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„Der Prozess des Fotografierens in Afrika war für mich eine persönliche Annäherung an die Menschen einer anderen Kultur – eine Möglichkeit der gegenseitigen Kontaktaufnahme mit Hilfe des Mediums der Fotografie. Gemäß dem Projekttitel „Ich sehe was, was Du nicht siehst!“ ging es in diesem Fotoworkshop um das Betrachten – den Blick auf das Fremde, den individuellen Blick auf das Bekannte und auch um das individuelle Selbstbild.
Afrikanischen Jugendlichen wird durch die Ausstellung ermöglicht, einer anderen Kultur zu zeigen, wie sie ihre eigene vertraute Umgebung sehen. Andererseits konnte auch ich als europäische Fotografin Menschen einer fremden Kultur zeigen, wie ich ihre Welt sehe. Ein wichtiger Aspekt bei dem diesem Projekt ist: Die Kinder fotografierten mich und ich sie. So tauschten wir ständig die Rollen: der Fotograf wurde portraitiert und umgekehrt. Wir haben uns buchstäblich „ein Bild voneinander“
gemacht.
Während des Fotografie-Projekts im Waisenheim AMPO /ANNEXE sind auch
die Nachbarkinder auf der Straße, die nicht am Workshop teilgenommen haben, auf das Fotografieren aufmerksam geworden. Wenn ich nach dem Kurs mit der Kamera über die Strasse ging, kamen sie voller Neugier auf mich zu und wollten gerne, dass
ich sie fotografiere „Madame la Photographe, fais un pose!“ – Mache eine Pose von mir! Es schien wie ein aufregendes Spiel für sie, fotografiert zu werden. Das Wichtigste danach war: Sie wollten das Ergebnis sofort auf dem Display betrachten. Jeder von uns kennt die Neugier, das soeben entstandene Bild von sich betrachten zu wollen. Bei den Kindern, die zum Teil das erste Mal Kontakt zu diesem Medium hatten, löste es große Begeisterung und Faszination aus. Aber ich meinte auch Skepsis in einigen Gesichtern der portraitierten Kinder ablesen zu können. Was sie genau in diesen Momenten gedacht haben, bleibt rätselhaft.“



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