Archiv der Kategorie 'Rundbrief Verein'

Rundbrief von Katrin Rohde im Oktober 2007

Sanata Ilboudou in den Bergen von Innsbruck, Österreich

Der etwas andere Rundbrief aus Deutschland, im Oktober 2007

Ein Vierteljahr in Europa, ohne die Kinder und ohne die so oft unerträgliche afrikanische Sonne, wie halte ich das denn nur aus? Diesmal kann ich nur aus zweiter Hand aus Afrika berichten, denn ich selbst bin schon lange in Europa und erhole mich von Malaria und Lungenentzündung, die mich leider gleichzeitig erwischten. So wurde ich ausgeflogen und lag dann in einem deutschen Krankenhaus. Ich danke an dieser Stelle für alle Besuche, Blumen, Geschenke und gute Wünsche!

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Rundbrief Juli 2007

Liebe Freunde der Waisenkinder in Ouagadougou,
inzwischen sind Sie uns allen eine liebe Familie geworden, jemand der beständig im Hintergrund über uns wacht. Ihr reges Interesse an unseren Kindern hier und an den Fortschritten unserer Einrichtungen erfreut unsere Herzen – und das ist manchmal sehr nötig! Dieses Jahr kam der Regen sehr spät, und immer noch ist es nicht sicher, ob es sich einregnet. Dadurch hatten wir fast vier Monate lang tägliche Temperaturen von 45° bis 47° – dies macht krank und mürbe, selbst Afrikaner halten es kaum aus. ‘Rundbrief Juli 2007′ weiterlesen


Rundbrief

Liebe AMPO – Freunde,
Abdoulaye, Boureima & Adama unsere Maman grüßt Sie herzlich – zum ersten Mal haben wir ihr das Schreiben des Rundbriefes abgenommen, aber sie hilft uns dabei!

Wir, das sind: Abdoulaye ( 22Jahre), Boureima (21Jahre) und Adama (23Jahre). Die drei Ampo – Jungen, die ein halbes Jahr in Deutschland verbracht haben.

In Deutschland haben wir in verschiedenen Einrichtungen gearbeitet. Aboulaye bei der DEKRA – Akademie, einer berufsvorbereitenden Einrichtung für schwer erziehbare Jugendliche. Boureima arbeitete mit schwer erziehbaren Kindern aus zerrütteten Familienverhältnissen in der Jugendhilfsstation. Adama betreute Behinderte im Westeifelwerk, dort machte er auch ein Praktikum in Büroorganisation. Wir sind stolz darauf, dass unsere Arbeit in den Abschlusszeugnissen sehr anerkannt wurde und die Jugendlichen und Mitarbeiter in den Einrichtungen so wie wir traurig waren, als die gemeinsame Zeit zu Ende ging.

Wir wohnten bei unseren alten AMPO – Freunden Claudia und Jens in einer kleinen Stadt in der Eifel. Alles durften wir kennen lernen: Schnee, einen Zoo, echte deutsche Weihnachten, das erste Mal sahen wir Berge in unserem Leben, sogar Eislaufen stand auf dem Programm! Wir lernten schwimmen (sehr außergewöhnlich für uns, denn in unserem Heimatland gibt es kaum Wasser!), fuhren im Kanu auf der Mosel und segelten auf dem Plöner See. Im Fußballclub und bei den Pfadfindern unserer kleinen Stadt waren wir wie zu Hause.

Mit Claudia und Jens waren wir, zusammen mit Herrn Steinbrink als Vorsitzender vom Sahel e.V. auf einer Betriebsversammlung der Fa. Bonita am Niederrhein. Wir wurden von Herrn und Frau Biegert sehr freundlich empfangen, Herr Steinbrink dankte in einer Rede der Fa. Bonita für ihre große Hilfe, wir spielten Marionettentheater und Boureima erzählte seine Geschichte. Der Besuch war für uns sehr schön und wichtig.

Dann besuchten wir unsere Paten, AMPO – Freunde und den Sahel e.V. in Plön. Wir wohnten bei dem Ehepaar Steinbrink und verbrachten dort bei Gesprächen, Unternehmungen und Spaß schöne Tage. Zum Ende machten wir als Marionettenspieler noch ein Praktikum im berühmten Theater Krieglstein, Gerd und Ute Krieglstein sind wahre Freunde von uns geworden.

