Archiv der Kategorie 'Rundbrief AMPO'

AMPO-Rundbrief: AMPO-Kalender 2010

Liebe AMPO-Freunde,
kennen Sie schon den neuen AMPO-Kalender?

Wie in den vergangenen Jahren haben wir auch in diesem Jahr wieder einen Jahreskalender für Sie zusammengestellt. Der neue Kalender 2010 gibt einen schönen Überblick in Bildern über die Aktivitäten in und um AMPO. Tauchen Sie ein in die Welt von AMPO. Von den fußballvernarrten Jungs über herzliche Erzieher bis hin zu den Kleinsten, die im “Gänsemarsch” über den Hof spazieren … alle sind per Foto vertreten. Machen Sie sich und Ihren Lieben eine Freude zu Weihnachten und helfen Sie damit den Kindern von AMPO!

Eine kurze Zusammenfassung der Einrichtungen von AMPO und weitere Interessante Informationen finden Sie ebenfalls im Kalender. Er kostet 9,50 Euro und ist über unsere Geschäftsstelle in Plön erhältlich.

Es grüßen Sie ganz herzlich
Sabine Duwe & Ricarda Dittrich aus der Geschäftsstelle in Plön


A.M.P.O. – Rundbrief Oktober 2009: Aktuelle Nachrichten aus Burkina Faso

Liebe AMPO-Freunde,

Tobias Sassmann und Nathalie Schroeder

Tobias Sassmann und Nathalie Schroeder

Katrin Rohde ist seit vielen Jahren zum ersten Mal in ihrem langverdienten Urlaub. Erstmalig wird sie selbst jedoch im Dezember einen Jahresbericht der afrikanischen Einrichtungen an alle Spender schicken.

Heute schreiben Ihnen Tobias Sassmann und Nathalie Schroeder. Wir haben gerade vier Wochen bei AMPO als Praktikanten gearbeitet. Nathalie kennt AMPO schon seit 1998 und ist nun das sechste Mal hier.

Während die Kinder bei ihrer Großfamilie in den Ferien waren, wurden die zwei Waisenhäuser mit großem Aufwand und von vielen fleißigen Handwerkern gründlich renoviert. So wurde z.B. der Hof bei den Jungs mit neuem Kies aufgeschüttet und die Hütten bekamen neue Strohdächer. In der Krankenstation gibt es von nun an einen größeren Wartesaal mit wunderschönen Batiken an der Wand. Die freundlich gelbe Wandfarbe und die strahlend blau gestrichenen Bänke erinnern eher an die gemütliche Wartehalle eines “kleinen Provinzbahnhofs” als an ein Krankenhaus.

Eine ganze Woche durften wir die Mädchen und die Kleinkinder aus den Häusern MIA und ALMA in ihr Ferienlager auf dem Gelände der Lehrfarm Tond Tenga begleiten. Mit vier vollgepackten Autos fuhren wir singend und trommelnd von Ouagadougou 20 km aufs Land.

Sogleich wurde eine kleine Küche eingerichtet und die Klassenzimmer als Schlafräume bezogen. Die Kinder, die sonst nur den kleinen Innenhof von MIA und ALMA gewohnt sind, machten sich sofort daran, ihr weitläufiges Spielgelände zu erkunden. Da gab es z.B. viele Ziegen, eine Herde Kühe und Pferde. Jeden Nachmittag durften die Kleinkinder und die jungen Frauen unter der Aufsicht und Führung des Pferdehüters auf den Pferden reiten – eine Riesenattraktion – und anfangs auch eine echte Mutprobe. Um 7 Uhr morgens, als die Hitze noch erträglich war, machten alle zusammen Morgensport auf dem großen Sandplatz. Danach wurde nach Herzenslust gespielt, gelesen und gemalt. In regelmäßigen Abständen gab es für die jungen Frauen unter der Leitung ihrer Erzieher Gesprächsrunden über Hygiene, Gesundheit und Kindererziehung. Abends, nach dem Gebet und dem gemeinsamen Essen, was im übrigen äußerst reichhaltig und lecker war, wurde noch bis zur Nachtruhe getrommelt, gesungen und getanzt. Im gemeinsamen Abschlussgebet der Christen und Muslime am letzten Abend dankten alle Kinder Katrin Rohde, den Erziehern und vor allem den Spendern aus Deutschland, die ihnen diese schöne Ferienwoche ermöglicht haben!

