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AMPO-Rundbrief Oktober 2010

Aktuelle Nachrichten aus Burkina Faso

Liebe Freunde und Paten unserer Waisenkinder in Ouagadougou,

Ich beginne diesen Rundbrief so, wie es hier an den Schulen in Burkina Faso allen Kindern beigebracht wird: “Mit einem Herzen voller Freude setze ich mich hin, um Ihnen die Neuigkeiten in unserem Leben zu berichten.” Dies ist der Standardsatz zu Beginn aller Briefe aus Afrika. Tatsächlich ist es aber meist wahr und meine Nachrichten an Sie, die sie ja drei- bis viermal jährlich bekommen, sind heute besonders schön.

Alles geht seinen ruhigen Gang bei AMPO, den Kindern sowie allen Mitarbeitern geht es gut und wir sehen auf einen schönen und erlebnisreichen Sommer zurück, so wie hoffentlich auch Sie! Immerhin gab es ja eine gute Wetterperiode in Europa. Hoffentlich konnten Sie diese nutzen, um mal wieder viel draußen zu sein und die Natur zu genießen.

Hier ein wenig Privates: Vielleicht haben Sie gehört dass mein Sohn John und seine langjährige Freundin hier in Afrika geheiratet haben. Dieses Ereignis war, selbst für afrikanische Hochzeitsverhältnisse, ein ganz besonderes und riesiges Fest mit mehr als eintausend Gästen. Besonders rührend war die Teilnahme der wirklich armen Bevölkerung. Natürlich gab es auch große Geschenke von reichen Bekannten, aber das “echte Afrika” waren eigentlich Nachbarn und Frauengruppen. Sie kamen in Gruppen und drückten uns stolz (umgerechnet) 1,50 Euro in die Hand, mühsam gesammelt. Das fanden wir wunderbar und auch so etwas sehe ich als Achtung und Respekt für nun bald jahrzehntelange Arbeit hier an. Das Hochzeitspaar hat dieses Geld nicht ausgegeben. Es wird für die inzwischen geborene Tochter und ein besonderes Ereignis in ihrem Leben aufbewahrt. Ja, Katrin ist wieder Großmutter geworden und nun hat sie zwei wunderbare Enkeltöchter, Mia mit 12 Jahren und Emma mit (heute) 12 Tagen! Wie man hier bei jeder Gelegenheit sagt: Gott ist groß! In diesem Sommer ist jedoch auch meine Mutter gestorben und ich flog nach Deutschland, um ihre Wohnung aufzulösen und sie zu begraben. Dies war eine traurige Zeit für mich, denn, obwohl ich ganz einverstanden bin und sie gut loslassen kann, fehlt sie mir doch
sehr. Hier sagt man: “Dass Mutter Erde leicht auf ihr laste”.

Nun kehren wir mal zu AMPO und Afrika zurück. Kurz nach meiner Rückkehr ergaben sich, wie ein Segen, viele gute Lösungen für lang anstehende Probleme hier in Afrika. Noch viel mehr als in Deutschland ist hier die Bürokratie ein höchst mühsames Geschäft. Vor fünf Jahren gab es einen Diebstahl in der Buchhaltung bei AMPO und immer noch ließ sich die Sozialkasse nicht erweichen, uns die Mahngebühren in großer Höhe zu streichen, obwohl wir alle Abgaben korrekt und prompt zurückzahlten. Nun ist es endlich gelungen. Ein offizieller Brief erklärt uns dem Staat gegenüber als schuldenfrei. Wir selbst, der Sahel e.V. in Deutschland und auch das DZI, sind nun beruhigt und froh darüber. Uff, das war schwerste Diplomatenarbeit. Hohe Grundsteuern für Grundstücke konnte ich geschickt verringern. Unser Status als ONG wurde endlich neuerlich durch den Staat bestätigt.

Ganz plötzlich, nachdem ich den Unfalltod eines jungen Mädchens mit ansah, wurde mir klar, dass ich damit etwas zu tun habe. Die Unfallstatistik wird in dieser Stadt, wo plötzlich viele Straßen asphaltiert werden, immer verheerender. Mir fiel ein: Es existieren ja immer noch die Verkehrsfilme und die Radiosketche für Kinder, die ich vor Jahren aufnahm. Wie konnte ich nur so nachlässig sein und nichts tun? Innerhalb von einer Stunde hatte ich einen Termin beim Polizeichef und einen beim Bürgermeister. Offensichtlich war ich überzeugend, denn bereits drei Tage später saß AMPO gemeinsam an einem Tisch mit vier begeisterten Schulinspektoren. Nun beginnt übermorgen hier in der Hauptstadt eine nie dagewesene Aufklärungskampagne zum Straßenverkehr! Unsere Filme werden im Fernsehen gezeigt (Themen wie: Warum dürfen wir nicht zu fünft auf einem Moped fahren?), unsere Radiosketche in sechs hiesigen Sprachen (fasst Euch an und schaut nach links bevor ihr über die Straße geht) laufen einem Monat lang täglich dreimal auf zwei Radiosendern. Zwei Animationsgruppen aus AMPO-Mitgliedern und Polizisten in Uniform sind nun dreimal wöchentlich in 30 Grundschulen unterwegs, mit deutschen Polizeikasperpuppen (die Polizistengesichter sorgfältig dunkelbraun gefärbt!) und viel Musik und Tamtam. Die Projektkosten für die ersten drei Monate in Höhe von 2.000 Euro (so wenig Geld für so viele Kinderleben!) übernehmen wir, und für das nächste Jahr haben wir bereits Anträge bei der japanischen und der deutschen Botschaft gestellt, mal sehen ob es klappt. Ich wünschte nur, wir hätten auch so tolle Reflektionswesten wie die Erstklässler in Deutschland!

