Meningitisepidemie in Burkina Faso

1808

Bei Tag tun wir unser Möglichstes….
…aber nachts?

46° Celsius, vor der AMPO-Krankenstation in Ouagadougou drängen sich hunderte von Menschen, die um eine Meningitisimpfung enstehen. Eine Epidemie hat unser Land Burkina Faso in Westafrika lahmgelegt. Unsere Krankenpfleger sind überfordert, bis zu 800 Dosen täglich werden bei uns verimpft, die der Staat seit Dienstag zur Verfügung stellt. Täglich erscheint unsere Besatzung mit frischem Mut, die Stimmung ist zuversichtlich und gut, Panik wird nicht zugelassen. Dabei hätten wir guten Grund dazu, denn es werden offiziell 700 Tote zugegeben, aber wir wissen es besser und schätzen die Zahl mal vorsichtig bis jetzt auf 2000……

Am schlimmsten ist, daß man, falls jemand angesteckt ist, die Medikamente in allen Apotheken suchen muß. Oft sind sie ausverkauft, und wer in diesem so armen Land kann schon 20 Euro bezahlen?
Wenn ich nachts in den verschiedenen Krankenstationen unterwegs bin, kann ich vor Kummer kaum weiterkommen: überall werde ich festgehalten, denn Hunderte von Kranken liegen draußen, es gibt niemals genug Betten, und es ist auch viel zu heiß um drinnen zu liegen. Vorsichtig umkurve ich in der Dunkelheit die Matten, aber immer wieder berührt jemand mein Knie, hält meine Hand fest, steht wankend auf und bittet um Hilfe.

Natürlich kann man nicht allen Menschen helfen, aber dort wo es möglich ist, nach Absprache mit den Krankenpflegern, halte ich an und gebe etwas: Wasser, Geld für Essen, Medikamente, eine Orange – oder ich zahle das Taxi, das den Toten nachhause bringt…..ja, solche Zustände kann man sich in Deutschland kaum vorstellen. Es wird kaum geweint, der Kummer wird stumm mit sich getragen, die Nachbarn graben das Grab. Früh genug erkannt und behandelt kann man die Meningitis gut überleben, aber in diesem Land stirbt man an
Armut. Immer nur ruhig bleiben und weitergehen, der nächste Mensch kann vielleicht gerettet werden. Wir sind hier immer voller Hoffnung.

Mal wieder hilft uns ein guter Bremer, seit langem schon unterstützt Gerolf Wolpmann unsere kranken Babies und zahlt Operationen und Eingriffe. Auch für die Menigitiskranken hat er schon eine Extraspende geschickt. Wollen Sie uns auch helfen? Ich verspreche Ihnen, das Geld persönlich an die Kranken weiterzugeben.

Ihre Katrin Rohde

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