Rundbrief

Liebe Freunde der Waisenkinder!

So, hier ist er, der 3. Rundbrief des Jahres, und es ist ein fröhlicher Bericht!

7 Jungs sind nun endgültig aus dem Waisenhaus entlassen und arbeiten seit dem 1.August fleißig in Werkstätten in verschiedenen Stadtteilen von Ougadougo unter verläßlichen Meistern. 6 Monate noch werden Miete, Essen usw. für sie bezahlt, dann werden sie hoffentlich übernommen, oder sie machen sich in Dörfern selbständig. Nun haben wir 8 Jungen im Alter von 8 bis 13 neu aufgenommen, und bislang machen sie sich gut. Sie alle kommen aus ärmsten Verhältnissen, sind sehr dünn und oft krank. Aber das wird sich bei Kukas gutem Essen bald geben.

Unsere beiden Jüngsten wurden auch eingeschult, sodaß wir morgens jetzt nur die Werkstattkinder auf dem Hof haben: Weil sie einen zügigen Arbeitsplan haben, haben wir nun im Büro Zeit und Ruhe, um uns um die etlichen anderen Projekte zu kümmern, die inzwischen entstehen. Da gibt es noch immer Grundstücksprobleme mit dem zweiten Waisenhaus für Mädchen: Wir hoffen aber, daß diese im November vom Ministerrat beigelegt werden.

Das Spielzeugbehindertenprogramm läuft und wird Ende Oktober bei der größten internationalen Messe Westafrikas vorgestellt. Auch unser Waisenhaus wird dort vertreten sein und stellt Tische und Jacken aus, die in den Werkstätten produziert werden. Das 2. Behindertenprojekt (Selbstreparatur von Rollstühlen) geht voran. Fast fertig gebaut ist auch die Unterkunft für die Mädchenberatungsstelle in der Stadt: gerade wird das Dach gedeckt: Beide Projekte soIlen im Januar/Februar eröffnet werden.

Im Januar soll auch ein offenes Straßenjungenprojekt begonnen werden, das vollständig von der Deutschen Welthungerhilfe finanziert wird. Und noch im November soll unsere eigene Krankenstation erweitert werden als Notstation für kranke Kinder aus Familien ohne Einkommen: Dieses Projekt wird von einer deutschen Zeitung finanziert.

Also, alles in allem kann ich sagen: Auf der faulen Haut liegen wir hier wirklich nicht! Aus meinem Plan, mich zurückzuziehen und in aller Stille mit 20 Waisenkindern ruhig zu leben, ist nichts geworden. Im Gegenteil, wir haben uns in ein respektables Hilfswerk entwickelt, das sich rund um die Uhr mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt: Das danken wir Ihnen allen!! Und es ist eine schöne Aufgabe!!! Natürlich bleibt mir das Waisenhaus das Alterliebste, und ich verbringe täglich viele Stunden dort, und dazu so manche Nacht.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich nochmals den Paten in Deutschland danken für die Beständigkeit von Briefen und Päckchen, die unsere Kinder hier erhalten: Es ist und bleibt immer ein wunderbares Erlebnis, die erstaunten Augen eines Kindes zu sehen: „Jemand hat an mich gedacht!“ Und viele Paten denken sich wirklich hübsche kleine Überraschungen aus!

Der Container hat uns endlich doch erreicht; und das war ein großes Ereignis: Unsere eigenen 50 Kinder, sowie etwa 100 Straßenjungen erhielten Jeans, Pullover und Socken. Ungeahnte Schätze wie Gummistiefel und Regenjacken tauchten auf. Viele Babysachen werden täglich an bedürftige Mütter verteilt. Ein kleines Moped tut seinen Dienst, die Nähmaschinen sind alle in Gebrauch. Unsere Ballsorgen sind wir bestimmt für ein Jahr los! Außerdem konnten wir anderen Fußballmannschaften in unserem Viertel jeweils einen Fußball schenken – Jubel!!! Unser Pick up hat bereits 4000km in Ougadougou hinter sich. Durch die lange Regenzeit hatten wir viele Malariafälle, dazu eine ansteckende und schmerzhafte Augenkrankheit. Seit 6 Wochen arbeitet eine italienische Ärztin freiwillig bei uns. Sie setzt sich sehr ein und wird ab November die Notstation übernehmen.

So entwickelt sich das eine aus dem anderen. Habe ich schon erzähIt, daß unsere Marionettentheatermannschaft unter der Leitung des dänischen Puppenspielers Ole Bruun-Rasmussen erste Erfolge verzeichnet? Sie tritt Ende Oktober bei einem internationalen Theaterfestival mit einem selbstgeschriebenen Stück und mit selbstgebastelten Puppen auf. Nächstes Jahr geht die Gruppe mit Ole auf Europatournee. Was für ein Weg für diese Kinder.

So, nun will ich schließen: Bitte bleiben Sie weiterhin mit uns verbunden, sei es mit guten Gedanken oder mit Spenden. Ich kann hier alIes so gut wie möglich bauen, ordnen, beaufsichtigen und zum Guten führen – aber ohne Sie geht es nicht!

Danke!!!

Ihre Katrin Rohde

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