Tondtenga – Biologischer Farmbetrieb & Internat

Tondtenga - Biologischer Farmbetrieb & Internat

Tondtenga - Biologischer Farmbetrieb & Internat

In Balkouy ist im Jahr 2005 eine Landwirtschaftsschule mit Internat unter großer Aufmerksamkeit der örtlichen Presse und staatlicher Behörden eröffnet worden. Zu Beginn des Projektes lag Ouagadougou noch ca.15 km entfernt, heute wird die Gemeinde Balkouy schon fast von der Hauptstadt eingebürgert. Die stetige Landflucht ist für das ohnehin schon schwache Burkina Faso als katastrophal einzuschätzen. Die Landflucht endet oft im Straßengraben, denn einmal in Ouagadougou gibt es kein zurück mehr in die Heimatdörfer, eine Rückkehr ohne Reichtümer wäre eine zu große Schmach. Der Traum des Erfolgs in der Großstadt zerplatzt dort anhand der bitteren Zustände schnell.

Auch die Heimatdörfer trifft der Weggang der Jugendlichen hart, denn zur Erntezeit sind alle Hände gefragt und langfristig sinkt der ohnehin schon geringe agrikulturelle Ertrag des gesamten Landes. Diesen Missstand zu bekämpfen ist das Ziel des Farmbetriebes. Es werden zwei Jahre lang Methoden zur Verbesserung des agrikulturellen Ertrages sowie professionelle Viehzucht beigebracht, zwei weitere Jahre werden die Arbeitsgruppen vor Ort in ihren Dörfern bei der Anwendung der erlernten Methoden unterstützt. Das Ziel ist es, die Erträge der landwirtschaftlichen Arbeit langfristig zu vermehren und somit eine Abwanderung der Jugend in die Städte zu vermeiden.

Die Arbeitsgruppen werden unter Absprache mit den jeweiligen Eltern sowie der Dorfältesten in Gemeinden außerhalb der Hauptstadt rekrutiert. Zur Zeit werden intern acht Gruppen aus vier Gemeinden mit jeweils zehn Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren betreut. Die extern auf ihren Dörfern betreuten Gruppen zählen zusammen 100 Jugendliche. Die Erfahrung mit dieser größeren ersten Gruppe haben gezeigt, das eine Verkleinerung auf 80 Jugendliche Sinn macht.

Das Farmgelände misst sieben Hektar, darauf befinden sich Obst- und Gemüsegärten, Kompostgruben und Stallungen für die insgesamt 263 zu betreuenden Tiere, zu denen 35 Schweine, 28 Ziegen, 28 Schafe, 42 Kaninchen, 32 Enten, 39 Truthähne, 50 Hühner, sowie 9 Rinder zählen.

Für die Jugendlichen gibt es acht Schlafhütten und einen Aufenthaltshangar, hinzu kommt ein Gebäudekomplex in dem sich die Schule und die Büros der Administration befinden. Auch gibt es jeweils ein Gebäude für die Erzieher, den Tierarzt, die Wächterfamilie (inkl.Geräteschuppen) und die Küche.

Das auf der Farm im hohen Maße benötigte Wasser wird mit Hilfe eines von einem Generator betriebenen Pump-Systems aus einem Brunnen in große überirdische Reservoirs gepumpt. Der geschickte Einsatz von Bewässerungssystemen ist ein wichtiger Punkt bei der Erziehung der Jugendlichen.

Der Besuch der Schule ist in zwei Hauptfächer unterteilt, zum einen wird auch hier ein Mindestbildungsstand im Bereich Alphabetisierung und Algebra etabliert, zum anderen gibt es hier theoretische Ausbildung in den Bereichen Gemüseanbau, Tierzucht und Ackerbau.

Jede Arbeitsgruppe hat eine eigene Anbaufläche zu bewirtschaften, das schürt den Wettbewerb unter den verschiedenen Gruppen, was nach Etablierung dieser Arbeitsweise zu weitaus besseren Ergebnissen führte, als die vorher angewandte Methode, wobei alle zusammen große Felder bewirtschafteten.

Auch hat jeder Jugendliche eine eigene Pflanze zu betreuen, was das Verantwortungsbewußtsein stärkt. Seit dieser sehr erfolgreichen Maßnahme stehen einige Jungs sogar vor dem ohnehin sehr frühen Sonnenaufgang auf, um ihre Pflanze zu hegen.

Des weiteren wird gemeinsam vom Regen bewässerte Landwirtschaft betrieben (Mais, Hirse & Kuhbohnen), es werden Obstplantagen wiederaufgeforstet und die Fermentierung in Kompostgruben gelernt, wobei letzteres durch die klimatischen Bedingungen in Burkina Faso eine hohe Kunst ist.

Das Projekt ‘Tondtenga’ wird von Samuel Ilboudou geleitet, dazu kommen weitere 15 Angestellte, darunter Erzieher, Lehrer, Veterinär, Wächter und Köchinnen.

Der Grundstückserwerb, der Bau der Einrichtungen, der Betrieb und die Gehälter sind finanziert durch die ‘Foundation Dr. Elvire Engel’ aus Luxemburg (www.fondationdrengel.lu). Zudem engagieren sich kanadische und dänische Rotary-Clubs für ‘Tond Tenga’ und helfen regelmäßig mit zweckgebundenen Spenden.

Tondtenga - Anbaufläche

Tondtenga - Anbaufläche