Rundreise durch Burkina Faso

Hallo alle zusammen!

Wie ich ja bereits in meinem letzen Bericht geschrieben habe, hatte ich Besuch von meiner Freundin Katha. Klar, dass ich ihr möglichst viel von Ouagadougou und Burkina Faso zeigen wollte. Es würde den Rahmen sprengen, wenn ich über alle Ausflüge etc. schreiben würde, daher hier eine kleine Auswahl.

Am Neujahrstag stand erst mal ein ausgiebiges Kaffe trinken an. Hierzu wurden wir von meiner Chefin Katrin, auf ihre Farm `TolsaŽ eingeladen. Mit von der Party waren natürlich auch Eric, ein befreundetes Ehepaar von der dt. Botschaft, 2 Besucher die zurzeit bei AMPO sind und Maja die neue Praktikantin.

Und so ging es dann los. Die Farm liegt einige Kilometer außerhalb Ouaga, und allein der Weg dorthin ist schon ein Erlebnis. Obwohl ich mittlerweile ja nun ab und zu dort war, bin ich immer wieder fasziniert von dem Kontrast zu der Hauptstadt. Nachdem man die geteerte Straße verlassen hat, fährt man einige Zeit durch die Savanne. Viel viel Staub, Sträucher, vereinzelte Bäume, und hin und wieder begegnet man einer Frau die, mit einem Korb o.ä. auf dem Kopf, durch die Landschaft schreitet.

Die Farm selbst ist einfach Traumhaft. Öfters dient Tolsa den AMPO-Kinder als Ausflugsziel. Hier können sie (so wie eigentlich jeder) sich von dem chaotischen, engen, städtischen Treiben der Hauptstadt erholen. Auf der Farm können sie mit den Pferden, Kücken und Ziegen spielen. Sie können herumtoben und spielen, ohne Angst haben müssen, z.B. gleich umgefahren zu werden. Wir jedenfalls gedachten, diese Farm an diesem Tag auch als Erholungsstätte zu nutzen. Ich gebe auch gerne zu, dass es mir, in Anbetracht des gestrigen Abends, nicht Ungelegen kam, die Kinder diesmal zu Hause zu lassen;-)

Auf Tolsa angekommen stand erst einmal eine Führung an. Besonders die Frauen waren begeistert von all den Tieren und dem vielen selbst gezüchtetem Gemüse. Ich persönlich war dann doch eher von den Fressalien angetan. Neben dt. Plätzchen und Lebkuchen etc. gab es auch einen echten selbst gemachten Käsekuchen! Ein Festessen… Es war ein richtig netter und unterhaltsamer Nachmittag. Insbesondere war es interessant für mich, sich mit einem Botschaftsmitarbeiter zu unterhalten. Über seine Aufgaben, die verschiedenen Erfahrungen in den verschiedenen Ländern etc.

