Rundbrief

Liebe Freunde der Kinder Afrikas!

Vielen Dank für alle weihnachtlichen Karten, Briefe, Päckchen und Pakete! Wir haben bei 40 Grad ein wunderbares Fest gefeiert,’mit Hühnchen und Reis und vielen kleinen Überraschungen, und ich war sehr erfreut darüber, wieviele Patentanten und Patenonkel sich viel Mühe mit ihren Päckchen gemacht haben!

Zu den großen Geschenken des Jahres: Unser Brunnen mit Handpumpe funktioniert großartig. Er ist 52 Meter tief, und wir hoffen sehr, der anstehenden Wasserknappheit in den Monäten April, Mai und Juni gewachsen zu sein.

Es erreichten uns: 100kg Medikamente und Verbandszeug aus Deutschland, was zwar einen langen Zollkampf erforderte, letztlich aber dazu führt, daß wir fast alles behandeln können und auch für bestimmt ein Jahr genügende Meter Pflaster besitzen.

Die Tischlerei hat eine neue Stichsäge bekommen, die Schneiderei eine Profinähmaschine mit Stickstichen zur Auswahl – dies alles verdanken wir Extraspenden, wir können das von unserem Monatsetat nicht bestreiten. So eine Nähmaschine ist hier zu teuer.

Auch das Marionettentheater ist jetzt aktiv. Wir haben einen Esel mit Namen Pixi, der einen Karren zieht, auf dem das Theater installiert ist. So ziehen wir durch die Vororte, verfolgt von einer Riesenhorde von Kindern jeden Alters… es ist ein Hauptspaß! Unsere Kinder schreiben ihre Stücke selbst und schnitzen die Puppen. Kommen Sie doch mal vorbei! Eintritt frei!

Alles das heißt, daß wir nach außen hin so langsam die Dinge in den Griff bekommen. Ich selbst kann häufiger fort und strebe neue Aufgaben an: Den Bau eines Mädchenhauses samt Ateliers und ein Mädchencafe, um einen Ort zu schaffen,.wo man in Ruhe über Aufklärung, Aids, Familienplanung o.ä. sprechen kann, und außerdem eine Reparaturwerkstatt für Behindertenrollstühle.

Trotzdem erfordert es sehr viel Kraft, meine Jungen alle bei der Stange zu halten, psychische Kraft, und ich muß sehr streng sein. Letzthin habe ich 5 wegen neuerlichen Drogengebrauchs für 10 Tage vor die Tür gesetzt. Sie sind aber alle mit hängenden Ohren zurückgekommen und arbeiten jetzt doppelt so gut. Einen Jungen mußte ich wegen Diebstahls zu seinem Onkel zurückbringen. Alle diese Entscheidungen treffe ich nicht alleine, sondern in Versammlungen mit den 20 ältesten Jungen, und die dauern lange, da jede Meinung geduldig angehört werden muß. Sie sind oft noch strenger als ich! Daran sehe ich, wie wichtig unsere Gemeinschaft hier, vor allen Dingen das Wohlergehen unserer Kleinen, für alle ist und wie sehr ihnen unser kleines Kinderdorf zur Heimat geworden ist. Ist das nicht ein guter Erfolg?
Ich selbsf darf mich nun bald an den Wochenenden ein bißchen ausruhen: mein kleines Haus ist zum Sommer fertig. Inshallah! Zum Sommer verlassen uns auch unsrere ersten 7 Jungs, fertig ausgebildet, ein Schritt ins schwierige afrikanische Leben. Das erfüllt mich gleichermaßen mit Sorge und mit Stolz! Wir haben inzwischen eine Warteliste von 150 Kindern!

So, liebe Sahel e.V. Freunde, das war der Kurzbericht aus Ouagadougou. Ach ja, dank einer Extraspende konnten wir zweimal mit 38 Jungs ins Fußballstadion, gerade rechtzeitig zu den Spielen unserer Nationalmannschaft im CAN, dem afrikanischen Equivalent zum Europacup! Der Jubel war unvorstellbar!

Unsere Kontaktadresse in Deutschland hat sich geändert, da Frau Antje Köster ihr Amt als Vorsitzende des Vereins Sahel e.V. niedergelegt hat. Sie verabschiedet sich mit folgenden Worten bei Ihnen: „Liebe Spenderinnen und Spender! Nach fast vierjähriger Tätigkeit für Sahel e.V. habe ich zum 1.2.98 meine Arbeit niedergelegt. Es ist mir ein Bedürfnis, Ihnen für die Treue und Unterstützüng zu danken. Ihr Engagement und Ihre Bereitschaft, auch mit zahllosen Eigeninitiativen das Waisenhaus Managre Nooma zu fördern, waren für meinen Einsatz immer eine große zusätzliche Motivation und beglückende Erfahrung. Es grüßt Sie – Antje Köster“. Ihre neue Ansprechpartnerin für Fragen, Spendenquittungen und Termine ist Frau Heide Gorter, Dorfstr. 46, 23845 Bühnsdorf; Tel. 04550-985 915; Fax 985 916.

Ihnen allen Dank für Ihre Treue – ohne Sie und Ihre Großzügigkeit würde hier immer noch die lVlüllkippe von vor 2 Jahren stehen. Heute erfreuen sich hier 50 Kinder bester Gesundheit und alle lernen fleißig. Seien Sie versichert, daß wir mit ihren Geldern sorgsam umgehen, um dies alles möglichst lange zu erhalten! Den ganzen Monat Mai werde ich in Deutschland sein und stehe für Vorträge oder ähnliches zur Verfügung. Bitte melden Sie sich bei Bedarf bei Frau Gorter.

Ihnen allen gute Gesundheit, einen schönen Frühling mit ein wenig Muße, und Segen aus Afrika.

Katrin Rohde

Beitrag weiterempfehlen