AMPO – von Katrin Rohde

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Jahresbericht zu den Einrichtungen von AMPO aus Ouagadougou für das Jahr 2009

3. Januar
Katrin Rohde kehrt nach gelungener OP in Deutschland endlich wieder nach Burkina Faso zurück.

8. Januar
D. Sam, Mitarbeiter unserer Krankenstation, stirbt nach einem Unfall mit dem Moped in Ouaga. Wir trauern um unseren Freund Sam.

19. Januar
Sämtliche Jahresberichte aller Einrichtungen und die gesamte abgeschlossenen Buchhaltung aus 2008 von ganz AMPO treffen in Deutschland ein. Wir sind stolz auf unsere Direktoren und auf unsere neuen Strukturen.

13. Februar
Unsere neue Reha-Station wird eröffnet. Dank der großzügigen Spende einer Familie im Raum Frankfurt können wir nun jeweils 6 gelähmte oder durch Verbrennungen geschädigte Kinder aufnehmen und drei Monate lang begleiten. Zusätzlich gibt es Platz für eine Verbandsstation und eine Optikereinrichtung. Danke!

19. Februar
Die 8-jährige Dimanchi reist wegen schwerer Verbrennungen mit unserem Krankenbegleiter Felix nach Wuppertal. Dort wird sie 8 mal operiert. Ihre Betreuerriege umfasst mehr als 12 Menschen. Leider stirbt ihre beste Freundin Sanne Lehmann viel zu früh mit 40 Jahren. Wir trauern um diese gute AMPO-Freundin.

3. März
Unsere Beratungsstelle PPFilles feiert ihr 10-jähriges Jubiläum. Hunderte von Frauen kommen, der Stadtteilbürgermeister übernimmt ab sofort offiziell die Patenschaft für dieses rundum schöne Projekt, einzig den ärmsten der Frauen gewidmet. Unsere Soziologin Hedwige Ouedraogo leitet es mit leichter Hand. Sie und ihr Team lehren alles über Frauenrecht und Hygiene, über Aidsvorsorge und Familienplanung bis hin zur Aufklärung zur Beschneidung sowohl in der Hauptstadt (finanziert von einer ganzen Firma in Berlin, dem AHK Pflegeteam) wie auch in vielen Dörfern (finanziert von der Stiftung Arche Noah). Die deutsche GTZ vor Ort bittet sie ständig um kompetente Mithilfe und Beratung. Vielen Dank für Treue, Korrektheit und ein großes Herz!

20. März
Jahrestag des Verschwindens unserer ehemaligen Waisenkinder Abdoulaye und Bureima. Noch immer keine Spur.

4. Mai
Das strohgedeckte Refektorium im Jungenwaisenhaus brennt vollständig ab wegen Funkenflug unserer Nachbarn, einer katholischen Mission. Trotz vieler Mahnungen haben sie bislang nichts beigetragen. Gott sei Dank fanden wir einen edlen Spender in Pinneberg!

23. Mai
Ein großer Spender kürzt sein Jahresbudget. Damit ist die Krankenstation zum Ende des Jahres zu schließen, dem Straßenjungenprojekt wird ein Viertel des Unterhaltes gestrichen. Dies ist ein Schock für alle, Katrin bleibt zuversichtlich.

25. Mai
Die DWHH, die dreiviertel der Kosten des Straßenjungenprojektes trägt, ändert ihre Struktur zugunsten von Landwirtschaft. Damit schließt das Straßenjungenprojekt vollends. Die DWHH stellt uns großzügig Mittel zur Verfügung, um diesen Schritt korrekt abzuschließen, was AMPO auch tut. Alle Kinder sind für die nächsten drei Jahre samt Ausbildungskosten versorgt, I. Kargougou, Projektchef, sowie das Personal, sind großzügig abgefunden.

1. Juni
Catrin Stibbe aus Canada finanziert den neuerlichen Schwimmunterricht für alle AMPO-Kinder. Die Kinder jubeln!

15. Juni
Nur die wenigsten Kinder müssen ihr Schuljahr wiederholen, die allermeisten bestehen gut und werden in der Schule immer besser. Es liegt daran, dass sie nun schon früh, in jungem Alter, zu uns kommen und die Erzieher mit Rat und Tat zur Verfügung stehen. Für die Abiturjahrgänge gibt es Nachhilfelehrer – und das Internet! Soweit haben wir es hier gebracht.

15. Juli
Wirtschaftsprüfer Kieselhorst aus Bremen prüft eine Woche lang extern die Buchhaltung aller Projekte. Die AMPO-Buchhaltung wird außerdem monatlich extern von einem hiesigen Prüfer untersucht. Wir bekommen ein neues Buchhaltungsprogramm.

