Archiv der Kategorie 'Projekte'

“Wir sind stark” Theaterprojekt mit jungen Frauen der AMPO-Frauenhäuser Mia und Alma

Theaterprojekt Im Januar 2009 erarbeiteten Christoph Schumacher, Andreas Großhennrich, Carlo Krups und Susanne Berger vom Theater Bitze mit den jungen Frauen der Häuser MIA und ALMA ein Theaterprojekt.

Die 12 jungen, aus ihren Familien verstoßenen Frauen führten das fertige Theaterstück dreimal vor einem großen Publikum auf. Die aus Deutschland mitgebrachten Kostüme, Requisiten, Bühnenbildelemente und das vorbereitete Werbematerial geben den Frauen jetzt die Möglichkeit, die Aufführungen mit Hilfe des AMPO-Büros fortzusetzen. Nachfragen für weitere Auftritte sind vorhanden, Multiplikatoren sind informiert und interessiert.

Theaterprojekt

Die Inhalte des Theaterstücks orientieren sich an der Situation der verstoßenen, jungen Frauen, ohne das Thema zu deutlich aufzugreifen. Der sensible Umgang mit den Inhalten machte es möglich, dass die Frauen sich persönlich sehr engagierten, ohne sich bloßgestellt zu fühlen. Die Arbeit mit den jungen Frauen fand ganztägig statt. Sie wurden für die Zeit des Projekts von ihrer Schneiderausbildung freigestellt.

Die Geschichte

Das Theaterstück besteht aus elf verschachtelten Szenen, von denen fünf pantomimisch gespielt werden und sechs mit Liedern und Texten arbeiten.

Erzählt wird von zwei Frauen, die neugierig und positiv ins Leben treten und die Welt entdecken möchten. Aber sie werden von dunklen Mächten sehr verängstigt und entmutigt.

Theaterprojekt Da erscheint das Gelb, zeichen für die Fröhlichkeit, das ihnen die Zuversicht zurück bringt. Es erscheint das Blau, Zeichen für die Gelassenheit, das ihnen die Hoffnung zurückbringt und schließlich das Rot, Zeichen für die Kraft, das ihnen Mut gibt.

Diese Szenen wurden mit Masken und Kostümen sehr visuell umgesetzt. Dazwischen transportieren die gesungenen Texte die Erfahrungen und Gedanken der Frauen. Das Ende triumphiert mit einem mehrfachen “Ca va bien. Nous sommes fortes!”

Ergebnis

Theaterprojekt

Neben einer möglichen Einnahmequelle durch zukünftige Theaterauftritte wurde den jungen Frauen – und allen , die das Theaterstück gesehen haben – Mut gemacht. Alle zwölf Frauen haben in diesen vierzehn Tagen eine erstaunliche Entwicklung in ihrer Persönlichkeit, in ihrem Selbstbewusstsein und der Art ihres Auftretens gemacht. Diese Fortschritte sind sicher nicht umkehrbar.

Sie haben eine Theatergruppe formiert, die ihnen Halt gibt und in der jede für die andere sorgt, mitdenkt und einsteht. Mittlerweile wurde der gesamte Text vom Französischen in mooré übersetzt, so dass das Theaterstück auch in der Landessprache aufgeführt werden kann.


Mädchenhaus ALMA eröffnet

Rebecca Trienekens mit der kleinen Laila aus dem Haus MIA

Am 2. Februar wurde in Ougadougou feierlich das neue Mädchenhaus Alma eröffnet.

Zu den Gästen gehörten der deutsche Botschafter und Rebecca Trienekens, deren großzügige Spende uns den Bau des neuen Hauses ermöglichte. Der deutsche Botschafter sagte in seiner Rede, dieses neuerliche Tat werde als Meilenstein in die deutsch-burkinische Freundschaft eingehen.
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AMPO-Zahnarztpraxis eröffnet

In der AMPO-Zahnarztpraxis

Anfang April konnte die neue Zahnarztpraxis bei AMPO eröffnen. Möglich wurde dies durch eine großzügige Spende aus Österreich.

Katrin Rohde schreibt dazu:
“Erstes Ziel ist es, sämtliche AMPO-Kinder in Ouaga einmal durchlaufen zu lassen und aufzutrennen in solche die man behandeln muß – na, und die anderen, die lachend abziehen können. Dies wird dauern, vermutlich so bis zu 2 Monate, denn wir sind ja viele, dazu kommen noch die Angestellten, deren Familien etc – und die Nachbarn. Bis dahin wird sich dann herumgesprochen haben daß es uns gibt, und die ersten Fälle werden kommen.

Wir haben Angst dass zu viele kommen, denn unsere Kosten sind in allem nur ungefähr halb so hoch wie in sämtlichen anderen Armenkrankenhäusern etc, nämlich:

Behandlungskosten: 500 CFA (=75 Cent)
Dazu:
Röntgen: 500 CFA
Entwickeln der Röntgenbilder: 500 CFA
Ziehen eines Zahnes 1000 CFA
Weisheitszahn: 3000 CFA
Ausgraben (pfui Teufel): 3000 CFA
Wurzelbehandlung: 2000 CFA.”


