Haus MIA

Ausführlichen Jahresbericht als pdf herunterladen: 2009 AMPO MIA Jahresbericht

Danksagung

Zentrum für Mädchen in Not – MIA

Zentrum für Mädchen in Not – MIA

Der Bericht 2008-2009 analysiert stichpunktartig die Aktivitäten, die im Laufe dieses Jahres stattgefunden haben. Dieses Produkt ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit des Projektleiters AMPO-MIA und allen beteiligten Akteuren.

Zu diesem Anlass möchten wir uns bei den Mitarbeitern von AMPO-MIA, AMPO, AMPO-Annexe, Partnern und den AMPO Projekten bedanken. Durch diese ständige Partnerschaft konnte der Fertigstellung des Berichts nichts im Weg stehen und wir möchten besonders würdigen:

  • die Gründerin KATRIN ROHDE
  • das Büro des Sahel e.V. in Deutschland
  • Herrn WOLPMANN
  • unsere Partner in Europa
  • die deutschen Partner, die AMPO-MIA und ALMA unterstützt haben
  • und alle, die direkt oder indirekt zum Erfolg dieses Berichts beigetragen haben
Präsentation der Neujahrswünsche durch Katrin Rohde, die die Liste aller Spender aus Europa für 2009 vorstellt.

Präsentation der Neujahrswünsche durch Katrin Rohde, die die Liste aller Spender aus Europa für 2009 vorstellt.

AMPO Geschichte

AMPO oder « Association Managre? Nooma pour la Protection des Orphelins » ist eine Nichtregierungsorganisation, die die soziale Wiedereingliederung von Waisenkindern und anderen Kindern in Not zum Hauptziel hat. Ihr Interventionsradius ist die Provinz Kadiogo.

Dieser Verein, dessen Name in der Landessprache Moore? «Das Gute geht nie verloren» bedeutet und auch häufig von der Bevölkerung als «Königreich der Armen» bezeichnet wird, wurde 1996, dank der Willenskraft und Zielstrebigkeit einer Deutschen namens Katrin Rohde, die all ihr Hab und Gut in Deutschland für AMPO geopfert hat, gegründet. Diese sehr humanistische Frau wird «Mama Tenga» genannt.

Seit diesem Zeitpunkt hört sie nicht auf, ihre Tätigkeiten für Waisenkinder durch Maßnahmen in der schulischen Erziehung und der vorberuflichen Ausbildung zu vervielfachen und vielseitiger zu gestalten. Sie kümmert sich unter anderem um weitere gefährdete Gruppen wie verlassene Kinder, misshandelte Kinder, arme Kinder, nicht eingeschulte Kinder, Straßenkinder, Jugendliche in Not, bedürftige Frauen, HIV infizierte Frauen und Behinderte.

1.2 Geschichte des Haus AMPO-MIA

Das Haus MIA ist ein Zentrum der Aufnahme und Unterbringung. Es hat am 14. Juni 2003 offiziell seine Türen geöffnet. Es ist eine Struktur mit sozialem Zweck, die von seiner Mutterorganisation AMPO abhängt.
Vor dem Hintergrund der Probleme, die Mädchen in diesem Land erleben (Prostitution, familiärer und sozialer Ausschluss, ungewollte Schwangerschaften, HIV/AIDS), hat der Schutzengel der Armen (KATRIN Fatima ROHDE) die Idee gehabt dieses Zentrum zu errichten, um diesen benachteiligten Menschen zu helfen. Aus dieser Initiative heraus ist unser Haus MIA entstanden.

1.3 Ziele

Die Ziele unseres Zentrums sind wie folgt:

  • Aufnahme und Unterbringung von minderjährigen Mädchen in Not
  • (Schulische) Erziehung
  • Medizinische Versorgung
  • Psychologische und soziale Betreuung
  • Ausbildung und Niederlassung der Mädchen • Präventionsmaßnahmen

II. Organisation und Betrieb von AMPO-MIA

2.1 Rahmen für Aufnahme und Unterbringung

Unser Zentrum MIA befindet sich im 29. Sektor des Stadtbezirks Bogodogo und wurde offiziell am 14. Juni 2003 eröffnet. Die Struktur hat folgende Abteilungen:

