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Bau des ersten Mehrgenerationenhofs in Burkina Faso “Emma Yiri”

AMPO – Association Managé Nooma „Das Gute geht nie verloren“ pour la Protection des Orhpelin – engagiert sich in Burkina Faso für bedürftige Kinder und Jugendliche. Die Organisation, die durch die ehemalige Plöner Buchhändlerin Katrin Rohde 1995 gegründet wurde wird von der einheimischen Bevölkerung das „Königreich der Armen“ genannt. Die mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Katrin Rohde und ihre Mitarbeiter verwirklichen nun eine weitere innovative Einrichtung – den Mehrgenerationenhof für Mädchen und ältere Damen „Emma Yiri“

Mehrgenerationenhof

Mehrgenerationenhof

Der Verein AMPO ist weithin im Land Burkina Fas bekannt. Allen voran Katrin Rohde, die sich unermüdlich für ihre Schützlinge in Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, einsetzt. Durch Spenden aus ganz Europa entstanden in den ersten 15 Jahren zwei Waisenhäuser für Mädchen und Jungen, eine Krankenstation, zwei Frauenhäuser, eine Lehrfarm, Behindertenwerkstätten, Frauenbratungszentren und Aufklärungseinrichtungen. Derzeit betreut AMPO insgesamt 320 Kinder und Jugendliche, weiteren 600 Kindern ermöglicht der Verein eine Schulausbildung. In Deutschland wird die Organisation durch den Sahel e.V. in Plön unterstützt. Der Verein sammelt Spenden, betreut die Spender und Freundeskreise und arbeitet eng mit den Partnerorganisationen in der Schweiz, in Luxemburg und Dänemark, sowie mit der Katrin Rohde – Stiftung zusammen.

Nun wird eine weitere Einrichtung zur Förderung von Mädchen und Betreuung von bedürftigen älteren Damen gebaut – der Mehrgenerationenhof „Emma Yiri“. Auf der Farm werden eine Schule und ein Internat entstehen, auf der biologischer Gemüseanbau und Kleintierhaltung (Hühner und Kaninchen) nach dem Vorbild der Lehrfarm Tondtenga gelehrt wird. Außerdem, und dies ist neu, werden bedürfte ältere Damen auf diesem Hof in Würde leben, nach ihren Möglichkeiten helfen und vor allem ihr Lebenswissen weitergeben. Ist diese Idee nicht schön?

Wir sind begeistert und mit uns bereits unzählige Spender und Förderer, die unseren Traum auf wunderbare Art und Weise Wirklichkeit werden lassen. Nur wenige Wochen sind vergangen, seit Katrin Rohde in ihrem 50. Rundbrief über die neue Farm informiert und um Unterstützung gebeten hat. Nun sind wir in der glücklichen Lage, nicht nur den Großteil der Investitionskosten sondern auch die Erhaltungskosten für einen unglaublichen Zeitraum von 10 Jahren gedeckt zu haben. Wir danken allen auf das Herzlichste für Ihr Vertrauen in unsere Arbeit!

Mittlerweile ist der Abschnitt Mauerbau fast abgeschlossen, die ersten Bäume wurden gepflanzt und als nächstes soll die Brunnenbohrung beginnen. Wir hoffen, dass noch vor Beginn der Regenzeit das erste eigene Wasser auf Emma Yiri fließt.

Mehrgenerationenhof - Die Eselin Uschi

Die Eselin Uschi

Bis dahin haben wir durch unsere Eselin „Uschi“ tatkräftige Unterstützung gefunden, die täglich mehrmals mit großen Behältern das wertvolle Nass zum Bau und zur Bewässerung der jungen Pflanzen vom Nachbargrundstück transportiert.

www.sahel.de
AMPO / Sahel e.V.
Strohberg 2, 24306 Plön
Email: info@sahel.de
Tel.: 04522 / 789885
Fördesparkasse Plön, Konto: 5785 BLZ:210 501 70


Mama Afrika: Ein Leben für Afrikas Straßenkinder – Katrin Rohde stellt ihr Buch und ihr Hilfsprojekt in Burkina Faso vor

Quelle: Costa Blanca Nachrichten, 18.03.2011

Mama Afrika: Ein Leben für Afrikas Straßenkinder - Katrin Rohde stellt ihr Buch und ihr Hilfsprojekt in Burkina Faso vor

Mama Afrika: Ein Leben für Afrikas Straßenkinder - Katrin Rohde stellt ihr Buch und ihr Hilfsprojekt in Burkina Faso vor


Die eigene Kultur darf nicht der Maßstab sein

Quelle: FrauenRat, 1/2011

Freiwillige in Afrika von Marianne Lange

“Zwillinge?”, empört sich Souleymane Nana in Ouagadougou, »von wegen Zwillinge! Da siehst du Kinder, die ganz unterschiedlich groß und alt sind; aber man zieht ihnen zwei gleiche Kittel an und gibt sie als Zwillinge aus, um Mitleid zu erregen, nachts auf den Straßen der Stadt.”