Zurück in Ouagadougou begann frühmorgens am 1. September ein außergewöhnlich heftiger Regen, der sich, je nach Landesteil, 10-12 Stunden hinzog. Um 6 Uhr stand unser Praktikantenzimmer 15 cm unter Wasser, ebenso das Büro der Direktorin von AMPO Annexe. Zusammen mit den Nachtwächtern waren wir Stunden lang damit beschäftigt, mit Eimern und Schaufeln das Wasser aus den Zimmern zu schöpfen und im Büro Akten, Fotos und Schulhefte zu bergen bzw. zum Trocknen auszubreiten. Dank der stabilen Bauweise und dem hochgelegenen Standort von AMPO haben die Grundmauern und Dächer dem sintflutartigen Regen standgehalten.

Zerstörte Behausung

Zerstörte Behausung

Viel dramatischer waren die Folgen in anderen und vor allem niedriger gelegenen Stadtteilen. Das Viertel, in dem Katrin Rohde wohnt, versank 1,50 Meter tief in schlammigen Wassermassen. Einsatzkräfte der Armee rückten mit Reitern aus, um die Menschen aus ihren zusammenbrechenden Hütten und Häusern zu retten, zumal hier kaum einer schwimmen kann. Die Menschen waren noch in den Häusern von der starken Strömung überrascht worden. Am schlimmsten hatte es die Menschen in den Randbezirken von Ouagadougou getroffen, die ihre Behausungen oftmals auf nicht ausgewiesenem Bauland und nur aus Lehmziegeln errichtet haben. Die Mauern rutschten weg, stürzten ein oder zerflossen regelrecht. Es gab hunderte von Verwundeten, vor allem Kinder wurden von herabfallenden Mauern verletzt.

Nach offiziellen Angaben starben 8 Menschen, sind knapp 25 000 Behausungen zerstört und 150 000 Menschen obdachlos geworden. Wir wissen jedoch alle, dass es sich um mindestens doppelt so viele Opfer handelt. Zehntausende Menschen wurden in Schulen untergebracht und keiner weiß, was mit ihnen geschehen soll wenn bald die Schule beginnt. Da es sich erst zum Ende der Regenzeit, also im November, wirklich lohnt, die Häuser neu aufzubauen, hat Katrin Rohde in der Personalversammlung die Herstellung von Sandsäcken initiiert, um beim nächsten schweren Regen besser vorbereitet zu sein. Bei Lehmhütten hilft das allerdings nicht!

Auch bei AMPO suchen nun viele Menschen Hilfe, was unsere finanziellen Möglichkeiten weit übersteigt. Deshalb sind wir dankbar für alle außerplanmäßigen Spenden auf das Konto von Sahel e.V. mit dem Kennwort “Hochwasserkatastrophe”.

Wir alle müssen jetzt fest zusammenhalten, damit die Menschen in Burkina Faso die restliche Regenzeit gut überstehen und ihre Häuser bald wieder aufbauen können.

Managré Nooma – Das Gute geht nicht verloren.

Herzliche Grüße aus Burkina Faso,
von Tobias und Nathalie

SAHEL e.V.
Am Strohberg 2 • 24306 Plön • Tel.0 45 22 – 78 98 85 • Fax 0 45 22 – 78 98 86
Email: info.sahel@sahel.de Internet: www.sahel.de
Spendenkonto bei der Förde Sparkasse Plön: • Kto. Nr. 5785 • BLZ 210 501 70
Internationale Bankverbindung: IBAN (Konto-Nr.):
DE27 2105 0170 0000 005785 BIC (Bankidentifikation): NOLADE21KIE

– Stiftung
Am Strohberg 2 • 24306 Plön • Tel. 0 45 22 – 50 82 34 • Fax: 0 45 22 – 50 837
Email: info@katrin-rohde-stiftung.de Internet: www.katrin-rohde-stiftung.de
Spendenkonto bei der Förde Sparkasse Plön:
• Kto. Nr. 100 203 595BLZ 210 501 70, IBAN (Konto-Nr.): DE21 2105 0170 0100 20395 BIC: NOLADE21KIE


AMPO-Rundbrief Juli 2009: Aktuelle Nachrichten von Katrin Rohde aus Burkina Faso

Guten Morgen allen Freunden der Waisenkinder in Burkina Faso!

Endlich hat es unsere Hauptstadt Ouagadougou auf die Titelseiten der internationalen Presse geschafft und jeder weiß nun wo wir sind! Dafür danken wir unserem deutschen Finanzminister und laden ihn herzlich in unsere Waisenhäuser ein, damit er mal sieht was hier wirklich so los ist…
und uns ein paar seiner eingenommenen Steuern für unsere Kinder schickt!