Buschratten ohne Chemie! Eröffnung der Landwirtschaftsschule Tondtenga

1000 (eintausend) geladene Gäste fuhren für dieses Ereignis 25 km weit in den afrikanischen Busch:
Katrin Rohde eröffnete mit einem großen Fest die Landwirtschaftsschule Tondtenga (Unsere Erde) in der Nähe der Hauptstadt Ouagadougou in Burkina Faso. Es kamen: Minister, Botschafter, Delegationen aus Europa, Entwicklungshelfer, Nachbarn – und natürlich ihre eigenen (zur Zeit) 380 AMPO-Kinder, fast alle Waisen und Halbwaisen.

Hier auf Tondtenga gehen nun 100 Jungen aus 10 verschiedenen Dörfern 2 Jahre lang intensiv zur Schule: Alphabetisierung steht auf dem Programm, Vermarktung von eigenem Gemüse, neue tropische Feldbaumethoden, Aufzucht von Schweinen, Ziegen, Schafen, Gänsen, Hühnern, Enten, Kühen, Eseln und “Agouti”, nämlich Buschratten, einer Delikatesse auf diesem Breitengrad.

Es gibt noch viele unerfüllte Träume: eine Imkerei, eine Käserei, einen Medizinalpflanzengarten – Hilfe ist dringend erwünscht! Nach 14 Jahren in Afrika weiß Katrin Rohde aber, daß sich dies alles zur richtigen Zeit ergeben wird, sie ist wie immer voller Vertrauen in ihre Kinder und die Zukunft.

Nach 2 Jahren siedeln die Gruppen um, zurück in ihre Dörfer, und werden noch für 2 weitere Jahre vor Ort betreut – dann sind sie selbsständig und können alleine wirtschaften. Sie werden vermutlich niemals reich im europäischen Sinne, aber diese jungen Männer werden keine Opfer der Stadtflucht, sie werden das Schulgeld ihrer Kinder einmal selbst bezahlen können : Hilfe zur Selbsthilfe, nur so geht es.

Finanziert wurde diese neue Einrichtung größtenteils aus Luxemburg. Frau Dr. Elvire Engel hatte die Waisenhäuser von Katrin Rohde mehrfach besucht und gründete zum Zweck der Unterstützung eine eigene Stiftung dafür – kurze Zeit später verstarb sie. In den Gedanken aller Anwesenden aber hat sie dieses schöne Fest miterlebt.

Auch der deutsche Verein Sahel e.V. mit Sitz in Plön und etliche private Helfer sowie Rotaryclubs, der Landkreis Roth und eine Schule in Bad Tölz haben den Bau freundlich unterstützt. So konnten die 7 Hektar mit ihren Ställen, den großen Gemüsegärten, der Schule und den Kinderhäusern (wie immer bei Katrin Rohde Projekten wurde alles bescheiden und angemessen gebaut) von allen Besuchern gebührend bestaunt werden.

Am meisten aber freut sich Katrin Rohde:
“Wir sind die erste und bislang einzige Farm in Burkina Faso mit einem Biologischen Zertifikat, wir benutzen keinerlei chemische Mittel, kochen mit einer Biogasanlage, nutzen nachts Solarenergie und tags Tropfanlagen in den Gärten. So wollen wir der burkinischen Landbevölkerung zeigen, daß man in Freundschaft mit der Natur leben kann – und trotzdem seine Familien unterhalten kann. Eine große und spannende Aufgabe für uns alle!”


Grußwort von Ministerpräsident Carstensen zur Eröffnung von Tondtenga

“Wer die Ärmsten dieser Welt gesehen hat, fühlt sich reich genug zu helfen.” Diesen Satz des Friedensnobelpreisträgers Albert Schweitzer haben sich die Vereine A.M.P.O. und Sahel zu Herzen genommen. Denn Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Und Projekte wie die Lehrfarm Tondtenga helfen denen, die allen voran unter der Armut leiden – den jungen Menschen.

Hier bekommen Dutzende Jungen – unter ihnen zahlreiche Waisen und Halbwaisen – eine Chance. Die Chance, sich durch eine solide landwirtschaftliche Ausbildung eine eigene berufliche Existenz aufzubauen. Dabei werden die Jugendlichen nicht nur in Gemüse- und Getreideanbau oder Tierhaltung geschult. Sie lernen oder verbessern auch ihre Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Damit können sich die jungen Männer selbst die Basis für eine gute Zukunft schaffen.

Mit dem Plöner Verein Sahel hat eine Organisation aus Schleswig-Holstein großen Anteil daran, dass die Lehrfarm heute eröffnet werden kann. Das freut mich als Ministerpräsident dieses deutschen Bundeslandes besonders. Ich möchte allen Beteiligten herzlich danken, die dieses wichtige Projekt ermöglicht haben. Ihr großer Einsatz ist ein Beispiel für gesellschaftliche Verantwortung über Landesgrenzen und Kontinente hinweg.

Für die weitere Arbeit in Burkina Faso wünsche ich alles Gute und viel Erfolg.

Peter Harry Carstensen
Ministerpräsident
des Landes Schleswig-Holstein