21 neue Kinder haben nun in unseren zwei Waisenhäusern angefangen und gehen das erste Mal zur Schule, beglückt und ängstlich. Auch sie werden im nächsten Jahr neue Paten bekommen und damit sind wir bei einem delikaten Thema. Alle Erzieher von AMPO wünschen sich einen Kontakt der Kinder mit ihren Pateneltern unbedingt schriftlich. Solange die Kinder unter unserer Aufsicht stehen sind sie angehalten, niemals um etwas zu fragen. Dies ist auch richtig so, denn für das tägliche Leben ist jedes Kind ausgerüstet. Auf keinen Fall brauchen sie: Fotoapparate, MP3-Player, Handys und iPods. Wovon sollten sie auch die Folgekosten solcher Geräte tragen? Zum Problem wird der Mailkontakt unserer Jugendlichen mit ihren Paten. Dort haben die Erzieher nun keine Kontrolle mehr und oft sind es Schwestern oder andere aus der Familie, die sich anhand der Mailadresse der Paten plötzlich 500 Euro beschaffen möchten! Entsetzte Paten rufen in der Geschäftsstelle in Plön an und wissen nicht, was sie davon halten sollen – wir auch nicht. Für alle Jugendlichen, die die Waisenhäuser verlassen, wird, dank treuer Spender wie Ihnen, noch mindestens ein Jahr weiter draußen gesorgt. Sehr gute Schüler werden bis zu einer Universitätsausbildung unterstützt. Einige dieser Kinder wenden sich nun an Paten um finanzielle Hilfe, obwohl das nicht notwendig ist.

Dies ist der Grund aus dem wir Mailkontakte lieber unterbinden. Es ist nicht der Sinn unserer Erziehung, die Kinder von Pateneltern abhängig zu machen. Jedes AMPO-Kind, das sich anständig auf den Hosenboden setzt, kann ab Anfang 20 sein Leben selbst bestreiten und dabei sogar noch seiner eigenen Familie weiterhelfen. Nicht umsonst gehen die Kinder schon im jüngsten Alter in unsere Berufsberatung: Alle Erzieher beobachten genau und versuchen die Talente individuell zu fördern. Ich hoffe sehr, bei Ihnen für dieses Problem auf Verständnis zu stoßen. Afrikanische Kinder, und vor allem unsere Waisenkinder, leben nicht auf dem gleichen Niveau wie Europäer. Es ist nicht gut, sie zu sehr zu verwöhnen, denn sie müssen sich ihren Weg später selbst erarbeiten. Dieser konsequenten Erziehung danken wir unseren großen Erfolg.

Auch fanden wir eine Lösung für zwei Kinder, die uns nach vielen Jahren immer wieder Probleme machten. Nicht jedes Kind kann brillant sein in der Schule (obwohl wir etliche haben), manche sind ja auch nicht so schlau oder psychisch geschädigt. Oft liegt dies an der schlechten oder falschen Ernährung in frühester Kindheit. Diese Kinder sind in ihrer Entwicklung stehengeblieben. Hier müssen wir Einzellösungen finden, auch wenn der Betroffene eigentlich schon vier Jahre bei uns entlassen ist. Dies ist immer ein Thema für die Direktorenrunde und es wird über Stunden beraten. Überhaupt bin ich glücklich über die verantwortungsvolle Arbeit der Direktoren. Als ich gerade nach einer langen Europareise zurückkam, fragte ich wie immer als erstes besorgt in die Runde: “Und? Was gibt‘s an Krisen und Katastrophen?” (die es eigentlich konstant bei uns gibt!) Alle schauten sich gegenseitig an und schüttelten die Köpfe. Eine Minute ungläubigen Staunens meinerseits – dann begannen wir alle
lauthals zu lachen. Das erste Mal in bald 18 Jahren Arbeit in Afrika hatten die Direktoren ihre Katastrophen bereits selbst bearbeitet – wie wurde ich vergnügt an diesem Tag!

Hoffentlich hält diese ruhige Phase ein wenig an. Wir sind gut erholt aus dem Sommer gekommen und sehen den täglichen Herausforderungen heiter ins Auge. Dazu gehört Zuversicht und wenn ich Ihnen eines wünschen darf in den nächsten Monaten, dann ist es Selbstvertrauen und Zuversicht – außer natürlich der Gesundheit, die das Wichtigste von allem ist.