Natürlich ging vieles auch schief. Abdoulaye ließ mangels Kenntnis die Mikrowelle explodieren, Boureima zerbrach das meiste Geschirr, Adama kochte die Spaghetti zu einem korrekten Brei, wie man es in Burkina mit der Hirse macht – welcher afrikanische Junge geht jemals in die Küche? Das ist hier bei uns reine Frauensache.
Boureima verletzte sich beim Eislaufen beinahe krankenhausreif, die Kälte setzte uns allen hart zu. Schon im Oktober trugen wir Handschuhe, alle trugen immer zwei Jeans übereinander, Adama sogar drei.

Gott sei Dank waren wir zu dritt, denn manchmal hatten wir schreckliches Heimweh. Im Februar nahmen wir Abschied von allen deutschen Freunden, bei denen wir uns hier von Herzen bedanken für eine großartige Zeit mit vielen neuen Erfahrungen und Werten!
Claudia und Jens begleiteten uns bis nach Burkina Faso zurück, und am Flughafen stand Maman mit einem großen Topf Benga, das sind Schwarzaugenbohnen in Zwiebelsoße. Alle Mütter sind gleich: sie hatte genau gewusst was uns fehlte!

Nach sechsmonatiger Abwesenheit fanden wir alle unsere Brüder und Schwestern bei AMPO bei bester Gesundheit vor. Und auch unseren Familien ging es gut. So ein Glück! Wir waren überwältigt, endlich wieder afrikanische Luft zu atmen, unsere dicken Anoraks in die hinterste Ecke zu verbannen, kurze Hosen anzuziehen und nachts im Freien zu schlafen. Unsere Freunde begrüßten uns als wären wir erst gestern gegangen, es gab keinen Neid unter ihnen.

Das Direktorenteam von AMPO hieß uns willkommen. Sie hatten sich lange Zeit Gedanken gemacht und nun haben wir jeder einen Arbeitsvertrag bei uns zu Hause. Dies ist das Ziel – die ausgebildeten Jugendlichen sollen zurück in die Waisenhäuser kommen, um hier ihre Aufgaben wahrzunehmen und ihre kleinen Geschwister zu erziehen. Wir selbst wissen am besten, was einem kleinen Waisenkind fehlt, denn wir selbst waren alle einmal kleine AMPO -Kinder! Nun arbeitet Boureima als Erzieher, Adama in der Krankenstation und Abdoulaye kümmert sich um die Erzeugnisse der verschiedenen Werkstätten. Inzwischen lernen wir weiter Deutsch in Abendkursen und bereiten uns auf die Zukunft bei AMPO vor!

Als wir ankamen fanden wir unsere Mutter gerade bei den letzten Dreharbeiten für ihre neuen Filme vor. Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um ihr bei den Studioaufnahmen der Filmmusik zu helfen. Sie drehte drei Filme zum Thema Kinderarbeit und Kinderhandel in Westafrika, die nun fertig gestellt sind und in verschiedenen Ländern Westafrikas zur Aufklärung der Bevölkerung gezeigt werden sollen.

Der nächste Rundbrief kommt wieder von Maman, und sie wird von den AMPO – Kindern erzählen, bei denen zurzeit alles gut und ruhig läuft.

Herzliche Grüße aus Ouagadougou von den ersten deutsch-afrikanischen AMPO – Kindern!
Abdoulaye Boureima Adama


Rundbrief

Liebe Freunde und Pateneltern unserer AMPO- Kinder!

Basteln für WeihnachtenHier nun der traditionelle 3. Rundbrief des Jahres, der Abschlussbrief für das Jahr 2003 sozusagen.

Wir bei AMPO haben in Ihnen ja glücklicher- und dankenswerterweise besonnene und treue Spender, darüber sind wir sehr glücklich! Und Sie wissen ja bereits, dass wir gemeinsam hoffnungsfrohe und vergnügte Kinder erziehen! Mit Blick auf die Zukunft erlernen sie ihre verschiedenen Handwerke, sind (meistens!) recht gut in der Schule und bereiten sich auf ein selbstständiges Leben in der Gemeinschaft vor. Sie nehmen ihre Chance wahr.

