Das AMPO-Waisenhaus für Jungen

Das AMPO-Waisenhaus für Jungen

Das AMPO-Waisenhaus für Jungen

Das AMPO-Waisenhaus für Jungen wurde als erstes Projekt von Katrin Rohde am 03.03.1996 eröffnet und befindet sich im Sektor 29 in Ougadougou. Das Gelände war zur Zeit der Übernahme eine Müllkippe und musste vor der Nutzung erst vollständig ausgegraben und neu aufgeschüttet werden. Damals war der Sektor 29 noch ein Außenviertel von Ouagadougou, heute rückt die größer werdende Innenstadt immer näher, die Landflucht hat die Bevölkerungszahl der Hauptstadt innerhalb der letzten zehn Jahre auf inoffiziell 2,5 Millionen Einwohner verdreifacht, die jährliche Zuwachsrate beträgt zur Zeit 10%.

Im AMPO-Waisenhaus für Jungen leben jederzeit ca. 50 Jungen im Alter von 6 bis 18 Jahren, alle sind entweder Halb- oder Vollwaise. Zumeist wird der Antrag auf Unterbringung von mittellosen Verwandten gestellt, manchmal aber auch stehen die Jungs einfach vor den Pforten von AMPO und fragen nach Hilfe. In jedem Falle wird die Herkunft und Bedürftigkeit der Jungen genau durch Sozialarbeiter geprüft. Die oft schwer traumatisierten Kinder werden psychologisch in Einzelsitzungen langfristig betreut. Bei AMPO herrscht Religionsfreiheit, auf dem Gelände befinden sich eine Moschee und ein geweihter Ort für die Katholiken. Der Bildungsrückstand der Neuankömmlinge wird durch eine sich auf dem Gelände des Waisenhauses befindliche Aufbau-Schule aufgefangen, die spätere Eingliederung in das reguläre Schulsystem wird vorbereitet. Beruflich ausgebildet werden Kinder, deren Alter oder auch intellektuelle Fähigkeiten den Besuch einer weiterführenden Schule verhindern. Alle anderen Kinder besuchen umliegende Schulen und erzielen zumeist hervorragende Ergebnisse.

Die Zeit bei AMPO ist durch viele soziokulturelle Aktivitäten zur Sensibilisierung und auch Lern- und Sportspiele geprägt, z.B. organisiert die englische ‘Coaching for Hope’-Gruppe regelmäßig Sitzungen zum Thema HIV/Aids-Aufklärung und verbindet diese erfolgreich mit Aktivitäten im Bereich Fußball und Kunst. Auch Schimmunterricht, eine Marionettenwerkstatt und ein eigener Garten mitsamt zu pflegender Tiere tragen zu Selbstvertrauen und eigenständigem Handeln bei. Als Fußballmannschaften sind die AMPO-Jungs besonders erfolgreich, im Jahr 2008 konnte die Mannschaft der Kleinen einen großen Wettbewerb gewinnen und als Belohnung zur Afrika-Meisterschaft in Ghana fahren.

Afrika-Meisterschaft in Ghana

Afrika-Meisterschaft in Ghana

Mit dem Erreichen der Volljährigkeit müssen die nun jungen Erwachsenen das AMPO-Gelände verlassen und Platz für Neuankömmlinge machen. Dies bedeutet aber kein Ende der Hilfeleistungen. Nun bei ihren Verwandten wohnend, werden alle mit geringem Unterhaltsgeld und einem Fahrrad ausgestattet. Der Weg in die Selbstständigkeit und die Eingliederung in das Berufsleben wird unterstützt und begleitet, Arbeitsplätze werden gesucht, Aus-und Weiterbildungen finanziert, den in der Schule Erfolgreichsten wird der Besuch einer Universität ermöglicht. Den Abgängern der AMPOLehrwerkstätten wird der eigenständige Erwerb eines Einkommens zumeist mit Sachspenden ermöglicht, z.B. bekommt jeder fertig ausgebildete Schneider eine eigene Nähmaschine.