Den Kindern geht es gut

Den Kindern geht es gut

Ich freue mich Sie alle begrüßen zu dürfen und Ihnen als allererstes zu sagen: allen Kindern geht es gut! Außer Ennoch, der sich beim Spielen den Arm brach, sind wir gesund und vergnügt und unsere Ferien nahen. Wider Erwarten sind die Schulresultate der Jungen besser als gedacht, und 7 von 12 Kindern bestanden dieses Jahr die Mittlere Reife. Die Abiturienten beginnen morgen mit dem mündlichen Teil, wir drücken die Daumen…

Unser Pflegekind Dimanchi, das kleine Mädchen mit den verbrannten Augenlidern, befindet sich nach 7 Operationen noch in Deutschland. Dort besuchte ich sie gerade in einer OP-Pause auf einem wunderbaren Bauernhof bei Wuppertal, wo sie mit Pferden und Hunden und einer tollen Pflegefamilie lebt – bis zu den nächsten Operationen im August. Im Oktober dann soll sie endlich nach Hause nach Burkina Faso kommen. Dimanchis beste Freundin war Sanne Lehmann, eine deutsche Frau die sie schon bei ihrem letzten Besuch im Waisenhaus über Wochen gut kennenlernte und sich in Deutschland während der schwierigen Operationszeit (zwei Wochen mit verbundenen Augen) liebevoll um sie kümmerte. Sanne Lehmann war schon vor vielen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Harry ein willkommener Besuch im Waisenhaus. Nun ist Sanne ganz plötzlich gestorben. Dies ist für uns alle ein schwerer Verlust. Die AMPO-Kinder haben für sie gebetet, die Mitarbeiter haben gesammelt damit in der Kathedrale eine Messe gelesen wird. Am allerschönsten finde ich die Idee der Kinder mit ihren Erziehern: sie wollen unsere heißersehnte diesjährige Ferienkolonie, die im August für zwei Wochen in Leo im Süden des Landes stattfindet, unter das Motto “Ferien mit Sanne” stellen. Ja, unsere AMPO-Kinder sind wirklich gut, auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen, und sie haben es selbst vorgeschlagen! Unser Beileid gilt Sannes Mann, ihrer Familie und ihren Freunden.

Zweieinhalb Monate war ich auf Tour in Europa, denn einige große Geber mindern aufgrund der allgemeinen Finanzsituation ihren jährlichen Beitrag für AMPO und natürlich muss ich dafür neue Spender finden.

In Burkina Faso ist leider heute alles dreimal so teuer wie letztes Jahr. Dies bringt viele Familien in wahre Probleme, denn wer schon kaum einen Sack Reis im Monat zahlen kann, der hat schon gar nichts übrig für Schulgeld oder lebenswichtige Medikamente! Noch haben wir kaum Einbußen bei unseren privaten Spendern, und natürlich zählen wir auf Sie, ich weiß genau dass Sie uns, so lange wie es Ihnen möglich ist, treu sein werden.

Trotzdem machen wir Direktoren uns Gedanken, wo wir einsparen können, ob wir eventuell Autos verkaufen müssen, ob wir vielleicht das eine oder andere Projekt schließen müssen. Alle achten nun viel sorgfältiger auf Strom- und Wasserverbrauch. Auf jeden Fall trifft uns diese Krise nicht unvorbereitet. Immerhin haben wir in Westafrika das erste Mal einen (zweifelhaften) Vorteil gegenüber Europa: hier sind die Menschen es gewöhnt arm zu sein, zurückzustecken gehört hier zu den täglichen Übungen!

Brand des großen Refektoriums

Brand des großen Refektoriums

In meiner Abwesenheit nahm alles seinen täglichen Verlauf wie immer – unsere Direktoren sind mit ihren gemeinsamen Entscheidungen gut eingespielt. Überraschend war lediglich der Brand unseres großen Refektoriums, ausgelöst durch die Nonnen von der Mission nebenan, die ihre Feuer schlecht beaufsichtigten. Die Feuerwehr kam schnell, oh Wunder, und es wurde Gott sei Dank niemand verletzt.