Gerade in diesem Jahr haben wir eine wunderbare Gruppe von 9 Jungen, alle 18 Jahre alt, die nun unser Waisenhaus verlassen haben und noch ein Jahr gemeinsam draußen leben und zu Ende lernen. Sie halten zusammen, werden unregelmäßig von uns kontrolliert (bei der Arbeit oder auch mal abends bei ihnen Zuhause) und haben mich gerade zum Tee eingeladen, stolz auf ihr neues Heim…

Morgen besichtige ich ein neues Schneideratelier: 3 von den fertig ausgebildeten Schneidern aus dem Jahrgang 2000 haben sich nun gemeinsam selbstständig gemacht – außer einer einzigen Nähmaschine, die AMPO beigesteuert hat, haben sie alles selbst geschafft und eine kleine Schneiderwerkstatt gebaut; samt Türen, Dach und Fenstern, Zuschneidetisch und Hockern. Sie haben einfach ihre alten Freunde von AMPO, die als Dachdecker und Tischler arbeiten, dazu gebracht, ihnen alles zu Materialkosten herzustellen – dafür nähen sie ihnen dann anschließend mal ein Hemd! Alles haben sie heimlich gemacht und uns gestern mit der Einladung zur Eröffnung überrascht – Issaka, unser Finanzchef, und ich sind gerührt und glücklich.

Bei den Mädchen läuft es zur Zeit nicht ganz so gut. Im letzten Jahr nahmen wir 2 Mädchen auf, die schon einschlägige Erfahrungen mit Jungen hatten. Leider wollten sie nicht dazulernen. Nun sind wir gezwungen, sie in ihre Großfamilien auf ihre jeweiligen Dörfer zurückzubringen, bevor unsere anderen 44 Mädchen zuviel bei ihnen abgucken…..es ist immer wieder sehr traurig, aber man kann eben nicht allen helfen, das ist leider so. Unsere Entscheidungen im Direktorengremium gehen immer zu Gunsten der Allgemeinheit. Von den übrigen Mädchen sind jedoch einige sehr gut in der Schule, wir suchen schon jetzt Förderer für ihr Studium…

Im Moment halten sich unsere berühmten 3 Marionettenjungen in Deutschland auf. In der Eifel sind sie Praktikanten in verschiedenen Einrichtungen, damit sie nach 6 Monaten bei AMPO selbst als Erzieher anfangen können. Danken möchte ich an dieser Stelle Claudia Simonis und Jens Blech, die die Jungen bei sich aufgenommen haben und sich großartig um sie kümmern! Alle 3 sprechen inzwischen recht gut Deutsch, vielleicht sind sie es, die in den nächsten Rundbriefen berichten werden….?

Das neue Mädchenhaus MIA ist nun bereits 3 Monate im Dienst und voll belegt! Schon 2 Tage nach der Eröffnung wurde das erste Kind geboren, es bekam den Namen Lucas, das zweite heißt (klar!) Claudia ! Inzwischen ist eine Mutter an Aids gestorben und zwei Babies. Freude und Schmerz liegen hier leider sehr eng beieinander. Aber sie sind gut gestorben, unter unserer Obhut, nicht allein gelassen von der Familie und nicht auf der Straße. Der Projektleiter Nana Souley sorgt rührend für seine Mädchen und ist ständig unterwegs zu Heilbehandlungen jeglicher Art mit ihnen. Es sind Millionen an Geldern in dieses Land geflossen zur Aidshilfe, trotzdem gibt es nun praktisch keine Medikamente zur Behandlung mehr, trotz aller Zusicherungen. Alle fragen sich wo dieses Geld geblieben ist? Wir bei AMPO nutzen neben der modernen Medizin auch die traditionellen Heilmethoden. Das hat oft lange und anstrengende Reisen in die Dörfer der Umgebung zur Folge, aber die Ergebnisse sprechen für sich und lassen die Strapazen schnell vergessen. Inzwischen werden diese Heilmethoden auch als Geheimtipps in Amerika und Europa gehandelt.

11 neue Jungen und 3 neue Mädchen haben Anfang August ihr AMPO – Leben aufgenommen. Sie sind zwischen 9 und 14 Jahren alt, die meisten sind noch unterernährt und krank, aber das gibt sich bald. Für einige von ihnen werden noch Paten gesucht – wissen Sie vielleicht jemanden? Es wäre schön, wenn die Paten ab und an einmal schreiben würden, egal in welcher Sprache, denn für die Kinder ist es sehr wichtig einen Freund weit fort zu haben, der etwas von ihnen weiß, dem sie selbst schreiben können.

