Tag-Archiv für 'Katrin Rohde'

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Ferienkolonie 2011

Beladen der Bussen für die Abfahrt

Beladen der Bussen für die Abfahrt

Wie in jedem Jahr genießen die Kinder der verschiedenen Einrichtungen von AMPO während der großen Ferien im Juli und August eine gemeinsame Zeit auf dem Lande.

Dies ist eine herrliche Belohnung für die Kinder, die neun Monate lang hart in den Schulen und Ausbildungszentren gearbeitet haben.

Dieses Jahr hat die Ferienfreizeit vom 15.07. bis zum 30.07.2011 in Ziniare, 35 km von Ouagadougou entfernt, stattgefunden.

Alle Kinder und Jugendlichen der verschiedenen Zentren von AMPO (außer der Farm), insgesamt 180 Kinder und dazu alle ihre Erzieher, Köchinnen und medizinische Betreuer, haben dort zwei Wochen lang schöne Stunden der Entspannung verbracht, Ausflüge und Besichtigungen unternommen, sowie viel Spiel, Musik und Sport betrieben.

Fahrt nach Ziniare

Ein Fußballspiel

Schon der Abreisetag in die Ferien war erlebnisreich; früh am Morgen waren die Kinder sehr gespannt darauf und jeder bereitete seine Tasche auf die Abfahrt vor. Die drei von AMPO gemieteten Busse sind gerade angekommen, um die Kinder nach Ziniare zu fahren.

Ein heilloses Packdurcheinander beginnt, denn viel zu spät fällt Sabine ein, dass Ihre Zahnbürste noch in der Dusche liegt, Sophie hat ihre Decke vergessen, und alle bereits gewonnen Murmeln von Adama wurden gestern vom Erzieher wegen Frechheit (!) einkassiert – Drama!

Die gesamten Küchenutensilien werden auf die Pick-ups gepackt, samt aller Säcke getrockneten Gumbos und den riesigen Töpfen – leider beginnt es zu regnen und schnellstens müssen unsere Zuckersäcke gesichert werden.

Wo ist die Plane? Nun, auch das wird geregelt. Noch schnell eine zweite Plane, denn auf unserem anderen Pick-Up fahren 40 Trommeln mit, ein Geschenk unseres so verehrten Vorsitzenden Gerolf Wolpmann – es gibt einen Spezial-Trommelkurs während der Ferien. Die Kinder sind begeistert.

Alle Direktoren stehen und winken, seufzen erst erleichtert auf und gucken sich dann wortlos an:
WO sind unsere Kinder? Das gesamte AMPO-Gelände ist leer, das gefällt uns überhaupt nicht!

Schon am nächsten Tag fahren wir ihnen hinterher!

Aufenthalt und Aktivitäten im Laufe der Ferienkolonie

Eine Sitzung der Einführung in den Djembe

Die täglichen Aktivitäten waren unter anderen:

1. Sport

Fußball war der Hauptsport und wurde regelmäßig jeden Tag von den Mädchen und den Jungen, durch die von den Kindern und den Erziehern organisierten Turniere, betrieben.

2. Körperlicher Ausdruck und Tanz (Einführung in die Djembe und Tanzen)

Unsere burkinische Kultur hat sich in dieser Ferienzeit eingeladen. Die Hauptneuerung in diesem Jahr war die Einführung in den Djembe –Trommelkurs für eine Mädchen- und Jungengruppe.

3. Besichtigungen und Ausflüge

Im Laufe ihres Aufenthaltes in Ziniare haben die Kinder viele Ausflüge zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten von Weltruf gemacht.

Tierpark von Ziniare

Ein Löwe in einem Käfig vom Park von Ziniare

Ein Löwe in einem Käfig vom Park von Ziniare

Der Park liegt nur 5 km von dem Unterkunftsort der Kinder entfernt. Wir transportierten allesamt in 14 Fuhren auf den Pick-Ups dorthin! Natürlich wurde dabei kräftig gesungen.

