- Die Krankenstation – Allgemeinmedizin
- Die gynäkologische Krankenstation
- Die Zahnarztpraxis
- Die AMPO-Rehastation
- Die AMPO-Optikerstation
Die Krankenstation – Allgemeinmedizin
Die im November 1998 in Betrieb genommene Krankenstation befindet sich zusammen mit der gynäkologischen Krankenstation und der Zahnarztpraxis in einem Gebäude auf dem Gelände des AMPO-Mädchen-Waisenhauses ‘Annexe’.
Die Krankenstation ist öffentlich und behandelt Kinder in Not, deren Familien keine finanziellen Mittel haben, ärztliche Behandlung zu gewährleisten. Herr Dr. Denis Yamedogo, ein afrikanischer Arzt, leitet die Station. Zu seinem Team von acht Mitarbeitern gehören auch ehemalige AMPO-Kinder, die nach erfolgreichem Abschluss als KrankenpflegerInnen und ArzthelferInnen hier ihre Praktika ausüben. Das Gebäude verfügt über drei Behandlungszimmer und ein Labor, dazu kommen jeweils ein Raum für die gynäkologische Beratung und die Zahnarztpraxis. Die Patienten warten mit ihren Müttern im Flur und auf der Terasse, bei hohem Andrang sogar auf der Strasse vor der Krankenstation. Zur Zeit werden inkl. der AMPO-internen Krankheitsfälle monatlich ca. 2000 Patienten behandelt. Die Behandlungen sind fast umsonst, es wird ein Betrag von 0,15 € pro Behandlung eingefordert, der symbolisch zu verstehen ist. Medikamente werden frei abgegeben, sie kommen als Sachspenden aus Europa, nur ein Mindestbestand wird bei Action Medior bestellt, was durch den Fond des Sahel e.V. finanziert wird. Der Betrieb und die Personalkosten der Krankenstation werden von der Bonita-Stiftung finanziert.
Die gynäkologische Krankenstation
Die im Juni 2000 eröffnete gynäkologische Krankenstation ist öffentlich und behandelt außer den Mädchen des Waisenhauses mittellose Mädchen und junge Frauen aus der Umgebung sowie Patientinnen, die von dem Beratungszentrum P.P. Fille vermittelt werden. Die Kosten für Behandlung und Medikamente sind gering und der Notlage der Patienten angepasst. Die Kosten des Betriebs werden durch den Monatsetet der Krankenstation mitgedeckt, somit ist auch diese Einrichtung von der Bonita-Stiftung finanziert.
Die Zahnarztpraxis
Ausgestattet mit einem Tropen-tauglichem Behandlungsstuhl, der bei Stromausfall noch ein paar Minuten weiterläuft, ist diese Praxis der letzte Zugang des Krankenstationenkomplexes. Hier werden vier mal in der Woche Patienten für geringes Geld behandelt, AMPO-Kinder natürlich umsonst. Die Praxis wurde 2005 eröffnet und wird durch den Salzburger Zahnarzt Wolfgang Vorauer und den Fond des Sahel e.V. finanziert.

Dr. Voraurer mit Sanata aus dem 'Haus Mia', die als fertig ausgebildete Zahnarzthelferin sogar ein Praktikum in Salzburg ausüben durfte.
Die AMPO-Rehastation
Kinder mit starken Verbrennungen haben es in Burkina Faso sehr schwer, denn es gibt hier kaum Hautübertragungen. Alle zwei Tage werden die oft großflächigen Verbrennungen der Kinder unter Vollnarkose verbunden, die Haut wächst schwartenähnlich nach und die Kinder bleiben Zeit ihres Lebens gelähmt oder behindert.
Familie Luetz handelte kurzerhand und spendete den Grundstückskauf, den Bau und den Betrieb einer Rehastation auf einem Gelände direkt gegenüber der Krankenstation von AMPO.
In einem abgeschlossenen, separaten Bereich haben wir dort Schlafplätze für bis zu 6 kleine Reha-Patienten. Drei Monate lang werden die Kinder stationär aufgenommen und rundum versorgt. Unser Krankengymnast Roque arbeitet täglich sehr liebevoll mit ihnen.
