Rundbrief von Katrin Rohde im Oktober 2007

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Der etwas andere Rundbrief aus Deutschland, im Oktober 2007

Ein Vierteljahr in Europa, ohne die Kinder und ohne die so oft unerträgliche afrikanische Sonne, wie halte ich das denn nur aus? Diesmal kann ich nur aus zweiter Hand aus Afrika berichten, denn ich selbst bin schon lange in Europa und erhole mich von Malaria und Lungenentzündung, die mich leider gleichzeitig erwischten. So wurde ich ausgeflogen und lag dann in einem deutschen Krankenhaus. Ich danke an dieser Stelle für alle Besuche, Blumen, Geschenke und gute Wünsche!

Fast alle Vortragstermine meiner Herbstreise mussten aus Gesundheitsgründen abgesagt werden, es tut mir leid. Herr Kerner allerdings sagte dann selbst meinen seit langem geplanten Auftritt in seiner Talkshow ab mit der Begründung: er hätte es sich überlegt, wegen seiner Einschaltquote hätte er lieber prominentere Gäste. Schade für viele unserer Spender, die mich dort gerne gesehen hätten, aber ich selbst bin froh: bei jemanden mit so wenig Stil und so schlechten Manieren möchte ich gar nicht zu Gast sein!

Derweil läuft alles prächtig in Ouagadougou. Der Herbst ist immer sehr arbeitsam: melden Sie einmal 120 Kinder in verschiedenen Schulen an! Dazu kommen noch die vielen Sonderfälle: Abendschulen, Handelsschulen, Technische Schulen, wer kommt wie hin und zurück, vor allem die Mädchen im Dunklen? Wer holt sie ab und wann? Schultaschen, Bücher, Hefte, Kugelschreiber, alles muss gerecht verteilt werden. Mindestens drei Tage lang wird vor allem den Schulanfängern der Hin- und Rückweg zur Schule gezeigt – eine unbedingte Notwendigkeit bei unserem entsetzlich gefährlichen Verkehr.

Gott sei Dank konnte mein Sohn dort den gesamten deutschsprachigen Part übernehmen, denn in meiner Abwesenheit hatten wir viel Besuch: eine Delegation des Deutschen Auswärtigen Amtes, also quasi “Staatsbesuch”, den Stiftungsvorstand unseres großen Gebers BONITA, der Buchhaltung und Projekte überprüfte, und etliche langjährige Freunde und Spender. Überraschenderweise stand dann auch noch die Gruppe “No Angels” bei uns auf dem Hof und bekam eine Sonderführung – was es alles so gibt! Kaum einer unserer Besucher spricht fließend französisch, so dass beständig übersetzt werden muss – das ist anstrengend, denn alles muss organisiert und überallhin begleitet werden, von morgens bis abends….
Soweit ich gehört habe, waren alle Besucher höchst zufrieden. Wie schön für mich, ich werde dort immer weniger gebraucht. Ich bin ersetzbar, das ist doch gut!

Vor Heimweh bin ich aber manchmal richtig krank, vor allen Dingen kann ich dieses Jahr die ersten Wochen der “Neuen” gar nicht miterleben. – Das ist wirklich gar nicht wieder gutzumachen… So halte ich mich also an den schönen Bildern aus dem gerade erschienenen AMPO-Kalender für 2008 fest. Das Layout stammt von unserer zweiten Vorsitzenden Frau Boutros, wir danken für die gute Arbeit. Und zum ersten Mal haben die Kinder ihn selbst fotografiert (wie sind wir stolz!), unter Anleitung unseres Zivis Johnny, der nun wieder zurück in Deutschland ist. – Lieber Johnny, sei bedankt für ein ganzes Jahr hingegebener Afrikaliebe von Dir! Du hast es nicht leicht gehabt und warst oft krank, aber ich weiß, dass die Kinder Dich nicht vergessen werden. Nicht vergessen darf ich noch das versprochene Resultat: jawohl, Du hast im Rugby-Nationalteam den Pokal für Burkina Faso gewonnen! – Dies ist der schönste Kalender, den wir je hatten, und ich hoffe, dass alle unsere Spender ihn vielfach (ein großartiges Weihnachtsgeschenk!) sofort im Sekretariat bestellen!