Mit den herzlichsten Grüßen aus Ouagadougou
Ihre
Katrin Rohde
samt Anhang (zur Zeit 300 Kinder)

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AMPO-Rundbrief Juli 2010

Aktuelle Nachrichten aus Burkina Faso

Liebe AMPO-Freunde in Deutschland,

im Zeichen der Weltmeisterschaft schreibe ich diesen Rundbrief und sicherlich können Sie sich vorstellen, was bei AMPO für ein riesiger Torjubel erschallt! Alle Flaggen unserer verschiedenen Geberländer hängen aus, Dänemark und Spanien, Schweiz und Canada, österreich, England und natürlich ganz groß Deutschland – das von allen Kindern am meisten verehrte Fußballteam. Schließlich kennen die meisten Jungs bei uns die deutsche Tabelle auswendig. Die AMPO-Fans von Werder und Bayern verfolgen alle Spiele und der Jammer ist groß, wenn dann das falsche Tor fällt! Gott sei Dank sind bereits Ferien, alle Kinder dürfen zu jederzeit Fußball gucken. Während der Schulzeit dürfen sie nur zwei Stunden in der Woche fernsehen.

In diesem Jahr verlassen 21 Jugendliche die Waisenhäuser, dazu noch 15 Mädchen samt ihrer Kinder die Häuser MIA und ALMA. Allesamt bekommen ein Fahrrad und noch weiterhin Unterstützung für ein bis drei Jahre, je nach Ausbildung.

Drei von ihnen gehen auf die Krankenpflegerschule, sieben auf die Grundschullehrerschule. Anderen finanzieren wir noch ein Schuljahr oder sogar, als Ausnahme, ein ganzes Studium! Die anderen sind SchneiderInnen oder WeberInnen, Mechaniker oder Tischler. Sie bekommen von AMPO ihr Perfektionsjahr bezahlt samt Verpflegung und Versorgung mit Medikamenten etc. – Gott sei Dank ist die Firma BONITA unser großer Spender für alle Ausbildungsgänge, sonst wäre das nicht möglich. Herzlichen Dank nach Hamminkeln!

Eine Woche lang beherbergten wir ein Team von vier Spaniern. Zwei von ihnen richteten unsere neue Optikerstation ein. Nun haben wir Maschinen zum korrekten einpassen von Gläsern. Leiter dieser neuen Station ist stolz Kabré Aziz, als Waisenkind bei AMPO großgeworden, heute staatlich geprüfter Krankenpfleger samt Zusatzausbildung als Optiker.

Die Station wurde letzte Woche eröffnet, und wir wollten eigentlich ein paar Probetage mit unseren Kindern veranstalten und sehen ob unsere neuen jungen Optiker ihr gelerntes Metier beherrschen. Die afrikanischen Trommeln machten uns einen Strich durch die Rechnung, der AMPO-Ruf hallt weit, und so kam es, dass bereits am ersten Tage 150 brillenbedürftige Menschen vor der Tür warteten. Nur keine Panik! Wir haben sie alle auf die nächsten zwei Wochen eingeteilt, denn jede Behandlung dauert mit Vermessung und eventueller Herstellung eine gute halbe Stunde. Die “Opticiens sans frontieres” sind ungemein freundlich und geübt. Solche Stationen wie bei uns haben sie schon in halb Südamerika, in Indien und Afrika eingerichtet. Letztes Jahr kamen sie auf uns zu. In Bobodioulasso haben sie bereits eine solche Station und nun suchten sie eine verlässliche Struktur für die Hauptstadt. Ja, verlässlich ist AMPO und wir freuen uns sehr über deren Lob und Anerkennung.

Zusammen mit den Optikern kamen auch zwei hochversierte Informatiker. Beide schlugen die Hände über dem Kopf zusammen: allein im Computer unserer Sekretärin fanden sie 46.000 Viren! In erster Linie danken wir dies unseren USB-Sticks. Damit schwirren die Viren von einem Ort zum anderen bei uns. Leider ist wiederum unser afrikanisches Netz so schwach, dass wir vieles nicht schicken können.

Nun ging es los: innerhalb von einer Woche gruben wir 350 m Kabel ein, und jetzt ist sowohl unsere Buchhaltung (die monatlich die Ergebnisse nach Deutschland ins Büro schickt), unsere Sekretärin, natürlich die Deutschsektion mit Nicole und auch der Kindercomputerraum direkt online – ein Wunder. Selbst unser Restaurant ist zu einem Cybercafé geworden. Versehen mit Passwort kann hier jeder nun seinen Laptop anschließen – die ersten Kunden sitzen dort seit heute morgen. Wir danken den Spaniern! Einer der Informatiker kehrt Ende August zurück, dann wird das Werk vollendet. Bald gibt es sogar vermutlich eine Webkameraeinstellung auf die Straße vor den Waisenhäusern, wo man jederzeit und täglich sehen kann was für ein Wetter bei uns herrscht und wie es uns so geht! Also wirklich, AMPO geht doch mit der Zeit, nicht wahr?

