Ein Wochenende auf Tollsa

Hallo alle zusammen!

So. Nun habe ich auch dies erlebt: Ein Wochenende nonstop mit den Kindern!

Aber von vorne. Samstag Vormittag habe ich zunächst einen Büchertisch an der Universität veranstaltet. Hier habe ich, für AMPO, deutsche Bücher verkauft. Die Studenten (klar, vor allem diejenigen, die auch Deutsch studieren), waren hellauf begeistert. Immerhin hatte ich mehrer Kartons dt. Bücher und Zeitschriften dabei und noch besser: ich hatte gute Preise! Alle Artikel habe ich für 150 CFA verkauft (gut 0,2 €). Für die Studenten war es eine tolle Gelegenheit deutsche Literatur zu bekommen, zumal zu diesem erschwinglichen Preis. Und es wurde bestens gekauft. Von Computerbüchern, über `kochen leicht gemachtŽ bis hin zu `Yoga für AnfängerŽ…. Als ich dann gegen Mittag wieder bei AMPO war, hieß es schnell die restlichen Bücher verstauen und nach Hause zum Packen. Warum? TOLLSA stand auf dem Programm…

Nun zeigt sich natürlich wer meine Berichte aufmerksam ließt, bzw. wer ein gutes Gedächtnis hat. Wer, wie, wo, was ist den TOLLSA? Klar: Die Farm von Katrin, die ca. 20-30 Minuten außerhalb Ouagas liegt. Dort, im Mitten von Nirgendwo hat Katrin eine kleine Farm auf der sie Hühner hält, Gemüse anbaut, ausspannt und ab und zu die Kinder einlädt! Doch bis wir erst einmal dort waren, verging noch etwas Zeit. Man kann sich vorstellen, dass das Verladen von 50 Kindern, nebst Klamotten etc. nicht so schnell von statten geht. Zumal, wenn die Ansage gemacht wird, dass alle feste Schuhe anhaben müssen. Der Grund hierfür ist vor allem, dass es auf TOLLSA öfters Schlangen gibt – der nächste Doktor jedoch ist dann weit weg…

Doch letztlich haben wir es dann geschafft und fuhren, über Stock und Stein, einem Wochenende im Blauen entgegen. Auf TOLLSA angekommen, die erste Überraschung: Kaum hatten wir angehalten und –schwuppsdiewupps- waren auch schon alle Kinder weg! Voller Freude und Entdeckungsdrang streiften sie durch die Savanne. Die Kinder waren absolut glücklich! Man merkte ihnen an, wie froh sie waren, der stickigen Großstadtluft zu entkommen und einfach einmal, ohne Sorgen, durch die Natur streifen zu können. Klar, dass bei den Jungs dann auch der Jagdtrieb aufkam. Bewaffnet mit Steinschleudern, gingen sie alsbald auf Hasenjagd. Ob es nu daran lag, dass es einfach keine Hasen gab, oder daran dass sie in ihren großen, lauten Gruppen unterwegs waren, weiß ich nicht. Jedenfalls war ihre Ausbeute mehr als mager. Im Ganzen schafften sie es gerade einmal auf eine erlegte Ratte und einen Vogel. Der jedoch war noch ganz klein und irgendwo aus einem Nest gefallen…

Abends am Lagerfeuer die nächste Überraschung für mich: Wir machten eine Geschichtenrunde und die Kinder waren dabei so andächtig und ruhig, dass ich sie fast nicht wiedererkannte. Nach und nach, erzählten verschiedene Kinder Geschichten und wurden am Schluss mit Gelächter (meistens waren es nämlich eher Witze) und Applaus belohnt!

Doch mit den Ungewohnheiten nicht genug. Nachdem es dann so gegen 22 Uhr war, sind die Kinder nach und nach und ganz von alleine, ins Bett gegangen, oder um uns herum eingeschlafen. So habe ich dann noch ein paar Kinder in ihre Bettchen getragen (die Kinder schliefen in 2, extra für diesen Zweck errichteten, Hütten. Danach begaben auch wir Großen uns in unsere Fallen. Wie ich mich freute, unter fast freien Sternehimmel schlafen zu können (zum Schutz gegen Moskitos, lag ich natürlich in einem Moskitodom). Doch weit gefehlt- von wegen himmlischer Nachtruhe… Plötzlich fing es um mich herum an zu schmatzen und zu knirschen. Mit der Taschenlampe bewaffnet, versuchte ich dem Geheimnis auf die Spur zu kommen: Hunde! 5 oder 6, die sich übe unsere Lagerstätte hermachten und auf allem und jedem (hm, ich glaube das alle Kinder in den Hütten waren, oder;-) herumkauten und –bissen, was sie so fanden. Doch damit nicht genug. Ganz in der Nähe waren auch noch Ziegen. An für sich ja liebe Tiere, wenn nicht die eine Ziege gerade krank gewesen wäre, und unmittelbar vor meinem Zelt in die Büsche gekotzt hätte…

Aber na gut, der Schlaf kam dennoch. Genauso wie der nächste Morgen. Noch bevor es Frühstück gab, nutzten wir die kühlen Morgenstunden und zockten erst einmal einige Runden Fußball. Ich gestehe, dass ich mir –trotz größter Anstrengung- ziemlich veräppelt vorkam. Insbesondere als wir das Spiel spielten, in dem einige wenige in der Mitte eines Kreises stehen und versuchen an den Ball zu kommen… Die Jungs sind verdammt flink und gut…

Jedenfalls erlebten wir dann noch einen tollen, entspannenden Tag, doch als wir gegen 17 Uhr wieder bei AMPO ankamen, war ich doch froh, für eins zwei Stündchen in meinem Bett zu verschwinden… Tzja, wie ich bereits erwähnte: Mit 20 gehört man eben auch nicht mehr zu den Jüngsten;-)

So, das war es dann erst mal wieder für diese Woche.

Bis dahin schicke ich euch die
besten Grüße aus Ouagadougou

Euer Timo

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