Und wenn Sie denn gerade am Telefon oder per Mail dabei sind: bestellen Sie doch unser gerade erschienenes Buch gleich mit. Die AMPO-Kinder haben afrikanische Geschichten für deutsche Kinder geschrieben und dazu gemalt. Übersetzt wurde von einigen unserer Praktikanten und mir. Lustige und traurige Erlebnisse aus Afrika bringen Ihnen und Ihren Kindern unser Leben dort näher. Das Buch ist zum Vorlesen ab 5 oder 6 Jahren, für Erstleser bis zu 10 Jahren oder auch als Geschenk für
kinderliebe Erwachsene geeignet. (Weitere Informationen zum Buch) Mit diesem Rundbrief erreicht Sie auch unser erster eigener Katalog. Wie Sie ja wissen möchten unsere Kinder in den Werkstätten sehr gerne zu ihrem Unterhalt beitragen und ihre Produkte verkaufen
– hier ein Versuch, Ihnen diese Idee nahe zu bringen!

Zur Erholung befinde ich mich gerade in Salzburg bei Freunden. Dort lebt für drei Monate auch ein AMPO-Kind: Ilboudou Sanata, nun 21 Jahre alt, wurde mit 17 Mutter von unehelichen Zwillingen und von ihrer Familie fallengelassen. In unserem Haus MIA fand sie Aufnahme und Unterstützung. Inzwischen ist sie Zahnarzthelferin und auf Einladung von Dr. Vorauer, der unsere Zahnarztpraxis in der Krankenstation von AMPO spendete, nun in Salzburg. Sie lebt dort in seiner Familie und lernt täglich in seiner Praxis dazu. Ihr Deutsch ist schon recht gut (außer dass sie manchmal “Schnecke” mit “Schnitzel” verwechselt!). Neulich erzählte sie mir begeistert, sie hätte Mozart gesehen. Schnell eilten wir beide dorthin und standen dann gemeinsam andächtig vor dem Mozartdenkmal auf dem Domplatz! Nun habe denn auch ich endlich Mozart gesehen.
Bis zu ihrer Heimkehr sind Sanatas Zwillinge Laila und Issouf sicher aufgehoben im Hause MIA, dort gibt es ja genügend Mütter, die sich kümmern. Deren Anzahl wird sich bald vergrößern, denn in Ouagadougou hat der Bau des Hauses ALMA, für wiederum 20 Mädchen und ihre Kinder, bereits begonnen – das alles ohne mich!

Einige ärztliche Untersuchungen stehen noch aus, dann darf ich vielleicht Mitte November endlich zurück in den Sahel.

Für diesmal aus strahlender Oktobersonne auf den Bergen Salzburgs grüßt Sie

Ihre Katrin Rohde

Liebe Freunde der Waisenkinder in Ouagadougou,
der schöne AMPO-Kalender „Made in Afrika“ für das Jahr 2008 und das zauberhafte Buch mit gemalten und geschriebenen „Kinder-Geschichten … aus Deutschland und Afrika!“ kann, einzeln oder natürlich auch zusammen, ab sofort in der Sahel e.V. Geschäftsstelle in Plön von Ihnen bestellt werden! Sie erreichen uns, Sabine Duwe und Karin Peters, per Telefon unter Nr. 0 45 22 – 78 98 85, oder per Fax: 0 45 22 – 78 98 86, aber auch via Email: info@sahel.de. Wir freuen uns über Ihre Bestellung!

Der „A.M.P.O.-Kalender 2008“ kostet 12,00€ plus Versand und das Buch „Kinder-Geschichten aus Deutschland und Afrika“ kostet 9,95€ plus Versand.

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