Dies ist ein zoologischer Park mit einheimischen Tierarten wie Giraffen, Löwen, Hyänen, Antilopen, Schlangen, Nilpferden und Gazellen – was man hier an Tierarten eben so hat, die allerdings für europäische Begriffe höchst exotisch sind!

Alle Kinder waren aufgeregt und trauten den Zäunen bei den Löwen keinesfalls. Die Kleinsten mussten am Ende auf dem Rücken getragen werden, so müde waren sie. Wir sind aber allesamt heil wieder zuhause angekommen, wo es abends frischen Fisch mit Attiéké gab – eine Delikatesse für alle.

Die Granitskulpturen von Laongo

Busse mieten, Eintrittsgelder, und ein kleines Kinderfest vor Ort – all dieses wurde uns geschenkt. Familie Maier aus der Botschaft verabschiedete sich nach Chicago und hinterließ ihrem Lieblingsort AMPO viele schöne Dinge für die Kinder und einen liebevollen dicken Umschlag. Damit konnten wir diesen Ausflug finanzieren!

Lieben Dank liebe Familie Maier, und alles alles Gute in Chicago!

Das Freigelände ist ein Vorzeigestück in der burkinischen kulturellen Architektur und die Kinder waren glücklich, den Ort zu besichtigen, wo internationale Künstler Skulpturen aus Granit direkt vor Ort gehauen haben und wo viele afrikanische Themen dem täglichen Leben bezüglich dargestellt worden sind.

Museum von Manega – ohne großzügige Spende des Goethe Instituts Ouagadougou nicht möglich!

Die Kinder im Skulpturenpark von Laongo

250 Menschen, drei Busse und 80km – so viel Geld haben wir in unserer Ferienkasse nicht. Dieses Jahr versteigerte das Goethe-Institut vor Ort die Originale des hier bekannten Karikaturisten Damien Glez zugunsten von AMPO, und das war unser Glück!

Das Museumszentrum von Manega ist das Werk eines internationalen Preisträgers, Rechtsanwalt und weltbekannten Kulturmenschen.

Es handelt sich um den König des Ortes, Maitre Pacere Titinga, der, um das kulturellen Erbe ganz Burkina Fasos zu wahren, ein privates Museum gebaut hat, das sich nun als eines der wichtigsten Wahrungsorte alter Kultur Westafrikas darstellt.

Einen ganzen Tag lang haben die Kinder das Museum mit großer Freude besichtigt. Maitre Pacere Titinga führte uns selbst herum und erklärte Riten und Brauchtum. An diesem Tage gehörte das gesamte Museum uns, den AMPO-Kindern, ganz allein.

Viele verschiedene Völker können hier ihre Geschichte durch die Jahrhunderte nachverfolgen. Es gibt auch viel Zauber und Fetisch dort, oft darf man in den Räumen nicht sprechen und nichts berühren. Die AMPO-Kinder folgten ehrfürchtig allen Erklärungen.

Die Kinder im Skulpturenpark von Laongo

In Anwesenheit von Katrin Rohde, Gründerin von AMPO, haben die Kinder einen unvergesslichen Tag verbracht! Der Ältestenrat des Dorfes war anwesend, mit ihnen gab es Dolobier – natürlich nicht für die Kinder, sie bekamen Hibiskusblütensaft. Am Ende gab es viele Böllerschüsse zu unseren Ehren, vier Tanzgruppen ließen stundenlang ihre Künste sehen.

Die Feier wurde durch ein köstliches Sardinenpicknick, gespendet von Gerolf Wolpmann, kurz unterbrochen, dann wurde weitergetanzt bis die drei Busse abfuhren. Wir wurden mit allen Ehren vom König selbst verabschiedet.

Danke liebes Goetheinstitut in Ouagadougou, und lieber Damien Glez!