Auf unserer Farm wurden die fertig ausgebildeten Jungbauern in ihre Dörfer entlassen und 80 neue Jungen traten an. Dort waren die Direktoren und ich heute morgen, um sie bei uns willkommen zu heißen. Unser Hengst wurde uns einen Kilometer entgegen geritten, dies ist hier so üblich zur Begrüßung eines hohen Gastes. Er galoppiert dann voraus um den Weg zu weisen. Die gesamte Einfahrt entlang standen – sichtlich stolz – alle Jungen in ihren neuen Arbeitsklamotten, Latzhosen und Gummistiefeln, einige mit ihren großen Arbeitshandschuhen und trommelten und klatschten. In Gruppen stellten sie sich vor und ich hielt eine zündende Rede.

Unser Erfolg ist gut ersichtlich: Von den 160 Jungen, die bislang in ihre Dörfer als ökologisch geschulte Jungbauern zurückgekehrt sind, ist kein einziger Straßenjunge geworden, alle sind dort, wo sie hingehören: in ihrer Familie. Dort machen sie den anderen vor, wie man ohne teuren Kunstdünger und ohne Insektizide zu guten Ergebnissen kommt und vielen Nachbarn leuchtet es ein. Ihre Böden sind durch extensiven Gebrauch derselben nämlich müde geworden und sie fragen sich, warum. Viele versuchen es nun wieder mit den althergebrachten Methoden, plus der Anregungen der jungen AMPO-Bauern – sie arbeiten bereits mit den neuen Erkenntnissen der tropischen Landwirtschaft. Dies war zu Beginn meine eigentliche Idee der Landwirtschaftsschule. Nur durch die große Unterstützung der Dr.-Elvire-Engel- Stiftung aus Luxemburg läuft alles, denn die Farm Tondtenga ist ein kostenintensives Projekt.

Katrin Rohde beim Optiker

Katrin Rohde beim Optiker

ähnlich, aber ein viertel so groß, soll nun eine neue Einrichtung entstehen. Eigentlich wollte ich ja nichts neues mehr bauen, aber nun wurde uns in Anerkennung der guten AMPO-Taten zur Fluthilfe ein Grundstück am Rande der Stadt vom Staat geschenkt. Nach langem Nachdenken soll dort eine kleine ökologische Farm für 25 Mädchen entstehen, ausschließlich für Gemüsegärten und Hühner- und Kaninchenzucht. Dort sollen auch fünf alte familienlose Frauen wohnen. Diese können gut mitgärtnern und Rat geben, gleichzeitig können sich die jungen Mädchen um die Alten kümmern. So ist die Idee.

Als erstes wollen wir eine große Mauer drumherum bauen. Diese kostet pro Meter 80 Euro. Sollten Sie dafür einen Spender finden: dieser darf sich seinen Meter Mauerfarbe aussuchen und sein Name wird in den Zement geritzt. Ist das nicht auch ein prima Geburtstagsgeschenk für Ihre beste Freundin? Foto folgt dann – aber erst wenn wir genug gesammelt haben, also vermutlich zum Beginn des nächsten Jahres, sage ich mal so …

Nach fünf erfrischenden Wochen in Deutschland kehrte ich Anfang Juni nach Ouagadougou zurück und war mal wieder gerade richtig zu Beginn der Regenzeit angekommen. Meine Reise verlief diesmal sehr gut, ohne Schmerzen in den operierten Knien (fünf Wochen mit Koffer in der Hand!) und mit gut besuchten Vorträgen. Allen Helfern großen Dank, vor allem Gerolf Wolpmann (Bremer überseemuseum) und der begeisternden Frau Elfriede Orda, die uns alle mit ihrem Charme hinriss: Sie organisierte einen höchst erfolgreichen Galaabend im Münchener Völkerkundemuseum. Sie sehen: ich werde langsam so alt, dass man mich in Museen ausstellt …

Ich ging sehr gestärkt aus unserer Hauptversammlung auf die Reise gegangen, denn 40 Vereinsmitglieder waren sich einig: AMPO ist auf dem richtigen Weg. Buchhaltung und Zahlen stimmen laut eingereistem deutschen Wirtschaftsprüfer, die Krankenstation arbeitet korrekt, hygienisch einwandfrei und den so bedürftigen Patienten zugetan. Gerade ist mein Buch in einem neuen Verlag erschienen, hier ein großer Dank an Gaby von Malottki, die den Großteil dieser Arbeit auf sich nahm. Ein Zusatzkapitel ist drin und einige neuere Fotos. Nun soll es auf spanisch sogar als e-book erscheinen, na, wie ich schon sagte, AMPO geht mit der Zeit …!