In allen Fällen sind es geschwächte und sehr kranke Kinder aus sozial schwachen Familien, die dringend einer intensiven und qualitativ hochwertigen Betreuung bedürfen um wieder zu Kräften zu kommen. Unsere kleinen Patienten brauchen viel Zuwendung, professionelle Behandlung und eine vollwertige Ernährung. Das alles ist teuer und hier für fast niemanden zu bezahlen, denn Krankenversicherungen gibt es nicht, das Sozialamt zahlt auch nicht.
Unsere Mitarbeiter in der Rehastation sehen oft die schlimmsten und tragischsten Fälle. Zugleich haben sie auch die einmalige Chance alltägliche kleine Wunder zu erleben und daran mitzuhelfen. Hier sei als Beispiel nur der Fall des kleinen Mohamed erzählt: Nach seiner Knochentuberkulose war er enorm schwach und krank. Er kam zu uns und wurde drei Monate lang in unserer Reha-Station aufgepäppelt. Täglich wurde mit ihm geredet, gespielt und gearbeitet, er bekam Gemüse, Fleisch, Eier und Obst (welche Seltenheit)! Nun kann er alleine aufstehen und hinter seinem Vater auf dem Moped fahren und sich selbst festhalten! Er wird wieder zur Schule gehen können. Ja, es gibt Wunder.
Abgesehen von den stationären kleinen Patienten können sich auch externe Patienten von unserem Physiotherapeuten behandeln lassen. Dies kostet für Kinder 500 FCFA (0,76 €) und für Erwachsene 1000 FCFA (1,53 €). Mit dem Erfolg und der Zeit wird unsere Rehastation immer bekannter und die Patientenzahlen wachsen kontinuierlich!
Das gekaufte Grundstück war groß genug um noch zwei Behandlungsräume und einen großen Wartesaal einzurichten. Dort arbeitet nun der im Waisenhaus AMPO groß gewordene Adama Sebré als Chef der Verbandsstation. Nach dem Abschluss der Krankenpflegerschule und zwei Jahren Praxis ist er ein eigenverantwortlicher junger Mann geworden, pünktlich, gründlich und verlässlich! Er versorgt alles, von Furunkeln zu Verbrennungen, von Schlangenbissen bis zu Ekzemen, von Unfallfolgen zu Vereiterungen. In Afrika heilen offene Wunden langsam, denn eigentlich bräuchten sie Luft, aber wegen der vielen Fliegen geht das nicht. Schließt man sie aber ganz werden vor allem in der Regenzeit aus einfachen Verletzungen gleich tiefe Tropengeschwüre. Aus Adama ist praktisch ein richtiger altmodischer „Feldscher“ geworden, er fürchtet sich vor nichts , und seine vielen Patienten zählen auf ihn.
Im zweiten Raum richten wir demnächst eine Optikerstation ein. Die spanische Organisation „Optiker ohne Grenzen“ bot uns ihre Maschinen zur Brillenfassung und eine Ausbildung dazu an. Die Maschinen sollen im nächsten Container kommen, und dann geht’s los. Wenn wir das Anmessen dann gut können wollen wir mit unserem Behindertenmobil mitfahren auf die Dörfer, dort werden von AMPO die Rollstühle repariert. Und da gibt es bestimmt auch viele Brillen zu fabrizieren!
Die AMPO-Optikerstation
Isabel Signes von “Optiker ohne Grenzen” ist bei der Eröffnung der Optikerstation im Dezember 2009 dabei. Die neue Station wurde auf dem Gelände der Reha-Station untergebracht. Optische Maschinen und viel zusätzliches Material zur Brillenherstellung wurden als Spende aus Spanien geliefert. Zwei der AMPO-Krankenpfleger haben eine Woche lang zusammen mit anderen Optikern und Augenärzten die Technik des Brillenmachens erlernt, um den Menschen vor Ort in Ouagadougou helfen zu können. Die Station wird von nun an von einem ehemaligen AMPO-Waisenjungen, der inzwischen diplomierter Krankenpfleger ist, geleitet. Hier können sich arme Menschen ihre Brillen anpassen lassen, bzw. neuen Brillen erhalten. Dank der zahlreichen Brillen, die als Sachspenden aus Deutschland kommen, wird sich für jeden ein Modell finden lassen.






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