Informationen zur Projektreihe

Mam nee bump fo sen pa ne – Ich sehe was, was du nicht siehst.

Ein visueller Brückenschlag zwischen Afrika und Europa mit dem Medium der digitalen Fotografie.

Das Projekt in Ouagadougou

Das Projekt in Schleswig-Holstein

Weitere Informationen

Jedes Mal bin ich erschrocken über das wenige Wissen voneinander, was ich auf beiden Kontinenten vorfinde, und ich finde, es ist die wichtigste Aufgabe, einen Austausch zu ermöglichen.
(Katrin Rohde)

Das Bild von „den Anderen“ – ob in Afrika und Europa – wird in der Regel von Klischees aus Presse, Film und Fernsehen bestimmt: Während in Burkina Faso oft unrealistische Vorstellungen über den europäischen Wohlstand bestehen, sind deutsche Bilder von Afrika häufig von Stereotypen eines „Kontinents der Krisen“ geprägt.
Die Fotografien von Waisen- und ehemaligen Straßenkindern aus Ouagadougou und von Jugendlichen mit Förderschulabschluss oder abgebrochener Hauptschullaufbahn aus Schleswig zeigen uns neue Sichtweisen jenseits des Gewohnten. Was wir sonst über sie und ihr Leben erfahren, das stammt meist aus dritter Hand. Hier aber zeigen sie uns, wie sie selbst die Dinge sehen – ganz nach dem Motto der Projektreihe: „Mam neeme bumbu fo sein pa ne. – Ich sehe was, was Du nicht siehst.“

„Grundlage des Gelingens der UN-Dekade ist der interkulturelle Dialog.“
(Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) zur Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung”)

Das von der Fotografin Susanne Ludwig und der staatl. anerkannten Diplom-Sozialarbeiterin Natascha-Maria Meyenberg entwickelte Projektkonzept „Ich sehe was, was Du nicht siehst.“ ist darauf ausgerichtet, die neuen Möglichkeiten digitaler Fotografie im Kontext globalen Lernens modellhaft zu erproben. Dieser Ansatz basiert auf der Kraft der Bilder. Bilder berühren uns auf der Ebene der Gefühle. Bilder sind eine Sprache jenseits der Worte und schaffen Zugänge zu den visuellen Anteilen einer Kultur.

Grundlegendes Ziel der Projektreihe ist der Aufbau eines visuellen, interkulturellen Dialogs zwischen sozial benachteiligten Jugendlichen aus Burkina Faso und Deutschland: Im ersten Teilprojekt haben zehn Jugendliche aus Ouagadougou, Burkina Faso (Westafrika), 2006 im Rahmen eines Workshops für digitale Fotografie und Bildbearbeitung gelernt, sich visuell mitzuteilen. Im zweiten Teilprojekt wurden die Ergebnisse des Fotoworkshops 2007 im Centre Culturel Français Georges Méliès in Ouagadougou und im Centre Culturel Français (CCF) de Kiel gezeigt sowie ein Ausstellungskatalog herausgegeben. Mit dem dritten Teilprojekt wird die Projektreihe von Natascha-Maria Meyenberg alleine fortgeführt, da Susanne Ludwig ihr Masterstudium „Photography“ am Royal College of Art in London begann. 2008 wurde auch benachteiligten Jugendlichen in Schleswig-Holstein ein Workshop in digitaler Fotografie und globalem Lernen angeboten. Projektort war das Jugendaufbauwerk Schleswig-Stadt, welches die Projektreihe seit 2006 unterstützt, in Zusammenarbeit mit Anke Simon. Das Projekt befand sich in zeitweiliger formeller Trägerschaft des Forum Kieler Zentrum e.V., wie der Sahel e.V. Mitgliedsgruppe im Bündnis Eine Welt Schleswig-Holstein e.V..

„Die Sprache braucht nicht immer Worte.“ (Francois Mitterrand)

Die Projektreihe ermöglicht eine wechselseitige Vermittlung der unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten über digitale, visuelle und Print-Medien. Die digitale Fotografie baut damit eine „Brücke der Solidarität und des gegenseitigen Entdeckens zwischen Jugendlichen, die in so unterschiedlichen Ländern leben, jedoch im Wesentlichen dieselben Sorgen und Probleme im schwierigen Alltag teilen.“ (Xavier Niodogo, Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter von Burkina Faso in Deutschland)

Auf dieser Internetgalerie können sie nun ein vielfältiges Bild burkinischen und deutschen Lebens aus der Sicht der Jugendlichen betrachten. Die Bilder der Schleswiger Jugendlichen wird die Projektverantwortliche den Jugendlichen aus Burkina Faso bei ihrem nächsten Besuch im Dezember 2008 persönlich zeigen. Und damit schließt sich der Kreis, denn was sich die Jugendlichen in Ouagadougou wünschten, war mehr über das Leben von deutschen von Jugendlichen zu erfahren, „die es auch nicht so einfach haben.“

s Landes Schleswig-Holstein (MLUR) zu einem Dreiländerprojekt mit der schleswig-holsteinischen Partnerregion Pays de la Loire auszuweiten und die Fotoarbeiten aus Schleswig-Holstein und Ouagadogougou zusammen mit Fotoarbeiten französischer Jugendlicher in Nantes auszustellen: Da in Frankreich viele Migrantinnen und Migranten aus Westafrika – bzw. dem französischsprachigen Burkina Faso – leben, bietet sich dort ebenfalls die Durchführung eines Fotoworkshops mit benachteiligten Jugendlichen an. Als Abschlussveranstaltung werden die Bilder aus Burkina Faso, Deutschland und ggf. Frankreich in Ouagadougou gezeigt.
Eines der Hauptziele der Wanderausstellung besteht darin, die öffentliche Präsenz bislang unterrepräsentierter Zielgruppen der Agenda 21 in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit bzw. in den beteiligten Ländern zu stärken. Dieses Ziel wird vom Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) als einer der zentralen Inhalte der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ benannt.

Um diesen vielversprechenden konzeptionellen Ansatz zu fördern und weiter zu entwickeln, wurde der gemeinnützige Verein Medienbildung Eine Welt e.V. am 01.11.2008 im Institut für Pädagogik der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel gegründet. Zweck des Vereins sind die Förderung der Völkerverständigung, Entwicklungszusammenarbeit und interkulturellen Jugendbildung. Jugendliche aus verschiedenen Kulturkreisen reflektieren ihre eigenen Lebenswirklichkeiten künstlerisch, um ein globales Weltbewusstsein und ein Gefühl globaler Verantwortungsgemeinschaft zu entwickeln. Der Aufbau von persönlichen Beziehungen von Menschen unterschiedlicher Kulturkreise mit modernen visuellen und künstlerischen Medien dient dem Ziel der Friedenssicherung und der Mehrung des Wissens über andere Völker.
1. Vorsitzender ist Dr. Fabian Lamp, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Kieler Institut für Pädagogik. Die Projektreihe wird vom Projektträger Medienbildung Eine Welt e.V. in enger Zusammenarbeit mit A.M.P.O./Sahel e.V., dem MLUR, dem CCF de Kiel und dem Jugendaufbauwerk Schleswig-Stadt durchgeführt.

Weitere Fragen zur Projektreihe beantwortet die Projektverantwortliche Natascha-Maria Meyenberg gerne: meyenberg@mbew.org