Essen in Burkina Faso

Hallo alle zusammen!
(von Timo Nadolny)

Nun, wie versprochen, einige Zeilen über die Gastronomie des Landes. Ich vereinfache die Sache einfach einmal und spreche von 3 Kategorien (wie ich auch etwaige Ausnahmefälle etc. eher unbeachtet lasse, weil ich sonst ja noch in 5 Tagen mit dem Schreiben beschäftigt bin):

Kategorie 1 – die Marquis. Das sind kleine Straßenkneipen, in denen man immer etwas zu trinken findet. Das bedeutet kaltes Bier, Cola, Fanta und Wasser. Wenn die Marquis größer und besser ausgestattet sind, findet man auch Säfte. In diesen Marquis gibt es, bzw. sollte es, meistens auch etwas zu essen geben. Doch gilt hier die Regel: Sofern eine Speisekarte da sein sollte (meistens handelt es sich hierbei um eine Kreidetafel an der Wand), traue ihr nicht, da es die Gerichte doch nicht gibt. Die häufigsten Speisen sind: Reis mit Soße (von Fischkopf- über Erdnuß- bis zu Hühnersoße) und Spaghetti. Bei den größeren kann man dann auch Omlet, Erbsen, Bratkartoffel, Cuscus etc. finden.

Nun gibt es aber auch Marquis, in denen grundsätzlich nur zu trinken angeboten wird. Hier ist es aber oft der Fall, daß unmittelbar neben der Marquis ein Essensverkäufer ist. Der verkauft dann meistens Huhn in irgendeiner Variation (also mit Knoblauch, oder am Spieß, oder…) oder Fisch. Darüber hinaus kann man auch oft Innereien bekommen (Leber und so Zeug). Oft wird hier auch Schafsfleisch verkauft, oft auf Spießen serviert.

In diesen Marquis kann man ohne Probleme, für 1€ – 2€ satt werden. Hier sind es vor allem die Getränke (Cola, Fanta, Bier), die oft teurer sind, als das Essen!

Kategorie 2 – Bar-Dancing. Hier handelt es sich um etwas ähnliches wie eine Marquis, nur dass das Bar Dancing größer ist, und oft eine Band anzutreffen ist, die Live-Musik spielt. Hier gibt es dann auch eine Tanzfläche.

Kategorie 3 – Gärten. Hierbei handelt es sich um etwas ähnliches wie Biergärten. Diese Orte sind bepflanzt. Es gibt viel grün, die Tische sind weiter auseinander und die Musik nicht ganz so laut, so dass man sich auch unterhalten kann. Oft findet man hier das selbe Angebot, wie in den Marquis, nur dass es hier um einiges teurer und der Service (und oft auch die Qualität des Essens) doch besser ist. Hier wird das Angebot auch durch Spirituosen (Whisky, Pastis, Martini etc.) ergänzt.

Kategorie 4 – die Restaurants. Hiermit meine ich vor allem die, meist europäischen, besseren Innenstadtkneipen. Hiervon gibt es auch einige und je nach Ruf und Qualität unterscheiden sich von Restaurant zu Restaurant, auch Angebot und Preis. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass es meisten eine qualifizierte Bedienung gibt und die Wahrscheinlichkeit, dass man das bekommt, was man auch bestellt hat, um einige größer ist als in den Marquis. Es gibt in Ouaga natürlich auch Edelkneipen, in denen man dann bspweise Pizza oder Jägerschnitzel bekommt. Allerdings kann man (also ich meine ich) mir das nicht oft leisten, da hierfür mein Budget nicht auslangt. Eigentlich war ich bisher nur dort, wenn Gäste da waren und mich dorthin eingeladen haben;-). Hier zahlt man europäische Preise, und nicht nur 1 €…

Genug vom Essen! Ich bekomme Hunger und habe noch nicht mal gefrühstückt!

Was angenehmeres: Die Regenzeit hat begonnen!!!! Also, es war ja die ganze Zeit richtig heiß. Nun regnet es ab und an, so dass es danach richtig angenehm kühl ist. Am Sonntag hat es richtig geschüttet. Nun weiß ich allerdings nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, was dies bedeutet. Ich wohne ja, mitten in einem typischen burkinischen Viertel. Also, mit Sandpisten usw. Kurz hinter uns, wird zum Überfluss auch noch gebaut: Also, jedenfalls ist in diesem Viertel ganz viel Sand und ganz viele Löcher und Unebenheiten und Gefälle… Nun hätte ich ja einfach zu Hause bleiben können, aber ich war von einem Arbeitskollegen zu der Erstkommunion seiner Tochter eingeladen. Also wollten wir uns alle bei Ampo treffen, um dann gemeinsam dorthin zu fahren. Es hatte auch schon aufgehört zu regnen und ich mich in Schale geworfen. Also: los gings. Doch ich stellte bald fest, dass ich, nicht wie üblich, in 2 Minuten bei der Arbeit sein würde…. Unser Viertel hatte sich, innerhalb kürzester Zeit, in Klein-Venedig verwandelt. Da war ein reißender Strom neben dem anderen. Manche Wege waren unpassierbar, so dass ich viele Umwege in Kauf nehmen musste. Doch leider begab es sich, dass ich, um aus dem Viertel heraus du auf die Teerstraße zu kommen, eine bestimmte Kreuzung passieren musste. Diese war nun besonders vom Wasser heimgesucht worden… Etliche Leute standen um die Kreuzung herum und bobachten voller Genugtuung, all glücklichen, die diese Kreuzung passieren mussten. Denn einfach durchfahren, war hier unmöglich! Das Wasser war nämlich so hoch, dass es höher al der Motor war. Nun stand ich da, in meinen schicken Klamotten (ich hatte mir extra ein weißes Hemd und Krawatte besorgt!) und wusste nicht wie ich hinüber sollte. Ich hätte es ja wie die anderen machen können: Schuhe aus und durch die Fluten! Nur leider hatte ich ja eine schicke., lange Hose an. Also was machen? Tja nun bin ich ja nicht umsonst in Burkina Faso. Hier ist alles viel einfacher als in der Rest der Welt. Einige Jungen sahen mir meine Verzweiflung an und erbarmten sich meiner. Schwups schnappten sie mein Mofa, hievten es hoch und trugen es auf die andere Seite. Dann kamen sie zurück, packten mich auf ihre Schultern und unter lautem Gejohle, kam auch ich trockenen Fußes auf der anderen Seite an! Das war nun ein Schauspiel, denn wie erwähnt waren hier eine ganze Menge Leute und diese amüsierten sich königlich, als der Weiße da von einer Meute Jungs über den Fluss getragen wurde…

So nun knurrt der Magen echt wie wild, daher sende ich euch, bis zum nächsten Mal,

alles Liebe Euer Timoinafrika@web.de

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