Lena Strack (27) hört dem erfahre­nen Sozialarbeiter einfach zu. »Die Bettlerinnen erzählen, dass man sie wegen der Kinder verstoßen habe, auch der Vater gebe nichts, daher bräuchten sie eine milde Gabe.« Nana kennt die Armut in der Haupt­ stadt Burkina Fasos. Er leitet das Haus MIA, einen Zufluchtsort für schwan­ gere junge Frauen, eine Einrichtung des Vereins AMPO. “500 Francs (0,80 Euro) pro Kind zahlt eine Frau an eine Tagesmutter, bei der sie ihre Kinder lässt, während sie arbeiten geht«, erzählt Nana weiter. “Kann die Frau abends die vereinbarte Summe nicht zahlen, behalten manche Betreuerin­ nen die Kinder als Pfand. Bis die Mutter das Geld zusammen hat, nutzen sie die Kinder aus.” Zum Bei­spiel, indem sie sie an BettlerInnen vermieten.

Anpacken und Auspacken: Lena Strack und Mitarbeiterinnen des AMPO-Mädchenhauses

Anpacken und Auspacken: Lena Strack und Mitarbeiterinnen des AMPO-Mädchenhauses

Lena Strack ist Industriedesignerin und kommt aus Ravensburg. Über das Leben in Burkina Faso weiß sie inzwischen ganz gut Bescheid, denn sie ist zum vierten Mal in Oua­ gadougou. Auf der Suche nach einem Praktikum kam sie als Studentin vor
Anpacken und Auspacken: Lena Strack und Mitarbeiterinnen des AMPO-Mädchenhauses einigen Jahren mit AMPO in Verbindung. “Da ich Französisch spreche, kam Westafrika in Frage. Ich wollte Afrika kennenlernen und am besten durch Arbeit.”

Das ist ein Wunsch, der viele antreibt, die sich für ein Praktikum bei AMPO interessieren. In dem vormaligen Heim für Waisen und Straßenkinder, heute ein soziales Projekt mit ver­ schiedenen Einrichtungen, arbeiten seit Jahren deutsche Freiwillige. Sie leben dort in sehr einfachen Unter­ künften und tragen die Kosten für die Reise selbst, außerdem haben sie ein strenges Auswahlverfahren durchlau­ fen. Denn geeignete PraktikantInnen für die Arbeit in Afrika zu finden ist nicht einfach, weiß die Erziehungs­ wissenschaftlerin Christine Adamou, die in Ouagadougou das AMPO­Mäd­ chenhaus leitet. Auf keinen Fall dürfe ein Neuling versuchen, die eigene Kultur zum Maßstab zu machen: “Die ideale Person kommt bei uns an und hört erst einmal drei bis vier Tage nur zu. Sie beobachtet, was wir machen, sie spricht viel mit den Erzieherinnen. Denn die sind ja am engsten mit den Kindern im Kontakt. Sie hält ihnen keine Vorträge, wie es in Europa zugeht, und sie wirft ihnen nicht vor, dass sie nicht richtig mit den Kindern spielen. Sie stellt einfach nur Fragen, wie wir die eine oder andere Sache angehen.”

Nicht im Kinderhort, sondern in der Schreinerwerkstatt von AMPO wollte Lena Strack ehrenamtlich mitarbeiten. Sie wurde dort zwar angenommen, aber der Anfang war schwer. »Ich habe alle Fehler gemacht, die man nur machen kann«, erzählt sie. “Ich war gegenüber den Jugendlichen, die dort ausgebildet werden, zu kumpel­ haft. Das ging nicht. Besser funktio­ nierte, über den Meister an die Jungen heranzutreten. Der hat mich erst im zweiten Jahr wirklich akzep­ tiert. Zuerst haben sie mich richtig abgecheckt. Ich sollte sägen, ich sollte hobeln. Zum Glück hatte ich Vor­ kenntnisse vom traditionellen Hand­ werk. Kaum einer hobelt ja heute in Deutschland noch von Hand! Ich war auch überfordert mit dem Klima. Sogar die kleinen Kinder haben mir gesagt: “Du bist doch weiß, du kannst das gar nicht aushalten!”