25. Juli
Sämtliche AMPO-Kinder fahren das erste Mal gemeinsam, Jungs und Mädchen, in die Ferienkolonie, singend!

3. August
Ein Schock für uns: Einreisestopp für Zivis in Westafrika wegen der Al-quaida-Warnungen. Unser hoffnungsvoller Zivi Martin Kruk muss wieder abreisen, leider.

6. August
Das Katherl-Gymnasium in Ingolstadt finanziert eine Bibliothek für AMPO – endlich dürfen alle Kinder an den Wochenenden lesen!

9. August
Vincent Christ aus Deutschland spendet sein gesamtes Jahrestaschengeld an AMPO, nachdem ihm seine Mutter aus dem Buch unserer Kinder vorgelesen hat. Vincent ist sieben Jahre alt. Von seinem Geld können zwei Kinder ein Jahr lang zur Schule gehen. Vielen Dank Vincent!

15. August
Endlich, nach 3-jährigen Versuchen, läuft die Biogasanlage auf der Farm Tondtenga. Mit Zwiebeln erreichen wir eine Rekordernte, alles andere bleibt problematisch wegen der Nematoden im Garten. Die Versuche gehen weiter, und demnächst setzen wir die Gemüsegärten einfach um.

20. August
Ende der Ausbauarbeiten der Krankenstation und aller Reparaturarbeiten des Sommers.

25. August
Der Spender und Unterhalter unserer Zahnarztstation Dr. Vorauer aus Salzburg kommt zu Besuch und findet seine Station umgebaut und vergrößert vor – diese Überraschung ist uns gelungen!

1. September
Flutkatastrophe, 150.000 Obdachlose in der Hauptstadt. Ein Riesenschreck, etliche Tote, hunderte von Verletzte, die Folgen für die Armen (die es wie immer besonders trifft) unabsehbar für die nächste Zeit.

16. September
AMPO erhält 100.000 Euro aus der Schweiz für unser Nothilfeteam für die Flutopfer, der Bericht dazu auf der Website.

25. September
Dank der Firma Jako-o kann AMPO 650 externen Kindern Schulgeld zahlen.

30. September
Unser Straßenjungenprojekt schließt nun wie geplant nach 10 Jahren, alle Kinder sind versorgt und alle Angestellten sind abgefunden.

1. Oktober
Unser Cinemobil geht, neu finanziert und frisch bestückt, wieder auf die Reise und leistet hervorragende Aufklärungsarbeit in der Provinz.

2. Oktober
Zwanzig neue Kinder beginnen ihr Leben in den Waisenhäusern von AMPO. Wir sind glücklich sie bei uns haben zu dürfen! Fünfzehn der Abgänger beginnen mit Zittern und Beben ihr Leben “draußen”. Sie werden noch für ein weiteres Jahr von uns unterstützt und betreut.

5. Oktober
Dimanchi kehrt nach vielen Operationen in Begleitung von Katrin Rohde und Dorf-Freund Tom Bindemann nach Burkina Faso zurück. Sie spricht besser deutsch als französisch, geht nun hier zur Schule und lebt vergnügt im Haus MIA. Dank an alle Betreuer in Deutschland!

10. Oktober
AMPO kann seinen 200. Rollstuhl in diesem Jahr an ein behindertes Kind vergeben. Wir danken dies einer vom Vorsitzenden unseres Vereines Sahel e.V. erdachten Spendenaktion. Einen großen Segen aus Afrika für diesen so engagierten Helfer der Armen!

14. Oktober
Das Mädchenwaisenhaus feiert ein großes Jubiläum mit vielen Besuchern und dem burkinischen Fernsehen. 10 Jahre lang leitet die Psychologin Christine Adamou 60 Mädchen zwischen 6 und 18 Jahren an – Flöhe hüten ist Garnichts dagegen, ich selbst könnte es nicht. Frau Adamou ist von der ersten Stunde der Planung an dabei, eine herrliche streitbare Mitarbeiterin, viele Grundsatzdiskussionen haben uns im Laufe der Jahre zusammengeschweißt. Herzlichen Glückwunsch, Christine Adamou!

15. Oktober
Katrin Rohde erhält aufgrund jahrelanger Zusammenarbeit eine Ehrenurkunde vom Orden der Mutter Teresa.

6. November
AMPO wird vom Staat als einer der Verteilerstellen für unterernährte Mütter und Kinder ausgewählt. Ab nun warten einmal wöchentlich bis zu 1000 Frauen plus ihrer Kinder vor unserem Tor auf ihre Zuteilung.
Dafür müssen wir ein Magazin umbauen, denn an der großen Straße ist es zu gefährlich für Mütter und Kinder. Wir kaufen ein großes Zelt für Schatten und stellen Trinkwasser in Tonnen zur Verfügung.

18. November
Der Verein AMPO erhält vom Bürgermeister von Ouagadougou ein erschlossenes Grundstück von 6 Hektar in der Stadt.