Am nächsten Tag wurde es dann richtig abenteuerlich. Wir machten einen 2-Tagesausflug in den Nazinga-Tier-Park, an der ghanaischen Grenze. Mit von der Party waren diesmal Martin (der neue Mitbewohner), Surrey (unser AMPO-Chauffeur, der auch das AMPO-Auto, das mir großzügigerweise überlassen wurde) und Kaddy (unsere Nachbarin, die kurzfristig für Eric eingesprungen war, da dieser noch dringende Arbeit zu erledigen hatte und deshalb nicht mitkonnte). Ich denke, jeder kann sich vorstellen, dass die gut 5stündige Fahrt allein, schon etwas besonderes war. Des Öfteren mussten wir anhalten, um Kühe, Schafe, Esel etc. über die Straße zu lassen. Und häufig sahen wir auch die typischen, voll beladenen afrikanischen Busse und Lkws… Und als wir dann auf den letzten Wegabschnitt einbogen, der uns über einen See direkt zum Camp hinführte, sahen wir auch schon unsere ersten Elfanten! Gut 20 Tiere badeten da ganz gemütlich, spielten und ließen sich von uns staunenden Beobachtern nicht im geringsten stören. Im Camp angekommen, aßen wir dann erst mal eine Kleinigkeit um uns für die bevorstehende Tour zu stärken. Diese fand ein paar Stunden später statt. Begeleitet von einem Führer, ging es ab in den Busch. Dort sahen wir auch ganz viele Tier (Antilopen-, schwein-, vogelähnliches. Leider kann ich nicht genau sagen, wie die einzelnen Tiere genau hießen). Man kam sich echt so ein bisschen wie Winnetou vor, nur dass wir kein Pferd, sondern den AMPO-Geländewagen als Fortbewegungsmittel hatten und wir uns nicht in Amerika sondern in Westafrika befanden… Ich habe ja bereits in Südafrika einige Tiertouren gemacht und dort zwar mehr verschieden Tiere gesehen, aber was mir niemals dabei vergönnt war: so viele Elefanten! Das war echt beeindruckend! Als wir dann abends zu unseren Hütten fuhren (wir waren aus Platzmangel im Jagdviertel untergebracht), liefen doch da tatsächlich eine Schar Elefanten, direkt an unserer Hütte vorbei! Am nächsten Morgen (man, war das früh!) stand dann die 2. Tour auf dem Programm. Diesmal entschied ich mich, oben auf dem Dach des Autos Platz zu nehmen. Ich habe zwar gefroren wie ein Schneider aber die Sicht war einfach toll. Dachte ich zumindest zu diesem Zeitpunkt…. Denn dann geschah es. Wir trafen auf eine nette Elefantenfamilie…. Wie leichtgläubig ich doch war…. Ich freute mich, dass sie auch2 so süße Babys dabei hatten. Hah! Kurz darauf hätte ich denen kleine Rotzlöffeln am liebsten in den dicken Popo getreten:

Denn wie sich herausstellte mochten es die Eltern nicht so gern, dass wir ihre süßen kleine Kinder näher betrachteten. Daher entschlossen sie sich, uns eine kleine Lektion zu erteilen. Zunächst beschränkten sie sich auf trompeten und nervösem Herumgetrappel. Doch da unser Führer, der Ansicht war, dass wir noch nicht genug gesehen hatten und weiterhin blieben, griffen sie zu härteren Mitteln. Sie traten auf den Weg, flatterten mit den Ohren und wollten uns damit wohl einschüchtern. Bei mir persönlich hat dies auch sehr gut geklappt, nur unser Führer ließ sich nicht so leicht ins Bockshorn jagen. Daraufhin kam es dann fast zu einer Schlacht. Der Elefant entschtloss sich, trompetend und ohrenflatternd, auf uns los zu rennen. Durch meine, ach so tolle, Position auf dem Autodach, konnte ich auch wunderbar sehen, wie er dabei mit seinem Rüssel, einen kleinen Baum niedermähte. Irgendwie hatte der Führer aber immer gewusst, wann es Zeit war anzuhalten oder Gas zu geben, so dass wir irgendwie heil davon kamen. Meine Abenteuerlust war dann jedenfalls erst mal gestillt und ich beschloss mich erst mal wieder in das Auto zu setzen. Ich gebe zu, dass ich da echt froh war, dass meine Dünnschiss-Zeit hinter mir lag, sonst hätte ich sicherlich das schöne AMPO-Auto putzen können. Jedenfalls hatten wir dann alle viel zu erzählen und es war doch ein tolles Erlebnis!

Nun ist meine Freundin leider wieder weg. Glücklicherweise hat sich in meinem Urlaub sehr viel Arbeit angesammelt, so dass ich mich Kopf über in die Arbeit stürzen kann und wenig Zeit habe mir darüber richtig bewusst zu werden.

Das nächste Mal habe ich daher auch wieder ganz viel zu berichten… Ich habe echt vergessen, wie stressig, toll und turbulent meine Arbeit so ist;-)

Bis dahin alles Liebe

Euer Timo

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