Die fröhlichen Kinder in Manega Besichtigung mit dem Chef de Manega und Frau Katrin Rohde

Beteiligung der Spender zum grossen Erfolg der Kolonie

Die fröhlichen Kinder in Manega

Die fröhlichen Kinder in Manega

Wir danken alle denjenigen, die auf die eine oder andere Art am Erfolg der Ferienkolonie 2011 beigetragen haben, insbesondere:

  • Familie Maier Deutschland
  • Goethe Institut und Damien Glez
  • Herr Gerolf Wolpmann
Besichtigung mit dem Chef de Manega und Frau Katrin Rohde

Besichtigung mit dem Chef de Manega und Frau Katrin Rohde


Unwetter über Emma Yiri

Liebe Freunde von AMPO und des Generationenhofes Emma Yiri in Ouagadougou,
hier kommt eine nicht so gute Nachricht von Katrin Rohde aus Burkina Faso.

In der vergangenen Woche gab es ein schweres Unwetter mit erheblichen Folgeschäden für unsere Farmen Tondtenga und Emma Yiri. Zum Glück, gab es zumindest bei AMPO keine Verletzten – leider haben die Menschen in Burkina Faso in den letzten Jahren zusätzlich zu ihrer schwierigen Lebenssituation auch noch mit schlimmen und neuartigen Wettererscheinungen zu kämpfen!

Die Bilder zeigen die Schäden an der Mauer von Emma Yiri, hier sind 20m Mauer zerstört, auf Tondtenga sind es gleich 25m Mauer, und vom Stall wurde das Dach weggeweht, außerdem ist bei AMPO Annexe der größte Baum gefällt und hat Schäden an den Gebäuden hinterlassen.

Dies alles bringt unseren Bauplan nun ein klein wenig durcheinander, denn die Schäden müssen repariert und besonders die Mauer auf Emma Yiri zusätzlich verstärkt werden. Wir haben aber bereits damit begonnen und niemand lässt sich so schnell entmutigen – es geht trotzdem voran und Sie werden bald sehen, wie schön die neue Farm Emma Yiri gedeiht und ihrer Eröffnung entgegen sieht – auch hiervon ein paar Eindrücke auf den Fotos vom Bau im August 2011.

Für heute grüßt Sie herzlichst

Ihre
Sabine Duwe
Sahel e.V. Plön


Projektwoche im Gymnasium Süderelbe

Das Projekt der 6F
Bericht einer Schülerinder 6F

Wie alle 6. Klassen führte auch unsere Klasse die Projektwoche unter der Aufsicht von Frau Troje und Herrn Sorgenfrei durch. Auf die Idee unseres Projektes kamen wir, als Beya im Französischunterricht einen Vortrag über Burkina Faso hielt. Schüler, die schon früher mit den Aufgaben fertig waren, konnten sich einen Artikel aus der französischen GEOlino heraussuchen und ihn der Klasse auf französisch präsentieren. Beya erzählte uns, wie schlecht es den Kindern in Burkina Faso geht und in welchen ärmlichen Verhältnissen sie leben. Samira erwähnte in der Kommentarrunde, dass es eine Organisation gibt, die von der Deutschen Katrin Rohde gegründet worden ist.

Katrin Rohde ermöglicht Straßenkindern eine bessere Zukunft, indem sie Heime gegründet hat, in denen Helfer den Kindern und Frauen weben, sticken und andere nützliche Dinge wie den Ackerbau beibringen. Es gibt auch eine Krankenstation, in der die Leute Medizin und ärztliche Behandlungen von Katrin Rohde bezahlt bekommen, weil sie meistens zu arm für so was sind. Frau Troje schlug darauf vor, dass wir in der Projektwoche ja eine Aktion für Burkina Faso starten könnten. Wir alle fanden diese Idee gut, sodass wir bald darauf unser Programm für die Projektwoche fertig hatten. Am Montag recherchierten wir Informationen über Burkina Faso und erstellten Plakate. Am Dienstag stellten wir Dinge (Briefpapier, Armbänder, etc.) her, die wir Mittwoch am Neugrabener Markt verkauften, und probten Lieder, die wir dort spielen wollten, um Spenden zu sammeln.