Etliche neue Ideen wurden realisiert, aus Luxemburg kam eine Schneiderin die unsere Patchworkgruppen inspirierte und ihnen neue Künste beibrachte, mindestens 7 Praktikantinnen erstellen Ferienprogramme und haben viel Freude mit den Kindern. Am tollsten finde ich die mutige Idee unserer 5 jungen Mädchen die in unserem Restaurant kochen und servieren lernen.

Hier gibt es nun jeden Mittwochabend ein Überraschungsmenü, zu dem man sich am Tage vorher fest anmelden muss. Gestern durfte ich dies das erste Mal ausprobieren, und ich bin hochzufrieden. Es gab einen Meeressalat, serviert in einer halben Grapefruit, mit köstlichem Knoblauchbaguette. Dann einen riesigen Wolfsbarsch, gefüllt mit Gemüse, dazu Karotten und Ofenkartoffeln. Und dann Crêpe Suzette, wunderbar….bitte melden Sie sich bei Bedarf frühzeitig an, denn dieser Abend ist der Renner in unserem kleinen Restaurant, und die Mädchen sind sehr aufgeregt, weil sie alles ohne ihren Chefkoch schaffen müssen, auch das servieren, oha!

Sie sehen also, AMPO geht es gut, wir zählen auf unsere Kinder die uns viel Freude bereiten, so wie die Ihren es hoffentlich in Ihren Familien auch tun.

Einen schönen Sommer und Gottes Segen Ihnen allen wünscht

Katrin Rohde aus Ouagadougou

Anmerkungen aus der Geschäftsstelle in Plön:

Liebe AMPO-Freunde,

wenn Sie den Wunsch haben, sich aktiv für die Waisenkinder in Burkina Faso zu engagieren, können Sie dies gern im Rahmen der “Freundeskreise” tun. Es handelt sich hierbei um ein Netzwerk von “helfenden Händen”, die sich gemeinsam bei Aktionen zugunsten der Kinder unterstützen und Ideen austauschen. Informationen hierzu erhalten Sie auf unserer Internetseite, über unsere Geschäftsstelle und von Frau Berger-Krups (susanne.berger@sahel.de ). Nicht unvergessen sollen die Kinder bleiben, die noch keinen Paten haben. Sollten Sie gern eine Patenschaft übernehmen wollen, wenden Sie sich gern an uns.

Allen, die bereits eine Patenschaft übernommen haben, möchten wir herzlich danken und sie gleichzeitig daran erinnern, dass Sie bitte jetzt schon an die Weihnachtspost denken. Auch wenn das Fest noch in weiter ferne liegt, möchten wir Sie bitten, die Sendungen bis zum 01.09.2009 nach Plön zu schicken, damit sie rechtzeitig bei den Kindern eintreffen.

Zum Schluss möchten wir noch unsere neue Mitarbeiterin in Plön vorstellen. Frau Dittrich ist seit April 2009 als Unterstützung für Frau Duwe in der Geschäftstelle in Plön. Sie betreut unter anderem den AMPO-Shop, weshalb einige von Ihnen vielleicht schon Kontakt zu ihr hatten.

Wir grüßen Sie ganz herzlich aus Plön

Ihre Sabine Duwe & Ihre Ricarda Dittrich

SAHEL e.V.
Am Strohberg 2 • 24306 Plön • Tel.0 45 22 – 78 98 85 • Fax 0 45 22 – 78 98 86
Email: info.sahel@sahel.de Internet: www.sahel.de
Spendenkonto bei der Förde Sparkasse Plön: • Kto. Nr. 5785 • BLZ 210 501 70
Internationale Bankverbindung: IBAN (Konto-Nr.):
DE27 2105 0170 0000 005785 BIC (Bankidentifikation): NOLADE21KIE

– Stiftung
Am Strohberg 2 • 24306 Plön • Tel. 0 45 22 – 50 82 34 • Fax: 0 45 22 – 50 837
Email: info@katrin-rohde-stiftung.de Internet: www.katrin-rohde-stiftung.de
Spendenkonto bei der Förde Sparkasse Plön:
• Kto. Nr. 100 203 595BLZ 210 501 70, IBAN (Konto-Nr.): DE21 2105 0170 0100 20395 BIC: NOLADE21KIE


AMPO-Rundbrief März 2009: Liebe Freunde der AMPO-Kinder, seien Sie gegrüßt aus Ouagadougou!