Nun Neues aus der deutschen Geschäftsstelle.
Es wird – nach so vielen Anfragen von Ihnen – einen AMPO – Kalender 2004 geben, gestaltet von Tom Blöcker, mit Fotos der Kinder und dem Alltag bei uns zum Thema: Essen in Burkina Faso! Also rufen Sie bald an und reservieren Sie sich ihre Exemplare (zum Verschenken prima geeignet), denn die Auflage wird nicht sehr hoch sein. In der Geschäftsstelle des Sahel e.V. werden Ihre Bestellungen gern entgegen genommen. Ich selbst mache mich nächste Woche auf die Reise, 6 Wochen Europa von Amsterdam über Brüssel nach München, Köln und Hamburg – der Terminkalender ist eng! Hoffentlich ist die Bahn pünktlich….aber klappern gehört nun mal zum Handwerk, die Kinder müssen essen und lernen. Ihre Matten, Decken, Eimer, Besen, Hefte, Bücher, Stifte , Socken und Seife wollen bezahlt sein, ganz abgesehen von ihren Lehrern, Erziehern, Direktoren, Nachtwächtern, Ärzten und so weiter – den größten Teil unseres Budgets verdanken wir Ihnen, lieber Leser! Und trotzdem, es ist immer wieder nicht genug für alle Hilfebedürftigen, denn natürlich haben wir schon wieder neue Ideen um anderen zu helfen – aber das ist noch ein Geheimnis, davon erzähle ich das nächste Mal!

Aus einer prächtigen Regenzeit, Gott sei Dank mit einer guten Hirseernte und viel frischem Gemüse aus unserem Farmgarten, wünschen alle AMPO – Kinder, das Personal und ich Ihnen einen guten Herbst und auch bereits jetzt eine fröhliche und friedliche Weihnachtszeit, ob mit Familie oder Freunden, auf jeden Fall bei bester Gesundheit!

Herzliche Grüße Ihre Katrin Rohde.


Rundbrief

Liebe Freunde aller AMPO – Kinder, darf ich Ihnen mitteilen, dass Sie seit kurzem nicht mehr 135 sondern nun 150 Kinder unter Ihrer Obhut haben?

Am letzten Samstag konnte AMPO unter Mithilfe vieler geladener Gäste, Presse, Funk und Fernsehen das neue Projekt “Mädchenhaus Mia” einweihen. Wie die Beratungsstelle P.P.Fille wird auch das neue “Haus Mia” von einem Team aus Soziologen und Sozialarbeitern geleitet. Dort wohnen nun 15 junge Mädchen, sie sind meist minderjährig, schwanger und von der Familie verlassen. Für Niederkunft und Ausbildung wird gesorgt, es gibt eine kleine Schneiderei und eine Töpferei. Einige dieser Mädchen sind HIV positiv und es ist unser größtes Anliegen, der Bevölkerung aufzuzeigen, dass es möglich ist, gemeinsam mit gesunden Müttern auf einem Hof zu leben und zu arbeiten. Gerade darum sind wir dankbar für den großen Widerhall in der hiesigen Presse. Hier sollen unter anderem ab Herbst auch 100 Schülerinnen aus Gymnasien geschult werden, um ihr Wissen im Unterricht weiterzugeben. Bereits lange vor der Eröffnung wurden wir von staatlicher burkinischer Seite und von deutschen Experten vor Ort sehr zu unserem Vorhaben ermutigt.

Besonders stolz bin ich diesmal auf den Bau und die Konstruktion: außer den Maurerarbeiten wurde praktisch alles von unseren eigenen Werkstätten hergestellt. Tore, Türen, Regenrinnen und Fenster kamen aus Issakas Straßenjungenprojekt, der Schweißerei. Moskitotüren und Möbel machten unsere Tischlerjungs, die Dachdecker erledigten fachgerecht ihre Arbeit. Alain fiel dabei vom Dach, tat sich aber weiter nichts, Madi haute sich seinen Daumen platt. Die Schneiderinnen nähten Gardinen und Kissen aus gespendeten bunten Stoffen aus unserem Container – es war eine reine Freude, alle arbeiteten mit viel Spaß Hand in Hand. Nun strahlen die Häuser in den Farben Erdbeer- und Vanilleeis! Dies war unsere erste ganz eigene Baustelle. Ich selbst war verreist, und als ich wiederkam stand alles fertig da, Bauaufsicht: Issaka Karkougou, samt aller komplizierten Abrechnungen (auch wieder mit Hilfe unserer jungen Buchhalter in spe!). Ja, AMPO bleibt ein Wunder.