Am Mittwoch führten wir einen sozialen Tag, ähnlich dem Girl’s day, durch. Wir konnten gegen einen Lohn, der mit in die Spende einging, Hausarbeiten übernehmen, dem Nachbarn helfen oder auch mit an den Arbeitsplatz der Eltern gehen. Am Donnerstag gingen wir zum Neugrabener Markt und verkauften die Dinge, die wir zuvor gebastelt hatten, machten Musik und gingen mit Spendendosen herum. Am Freitag war eine Vertreterin der Organisation da, an die wir gespendet haben, und nahm unseren Spendenscheck mit einer Spende von 853,50 € entgegen. So hatten wir Spaß und gleichzeitig einer Guten Sache geholfen.

Projektwoche im Gymnasium Süderelbe
Autorin: Gaby von Malottki

Projektwoche im Gymnasium SüderelbeDa ich in Hamburg wohne und durch meinen Besuch im vergangenen Jahr die AMPO – Einrichtungen aus eigener Anschauung kenne, lag es nahe, das der Verein mir als Mitglied des Vereines die Übernahme der Spende des Süderelbe Gymnasiums anvertraute.

Also machte ich mich auf den Weg und wurde durch die Klassensprecherin und eine ihrer Klassenkameradinnen im Sekretariat in Empfang genommen und in die Klasse geführt.

Es war alles vorbereitet: An der Tafel hingen Plakate mit den Recherchen der Schülerinnen und Schüler zu Burkina Faso. 3 Schulranzen und ein selbstgemachter, sorgfältig gemalter Scheck lagen bereit. Die Summe war noch nicht eingetragen.

Zuerst berichtete ich von meinen Eindrücken und Erfahrungen während meiner Reise zu Katrin Rohde und ihren Einrichtungen von AMPO in Ouagadougou. Die Kinder hörten aufmerksam zu und meldeten sich im Anschluss eifrig und stellten interessiert Fragen.

Dann berichteten sie selbst über ihre Projektwoche und waren bei den Schilderungen mit großem Engagement bei der Sache.

Erstaunlich war der Weg auf dem dieses Projekt zustande kam: Eine Schülerin las in einer französischen Geolino-Ausgabe eine Reportage über Schulen und Schulkinder in Burkina Faso und erarbeitete einen Bericht für die Klasse. Einer Mitschülerin fiel daraufhin ein, das ihre Mutter ein Buch von einer Katrin Rohde gelesen hat, in dem es auch um Kinder in Burkina Faso geht und der Lehrerin fiel ein, das sie vor kurzem im Autoradio ein Interview mit Katrin Rohde gehört hat. Da war es dann klar, dass die Klasse den Kindern von AMPO ihre Projektwoche widmen würde.

Besonders beeindruckend war für mich die Offenheit mit der die Kinder bei ihrer Sammelaktion auf der Straße Menschen ansprachen, die ebenso offen und interessiert reagierten. Das, und der Verkauf von u. a. selbstgemachten Armbändern in den Farben von Burkina Faso, schlug sich dann im Endergebnis nieder, wie sich noch zeigen wird.

Dann schritten wir zur Überreichung des Schecks. Aber zuerst musste ich raten, welche Summe wohl zusammengekommen wäre. Nicht zuviel erwartend, meinte ich, dass ich mich über 150 Euro und jeden Cent der darüber hinausginge, rasend freuen würde. Damit hatte ich mich unsterblich blamiert, die Kinder brachen in schallendes Gelächter aus und schrieben nun die Summe auf den Scheck: 853,50 Euro! Und: 50 Euro kommen noch extra. Echt beeindruckt, wie ich war, freuten sich die Kids darüber, meine Vermutung derart übertrumpfen zu können.

Wir haben uns noch gemeinsam den Film angeschaut der auf der Internet-Seite von Sahel steht. Dann gingen wir hoch zufrieden auseinander.

Den provisorischen Scheck, der Übergröße hat, gegen den Regen gut verpackt, habe ich mit mir genommen.


AMPO-Rundbrief Juli 2011

Aktuelle Nachrichten aus Burkina Faso

Liebe Freunde unserer Kinder in Westafrika,

ich hoffe, Ihnen allen geht es gut, die Familie hat einen schönen Sommer in Europa und Sie sind einmal ein wenig frei von den alltäglichen Sorgen! Hier bei AMPO bereiten wir uns gerade auf die Ferienkolonie auf dem Lande vor, die am 15. Juli für zwei Wochen stattfindet. Kisten werden bereits gepackt mit Frisbees, mit Monopoly- , Boule- und Scrabblespielen, mit hunderten von Seifenstücken, Medikamenten und Büchern. Viel Pflaster!