Wir haben neue Flyer, eine neue Informationsmappe, eine verbesserte Website, alle Mitglieder und Spender sind motiviert. Ganz besonders danke ich hier unseren aktiven Vorständen von Verein und Stiftung, die sich viele gute Gedanken machen und ihre Arbeit in das Erstellen neuer Statuten und das allgemeine Fortkommen aller unserer Projekte stecken. Trotz Weltfinanzkrise soll es bei uns in Afrika weitergehen und ich danke Ihnen allen wie immer für Ihr Vertrauen in unser AMPO hier in Ouagadougou. Nach wie vor stehen die Waisenkinder, die verlassenen, misshandelten und gefundenen Kinder an erster Stelle jeglicher Hilfe, die wir geben können.

Ich weiß, dass Sie fest zu uns stehen, liebe Freunde, unser Kreis vergrößert sich und auch Sie sprechen gut über uns zu anderen. Dies merken wir an unseren vielen neueren Spendern. Seien Sie innig bedankt dafür! Nach wie vor brauchen wir möglichst viel Hilfe in aller Form. Es kommen vor allem so viele Kinder mit ernsten Problemen zu uns.

AMPO zu helfen ist durchaus und im besten Sinne ansteckend! Wir alle wünschen Ihnen in Europa einen fröhlichen Sommer, eine vergnügte Aus-Zeit mit der Familie, damit Sie erholt und heiter wieder in Ihren Alltag gehen können.

Allen Segen aus Afrika dazu sendet Ihnen
Ihre Katrin Rohde

Liebe Paten!
Bitte denken Sie schon jetzt an die Weihnachtspäckchen. Der Container geht Anfang September.

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AMPO-Rundbrief: April 2010

Liebe Freunde unserer Waisenkinder in Burkina Faso,

gerne würde ich einmal alle meine Rundbriefe an Sie zählen! Ich schrieb so drei bis vier pro Jahr seit 1998, und sicherlich gibt es bald einmal ein Jubiläum. Leider komme ich mal wieder nicht ins Internet (dort stehen sie alle auf der Website), denn unsere Stadt am Rande der Wüste hat Probleme mit der Elektrizität, mit dem Telefonnetz und mit dem Wasser. Tagelang gibt es keine Mailverbindung mit dem deutschen Verein und mit Ihnen allen. Täglich und nächtlich fällt zusätzlich jeweils für drei bis sechs Stunden der Strom aus. Dann springt er mit dreifacher Kraft an. Nach so einem Knall muss dann so mancher Kühlschrank und manche Festplatte ersetzt werden… wenn man nicht rechtzeitig die Kabel zog. So kann man natürlich nicht korrekt arbeiten, und viele Beamte ziehen einfach ihre Zeitungen heraus oder begeben sich schon vormittags in die verdiente Mittagspause. Natürlich geht das nicht bei AMPO, hier gibt es immer etwas zu tun, und wenn es das Aufräumen der vielen Magazine und Schubladen ist! Soviel zu den täglichen kleinen Sorgen – mit den Kindern hingegen haben wir zur Zeit gar keine Probleme! Die meisten lernen fleißig, Jacob und Andrea stehen im Abitur.

Ali ist seit drei Jahren draußen und beendet nun seine Hochschule als Verwaltungsspezialist auf hohem Niveau. Er kam ganz besorgt zu mir: für die Abschlussfeier braucht er einen Anzug. Dabei lebt er seit Beginn seiner Ausbildung sehr bescheiden von umgerechnet nur 15 Euro im Monat. Natürlich hat er den bekommen, samt Schuhen, Socken und Schlips! Mariam beendet ihre Buchhalterausbildung und hat erstklassige Zeugnisse. Sie findet leicht Arbeit.

Balima ist eine gute Schneiderin, frisch aus ihrem Perfektionsjahr, voller Ideen und sehr genau in ihrer Arbeit. Zukunftsfroh wird sie sich selbstständig machen und wiederum ein junges Lehrmädchen von AMPO in ihrem kleinen Schneideratelier aufnehmen – so schließen sich die Kreise. Roland hat gerade seine Auswahlprüfung bestanden und geht als Krankenpfleger in den staatlichen Dienst, so wie schon Daouda vor ihm.

Seit drei Jahren ist Daouda zweiter Mann einer einsamen staatlichen Krankenstation weit im Norden hinter Gorom-Gorom. Um zu uns zu kommen, braucht er zwei Tage, auf Kamelen und auf Pirogen über die Mare, später dann mit dem Buschtaxi über die Pisten. In so einer Krankenstation gibt es keinen Röntgenapparat, keine Laboruntersuchungen, da muss man sich selbst helfen und Blinddarmoperationen und Geburten bei Petroleumlampenlicht bewältigen so gut es eben geht. Dies werden später die besten Attaché de Santé, und eines Tages wird Daouda bestimmt der Leiter unserer Krankenstation werden! Die größten Probleme machen uns zwei Jungen, die beide schon draußen leben: zunächst Aziz, den ich mit sieben Jahren von der Straße holte. Leider hatte er schon zu viele Drogen genommen und trug Schäden davon. Zur Schule reicht es einfach nicht, Jahre haben wir uns bemüht, er lernt das Lesen und Schreiben nicht. Dazu ist er ein Asthmakind und kann nicht so einfach Schreiner werden. Was tun?