  • 1 Büro für den Projektleiter und die Erzieherin
  • 4 Schlafräume für 20 Mädchen und ihre 14 Kinder
  • 3 Duschen und 4 WCs
  • 1 Schneideratelier (Weben, Sticken, Stricken)
  • 1 Küche
  • 1 Refektorium
  • 1 Raum für die Kinderkrippe

2.2 Betreuung (Personal)

Unser Personal besteht aus:

  • 1 Projektleiter
  • 1 Erzieherin
  • 1 Aufsichtsperson
  • 1 Lehrer für Schneiderei (Weben, Sticken, Stricken)
  • 1 Lehrerin für die Alphabetisierung der Mädchen, die Kinder haben
  • 1 Betreuerin der Kinderkrippe
  • 1 Lehrerin für das Stricken
  • 2 Nachtwächter
  • 2 Schneider und eine Aufsichtshilfe (Abgängerinnen)

Unsere Mitarbeiter sind allerdings nicht auf ihren Arbeitsbereich beschränkt, sondern arbeiten in eng zusammen, um auf die Vorstellungen der internen und externen Mädchen einzugehen. Man bemerkt folglich eine Vereinheitlichung der Arbeitsbereiche und keine Abgrenzung. Die unterschiedlichen Akteure vereinigen sich, um die dem Zentrum gestellten Aufgaben zu erfüllen.

2.3 Zielgruppe

Seit unserer Eröffnung stellen Mädchen in Not unsere Hauptzielgruppe dar, es gibt jedoch verschiedene Besonderheiten:

  • minderjährige Mädchen in Not (Straßenkinder, minderjährige Prostituierte, Opfer von familiärem und sozialem Ausschluss, marginalisiert ohne Unterstützung)
  • Opfer von ungewollten Schwangerschaften, bei denen der Vater die Vaterschaft ablehnt
  • behinderte Mädchen
  • junge Mütter in Not, bei denen die Vaterschaft ungeklärt ist, sodass Mutter und Kind in Armut leben
  • Mädchen mit HIV/AIDS

2.4 Aktivitäten

Die Hauptaktivitäten des Zentrums sind:

  • Austausch und soziale Untersuchungen
  • Aufnahme und Unterbringung
  • Soziale und medizinische Versorgung
  • Ausbildung
  • Erziehung
  • Sexuelle Aufklärung und Familienplanung
  • Kommunikation für Verhaltensänderung
  • Prävention
  • Soziale Wiedereingliederung
  • Mediation

2.4.1 Aufnahme und Unterbringung

Die Aufnahmekriterien des Zentrums sind im Wesentlichen:

  • ein minderjähriges Mädchen in Not und Opfer von sozialem und familiärem Ausschluss (Prostituierte, ungewollt schwanger, Mädchen und junge Mütter ohne Unterstützung, infiziert mit HIV/AIDS) zu sein
  • von einer Partnerstruktur, wie die Sozialhilfe, vorgeschlagen worden zu sein oder sich freiwillig vorzustellen

Im Vorfeld erhalten wir einen Antrag für die Unterbringung und Versorgung des Mädchens. Nach einer gründlichen Untersuchung des sozialen Umfelds durch unser Personal kann sie nun unsere Dienste in Anspruch nehmen. Wenn der Fall eines Mädchens nicht zu schwerwiegend ist, kann sie als Externe (außerhalb des Zentrums wohnhaft) von den gleichen Vorteilen wie die Internen (im Zentrum wohnend) profitieren.

Aufnahme der angenommenen Mädchen
Die Aufnahme findet auf folgende Weise statt: Nach dem Vorgespräch und der Lektüre unserer Regeln wird das Mädchen bei uns registriert. Danach wird sie mit einem Unterbringungspaket ausgestattet und wird in einen der Schlafräume von der Sprecherin der Mädchen begleitet. Im Jahr 2009 hat MIA 26 Mädchen versorgt von denen 4 wiedereingegliedert wurden. Zwei Mädchen sind ausgerissen. Zur Zeit sind 20 Mädchen im Zentrum untergebracht.

