Katrin Rohde zurück aus Deutschland

Hallo alle zusammen!
(von Timo Nadolny)

Nun, mein Hunger, der mich beim Schreiben meines letztens Berichtes so gehemmt hat, ist ad acta gelegt. Gerade eben habe ich lecker gefrühstückt. Auf dem Brot (hier gibt es in den ganzen Boutiquen nur Weißbrot, also nichts mit Volkorn-, Misch-, Sport-, …brot) habe ich dabei mit Bauernschinken und selbstgemachtem Honig bestückt. Dazu gab es Fertig -Cappuciono. Dabei habe ich genüsslich einen aktuellen Spiegel gelesen.

Nun fragt ihr euch sicher, woher ich al diese Leckereien habe. Nun, den Cappucino habe ich mit einem Paket von unserer Dorfmetzgerei Reuling erhalten (hm, es geht doch nichts über selbstgemachten Schwartenmagen;-) die Brotbelege hat mir meine Chefin, Katrin Rohde, von ihrem Deutschlandtrip mitgebracht, denn sie ist nun endlich wieder in Burkina Faso!

Doch ich greife vor. Zunächst will ich euch ein wenig über die Woche, vor ihrer Ankuft erzählen. Die hatte es nämlich in sich: Ich habe für eine Woche in der Höhle des Löwens gewohnt. Wobei diese Bildnis etwas hinkt, denn unser AMPO-Besucherzimmer ist keine Höhle sondern eine nette Behausung und die Kinder sind eher selten Löwen, sondern auch des öfteren Schmusekätzchen…
Jedenfalls habe ich eine Woche non-stop bei AMPO verbracht.

Nun bin ich wieder zu Hause in meinem Haus und es ist um einiges ruhiger! Also es war echt schon toll bei AMPO, aber wenn man, wie ich, nicht nein sagen kann (was bei bittenden Kinderaugen auch verdammt schwer ist), hört man da nie auf zu arbeiten! Nun ja, es war Žne tolle Woche, aber ich bin froh, dass ich jetzt nicht mehr morgens um 6 Uhr mit Klopfen an der Tür geweckt werde……

Sonntags war ich dann auf 5(!) Kommunionsfeiern. Zunächst haben wir mit 6 AMPO-Kindern (alle in weiß gekleidet und mit ihren neuen Rosenkränzen!) bei AMPO gegessen und gefeiert und dann ging es, mit einigen Leuten vom Personal, auf `TourŽ… Zunächst zu einem Nachtwächter, dann zu 2 Erzieherinnen und dann noch zu der Präsidentin von AMPO. Jedesmal gab es Essen und Trinken, wobei das Trinken am anstrengensten war… Trink mal 5 Bier bei 40 Grad, da ist man schon etwas groggy;-) Aber ich bin immerhin wieder so klar, dass ich euch schreiben kann*g* Das ist aber echt schon enorm, weil bei allen waren es große Feiern, mit allerlei Fleisch, Chips etc. Und hier kosten ja vor allem die Getränke (verhältnismäßig gesehen) viel Geld. Also man muss sich das so vorstellen: ein Nachtwächter z. B. bekommt evtl. 30.000 CFA Gehalt. Ein Bier kostet 425 CFA. Nun kommen da gut und gerne (mal so geschätzt) 50-100 Leute vorbei, von denen jeder mindestens 1 Getränk trinkt. Alles in allem übersteigt dies auf jeden Fall ein Monatseinkommen! Doch das Problem ist, jeder fühlt sich verpflichtet dasFest zu machen, weil es sich einfach so gehört. Und die Leute fühlen sich verpflichtet zu dem Fest zu gehen, weil es sich ebenfalls gehört. Teufelskreis halt.
Nun und dann ist meine Chefin wieder da. Wir haben sie vom Flugzeug abgeholt. Zusammen mit einigen Kollegen und unserem jüngsten Mädchen und dem jüngsten Jungen. Danach sind wir direkt zu AMPO gefahren. Ich mit meinem Supermofa bin natürlich voran geflitzt! Vorher habe ich aber bei AMPO angerufen (denn ich habe nämlich ein tolles, schickes Diensthandy!) Da hatten sie dann auch schon alles vorbereitet als ich angekommen bin. Alle Kinder standen Spalier, ebenso das gesamte Personal. In der Mitte des Spaliers waren 2 Kinder mit einem Plakat, was ich vorher mit den Kindern vorbereitet habe. Wir haben verschieden Hände ausgeschnitten und rechts auf das Plakat geklebt. Über den Händen stand AMPO. Links unten in der Ecke haben wir Deutschland geschrieben, zusammen mit einem Bild von Katrin. Und von diesem Bild aus, gingen dann Fußstapfen hoch zu den Kinderhänden, in diese haben dann auch alle unterschrieben. Und in der Mitte stand dann: Bienvenue Maman! Toll, oder?

Neben dem Plakat standen dann auch noch 3 der Kids und trommelten was das Zeug hielt, alle anderen klatschten und tanzen im Takt dazu. Mann da habe ich echt Gänsehaut bekommen…

Katrin mußte erstmal wieder umdrehen, weil sie vor Freude weinte, und man doch Tränen hier garnicht zeigen darf.

Auch habe ich jetzt einen ‚Lehrling‘ (ich bin mir nicht sicher, ob ich Euch das schon geschrieben habe, wenn ja sorry) er heißt Petit, ist aber eigentlich viel größer als ich und ein sehr netter Kerl, der mir sehr ans Herz gewachsen ist. So kann er dann nach und nach alle ‚Hausmeistertätigkeiten‘ von dem Zivi übernehmen und der Zivi sich dann noch mehr auf andere Sachen konzentrieren, so wie z.B.: Arbeit mit den Kindern, Berichte schreiben, Fotos machen usw. Es läuft echt bestens auf der Arbeit und die Katrin hat sich echt darüber gefreut. Ach, es ist einfach schön, wenn man sieht, dass man nicht umsonst arbeitet…

Am Mittwoch werde ich auch für sie und Maja kochen! Maja ist unsere Praktikantin. Aber dazu nächstes mal mehr.

Bis dahin liebe Größe aus Ouagadougou

Euer Timo

Beitrag weiterempfehlen