Auch Alain, schon vier Jahre draußen, fällt immer tiefer in seine Depressionen. Er wird aggressiv allen gegenüber, nur mir nicht. Trotzdem muss er sich draußen selbstständig erhalten können, was tun? Dies sind Fälle die oft in der Direktorenrunde diskutiert werden. Kleine Lösungen finden wir, aber auf die Dauer wird es schwer. Unser gänzlich gelähmter Adama, den ich vor Jahren im Krankenhaus fand, gehört auch dazu. Er liegt bei uns auf der Reha- Station, geduldig und bescheiden, aber seine Restfamilie besucht ihn nie. So haben wir ihn nun als Stammgast aufgenommen, wir haben keine Wahl. Der arme Junge ist ein trauriger Fall. Er lebt jedenfalls immerhin mit uns allen, und wenn er lächelt geht die Sonne auf!

Vielleicht haben Sie gehört, dass das Buch “Mama Tenga”, das ich vor Jahren schrieb, vergriffen ist? Nun habe ich mich an ein Zusatzkapitel gemacht und es wir bis zum Mai in einem anderen Verlag neu erscheinen. Bis heute gibt es kein anderes Buch mit Beschreibungen über Burkina Faso, trotz Steinmeyer und Schlingensief gibt es wenig Informationen über das wirkliche Leben der Menschen hier.

So bin ich froh, dass ich zum allgemeinen Wissen beisteuern kann, denn Burkina Faso ist es wert! Es stimmt, wir sind arm, aber wir kennen Achtung und Respekt und Höflichkeit. Oft stehen hier bescheidene Menschen beispielhaft für viele menschlichen Werte, die im eiligen Europa längst vergessen sind. Was Sie dieses Jahr als Schnee bekamen, ging ja bei uns in Ouagadougou als Jahrhundertflut im September nieder. Noch immer sind hunderte von Menschen ohne Haus, Gott sei Dank kann man bei unseren Temperaturen draußen schlafen. Unsere AMPO- Waisenhäuser waren kaum betroffen. AMPO bekam Mittel zur Soforthilfe. Zur Zeit bauen wir gerade das 58. Haus für betroffene Familien mit vielen Kindern, vornehmlich Witwen und Behinderte. Sehr glücklich bin ich über meine neue Mitarbeiterin Nicole Grimminger, die auch gleich unten zu Wort kommt. Sie ist fix, vergnügt und arbeitsam – was will ich mehr! Den gesamten Mai über reise ich durch Deutschland, vielleicht sehen wir uns irgendwö Das wäre schön! Der Reiseplan ist im Büro zu erfragen und steht auch auf unserer Homepage.

Nun wünsche ich Ihnen alsbald einen schönen Frühling, und dass der Sommer Ihren so harten Winter wieder gut mache! Gottes Segen, gute Gesundheit und viel Heiterkeit wünscht Ihnen samt allen 320 Kindern aus Ouagadougou.

Ihre
Katrin Rohde

***

Liebe AMPO-Freunde,

eigentlich hatte ich ja gedacht, ich wüsste schon einiges über Burkina Faso … immerhin bin ich doch schon drei Mal hier gewesen, hatte für die Uni Forschungsarbeit im BWL-Bereich ausgeführt und versucht, meine Landessprachkenntnisse zu erweitern.

Aus AMPO-Sicht sieht aber wieder alles ganz anders aus: hier sind es keine Zahlen, hier geht es ausschließlich um Menschen, und zwar um solche, die nicht so viel Glück haben, wie ich. Täglich gehe ich um mit Kindern ohne Eltern, mit Frauen in Notsituationen und mit Menschen ohne Hoffnung – jedoch vergesse ich das häufig, da sie fast immer lachen! Ihre Lebensfreude und Freundlichkeit ist mitreißend, egal wie bescheiden sie leben. Jeden Tag lerne ich dazu, wie ich mein Leben hier in der Hauptstadt von Burkina Faso organisieren kann. Hierbei helfen mir unter anderem die AMPO-Mitarbeiter und auch Katrin gibt mir immer wieder Tipps – manchmal ungern, weil sie es für eine Bevormundung hält. Ich nicht.

