P.P.Filles – Beratungshaus für Frauen

P.P.Filles – Beratungshaus für Frauen

P.P.Filles – Beratungshaus für Frauen

In dieser Einrichtung ist Männern der Zutritt verboten. Hier werden Mädchen und Frauen in Fragen der Familienplanung, sexuellen Aufklärung, Beschneidung und bei Aids-Problemen beraten, auch werden mit Hilfe von Aufklärungsfilmen Vorträge zur Sensibilisierung in der Einrichtung und in verschiedenen Vororten und Schulen Ouagadougous gehalten. Hierbei fallen immer wieder sozial benachteiligte Frauen auf, denen durch Einzelberatung oder auch die Teilnahme an Arbeitsgruppen geholfen werden kann. Oft sind die Frauen HIV-Positiv und wurden verstossen und verlassen.

Hedwige Ouedraogo, die Leiterin, sowie eine Psychologin und eine Sozialarbeiterin kümmern sich um die Probleme der Frauen und machen dabei auch Familienbesuche. Einige der späteren ‘Haus Mia’- und ‘Haus Alma’-Mädchen wurden diesem Team zuerst auffällig. Im Jahr 2008 konnte dieses Team 2500 Einzelberatungen, 245 Gesprächsrunden und 400 Hausund Arbeitsplatzbesuche durchführen.

Das Projekt wurde am 03.03.99 eröffnet und ist seither zweimal umgezogen, was dem Bekanntheitsgrad aber nur zuträglich war. Jetzt befindet es sich in der Nähe der beiden Waisenhäuser und der Einrichtungen ‘AMPO Mia’ und ‘AMPO-Alma’ und nutzt dort das ehemalige Grundstück der Seifenmacherei, die verkleinert auf das Gelände des AMPO-Waisenhauses für Jungen umgezogen ist. Auf einem schön hergerrichteten Terrain gibt es zwei kleine Büros und Toiletten, die restlichen qm werden von einem großen Hangar eingenommen. Dort finden die Vorträge und Einzelberatungen statt, sowie die Filmvorführungen, die mit Hilfe eines modernen Projektors und einer Leinwand gemacht werden. Der Projektor kann nach Bedarf auch mit einem Generator angetrieben werden, was für Vorführungen in den Außenvierteln genutzt wird. Dieses Equipment stammt noch aus der Zeit, als ‘P.P.Filles’ noch die Aktionen des ‘Cinemobil’ lenkte, hierbei wurden mit Sozialarbeitern Dörfer in ganz Burkina Faso besucht und dort Sexualaufklärung vermittelt. Dieses Projekt wurde nach erfolgreicher Laufzeit eingestellt, da es im positiven Sinne viele Nachahmer anderer Hilfsorganisationen gab. Das Auto von ‘Cinemobil’ dient heute der mobilen Rollstuhlwerkstatt von Edouard Norgho. Bei den externen Filmvorführungen dürfen auch Männern zuschauen. 2008 konnten den 25 Vorführungen in Ouagadougou inkl. der anschliessenden Diskussionen 3295 Personen beiwohnen, darunter 1393 Männer.

P.P.Filles-Arbeitsgruppe

P.P.Filles-Arbeitsgruppe

Seit 2008 werden mit Hilfe von Mikrokrediten Frauen unterstützt, die sich bei ‘P.P.Filles’ zu Arbeitsgruppen zusammengeschlossen haben. Insgesamt 15 Frauen in schwierigen Lebenssituationen organisieren sich in zwei Gruppen und erarbeiten kollektiv das zurückzuzahlende Geld. Zu den Erwerbstätigkeiten zählen die Herstellung und der Verkauf von Nahrungsmitteln, Kleidung und das Friseurhandwerk. Bei ‘P.P.Filles’ gibt es für alle Empfängerinnen der Mikrokredite Kurse für Kreditmanagment, was zu einer zufriedenstellenden Rückzahlungsquote von 98 % führt. Die Mikrokredite werden von Gerolf Wolpmann und Dr.Gitta Zimmermann finanziert.

Weiterhin vergab ‘P.P.Filles’ im Jahr 2008 an 325 Personen Sozialhilfe in Form von Einzelauszahlungen. Die Notwendigkeit einer solchen Auszahlung wurde in jedem Falle durch das Personal genau überprüft. ‘P.P.Filles’ arbeitet eng mit der gynäkologischen Krankenstation und den Einrichtungen ‘AMPO-Mia’ und ‘AMPO-Alma’ zusammen.

Das Team von ‘P.P.Filles’ wird durch eine Bürokraft und einen Wächter auf fünf Personen verstärkt, der Etat des Projektes wird aus dem Fond allgemeiner Spenden des Sahel e.V. geschöpft.