Die verschiedenen Küchen können erst im letzten Moment packen, denn noch brauchen wir ja unsere riesigen Suppentöpfe täglich. Allerdings horten sie schon getrockneten Gombo und Reissäcke, denn diese sind in der Provinz noch teurer als in der Stadt. Unsere Lebenshaltungskosten sind über 30% gestiegen in Burkina Faso, darum auch die allgemeine Unzufriedenheit, die sich in vielen, zur Zeit friedlichen Demonstrationen äußert.

Dieses mal reisen wir mit sämtlichen Kindern aus den Waisenhäusern plus der Häuser MIA und ALMA und der teilweise gelähmten Kinder aus der Reha-Station, die kein Zuhause haben. Alle Erzieher aus allen Projekten kommen mit, also insgesamt brauchen wir Busse und Unterkünfte für gut 280 Menschen, klein und groß!

Gott sei Dank sind wir wie immer bescheiden und mieten eine leer stehende Schule an, in deren Klassenräumen wir dann wohnen. Da ist es ja gut, dass wir bei uns keine Betten haben, die Kinder würden sich sonst damit schwer tun, auf einfache Matten umzusteigen! Alle sind schon sehr aufgeregt und basteln Angelruten und Springseile. Die Großen helfen den Kleinen, darin sind wir immer gut. Als Überraschung am Abfahrtstag will ich den Kindern 40 Trommeln kaufen, denn nun ist ja Zeit zum üben vorhanden. Alle bereits entlassenen studierenden Kinder (nun ja schon junge Erwachsene) helfen in der Kolonie mit.

In den letzten Monaten waren die Kinder sehr angespannt, denn wegen der Unruhen im Land konnten sie ganze 6 Wochen lang nicht zur Schule gehen. Schon auf dem Schulweg wurde geschossen. Die Angst trug auch nicht gerade zur Konzentration bei!
Wir bei AMPO konnten Dank unserer Nachhilfelehrer täglich den Schulstoff durchnehmen, und diese Aktion hat uns sehr geholfen: seit gestern sind die Resultate für die CEP-Prüfung (nach 6 Jahren Schule) da, und alle 8 AMPO-Kinder haben bestanden. Nun warten wir noch auf unsere BPC- und Abiturientenresultate. Es sieht gut aus. Wir sind mit den Kindern sehr zufrieden, sie danken uns und Ihnen allen wirklich mit guten Leistungen.

Wir freuen uns schon auf die neuen Kleinen, deren Auswahl gerade durch ein Psychologen- und Erzieherteam stattfindet – eine große Arbeit, denn wir glauben nichts und besuchen sämtliche Anwärter bei sich zu Hause, um alle Angaben nachzuprüfen. Wir nehmen nur die allerärmsten Kinder. Gleichzeitig startet bei AMPO die Organisation der Schulgeldbeihilfe für externe Kinder, die jedes Jahr so ca. 20.000 Euro kostet. Dies ist eine großartige Spende der Firma Jako-O, durch die 500 Grundschüler und 200 Gymnasiasten die Schule besuchen können. Hier helfen wir nur denjenigen, die schon gute Leistungen zeigen, denn wir wollen ja unser Land entwickeln. Faule haben keine Chance! Inzwischen haben wir alle Namen und Leistungen digitalisiert – tja, es geht vorwärts mit unserer Technik hier. Allerdings wäre es schön, wenn der dazugehörige Strom täglich fließen würde, doch immer noch haben wir manchmal 4-6 Stunden am Tag keine Elektrizität.