Die vielen Stromausfälle in Ouagadougou sind höchst ärgerlich! Immer, wenn der Computer – puff, ohne Vorwarnung – ausgeht, wende ich mich anderen Aufgaben zu, die auch ohne Strom erledigt werden können. Nicht nur dies ist ein großer Unterschied zu meinen bisherigen Arbeitsplätzen in Deutschland, sondern auch das Klima in meinem schönen, neugestalteten Büro auf dem Gelände des Jungenwaisenhauses unterscheidet sich gewaltig von anderen Büros, z.B. in burkinischen Ministerien. Deren Klimaanlagen sind so geregelt, dass man Angst haben muss, mit einer dicken Erkältung wieder rauszukommen. Bei AMPO gibt es keine Klimaanlagen, nur Ventilatoren – wenn Strom da ist. Und da kann ich mich nun entscheiden zwischen umher wirbelnden Papieren oder stehender Hitze – zurzeit 44°. Ist mein Ventilator ausgeschaltet und afrikanische Mitarbeiter kommen in mein Büro, stellen sie ihn höflich an, weil sie meinen, ich habe ihn vergessen – komisch! Ich bin sehr froh, dass ich bei AMPO bin und durch meine Arbeit diese gewachsene Institution in Ouagadougou unterstützen kann. So helfe ich mit, vielen Menschen in Burkina Faso eine bessere Zukunft zu ermöglichen und wer weiß, was sie daraus für sich und die Welt machen.

Als ich Katrin traf, mochte ich sie auf Anhieb, und die AMPO-Einrichtungen beeindruckten mich sofort. Da mich auch meine privaten Wege nach Burkina Faso führten, habe ich doppeltes Glück gehabt! Ich arbeite nun in einem tollen Team mit rund 80 burkinischen Mitarbeitern, die sich von Herzen für ihre AMPO-Kinder einsetzen. Eine meiner Aufgaben bei AMPO ist die Unterstützung der Patenschaften zwischen den AMPO-Kindern und ihren Paten im Ausland. Und hier habe ich auch gleich meine erste Nachricht für Sie: 15 Kinder, die seit dem Jahr 2009 in den AMPO-Waisenhäusern wohnen, Mädchen sowie Jungen, zwischen 8 und 12 Jahren, haben noch keine Paten. Alle Kinder wünschen sich einen Paten, eine Patin oder auch eine ganze Familie! Wenn Sie Interesse an einer Patenschaft haben, dann wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle in Plön. Die AMPO-Kinder freuen sich schon auf Sie! Und ich auch!

Ihre
Nicole Grimminger
Assistentin von Katrin Rohde

***

… und zum Schluss noch ein kurzer Hinweis aus der Geschäftstelle in Plön. Wie Sie sehen, haben wir unseren Flyer aktualisiert und umgestaltet – wir hoffen, er gefällt Ihnen. Er ist nun auch in den Sprachen Englisch und Französisch erhältlich. In diesem Zuge ist außerdem eine neue Infomappe entstanden, in der alle AMPO- Einrichtungen genauer vorgestellt werden. Die Flyer und die Mappen können Sie gern bei uns anfordern und an Interessierte weitergeben.

Viele Grüße aus Plön
Sabine Duwe & Ricarda Dittrich

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AMPO-Rundbrief: AMPO-Kalender 2010

Liebe AMPO-Freunde,
kennen Sie schon den neuen AMPO-Kalender?

Wie in den vergangenen Jahren haben wir auch in diesem Jahr wieder einen Jahreskalender für Sie zusammengestellt. Der neue Kalender 2010 gibt einen schönen Überblick in Bildern über die Aktivitäten in und um AMPO. Tauchen Sie ein in die Welt von AMPO. Von den fußballvernarrten Jungs über herzliche Erzieher bis hin zu den Kleinsten, die im “Gänsemarsch” über den Hof spazieren … alle sind per Foto vertreten. Machen Sie sich und Ihren Lieben eine Freude zu Weihnachten und helfen Sie damit den Kindern von AMPO!

Eine kurze Zusammenfassung der Einrichtungen von AMPO und weitere Interessante Informationen finden Sie ebenfalls im Kalender. Er kostet 9,50 Euro und ist über unsere Geschäftsstelle in Plön erhältlich.

Es grüßen Sie ganz herzlich
Sabine Duwe & Ricarda Dittrich aus der Geschäftsstelle in Plön


AMPO-Rundbrief Oktober 2009: Aktuelle Nachrichten aus Burkina Faso

Liebe AMPO-Freunde,

Tobias Sassmann und Nathalie Schroeder

Tobias Sassmann und Nathalie Schroeder

Katrin Rohde ist seit vielen Jahren zum ersten Mal in ihrem langverdienten Urlaub. Erstmalig wird sie selbst jedoch im Dezember einen Jahresbericht der afrikanischen Einrichtungen an alle Spender schicken.

Heute schreiben Ihnen Tobias Sassmann und Nathalie Schroeder. Wir haben gerade vier Wochen bei AMPO als Praktikanten gearbeitet. Nathalie kennt AMPO schon seit 1998 und ist nun das sechste Mal hier.

Während die Kinder bei ihrer Großfamilie in den Ferien waren, wurden die zwei Waisenhäuser mit großem Aufwand und von vielen fleißigen Handwerkern gründlich renoviert. So wurde z.B. der Hof bei den Jungs mit neuem Kies aufgeschüttet und die Hütten bekamen neue Strohdächer. In der Krankenstation gibt es von nun an einen größeren Wartesaal mit wunderschönen Batiken an der Wand. Die freundlich gelbe Wandfarbe und die strahlend blau gestrichenen Bänke erinnern eher an die gemütliche Wartehalle eines “kleinen Provinzbahnhofs” als an ein Krankenhaus.