2.4.2 Soziale und medizinische Versorgung

Soziale Versorgung

Schneiderausbildung

Schneiderausbildung

Die soziale Versorgung beinhaltet hauptsächlich die Ernährung und Einkleidung. Sie bekommen auch ein Taschengeld zu Verfügung gestellt, das ihnen erlaubt ein Sparkonto zu eröffnen und ihr Geld selbst zu verwalten, um sie auf ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorzubereiten.
Die zu entlassenden Mädchen werden mit einem Entlassungspaket ausgestattet das Folgendes enthält: Ein Fahrrad, eine finanzielle Unterstützung, die je nach Fall zwischen 45 und 75 Euro liegt. Sie führen ihre Ausbildung in Form von Praktika oder in Ausbildungsinstitutionen fort und werden weiterhin durch Geld für Nahrung und die Kosten für die Fortbildung unterstützt, bis sie niedergelassen sind.

Medizinische Versorgung
Die Mädchen werden wie folgt versorgt:

  • Medizinische Behandlungen werden in den Krankenhäusern CMA, Saint Camille, CTA und der AMPO-Krankenstation durchgeführt
  • Kauf von Medikamenten, Behandlungen, und Transportkosten werden von MIA zu Verfügung gestellt
  • Die Fälle, die eine Behandlung mit traditionellen Medikamenten auf pflanzlicher Basis benötigen, können sich von einem traditionellen Heiler in den umliegenden Dörfern behandeln lassen

2.4.3 Ausbildung, Erziehung, Aufklärung, Kommunikation

Die folgenden Ausbildungen werden innerhalb des Zentrums angeboten:

  • Kochkurs
  • Alphabetisierung
  • Kinderkrippe für die Kinder der jungen Mütter

Schneiderausbildung
Die Mädchen werden in die Techniken des Schneiderns, Webens, Stickens und Strickens eingewiesen und werden von Lehrern ausgebildet und zeitweise von anderen Auszubildenden unterstützt.

Kochkurs und schulische Erziehung und Alphabetisierung

Kochkurs und schulische Erziehung und Alphabetisierung

Kochkurs und schulische Erziehung und Alphabetisierung

Betreuung der Kleinkinder
Das Zentrum besitzt ein Team, das sich um die Kinder der Mädchen kümmert. Manche Mädchen kommen mit Kindern ins Zentrum, die trotz ihres zarten Alters schon schlimme Traumata erlebt haben (Mangel an Zuneigung, Unterernährung…).

Das Team der Kinderkrippe hat die Aufgabe, sich um die psychomotorische Entwicklung der Kinder zu kümmern und ihnen eine ihrem Alter entsprechende solide Grunderziehung zu geben. Im Laufe des Jahres haben 15 Kleinkinder von einer Versorgung im Zentrum profitiert. Die Betreuung wird von einer Psychologin geleistet, die regelmäßige Veranstaltungen anbietet.

Betreuung der Kleinkinder

Betreuung der Kleinkinder

Erziehung, Aufklärung und Freizeitaktivitäten

Erziehung, Aufklärung und Freizeitaktivitäten

Unsere Mädchen erhalten eine soziale und familiäre Erziehung (Hygiene, Familienleben, Leben in der Gesellschaft, Familienplanung). Regelmäßige Treffen werden organisiert, um die Mädchen über HIV/AIDS, Geschlechtskrankheiten und ein verantwortliches sexuelles Verhalten aufzuklären. Um die Erziehung und Aufklärung zu verbessern werden Theaterspiele von den Mädchen selbst organisiert. Seit 2008 gibt es eine Mädchenfußballmannschaft, die von dem deutschen Spender, Herrn Wolpmann, finanziert wird.

2.4.4 Betreuung nach der Ausbildung (Soziale Wiedereingliederung)

Die Betreuung der Mädchen nach der Ausbildung stellt eines der wichtigsten Anliegen des Zentrums dar. Ziel ist es, den Mädchen zu ermöglichen, sich besser in die Gesellschaft zu integrieren. Die Betreuung macht es für die Mädchen einfacher, sich beruflich niederzulassen und unserer Struktur, sich davon zu überzeugen, dass unsere Anstrengungen fruchtbar sind.