Viele Umbauten gibt es dieses Jahr bei AMPO, denn die Behindertenwerkstatt wird umquartiert, die Schneiderei zieht um und vergrößert sich, die Kinderküche zieht in die Schneidereiräume, und da fällt dann ein neuer Friseursalon für die Ausbildung
unserer Mädchen ab – ein langjähriger Wunsch, den wir uns erfüllen. Die Restaurantküche wird erweitert, und das ist dringend notwendig, denn unsere Kochlehrlinge stolpern übereinander. Haben Sie schon mal in einer 3 mal 3m – Küche für ein Restaurant mit 60 Plätzen gekocht und gleichzeitig einen Empfang in der Botschaft für 300 Gäste gecatert? Bei 45° Außentemperatur und dann am Herd? Ich sage Ihnen, die afrikanische Logistik ist spannend und klappt! Ab jetzt wirds aber einfacher!

Die ersten Bauten im neuen Generationenprojekt “Emma Yiri” sind fertig. Nach dem dritten Bohrversuch fanden wir gutes Wasser in 48m Tiefe, Gott sei Dank und Inshallah! Davon hing alles ab, und ich stand bebend drei volle Tage neben der Bohrstelle … alles ging gut! Nun warten wir die ersten harten Regen ab, dann gehts ab August los mit dem Schulbau und dem Büro. Zum Teil ist die Mauer schon recht bunt, fertig wird sie dann vermutlich im Oktober. Zwischendurch muss ich noch zweimal nach Europa reisen, zu Vorträgen in Portugal und Dänemark.

Inzwischen ist es offiziell: Katrin Rohde ist nach intensiver Prüfung (über Tage!) ein aus Washington anerkannter ‘Ashoka Fellow’. Vielleicht mögen Sie es einmal googeln, ich befinde mich in der ehrenwerten Gesellschaft mit 2000 anderen “Changemakers” aus 70 Ländern. Gerade komme ich zurück aus einer viertägigen Konferenz in Paris, zu der ich eingeladen war. Diese Konferenz war hoch arbeitsintensiv und ich konnte an nichts anderes denken, als Afrika vorwärtszubringen. Ich passe da genau hin mit meinen vielen Ideen – und das ist ja selten genug, dass ich irgendwo reinpasse. Auf dem Foto sehen Sie unsere Sonderarbeitsgruppe Afrika nach zweistündiger Sitzung, Menschen mit den tollsten Ideen, unter anderem rechts ein Belgier aus Tansania und Mozambique, der Ratten züchtet, die Tellerminen detektieren, eine Uganderin die Gorillas schützt, indem sie der Bevölkerung, die diese isst, die Möglichkeit zu anderen Einkommen verschafft. In unserer Mitte Bill Drayton, der Gründer von Ashoka, ein alter Herr mit viel Charisma, hochprofessioneller und vergnügter Arbeitskraft.

Ashokafellows nehmen die Probleme anderer in die Hand und entwickeln praktische Modelle: Einem jungen Mädchen mit 16 wird gesagt, dass sie Krebs hat und sie gründet ein weltweites Netzwerk “girls for girls”, in dem schon zwei Jahre später 45.000 Mädels sich über ihre Probleme austauschen und Lösungen finden. Ein alter türkischer Bauer baut 8 Hektar Weizen biologisch an und gründet eine Lobby, in der sich heute nach vier Jahren 50.000 Bauern in der Türkei biologisch betätigen. Er ist Analphabet und spricht nur türkisch.

Ich selbst habe den Preis für die Idee und Ausführung unserer Farm TT bekommen, der Jugend auf dem Lande eine Chance zu geben, die Landflucht zu verhindern, dem Straßenjungenphänomen entgegenzuwirken und mit den Jungbauern hunderte von Bio-Farmen einzurichten, deren Nachbarn wiederum diesen Gedanken übernehmen. Ich bin mir trotzdem sehr klein vorgekommen und weiß, dass noch viel Arbeit vor mir liegt. Wir gründen nun einen Ashoka-Radiosender für Gesamtafrika. Hochmotiviert und dankbar sehe ich nach 20 Jahren, dass aus vielen unserer Waisenkinder richtungsweisende junge Menschen werden, eben solche, mit denen wir eine echte Zukunft haben werden.