Eine ganze Woche durften wir die Mädchen und die Kleinkinder aus den Häusern MIA und ALMA in ihr Ferienlager auf dem Gelände der Lehrfarm Tond Tenga begleiten. Mit vier vollgepackten Autos fuhren wir singend und trommelnd von Ouagadougou 20 km aufs Land.

Sogleich wurde eine kleine Küche eingerichtet und die Klassenzimmer als Schlafräume bezogen. Die Kinder, die sonst nur den kleinen Innenhof von MIA und ALMA gewohnt sind, machten sich sofort daran, ihr weitläufiges Spielgelände zu erkunden. Da gab es z.B. viele Ziegen, eine Herde Kühe und Pferde. Jeden Nachmittag durften die Kleinkinder und die jungen Frauen unter der Aufsicht und Führung des Pferdehüters auf den Pferden reiten – eine Riesenattraktion – und anfangs auch eine echte Mutprobe. Um 7 Uhr morgens, als die Hitze noch erträglich war, machten alle zusammen Morgensport auf dem großen Sandplatz. Danach wurde nach Herzenslust gespielt, gelesen und gemalt. In regelmäßigen Abständen gab es für die jungen Frauen unter der Leitung ihrer Erzieher Gesprächsrunden über Hygiene, Gesundheit und Kindererziehung. Abends, nach dem Gebet und dem gemeinsamen Essen, was im übrigen äußerst reichhaltig und lecker war, wurde noch bis zur Nachtruhe getrommelt, gesungen und getanzt. Im gemeinsamen Abschlussgebet der Christen und Muslime am letzten Abend dankten alle Kinder Katrin Rohde, den Erziehern und vor allem den Spendern aus Deutschland, die ihnen diese schöne Ferienwoche ermöglicht haben!

Zurück in Ouagadougou begann frühmorgens am 1. September ein außergewöhnlich heftiger Regen, der sich, je nach Landesteil, 10-12 Stunden hinzog. Um 6 Uhr stand unser Praktikantenzimmer 15 cm unter Wasser, ebenso das Büro der Direktorin von AMPO Annexe. Zusammen mit den Nachtwächtern waren wir Stunden lang damit beschäftigt, mit Eimern und Schaufeln das Wasser aus den Zimmern zu schöpfen und im Büro Akten, Fotos und Schulhefte zu bergen bzw. zum Trocknen auszubreiten. Dank der stabilen Bauweise und dem hochgelegenen Standort von AMPO haben die Grundmauern und Dächer dem sintflutartigen Regen standgehalten.

Zerstörte Behausung

Zerstörte Behausung

Viel dramatischer waren die Folgen in anderen und vor allem niedriger gelegenen Stadtteilen. Das Viertel, in dem Katrin Rohde wohnt, versank 1,50 Meter tief in schlammigen Wassermassen. Einsatzkräfte der Armee rückten mit Reitern aus, um die Menschen aus ihren zusammenbrechenden Hütten und Häusern zu retten, zumal hier kaum einer schwimmen kann. Die Menschen waren noch in den Häusern von der starken Strömung überrascht worden. Am schlimmsten hatte es die Menschen in den Randbezirken von Ouagadougou getroffen, die ihre Behausungen oftmals auf nicht ausgewiesenem Bauland und nur aus Lehmziegeln errichtet haben. Die Mauern rutschten weg, stürzten ein oder zerflossen regelrecht. Es gab hunderte von Verwundeten, vor allem Kinder wurden von herabfallenden Mauern verletzt.

Nach offiziellen Angaben starben 8 Menschen, sind knapp 25 000 Behausungen zerstört und 150 000 Menschen obdachlos geworden. Wir wissen jedoch alle, dass es sich um mindestens doppelt so viele Opfer handelt. Zehntausende Menschen wurden in Schulen untergebracht und keiner weiß, was mit ihnen geschehen soll wenn bald die Schule beginnt. Da es sich erst zum Ende der Regenzeit, also im November, wirklich lohnt, die Häuser neu aufzubauen, hat Katrin Rohde in der Personalversammlung die Herstellung von Sandsäcken initiiert, um beim nächsten schweren Regen besser vorbereitet zu sein. Bei Lehmhütten hilft das allerdings nicht!

Auch bei AMPO suchen nun viele Menschen Hilfe, was unsere finanziellen Möglichkeiten weit übersteigt. Deshalb sind wir dankbar für alle außerplanmäßigen Spenden auf das Konto von Sahel e.V. mit dem Kennwort “Hochwasserkatastrophe”.

Wir alle müssen jetzt fest zusammenhalten, damit die Menschen in Burkina Faso die restliche Regenzeit gut überstehen und ihre Häuser bald wieder aufbauen können.

Managré Nooma – Das Gute geht nicht verloren.

Herzliche Grüße aus Burkina Faso,
von Tobias und Nathalie

SAHEL e.V.
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