28. November
Als riesiges Geschenk im wahrsten Sinne des Wortes erhalten wir ein Adidas-Kleinspielfußballfeld von Karlheinz Kratzer (Inhaber der Firma IP) – sowas gibt es nur ein einziges Mal in Burkina Faso, und das bei uns in AMPO!

1. Dezember
Unsere Sorgen haben ein Ende: ein Budget von 200.000 Schweizer Franken kommt aus der Schweiz für unsere Krankenstation. Wir jubeln! 30.000 arme Menschen, unsere jährlichen Patienten, können aufatmen. Und dazu sind alle AMPO-Kinder medizinisch versorgt!

3. Dezember
Einreise der spanischen Organisation “Visio sens fronteres”, Optiker ohne Grenzen. Sie richten eine Brillenherstellung in unserer Reha-Station ein. Diese wird von einem ehemaligen AMPO-Waisenjungen, der inzwischen diplomierter Krankenpfleger ist, geleitet.

5. Dezember
Bis auf ein Restgeld sind sämtliche Schulden bei der Sozialkasse abbezahlt, die uns durch einen Betrug im Jahre 2008 entstanden. Damals wurde AMPO Opfer einer kriminellen Bande, die mit gefälschten Unterschriften, Quittungen und Stempeln professionell Steuerbetrug betrieb. Hätte sie das auf der Basis unserer Lohnbuchhaltung gemacht hätten wir es merken können, sie unterschlugen aber perfiderweise die Beiträge der Mitarbeiter. Natürlich hat AMPO diese Beiträge bei der Sozialkasse nachbezahlt. Dies ist mit Ende dieses Jahres praktisch vorbei, Gott sei Dank. Es kann auch nicht mehr vorkommen, da nun
sämtlich Zahlungen über Schecks laufen.

12. Dezember
Deutscher Büchertisch und Adventskaffee bei AMPO, organisiert gemeinsam mit Kathrin Buchmann von der Uni in Ouaga. Wir bekommen mit Bücherverkauf und mit Keksverkauf (Eine liebe Freundin backte über Stunden mit den kleinsten AMPO-Kindern in der Restaurantküche) das Geld zusammen für 5 dringende Operationen für Babies.

15. Dezember
Zwölf schwerste Kisten mit französichen Büchern für die Kinder treffen aus der Schweiz ein – herzlich willkommen in unserer nun fantastisch ausgestatteten Bibliothek!

18. Dezember
In einer Dankfeier ehrt das städtische Kinderkrankenhaus seine Geber – AMPO ist ganz vorne dabei mit einem Betrag von 18.000 Euro, der über die Monate verteilt, ausschließlich bedürftigen Kindern für Operationen zukommt. Danke, lieber Spender.

22. Dezember
Unser Sorgenkind Dimanchi mit den schweren Verbrennungen bekommt vom Bürgermeister einen Preis als Schulbeste! Wunder gibt es.

24. Dezember
Eine rauschende Weihnachtsfeier mit gut 400 Menschen findet nachts um 2.30 ein Ende. Tanzmüde wanken wir alle auf die Matten oder ins Bett. Unser Weihnachtsmann (Rainer Willfeld) gibt sich große Mühe, keines der anwesenden 350 Kinder bleibt unbeschenkt! Wir danken allen Spendern und Paten, die uns wieder so reichlich bedacht haben! Auch der deutsche Botschafter ist beeindruckt von der Vitalität und Freude aller AMPO-Kinder und der Mitarbeiter.

25. Dezember
Die Kinder gehen allesamt für eine Woche in ihre Familien, während bei AMPO auf Hochtouren die Jahresabschlüsse 2009 und die Budgetplanungen für 2010 bearbeitet werden. Jeder Direktor sitzt über seinem Jahresbericht. Die Magazine werden aufgeräumt.

31. Dezember
Katrin Rohde findet eine neue “rechte Hand” und wird entlastet – was für ein Glück am letzten Tag des Jahres. Im Februar fängt sie bei AMPO an, viel Glück, liebe Nicole!

Wir alle danken Gott für dieses Jahr 2009. Es war nicht leicht, aber alle Kinder sind gesund und die meisten fleißig, das Direktorenteam arbeitet gemeinschaftlich wie nie zuvor, die Mitarbeiter sind motiviert. Katrin Rohde schafft eine neue Struktur nach der anderen und delegiert sich so langsam selbst aus vielen Arbeiten heraus. Es ist großartig zu sehen, wie die Menschen mit ihrer Verantwortung wachsen. Eines Tages komme ich nur noch zu Besuch zu AMPO …!

Dem deutschen Vereinsteam großen Dank! Ein jedes Mitglied hat, trotzdem dies ja eigentlich “nur” Freiwilligenarbeit ist, viele Stunden Privatleben für afrikanische Kinder in Menschen in Not geopfert. Gott vergelte es.

Katrin Rohde
Gründerin der Einrichtungen von AMPO, Ouagadougou

Burkina Faso, 31.12.2009