Ich glaube, an unserem bisherigen Modell können wir noch arbeiten, für ein besseres Afrika! Natürlich gemeinsam mit Ihnen allen, ist es nicht spannend? Doch erst mal fahren wir in die Ferienkolonie, juhuuu! Dank Ihrer aller Hilfe werden wir uns prima erholen, faulenzen, singen und spielen und das neue Jahr mit neuer Kraft angehen.

Liebe Paten, bitte denken Sie trotz sommerlicher Temperaturen schon jetzt an Weihnachten. Der Container mit den Päckchen geht Anfang September!

Herzlichste Grüße und beste Wünsche von
Ihrer Katrin Rohde aus Ouagadougou

SAHEL e.V.
Am Strohberg 2 • 24306 Plön • Tel.0 45 22 – 78 98 85 • Fax 0 45 22 – 78 98 86
Email: info.sahel@sahel.de Internet: www.sahel.de
Spendenkonto bei der Förde Sparkasse Plön: • Kto. Nr. 5785 • BLZ 210 501 70
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Reisebericht von Christine Adamou und Souleymane Nana

Reisebericht von Mme Christine Adamou, Leiterin von AMPO Filles
und M. Souleymane Nana, Leiter von AMPO MIA

Vom 06. bis zum 18. Mai waren Frau Christine Adamou, Leiterin des Mädchenwaisenhauses und Herr Souleymane Nana, Leiter des Hauses MIA/ALMA als Mitglieder des Direktorenteams in Deutschland, um an der Mitgliederversammlung des Sahel e.V. und der Katrin Rohde-Stiftung teilzunehmen. Unsere Reise wurde Dank der privaten Einladung zweier Spender möglich und dies ist die Gelegenheit, Ihnen einen herzlichen Dank auszusprechen.

Vom 14. bis 16. Mai fand die Mitgliederversammlung in einem paradiesischen Ambiente in einem Hotel am Rand eines Sees ca. 50 km von München entfernt statt.

1. Tag: Die Vorstände von Katrin Rohde-Stiftung und Sahel e.V. kamen zusammen, um seine laufende Geschäfte zu besprechen.
2. Tag: im Laufe des Vormittags Diskussionsrunde “Zukunft und Visionen”

Am Nachmittag fand die große Hauptversammlung mit all den Spendern der verschiedenen AMPO-Projekte und den Freunden AMPOs statt. Insgesamt waren ca. 50 Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands und aus Luxemburg anwesend. Zum ersten Mal hatten zwei Mitglieder des AMPO Direktorenkreises das Privileg, an dieser Versammlung teilzunehmen. Es wurde alles getan, dass alle Teilnehmer sich verstehen konnten. Zwei Dolmetscher für Französisch und Deutsch waren anwesend.

  • Zur Einführung ergriff der Vorsitzende des Sahel e.V. das Wort, um alle weit angereisten Teilnehmer zu begrüßen, die keine Mühe gescheut haben, um bei der besagten Versammlung dabei zu sein.
  • Darauf folgten die Ausführungen von Frau Katrin Rohde, Gründerin von AMPO.
  • Der Bericht des Buchprüfers zur Präsentation des Kontenabschlusses 2009 und die Abstimmung zu dem von 2010.
  • Ein Beitrag von Frau Adamou und Herrn Nana, die jeder ihr Projekt beschrieben haben. Hier bot sich die Möglichkeit, eine Bilanz der beiden Projekte seit ihrer Gründung zu ziehen.
  • Die Präsentation der jährlichen Tätigkeitsberichte des Jahres 2010 der anderen Projekte durch Herrn Wolpmann und Madame Rebecca, ihrerseits Vorsitzende des Sahel e.V. und der Katrin Rohde Stiftung.

Das Wort wurde für die Leitung einer Diskussion an Frau Kathrin Seyfahrt übergeben, die sich hauptsächlich mit der Entwicklung der AMPO- Freundeskreise und der künftigen Entwicklung der Praktikanten, die nach Burkina kommen, um in den verschiedenen Einrichtungen zu helfen, beschäftigte.