Hier in der Sahelzone ist es schon jetzt, viel zu früh im Jahr,  heiß und staubig. Heiß – so mittags herum bei 42° im Schatten, staubig – beim täglichen Duschen wundert man sich doch immer wieder über das erzeugte knallrote Wasser! Die Kinder gehen (nein, sie gehen nicht – die Kleinen zumindest hüpfen und singen den ganzen Weg, und das macht mich immer sehr glücklich!) wunderbar gewaschen und eingecremt zur Schule und kehren zurück als kleine Geistergestalten, eingestaubt bis unter die Fingernägel und in die Ohren. Da sie es aber (beinahe) alle lieben hübsch und proper auszusehen, geht das Gewasche gleich wieder von vorne los! Gott sei Dank haben wir unsere eigene Pumpe, sonst könnte Maman die Wasserrechnung niemals bezahlen. Wasser- und Stromkosten sind mit die höchsten auf der Welt.

Die Mädels sind super gut in der Schule, ich staune nur so – wenn die alle so weitermachen bekommen wir ein Eliteteam von Studentinnen, für die ich jetzt schon anfange die Ausbildungsversicherungen abzuschließen!

Bei den Jungs sieht es nicht ganz so gut aus, vor allem bei den Kleinen haben wir gerade viele hochtraumatisierte Kinder bei uns, und trotz aller Nachhilfe können sie sich nicht so gut konzentrieren. Das ist uns eigentlich auch nicht so wichtig, denn unser Ziel ist eher ein fröhliches Kind als ein gelehrtes – trotzdem wird das Leben später natürlich leichter, wenn man gute Zeugnisse hat. Also: noch mehr Geduld und immer wieder von vorn. Auf, auf und weiter, auch wenn es oft schwer fällt!

Gerade ist bei uns “Yagma”, der Tag, an dem tausende von Katholiken ungefähr 20 km weit zu einer kleinen Marienkapelle pilgern, und jedes Jahr dürfen auch die AMPO-Kinder mit, ein Stück weit mit unserem kleinen LKW, den Rest zu Fuß. Aber gestern haben die beiden verantwortlichen Direktoren der Waisenhäuser mich angerufen und mir ihren Beschluss mitgeteilt: alle Kinder bleiben zuhause und gehen nur kurz zur Messe. Hier herrscht eine schwere Masernepidemie mit etlichen Toten. Unsere AMPO-Kinder sind zwar geimpft, trotzdem ist es klüger, zuhause zu bleiben.

Akbar mit Rollstuhl

Akbar mit Rollstuhl

Ich selbst durfte mich über Weihnachten in Deutschland einer Knieoperation unterziehen, die gut gelaufen ist – meine Krücken habe ich bereits kurz nach der Landung in Ouagadougou weggeworfen. Sie sind in der Hitze auch sehr anstrengend, da sah ich wieder deutlich, wie sehr die wirklichen Behinderten leiden müssen! Und diese wären glücklich, solche modernen Krücken wie ich zu haben. Die meisten haben nur lange Holzdreiecke unter den Armen, so wie die Leute im Mittelalter.

Da trifft es sich gut, dass die Werbekampagne unseres Vorsitzenden Gerolf Wolpmann so erfolgreich war und wir mehr als 100 Rollstühle vergeben konnten. Und auch dass wir – dank der großen Spende der Familie Luetz – unsere neue Reha-Station für behinderte und verbrannte Kinder endlich einweihen konnten. Oben sehen Sie ein Foto der ersten Bewohner: Akbar, der gelähmt ist aber mit seinem Rollstuhl zur Schule fährt.

Adama, der sein Rückgrat gebrochen hat und bei uns immerhin schon das Sitzen und alleine zu essen gelernt hat. Dimanchi, ein siebenjähriges Mädchen ohne Nase und Augenlider, die nun nächste Woche für ein Jahr nach Deutschland fliegt, in eine Spezialklinik für verbrannte Kinder. Dies verdanken wir der Vermittlung von Fadumo Korn, die sich beispiellos für sie eingesetzt hat. Auch allen anderen Helfern danken wir, zumal der Evers-Stiftung, die die Kosten der Reisen trägt, denn Dimanchi kann natürlich nur begleitet ausgeflogen werden.

Bislang hat unser Krankenpfleger Felix immer nur Kinder bis ins Kinderkrankenhaus begleitet und dort betreut, und dies ist drei Kilometer entfernt von AMPO. Wer hätte gedacht, dass er nun sogar 5000 km weit fliegen darf! Er hat für dieses Abenteuer extra deutsch gelernt. Viel Glück für Dimanchi! Ein ganzer Kreis von AMPO-Freunden steht bereit sie zu empfangen und sie liebzuhaben, denn sie wird zu Beginn sehr einsam sein, dieses tapfere kleine Mädchen.