  • Die Vergabe von Geldern (Sozialhilfe) für die Eröffnung eines Sparkontos. Dieses Geld kann ihnen helfen ihr eigenes Geschäft oder Atelier zu eröffnen
  • Hausbesuche erlauben es, Probleme zu erkennen und ein vorteilhaftes soziales Klima zwischen den Mädchen und ihren Familien zu schaffen
  • Die medizinische Betreuung der HIV-infizierten Mädchen, um die soziale und medizinische Versorgung sowie die Nahrungsversorgung fortzuführen
  • Im Jahr 2009 verlässt der 4. Jahrgang von Mädchen das Zentrum. Jedes Mädchen hat das Minimum für seine Niederlassung und ein Transportmittel erhalten.

Anmerkung: Die Mädchen des Jahrgangs 2006-2007 machen ihre Krankenschwesterausbildung in der Schule Sainte Edwige weiter.

2.4.5 Prävention, Mediation, Versöhnung

Prävention
Mit der Sorge, einem abweichenden Verhalten der Mädchen vorbeugen zu müssen, wurden verschiedene Aktivitäten für die Sensibilisierung der Bevölkerung unternommen, um dem Missbrauch der Mädchen vorzubeugen, der die Mädchen dazu bewegen könnte, die Familie zu verlassen und sich in einem gefährlichen Umfeld wiederzufinden.
Dazu gehören:

Versöhnung

Versöhnung

  • schlechte Behandlung
  • sexuelle Gewalt
  • Prostitution
  • ungewollte Schwangerschaften
  • HIV/AIDS und Geschlechtskrankheiten

Präventionsmaßnahmen werden besonders in Risikozonen durchgeführt (Zonen in denen sich viele Mädchen in Not aufhalten)
Mediation
Hierbei handelt es sich darum, einen Rahmen für den Austausch zwischen den Mädchen, ihren Familien und den Mitarbeitern des Haus MIA zu schaffen. Das Ziel ist es, ein günstiges Klima für die Lösung von Streitigkeiten zwischen Eltern und Kindern zu schaffen.

Versöhnung
Dies bezieht sich auf alle Aktivitäten der Sensibilisierung der Familien, um sie davon zu überzeugen, die soziale Wiedereingliederung ihrer Kinder zu akzeptieren und ihnen dabei zu helfen.

2.5. Zusammenarbeit mit Partnern

  • Das Zentrum AMPO-MIA dient als Beispiel für andere Strukturen, die sich dem Bereich einsetzen, was ihm eine Führungsposition im Netzwerk RSDP/F einbringt. Dieses Netzwerk interveniert unter dem Mandat von MIA. Seit 2008 leitet es dieses Netzwerk über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Seine Partnerorganisationen sind:

  • CMA von Pissy, Centre me?dical SAINT-CAMILLE, CTA, CNLS, MAISON DU CŒUR, CMA des Sektors 30 für die Behandlungen und Pflege von kranken Mädchen
  • Die AMPO Krankenstation nimmt aktiv an der Gesundheit unserer Mädchen und ihrer Kinder teil
  • Die traditionellen Heiler die ihr Wissen durch die Heilung auf der Basis von Pflanzen einbringen

2.6. Finanzielle Unterstützung

Im Jahr 2009 wurde der Betrieb des Hauses AMPO-MIA ausschließlich von seiner Mutterorganisation AMPO, Sahel e.V. und der Katrin Rohde Stiftung gesichert.

2.7 Bedeutende Fakten

Nach einem ausführlichen Bericht über die Aktivitäten des Zentrums, können wir nicht über die bedeutenden Fakten schweigen, die ein positives Bild unseres Zentrums geben.

Ein zwölfjähriges Mädchen wurde im Haus AMPO-MIA aufgenommen, nachdem es mehrere Tage für den Diebstahl von Kartoffeln in der Justizvollzugsanstalt Ouagadougous gewesen ist. Untersuchungen bei seiner Familie haben ergeben, dass es zu Streitigkeiten gekommen war, da die Vaterschaft des Mädchen bis zum Tod seiner Mutter ungeklärt geblieben ist und dasMädchen daraufhin von der Familie seiner Mutter ausgestoßen wurde. In einem überlebensreflex hatte sich das Mädchen einem 70-jährigen Mann anvertraut der es missbrauchte. Mittlerweile profitiert das Mädchen von einer angemessenen Versorgung und geht in die 5. Klasse. Der Kontakt mit einigen Familienmitgliedern wurde wieder aufgenommen, um die Vaterschaft aufzuklären und die Wiedereingliederung des Mädchens zu ermöglichen.