Die Gespräche über Visionen und Perspektiven im Plenum wurden am nächsten Morgen durchgeführt.
Für die Versammlungsteilnehmer ist es eine Zukunftsvision, zu sehen, wie man AMPO in den verschiedenen Städten der Welt etablieren kann. Mehrere Personen habe ihre Bereitschaft erklärt, mithilfe der Massenmedien zur Entwicklung der Präsenz von AMPO und zum Ausbau des AMPO Freundeskreises beizutragen und weitere Vereinsmitglieder zu gewinnen.

Die burkinischen Abgesandten sind nach Beendigung der Hautversammlung nach Luxemburg gereist, um die Arbeit mit der Dr. Elvire Engel Stiftung fortzusetzen.

Sie wurden von Herrn Charles Kieffer, Honorarkonsul von Bukina Faso in Luxemburg, empfangen. Nach der Vorstellung und Begrüßung wurde ihnen von der Dr. Elvire Engel Stiftung ein Essen angeboten. Das gesamte Team hat sich direkt nach dem Empfang zu einer Versammlung getroffen. Der Austausch im Laufe der Versammlung ging hauptsächlich um das Projekt Tondtenga: neue, an den Handlungsbereich des Projektes angepasste Arbeitsmethoden.

Eine Kostprobe afrikanischen Essens, angeregt durch Katrin Rohde, folgte auf die Konferenz, um Gelder für die Dr. Elvire Engel Stiftung zu sammeln.

Die bedeutendste Sache unsere Reise, war, zu merken, dass viele Menschen jeden Alters für AMPO aktiv sind. Wir waren gerührt zu sehen, wie Menschen älter als 80 Jahre ihre Zeit und ihre Energie für AMPO verwenden. Das hat uns dazu aufgerufen, von nun an Boten für die Verteidigung der Errungenschaften zu sein, die eine große Zahl Menschen mit Mühe für uns in Afrika gesammelt haben.

Wir bedanken uns herzlich bei all denen, die uns bei sich aufgenommen haben und die uns in den Städten geführt haben, vor allem Frau Yildiz Götze, Frau Katrin Rohde, Herr John Porteous, Frau Kathrin Seyfahrt und Walter Korn, Herr und Frau Pol Tapella, Frau Simone Bleyer, Frau Alice. Ebenfalls bedanken wir uns bei denjenigen, die unseren Aufenthalt in Deutschland und Luxembourg finanziert und organisiert haben (Frau Rebecca Trienekens, Herr Gerolf Wolpmann und Frau Suzette Elsen, Ricarda Dittrich, Sabine Duwe und all diejenigen, von denen wir den Namen nicht nennen konnten.)

Abschließend

Wir haben die Ernsthaftigkeit bemerkt, mit der alle Arbeit durchgeführt wurde – von der Organisation der Versammlung bis zur Hingabe, mit der sich jeder einbringt, um die Verwirklichung von AMPO voranzutreiben. Ob in Deutschland oder in Luxemburg, wo wir auch waren, haben wir bemerkt, wie sehr die Freunde dafür kämpfen, Gelder und Spenden aller Art zu sammeln, um den bedürftigen Menschen zur Hilfe zu kommen, die wir jeden Tag bei unserer Arbeit treffen.

Wir könnten diesen Bericht nicht beenden, ohne den Spendern und Katrin Rohde unsere Dankbarkeit dafür auszudrücken, dass sie es dem Direktorenkreis ermöglicht haben, an dieser Hauptversammlung teilzunehmen. Diese Versammlung präsentiert grundlegende Momente aus dem Alltag der Organisation und das geht uns direkt ans Herz. Wir bestätigen Ihnen, dass diese Reise sehr gewinnbringend für uns war. Sie hat uns gezeigt, mit welcher Begeisterung sich die Ausländer um die Zukunft Afrikas über AMPO bemühen. Sie hat uns auch die Lebensweise der Europäer gezeigt, die für unsere Jugendlichen als Lehrbeispiel dienen kann, sich in ihrem Umfeld mehr sozial zu organisieren und mit ihren eigenen Mitteln zurecht zu kommen.