Rundbrief

Liebe Freunde der Kinder Afrikas!

Seit dem letzten Rundbrief sind nun einige Monate durch unsere Kontinente gegangen – zu Weihnachten hatten wir unser Lieblingsfoto als Gruß an Sie verschickt.

Nun will ich aber viel erzählen:
Im November letzten Jahres hat unsere Marionettengruppe einen Preis bei einem internationalen Theaterwettbewerb gewonnen, nämlich 600,~ DM! Dieses Geld wurde von der Gruppe sofort und einstimmig für ein rauschendes Weihnachtsfest zur Verfügung gestellt. Und das hatten wir dann auch, mit unserem weißen Plastiktannenbaum von der holländischen Botschaft, behängt mit selbst bemalten kleinen Kürbiskalebassen, mit vielen kleinen Geschenken und einem Viertel Huhn für jeden‘- alle strahlten! Besonders beglückt waren natürlich diejenigen, die dazu noch ein Päckchen aus Deutschland bekamen, mit ihrem eigenen Namen darauf. Vielen Dank an alle lieben Patentanten und Patenonkeln!

Dann kam die anstrengende Fastenzeit. Einen vollen Monat lang essen die Muslime morgens um 4 Uhr 30 eine volle Mahlzeit, und dann darf erst wieder um 18 Uhr gegessen und getrunken werden. Von unseren momentan 49 Kindern sind 28 Muslime, aber die Christen haben aus lauter Freundschaft oft mit gefastet, natürlich auch, weil unser lieber Koch Kuka den Fastenden abends immer schönen Hibiskussaft und Früchte serviert hat. Ja, unsere verschiedenen Religionen leben hier in Burkina Faso in einem sehr toleranten Einverständnis.

Allen Kindern geht es gut, wir hatten auch in den letzten Monaten keine schweren Krankheitsfälle. Das liegt erstens an der dauerhaften Ernährung und `zweitens an unserer italienischen Ärztin Dr. Elisabetta: Sie leitet die nun auch öffentliche Krankenstation des Waisenhauses seit Oktober. Abgesehen von unseren eigenen Kindern und denen sämtlicher anderer Projekte behandelt sie täglich ungefähr 70 Frauen und Kinder. Viele von ihnen kommen von weither und stehen schon morgens ab 4 Uhr in der Warteschlange.

Die Behandlung ist frei, und Medikamente geben wir umsonst ab, soweit wir sie haben. Zur Zeit besteht eine gute Transportmöglichkeit nach Burkina Faso. Sollten Sie eventuell Medikamente zur Verfügung stellen können, so wird Ihnen Frau Gorter von der Geschäftsstelle des Förderkreises Sahel e.V. gerne mitteilen, was besonders benötigt wird.

Seit dem l. Januar dieses Jahres gibt es auch das Projekt „Panglawende“, eine Werkstatt mit einem behinderten Mechaniker. Hier können Behinderte Ersatzteile für ihre Rollstühle günstig erwerben und unter Anleitung einbauen. Auch dort gibt es natürlich lange Schlangen.

In diesen Tagen wird die Beratungsstelle für Mädchen in der Stadt eröffnet. Wie wir Ihnen schon erzählt hatten, können sich Mädchen und junge Frauen hier bei Familienplanung und Aidsproblemen beraten lassen. Die meiste Energie jedoch geht im Moment in den Bau des neuen Mädchenwaisenhauses. Hier sollen 40 Mädchen im Alter zwischen 6 und 18 Jahren ein Zuhause finden. Das Grundstück befindet sich unmittelbar neben dem ersten Waisenhaus und ist eine ehemalige Schutthalde. Nun wird es gereinigt und eingeebnet, und dann geht es los mit dem Bauen. Die Eröffnung ist schon für den Herbst geplant.

Das ist nun alles aus dem einstmals kleinen Waisenhaus gewachsen. Ich staune selbst! Ohne Sie alle wäre das sozusagen nicht passiert! Alle Kinder und ich danken für die Unterstützung der letzten Jahre!

Fröhliche Grüße und Segen aus Afrika,

Ihre Katrin Rohde

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