Ein behindertes Mädchen, ungewollt schwanger und von seiner Familie verstoßen, wurde von MIA aufgenommen. 19 Jahre alt, Waise väterlicherseits, hatte sie seit ihrer Kindheit infizierte Wunden an den Füßen, als Folge von Verbrennungen. Als sie schwanger wurde bestritt der Vater die Vaterschaft. Sie hatte die Schule bis zur 4. Klasse besucht, musste diese jedoch wegen Geldmangel abbrechen. Auf der Suche nach einem Ort für ihre Entbindung und der Hoffnung auf einen Beruf, um ihr Kind versorgen zu können, versuchte sie mehrmals in Auffangstrukturen aufgenommen zu werden, wurde jedoch abgewiesen. AMPO-MIA hat sie dann aufgenommen. Nach drei Monaten hat sie einen süßen Jungen auf die Welt gebracht, der ihr Hoffnung gibt. Um ihrem Bedarf nach einer Ausbildung nachzukommen, wurde sie in der Schneiderei untergebracht. Um ihre soziale Wiedereingliederung vorzubereiten, wurde eine familiäre Versöhnung von den Betreuern umgesetzt.

Eine Vollwaise von 13 Jahren wurde MIA anvertraut, nachdem ihre Onkel sie schlecht behandelten. Das Mädchen war aus dem Haus ihrer Onkel geflüchtet, um eine Arbeit als Hausmädchen anzunehmen. Danach geriet sie in die Prostitution. Dann wohnte sie bei einem 67-Jährigen, der sie wie seine Ehefrau behandelte. Als sie von Verbrechern wegen Diebstahl verfolgt wurde und ihr Leben bedroht war, rettete sie sich in eine Kirche. Die Geistlichen dort brachten sie ins Zentrum.

Eine Partnerorganisation brachte uns ein behindertes Mädchen im Alter von 16 Jahren, ungewollt schwanger und Opfer von familiärem Ausschluss. Seit ihrer Unterbringung hat sie einen süßen Jungen auf die Welt gebracht und wartet auf die Vermittlung mit ihrer Familie.

III. Mittel und Ressourcen von MIA

3.1 Finanzielle Mittel

Die finanziellen Mittel unseres Zentrums kommen von unserer Mutterorganisation AMPO, die wiederum von dem deutschen Verein “Sahel e.V. ” abhängt. Unser Zentrum bezieht monatlich Gelder, die für die Ausübung unserer Aktivitäten verwendet werden.

3.2 Transportmittel

Unser Zentrum verfügt über folgende Transportmittel: 1 Mofa P50 für die Erzieherin, damit sie die vielen Besorgungen erledigen kann. 1 Auto für den Projektleiter, damit er Kranke transportieren kann, Hausbesuche
und Mediationen in den umliegenden Dörfern durchführen kann.

IV. Analyse der Stärken und Schwächen

4.1 Unsere Stärken

Wir erhalten unsere Stärke aus der Hingabe und Aufopferung unseres Personals. Die bescheidenen Mittel, die uns zu Verfügung stehen, halten die Akteure des Zentrums nicht davon ab, mit Entschlossenheit und Willenstärke zu handeln. Wir arbeiten Tag und Nacht ohne Unterbrechung, um das Erreichte aufrechtzuerhalten und zu verbessern.

Wir verdanken diesen Erfolg auch der guten Zusammenarbeit mit Schwestervereinen und nationalen Institutionen. Wenn wir von Stärken reden, können wir nicht über die großartige Beratung durch die AMPO Leitung (Katrin Rohde) hinwegsehen. Hier möchten wir unter anderem den Erwerb von Matratzen für die Mädchen erwähnen und die Renovierung des Zentrums, die das Verlegen von Fließen einschließt und damit zur Hygiene beiträgt. Das Zentrum MIA stellt sich heute in den Augen der Partnerzentren als Vorbild dar. Das Vertrauen und die Anerkennung unserer Partner gibt uns einen Vorteil in der Ausübung unserer Aufgaben.

