Fotoprojekt sucht noch Sponsoren

997

„Ich sehe was, was Du nicht siehst“

Unter diesem Motto gaben im September zwei jungen Frauen aus Deutschland zehn AMPO Kindern Unterricht im Fotografieren mit digitalen Kameras.
Die Ergebnisse sollen in Kiel und Ougadougou ausgestellt werden. Ausstellungseröffnung wird in beiden Städten am 13. April 2007 sein. Frau Ludwig, Fotografin, und Frau Meyenberg, Sozialpädagogin, blieben 3 Wochen bei AMPO und erschufen mit einzigartigem Einfühlungsvermögen ein fähiges Fotografenteam.

Aus dem Abschlussbericht von Frau Natascha-Maria Meyenberg:
„Das Foto-Projekt wurde in Zusammenarbeit mit Boureima Damiba (pädagogischer Mitarbeiter des Jungenwaisenhauses) und Pauline Kaboré (pädagogische Mitarbeiterin des Mädchenwaisenhauses) durchgeführt. Teilgenommen haben sechs Mädchen und vier Jungen im Alter von 13 bis 17. Jahren. Ein Junge ist aufgrund von früheren Mißhandlungen körperlich behindert (an den Händen). Eines der Mädchen hat mit bereits sechs Jahren mit ihrer Mutter und Schwester auf der Straße gelebt, bevor sie nach der Tuberkuloseerkrankung der Mutter von A.M.P.O. aufgenommen wurde. Ihr Vater wurde von Dieben erschlagen.

Die bei A.M.P.O. lebenden Kinder und Jugendlichen sind teilweise hochtraumatisiert, haben oft bereits im frühkindlichen Alter nahe Angehörige verloren und an Unterernährung gelitten.

1003

Für die Durchführung des Fotoworkshops haben wir einen Arbeitsraum auf dem Gelände des Mädchenwaisenhauses mit vier PC-Arbeitsplätzen, einem Netzwerk und Software zur digitalen Bildbearbeitung eingerichtet. Dieser wurde oft und gerne von den weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von A.M.P.O. aufgesucht. Die Fotoarbeiten und Fortschritte der Kinder stießen vom Kochpersonal über die Ärztinnen und Ärzte bis hin zu den Reinigungskräften auf reges Interesse.

Bei den Foto-Exkursionen der Kinder wurde der Workshop ebenfalls von der Bevölkerung gut aufgenommen – und oft positiv überrascht, da Fotoapparate in der Regel mit „Nassaras (weißen Touristen)“ assoziiert wurden.

Zu den pädagogischen Herausforderungen kamen die klimatischen (Temperaturen bis zu 40 Grad ohne Klimaanlage im Computerraum), gesundheitlichen (viele Infektionskrankheiten, Malaria, hygienische Bedingungen aufgrund fehlender Müllentsorgung bzw. Kanalisation) und die technischen (Stromausfälle, Internetzugang). Die Art der Menschen dort, damit umzugehen wie auch ihre Offenheit, Hilfsbereitschaft, Redekultur und das friedliche Zusammenleben der Religionen (v.a. Islam, Römisch-Katholische Kirche und Animismus), haben uns sehr beeindruckt.

1060

Durch spielerisches Lernen haben die Jugendlichen in ihre Fähigkeit verbessert, sich visuell mitzuteilen (Wirklichkeitsanalyse). Sie haben sich im Rahmen des Foto-Workshops (Foto-) Technik und Ausdrucksmöglichkeiten mit dem Medium der digitalen Fotografie angeeignet, was die selbständige Handhabung der Digitalkameras, Kartenlese- und Akkuladegeräte, die Nachbearbeitung am PC und die Archivierung und Verwaltung der Fotos beinhaltet.

Das Bewusstsein für die eigene Identität und die Selbstwahrnehmung wurden nachhaltig gestärkt. Globales Lernen war ein wesentlicher Bestandteil des Projektes für alle Beteiligten und hat eine gute Basis für die Folgeprojekte geschaffen. Das Interesse der Kinder und Jugendlichen wie auch des Personals von A.M.P.O. am Projekt wie auch an der Fortführung der medienpädagogischen Arbeit ist ausgesprochen groß.“

Frau Meyenberg und Frau Ludwig planen bereits ein Folgeprojekt, nämlich einen Fotoworkshop mit sozial benachteiligten Jugendlichen in Schleswig-Holstein.

Für die Ausstellung im April werden noch Spender gesucht. Wenn Sie helfen möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Geschäftsstelle.

Beitrag weiterempfehlen