Katrin Rohde mit Team

Katrin Rohde mit Team

Ansonsten steht das Jahr 2009 für Neubeginn in vieler Hinsicht. Mein Sohn John macht eine Zusatzausbildung in Deutschland zum “Sozialmanager”. Mit Timo Nadolny habe ich für ein Jahr einen “personal assistant” der, wie ich, gerne so 80 bis 90 Stunden die Woche arbeitet und keine Armbanduhr besitzt – das bringt natürlich Spaß.

Es ist seine Freundin, die Designerin Lena Strack, die uns den schönen Kalender aus dem letzten Jahr entworfen hat, und sie sitzt schon wieder am Entwurf für 2010. Vielen Dank, liebe Lena!

Da AMPO als “Königreich der Armen” seine Grenzen erreicht hat und wir nicht mehr erweitern wollen, sondern ab nun eher unsere schönen Einrichtungen hegen und pflegen bleibt alles übersichtlich, denn es soll ja so weit wie möglich ausschließlich von Afrikanern geleitet werden. So haben wir neue Mitarbeiter eingestellt.

Ich selbst habe die Leitung des Jungenwaisenhauses abgegeben an M. Soré, einen Pädagogen mit Europaerfahrung. Gott sei Dank mögen ihn die Jungs sehr und er verteidigt sie wie ein Löwe gegen den Rest der Welt!

Unser neuer Verwaltungsdirektor, M. Sirima, kümmert sich höchst verlässlich und genau um alle Belange in allen Projekten bis hin zu langfristigen Planungen. Unsere AMPO-Buchhaltung bekam ein neues Programm, damit wir bei Sahel e.V. den Anforderungen der DZI-Siegel-Konditionen besser begegnen können, dazu noch einen neuen externen Buchprüfer, der monatlich die Abschlüsse prüft. I. Kargougou, langjähriger zweiter Chef bei AMPO nach mir, zog sich aus gesundheitlichen Gründen als Direktor in sein eigentliches Projekt, das Haus der Straßenjungen, zurück. Mit seinen langjährigen Erfahrungen bleibt er uns erhalten, denn bei unseren wöchentlichen Treffen der Direktoren werden alle Entscheidungen gemeinsam im Team gefällt.

‘AMPO-Rundbrief März 2009: Liebe Freunde der AMPO-Kinder, seien Sie gegrüßt aus Ouagadougou!’ weiterlesen


Timos Rundbrief: Jeden Monat wollte ich Euch schreiben

Von Timo Nadolny
08.02.2009

Jeden Monat wollte ich Euch schreiben… Ich dachte, das sei kein Problem, schließlich habe ich in meiner Zivizeit fast wöchentlich Bericht geliefert. Wie es sich zeigt, wird es diesmal schwieriger. Das liegt unter anderem sicher daran, dass mir viele Dinge, die mich in meiner Zivizeit fasziniert, verwundert, geärgert, bewegt oder erfreut haben, dies zwar noch immer tun, mittlerweile aber zum Alltag gehören. Ich bin tief eingetaucht in meinen alltäglichen, aber verrückten afrikanischen Arbeitsalltag. Nun habe ich mir aber die Zeit und die Muße genommen um Euch endlich mal wieder ein wenig zu berichten. Dabei werde ich versuchen eine kleine Auswahl zu treffen, die mein Leben bei AMPO möglichst gut skizziert. Vollständig über mein Leben hier zu berichten ist völlig unmöglich!

Ok los geht es: Ich arbeite meist mehr als 80 h die Woche. Hinzu kommt, dass ich eben kein Zivi mehr bin. Ich habe weit mehr Verantwortung als früher. Darüber möchte ich mich nicht beklagen, ganz im Gegenteil! Aber es hat eben auch zur Folge, dass ich mich voll konzentrieren muss. Die Arbeit mit Katrin Rohde, meiner Chefin, klappt sehr sehr gut, jeden Tag besprechen wir die wichtigsten Dinge und auch wenn sie die Chefin ist und weit mehr Verantwortung trägt, so nehme ich doch auch ein wenig Einfluss auf Entscheidungen, die für die Menschen die sie betreffen einen großen Einfluss haben. Wer bekommt Schulgeld, wer eine Operation bezahlt usw.

‘Timos Rundbrief: Jeden Monat wollte ich Euch schreiben’ weiterlesen