MIA ist die einzige Struktur, die eine Gesamtversorgung von der Aufnahme bis zur Wiedereingliederung übernimmt. Den Mädchen wird Verantwortung für bestimmte Aufgaben übertragen, die ihre Persönlichkeit nach ihrer zukünftigen Wiedereingliederung hervorheben wird.

4.2 Unsere Schwächen

  • Die Zusammenarbeit mit einigen Partnern ist sehr empfindlich (Sozialministerium, Privatsektor), besonders mit den Ordnungskräften
  • Die Zusammenarbeit mit den traditionellen Heilern ist schwierig. • Instabilität von einigen Mädchen, die wieder in ihre Familien eingegliedert wurden

V. Probleme – Empfehlungen

Zentrum: Der Erhalt und die Unterzeichnung eines Protokolls als Arbeitsanleitung für die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern. Die Organisation von Treffen für den Austausch um Erfahrungen zu sammeln.
Um AMPO MIA einsatzfähiger in der Umgebung zu machen, braucht es Fortbildungen zur Stärkung des Personals, die Entwicklung einer Partnerschaft mit staatlichen Strukturen und finanzielle Hilfe.
Unterstützung der Eltern, die in extremer Armut leben, um das Ziel der Niederlassung der Mädchen zu erreichen.

Eltern: Viel mehr Austausch und Beiträge der Eltern für die Kinder und ihre Präsenz im Zentrum.
Organisation von Treffen und Verständigung mit den Eltern.

Anmerkung: Es wäre wünschenswert, wenn Sensibilisierungssitzungen für die Eltern organisiert würden, da wir finden, dass die Erziehung von Kindern, und besonders von jungen Mädchen, ohne Gewalt stattfinden sollte. Kinder, die in Gewalt aufwachsen, werden diese über Generationen weitervermitteln. Kinder die Gewalt erleben, bevorzugen es oft auf der Straße zu leben, als in einer Familie, in der sie nicht verstanden und akzeptiert werden. Die Rechte der Kinder müssen von ausgebildeten Personen an die Eltern vermittelt werden.

Anmerkungen:

Unterstützung der Schweizer Nothilfe und AMPO für die Katastrophenopfer des 1. September 2009.
Die burkinische Bevölkerung wurde direkt oder indirekt von der Katastrophe des 1. September 2009 getroffen. Die Hauptstadt Ouagadougou war am stärksten durch die Flut betroffen, wie es in den Zeitungen und im Fernsehen verewigt wurde. Vor dem Hintergrund dieser Katastrophe, die das ganze Land beschäftigt, hat eine Schweizer Stiftung über AMPO den Opfern wieder Hoffnung durch Nahrungsmittelhilfe, Verteilung von Bekleidung, Versorgung und den Bau von Häusern geschenkt. Dieser Partnerverein von AMPO ist dem Ruf des Staatschefs nach Solidarität zugunsten der Umquartierung der Opfer gefolgt. Dieser Schwung von Solidarität wird noch lange in der Erinnerung der Bevölkerung und besonders der Opfer bleiben. Die Geste des Guten wurde durch die Dynamik und den Humanismus der Gründern Katrin Fatima Rohde und ihren Partnern möglich gemacht.

Schlussfolgerungen

Am Ende unserer Aktivitäten des Jahres 2009 sind die Ergebnisse, die wir in diesem Bericht vorstellen, das Resultat der Arbeit eines zusammengewachsenen Teams. Wir, das Personal von AMPO-MIA, werden die Aufopferung, die Hingabe und die sozialen und menschlichen Werte noch verstärken, um unsere Ziele zu erreichen.

In dieser Hinsicht sind alle internen und externen Mädchen voller Hoffnung, dass ihre Zukunft im Hinblick auf eine soziale Wiedereingliederung und ein besseres Morgen schöner wird. Unsere Mitarbeiter werden ohne Unterbrechung dafür arbeiten, dass das Erreichte und unsere Partnerschaften aufrechterhalten werden.
Zum Abschluss behalten wir die Hoffnung, dass unser Haus AMPO-MIA zu nationaler, sogar internationaler Größe aufsteigt.

Ein Mädchen zu retten, ist eine Nation zu retten. Lasst uns alle vereint und solidarisch sein.