Rundbrief

Liebe Freunde und Pateneltern unserer AMPO- Kinder!

Basteln für WeihnachtenHier nun der traditionelle 3. Rundbrief des Jahres, der Abschlussbrief für das Jahr 2003 sozusagen.

Wir bei AMPO haben in Ihnen ja glücklicher- und dankenswerterweise besonnene und treue Spender, darüber sind wir sehr glücklich! Und Sie wissen ja bereits, dass wir gemeinsam hoffnungsfrohe und vergnügte Kinder erziehen! Mit Blick auf die Zukunft erlernen sie ihre verschiedenen Handwerke, sind (meistens!) recht gut in der Schule und bereiten sich auf ein selbstständiges Leben in der Gemeinschaft vor. Sie nehmen ihre Chance wahr.

Gerade in diesem Jahr haben wir eine wunderbare Gruppe von 9 Jungen, alle 18 Jahre alt, die nun unser Waisenhaus verlassen haben und noch ein Jahr gemeinsam draußen leben und zu Ende lernen. Sie halten zusammen, werden unregelmäßig von uns kontrolliert (bei der Arbeit oder auch mal abends bei ihnen Zuhause) und haben mich gerade zum Tee eingeladen, stolz auf ihr neues Heim…

Morgen besichtige ich ein neues Schneideratelier: 3 von den fertig ausgebildeten Schneidern aus dem Jahrgang 2000 haben sich nun gemeinsam selbstständig gemacht – außer einer einzigen Nähmaschine, die AMPO beigesteuert hat, haben sie alles selbst geschafft und eine kleine Schneiderwerkstatt gebaut; samt Türen, Dach und Fenstern, Zuschneidetisch und Hockern. Sie haben einfach ihre alten Freunde von AMPO, die als Dachdecker und Tischler arbeiten, dazu gebracht, ihnen alles zu Materialkosten herzustellen – dafür nähen sie ihnen dann anschließend mal ein Hemd! Alles haben sie heimlich gemacht und uns gestern mit der Einladung zur Eröffnung überrascht – Issaka, unser Finanzchef, und ich sind gerührt und glücklich.

Bei den Mädchen läuft es zur Zeit nicht ganz so gut. Im letzten Jahr nahmen wir 2 Mädchen auf, die schon einschlägige Erfahrungen mit Jungen hatten. Leider wollten sie nicht dazulernen. Nun sind wir gezwungen, sie in ihre Großfamilien auf ihre jeweiligen Dörfer zurückzubringen, bevor unsere anderen 44 Mädchen zuviel bei ihnen abgucken…..es ist immer wieder sehr traurig, aber man kann eben nicht allen helfen, das ist leider so. Unsere Entscheidungen im Direktorengremium gehen immer zu Gunsten der Allgemeinheit. Von den übrigen Mädchen sind jedoch einige sehr gut in der Schule, wir suchen schon jetzt Förderer für ihr Studium…

Im Moment halten sich unsere berühmten 3 Marionettenjungen in Deutschland auf. In der Eifel sind sie Praktikanten in verschiedenen Einrichtungen, damit sie nach 6 Monaten bei AMPO selbst als Erzieher anfangen können. Danken möchte ich an dieser Stelle Claudia Simonis und Jens Blech, die die Jungen bei sich aufgenommen haben und sich großartig um sie kümmern! Alle 3 sprechen inzwischen recht gut Deutsch, vielleicht sind sie es, die in den nächsten Rundbriefen berichten werden….?

Das neue Mädchenhaus MIA ist nun bereits 3 Monate im Dienst und voll belegt! Schon 2 Tage nach der Eröffnung wurde das erste Kind geboren, es bekam den Namen Lucas, das zweite heißt (klar!) Claudia ! Inzwischen ist eine Mutter an Aids gestorben und zwei Babies. Freude und Schmerz liegen hier leider sehr eng beieinander. Aber sie sind gut gestorben, unter unserer Obhut, nicht allein gelassen von der Familie und nicht auf der Straße. Der Projektleiter Nana Souley sorgt rührend für seine Mädchen und ist ständig unterwegs zu Heilbehandlungen jeglicher Art mit ihnen. Es sind Millionen an Geldern in dieses Land geflossen zur Aidshilfe, trotzdem gibt es nun praktisch keine Medikamente zur Behandlung mehr, trotz aller Zusicherungen. Alle fragen sich wo dieses Geld geblieben ist? Wir bei AMPO nutzen neben der modernen Medizin auch die traditionellen Heilmethoden. Das hat oft lange und anstrengende Reisen in die Dörfer der Umgebung zur Folge, aber die Ergebnisse sprechen für sich und lassen die Strapazen schnell vergessen. Inzwischen werden diese Heilmethoden auch als Geheimtipps in Amerika und Europa gehandelt.

11 neue Jungen und 3 neue Mädchen haben Anfang August ihr AMPO – Leben aufgenommen. Sie sind zwischen 9 und 14 Jahren alt, die meisten sind noch unterernährt und krank, aber das gibt sich bald. Für einige von ihnen werden noch Paten gesucht – wissen Sie vielleicht jemanden? Es wäre schön, wenn die Paten ab und an einmal schreiben würden, egal in welcher Sprache, denn für die Kinder ist es sehr wichtig einen Freund weit fort zu haben, der etwas von ihnen weiß, dem sie selbst schreiben können.

Nun Neues aus der deutschen Geschäftsstelle.
Es wird – nach so vielen Anfragen von Ihnen – einen AMPO – Kalender 2004 geben, gestaltet von Tom Blöcker, mit Fotos der Kinder und dem Alltag bei uns zum Thema: Essen in Burkina Faso! Also rufen Sie bald an und reservieren Sie sich ihre Exemplare (zum Verschenken prima geeignet), denn die Auflage wird nicht sehr hoch sein. In der Geschäftsstelle des Sahel e.V. werden Ihre Bestellungen gern entgegen genommen. Ich selbst mache mich nächste Woche auf die Reise, 6 Wochen Europa von Amsterdam über Brüssel nach München, Köln und Hamburg – der Terminkalender ist eng! Hoffentlich ist die Bahn pünktlich….aber klappern gehört nun mal zum Handwerk, die Kinder müssen essen und lernen. Ihre Matten, Decken, Eimer, Besen, Hefte, Bücher, Stifte , Socken und Seife wollen bezahlt sein, ganz abgesehen von ihren Lehrern, Erziehern, Direktoren, Nachtwächtern, Ärzten und so weiter – den größten Teil unseres Budgets verdanken wir Ihnen, lieber Leser! Und trotzdem, es ist immer wieder nicht genug für alle Hilfebedürftigen, denn natürlich haben wir schon wieder neue Ideen um anderen zu helfen – aber das ist noch ein Geheimnis, davon erzähle ich das nächste Mal!

Aus einer prächtigen Regenzeit, Gott sei Dank mit einer guten Hirseernte und viel frischem Gemüse aus unserem Farmgarten, wünschen alle AMPO – Kinder, das Personal und ich Ihnen einen guten Herbst und auch bereits jetzt eine fröhliche und friedliche Weihnachtszeit, ob mit Familie oder Freunden, auf jeden Fall bei bester Gesundheit!

Herzliche Grüße Ihre Katrin Rohde.

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