, damit die Bevölkerung lernt, dass man gemeinsam mit HIV-positiven bzw. Aidskranken leben kann. Einer der Hauptgründe für den frühen Tod vieler junger Mädchen ist die Verbannung aus der Familie wegen HIV/AIDS. Es ist ein Anliegen des Hauses MIA der öffentlichkeit zu zeigen, dass ein Zusammenleben möglich ist.
Der Ausbildungsbereich umfasst das Schneidern, Töpfern und Kochen in den internen Werkstätten. Es werden auch externe Ausbildungsplätze organisiert. Alle Mädchen gehen in Abendkursen zur Schule. Oft wird zusammen gesessen und über Themen wie Moral, korrektes Verhalten, Respekt und Familienleben diskutiert.
Souleymane Nana und seine Mitarbeiter legen besonderen Wert darauf, dass die Mädchen nach ihrer Zeit in der Einrichtung weiter begleitet werden. Sie werden zu Hause und an ihrer Arbeitsstelle besucht, um so ihren Wiedereinstieg in die Gesellschaft zu erleichtern. Zur Hilfeleistung gehört unteranderem konstruktive Kritik und Wiedereingliederung in die Familie. Die Nachbetreuung hat keinen festen zeitlichen Rahmen. Keine der jungen Frauen wird im Stich gelassen.
Die finanziellen Mittel des Hauses MIA werden durch die Katrin Rohde-Stiftung bereitgestellt.