Birthe Schäck aus Bremen, Praktikan­ tin bei AMPO in den Jahren 2006 bis 2009, hat Ähnliches erlebt und schreibt in ihrem Praktikumsbericht dazu: “Als ich ankam, merkte ich schnell, dass das afrikanische Leben nicht für uns Europäer gemacht ist und es schier unmöglich ist, alles zu essen, alles Visuelle zu verarbeiten und sich zwanghaft in alle Situa­tionen hineinzudrängen in der Hoff­ nung, sich zu integrieren.”

Die Praktikumsdauer für Europäer­ Innen bei AMPO wurde inzwischen von zwei Monaten auf einige Wochen verkürzt. Christine Adamou erklärt, warum: “Dadurch haben wir weniger Probleme mit den jungen Leuten. Sonst waren sie nach einer Weile so gut eingewöhnt’, dass sie zu viel ris­kierten. Dann essen sie alles und werden krank, dann steht ein ‘Rasta­ Mann’ vor der Tür, weil sie eine Bezie­hung angefangen haben, dabei können sie mit dem Land noch nicht wirklich umgehen.”

Einheimische Freiwillige

Leichter umgehen mit ihrem Land könnten wohl junge Freiwillige aus Burkina Faso selbst. Und die gibt es, auch als staatliche Förderpolitik, um der hohen Jugendarbeitslosigkeit vor Ort zu begegnen. Allein 600 von ihnen wurden 2010 durch die Nationale Freiwilligenagentur als LehrerIn­ nen in den ländlichen Raum vermit­telt. Das Gesetz zum Freiwilligen­ dienst sieht für sie eine Aufwandsent­schädigung vor, die knapp über dem Mindestlohn (rund fünfzig Euro im Monat) liegt, dazu kommt die Sozial­ versicherung. Das kann für eine sozi­ ale Einrichtung wie AMPO schon zu viel sein. Deshalb hatte Christine Adamou für die Schülerinnen im Mädchenhaus stundenweise Studie­ rende als NachhilfelehrerInnen einge­setzt – für eine Benzinkostenpau­ schale. Doch die Behörden machten ihr einen Strich durch die Rechnung und verlangten, dass sie die Aushilfen anstellt und bei der Sozialversiche­rung anmeldet.

Gemischte Erfahrungen gab es bei AMPO in Ouagadougou auch mit anderen burkinischen “Freiwilligen”. So berichtet Katrin Rohde, die das Projekt 1994 gründete: “AMPO hat manchmal Anfragen für ein Prakti­ kum, diese werden im Direktoren­ team entschieden. Die Erfahrung dort ist, dass einheimische Freiwillige oft versuchen, ein Bein in eine ausländi­ sche NGO zu bekommen, zuerst nur gegen Benzingeld, später wollen sie angestellt werden und verdienen. Auch gibt es Studentengruppen, die Geld oder Kleidung sammeln und dies dann vorbeibringen, was nett ist. Alles bleibt aber immer punktuell und kommt mal und mal nicht.” Ein Prob­lem, das vielen sozialen Einrichtungen in Deutschland auch vertraut ist.

PraktikantInnen rekrutieren sich aber auch aus den einheimischen Studien­ gängen. Wer an der Universität Oua­ gadougou Psychologie oder Sozial­ wissenschaften studiert, sollte im Lauf des Studiums ein ein­ bis dreimonati­ ges Praktikum absolvieren. Auch AMPO setzt solche PraktikantInnen ein. Zweifelhaft erschien Mädchen­ hausleiterin Christine Adamou dage­ gen die jüngste Anfrage eines Burki­ners: “Er hat uns auf mehreren hand­ geschriebenen Seiten vorgetragen, dass er eines unserer Mädchen gern als Pate unterstützen wolle – egal welches, weil ,die Menschen doch alle vor Gott gleich seien. Das war mir zu religiös, deshalb habe ich abge­ lehnt!” Sinnvoll fände sie jedoch, wenn sich EhrenamtlerInnen bei der Sozialstation melden würden: “Wir haben 4.000 Kontakte dort, jeden Monat. Da könnten wir viele Freiwil­lige gebrauchen, die Lebensmittel an Bedürftige austeilen, Kleidung verge­ ben und zuhören.”

Marianne Lange ist Diplomvolkswirtin und freie Journalistin.

Über Möglichkeiten der Freiwilli­genarbeit bei AMPO – Hilfe für Kinder in Burkina Faso/Westafrika informiert die Webseite www.sahel.de.


Neuigkeiten aus Burkina Faso

Quelle: Schaufenster, 22. Januar 2011

Schaufenster, 22.01.2011

Schaufenster, 22.01.2011


“Mehrgenerationenhof” geht auch in Burkina Faso

Quelle: Schwabacher Tagblatt, Januar 2011

"Mehrgenerationenhof" geht auch in Burkina Faso

"Mehrgenerationenhof" geht auch in Burkina Faso