Neun von unseren großen Jungen bereiten sich auf ihren Abschluss im August vor. Mit ihren 18 oder 19 Jahren immer noch in der Pubertät, schwanken alle zwischen Selbstüberschätzung, Freiheitsdrang und Minderwertigkeitsgefühlen. Immerhin geben sie ihre Furcht zu, sind aber auch sehr gespannt auf das Leben in Freiheit. Nun heißt es: selber kochen, und abends stecken sie die Köpfe mit unseren großen Mädchen für die letzten heißen Tips zusammen! Neun neue kleine Jungen und drei Mädchen kommen ab September zu uns, die schwierige Auswahl haben wir gerade im Team getroffen – ich freue mich unbändig auf sie. Zur Zeit ist AMPO ein Ort der reinen Freude. Fast alle Jungen konnten durch viele Nachhilfestunden – dabei danke ich besonders allen Praktikanten und freiwilligen Helfern – ihre Schulleistungen verbessern. Die Mädchen sind ohnehin im Schnitt in der Schule gut.

Die Ferien haben begonnen, sie stehen diesmal unter dem Motto Musik. In einer denkwürdigen Aktion wurden in Deutschland Instrumente gespendet und gesammelt. Issouf rollert im Refektorium auf seinen Rollschuhen und übt gleichzeitig Flöte, den kleinen Dauda treffe ich mit seiner Geige unter einem Baum, er selbst lächelt über die schrägen Töne…unser Zivi Andreas ist sein Lehrer. Eugenie und Esther können schon einen richtigen Blues auf der Gitarre spielen! Petit Papa bekommt Unterricht auf dem Saxophon: schon jetzt steht fest, er wird der König aller Tanzbars der Hauptstadt, wenn nicht sogar international berühmt! Die Mädchen üben das Singen im Chor – was daraus wohl noch einmal entstehen wird? Ich bin sehr gespannt. Der Regen hat begonnen und zweimal wöchentlich fahren alle Jungen auf die Farm und bestellen die Felder, diesmal gibt es einen Wettkampf zwischen den einzelnen Hütten: wer zieht die höchste Hirse?

Das alles hört sich an wie ein kleines Paradies, und so ist es auch! Bei AMPO ist die Welt in Ordnung, und dies bleibt das Ziel: fröhliche Kinder! Wären da nicht die vielen Kranken und die Operationen für die Babys und die wachsende Zahl der Mütter mit Aids. Diese nehmen nun den meisten Teil meiner Zeit ein, und die Malariazeit fängt erst an. Gestern brachte uns ein Vater seinen Sohn, der sich das Bein gebrochen hatte und 2 Monate nur traditionell mit Kräutersud behandelt wurde – nun ist alles viel zu spät, morgen früh werden wir wissen ob amputiert werden muss. So geht es täglich, viele Menschen und vor allem Kinder sterben, weil kein Geld für Medikamente vorhanden ist. Sehr oft geht es um Tod oder Leben bei uns hier, Entscheidungen müssen getroffen werden, denn wir können nicht allen helfen. Ich werde mich niemals daran gewöhnen. Ich danke Ihnen allen, jedem Spender einzeln, für Ihre Mithilfe in jedem einzelnen Fall!

Der Verein trägt sich mit dem Gedanken, die Basis in Deutschland zu erweitern. Einige der Praktikanten, die längere Zeit in unseren Waisenhäusern verbracht haben, möchten gerne eigenständig Vorträge über unsere Arbeit in Westafrika an Schulen, in Rotary- und Lyonsclubs und Frauenvereinen halten. Ich freue mich sehr darüber, zeigt dies doch auf, dass gerade junge Menschen Herz und Tatkraft besitzen! Ab Herbst wird es also für Sie möglich sein, Vorträge in Berlin, Köln, München etc. in der Geschäftsstelle zu erfragen. Für mich selbst ist dies eine große Erleichterung, denn die Anfragen steigen stetig und ich fühle mich oft sehr zerrissen.

Nach 14 Jahren verbrachte ich nun meinen ersten Urlaub, endlich einmal ausspannen! Da ich mich aber immer so wenig bändigen kann (mail und Telefon sind überall in Reichweite…) musste ich mir etwas einfallen lassen – ich fuhr zurück nach Afrika auf einem riesigen Containerschiff. 20 Tage Meer, Sterne, Delphine, Bücher und Schlaf, noch nie in meinem Leben war ich so erholt wie heute. Alles bei AMPO lief prächtig ohne mich – Afrika den Afrikanern – nur ein bisschen finanzielle Unterstützung ist nötig….

Und für diese Unterstützung danke ich Ihnen herzlich und grüße Sie mit den besten Wünschen
Ihre Katrin Rohde, Ouagadougou