Zivi-Rundbrief Nr. eins… von Lukas Terwitte

Liebe AMPO-Freunde,
mein Name ist Lukas Terwitte. Anfang August habe ich die Nachfolge von Jonas Lanz, dem aktuellen AMPO-Zivi, angetreten. Bis zu seiner Abreise im September wird er mich einarbeiten und mir alle wichtigen Dinge bei AMPO und in Ouagadougou zeigen.

Zunächst möchte Ich mich Ihnen kurz vorstellen, damit sie ein ungefähres Bild haben, wer für Sie in den nächsten 13 Monaten den Zivi-Rundbrief schreibt:


Geboren wurde ich in Kiel und bin dort mit meinen 3 Brüdern aufgewachsen. Meine Freizeit widme ich der Musik, spiele Klarinette sowie Gitarre und singe im Chor. Ebenso gerne leite ich die Kindergruppe meiner Kirchengemeinde. Mit 19 habe ich in diesem Jahr mein Abitur an einer Kieler Gesamtschule gemeistert und freue mich nun darauf, all meine Energie in mein nächstes großes Projekt zu investieren: AMPO! Wie kam es dazu?

Nach meiner Interrail-Reise im Sommer 2007 verspürte ich verstärkt den Wunsch, für längere Zeit im Ausland zu leben. Zeitgleich wurde ich als „wehrdiensttauglich“ eingestuft und es war klar, dass ich mit einem „Anderen Dienst im Ausland“ das Nützliche mit dem Notwendigen verbinden könnte. Eine Recherche im Internet und einen Vortrag von Katrin in Bremen später stand für mich fest: Ich muss zu AMPO, unbedingt! Timo und Eric, welche das Auswahlverfahren geleitet haben, müssen einen ähnlichen Eindruck gehabt haben und so bekam ich im Februar die Zusage für das „wohl beste, aber auch härteste Jahr meines Lebens“ (Zitat von einem meiner Vorgänger). Bis zu meiner Abreise aus Deutschland stand allerdings noch so einiges auf dem Programm: Ein Sahel-internes Vorbereitungswochenende Anfang März in Marburg, zusammen mit neuen und alten Praktikanten sowie Zivi-Vorgängern. Auf diesem Seminar ging es darum, mehr über AMPO zu erfahren, über Strukturen, über Richtlinien vor Ort und auch über Burkina Faso im Allgemeinen. Das Treffen war nicht zuletzt auch deswegen sehr schön, weil abends genug Zeit blieb alten „AMPO-Geschichten“ zu lauschen oder einfach mal über ganz andere Dinge zu reden. Diese Ablenkung von meinem Abiturstress tat gut, immerhin stand 2 Tage später die erste Klausur an. Zusätzlich zu den notwendigen Vorbereitungen wie dem Buchen eines Fluges (One Way – ein gutes Gefühl), dem Impfen (Tetanus, Polio, Tollwut, Gelbfieber, Typhus, Cholera, … Ich glaube, zu einem gewissen Zeitpunkt meiner Vorbereitung bestand ich mehr oder weniger nur noch aus Einstichlöchern und Impfstoff) und der Beschaffung meines Visums kam ich in den Genuss eines 10-tägigen Vorbereitungsseminars in Köln. Auf diesem Seminar wurde ich zusammen mit anderen Gleichaltrigen auf mein Auslandsjahr vorbereitet. Programmpunkte waren unter anderem Einheiten in interkultureller Kommunikation, ein Vortrag eines Tropenmediziners und Kleingruppenarbeiten, in denen es vor allem um die Überprüfung der eigenen Motivation und Erwartung ging. Ganz besonders erfreulich war es, Jan und Nils dort kennen zu lernen. Mit einem Verein namens SEWA (Solar-Energie für Westafrika) gehen die beiden für ihren „Anderen Dienst im Ausland“ ebenfalls nach Ouaga. Traditionell unternehmen die AMPO- und SEWA-Zivis viel miteinander und unterstützen sich gegenseitig. Wenn mich der erste Eindruck nicht komplett täuscht, wird das zwischen uns „Ouaga-Boys“ in diesem Jahr nicht anders sein. Dafür bin ich den Beiden schon im voraus dankbar.

Nach diesem Seminar Ende Juli gehe ich gestärkt und mit einem zusätzlichen Motivationsschub in die letzte und schwierigste Phase meiner Vorbereitung, dem Abschiednehmen. Es fällt mir nicht leicht meine gewohnte Umgebung, meine Familie, meine Freundin und meine Freunde in Deutschland zu lassen. Also den Großteil dessen, was mir Kraft gibt und worauf ich bisher vertraut habe. Im Grunde genommen geht ein Lebensabschnitt zu Ende und ein neuer beginnt – traurigschön. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

In diesem Sinne freue ich mich darauf Ihnen in wenigen Tagen von meiner Ankunft in Afrika und meinen ersten Eindrücken zu berichten.

Herzliche Grüße ihr
Lukas Terwitte

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