AMPO-Rundbrief Oktober 2009: Aktuelle Nachrichten aus Burkina Faso

Liebe AMPO-Freunde,

Tobias Sassmann und Nathalie Schroeder
Tobias Sassmann und Nathalie Schroeder

Katrin Rohde ist seit vielen Jahren zum ersten Mal in ihrem langverdienten Urlaub. Erstmalig wird sie selbst jedoch im Dezember einen Jahresbericht der afrikanischen Einrichtungen an alle Spender schicken.

Heute schreiben Ihnen Tobias Sassmann und Nathalie Schroeder. Wir haben gerade vier Wochen bei AMPO als Praktikanten gearbeitet. Nathalie kennt AMPO schon seit 1998 und ist nun das sechste Mal hier.

Während die Kinder bei ihrer Großfamilie in den Ferien waren, wurden die zwei Waisenhäuser mit großem Aufwand und von vielen fleißigen Handwerkern gründlich renoviert. So wurde z.B. der Hof bei den Jungs mit neuem Kies aufgeschüttet und die Hütten bekamen neue Strohdächer. In der Krankenstation gibt es von nun an einen größeren Wartesaal mit wunderschönen Batiken an der Wand. Die freundlich gelbe Wandfarbe und die strahlend blau gestrichenen Bänke erinnern eher an die gemütliche Wartehalle eines „kleinen Provinzbahnhofs“ als an ein Krankenhaus.

Eine ganze Woche durften wir die Mädchen und die Kleinkinder aus den Häusern MIA und ALMA in ihr Ferienlager auf dem Gelände der Lehrfarm Tond Tenga begleiten. Mit vier vollgepackten Autos fuhren wir singend und trommelnd von Ouagadougou 20 km aufs Land.

Sogleich wurde eine kleine Küche eingerichtet und die Klassenzimmer als Schlafräume bezogen. Die Kinder, die sonst nur den kleinen Innenhof von MIA und ALMA gewohnt sind, machten sich sofort daran, ihr weitläufiges Spielgelände zu erkunden. Da gab es z.B. viele Ziegen, eine Herde Kühe und Pferde. Jeden Nachmittag durften die Kleinkinder und die jungen Frauen unter der Aufsicht und Führung des Pferdehüters auf den Pferden reiten – eine Riesenattraktion – und anfangs auch eine echte Mutprobe. Um 7 Uhr morgens, als die Hitze noch erträglich war, machten alle zusammen Morgensport auf dem großen Sandplatz. Danach wurde nach Herzenslust gespielt, gelesen und gemalt. In regelmäßigen Abständen gab es für die jungen Frauen unter der Leitung ihrer Erzieher Gesprächsrunden über Hygiene, Gesundheit und Kindererziehung. Abends, nach dem Gebet und dem gemeinsamen Essen, was im übrigen äußerst reichhaltig und lecker war, wurde noch bis zur Nachtruhe getrommelt, gesungen und getanzt. Im gemeinsamen Abschlussgebet der Christen und Muslime am letzten Abend dankten alle Kinder Katrin Rohde, den Erziehern und vor allem den Spendern aus Deutschland, die ihnen diese schöne Ferienwoche ermöglicht haben!

Zurück in Ouagadougou begann frühmorgens am 1. September ein außergewöhnlich heftiger Regen, der sich, je nach Landesteil, 10-12 Stunden hinzog. Um 6 Uhr stand unser Praktikantenzimmer 15 cm unter Wasser, ebenso das Büro der Direktorin von AMPO Annexe. Zusammen mit den Nachtwächtern waren wir Stunden lang damit beschäftigt, mit Eimern und Schaufeln das Wasser aus den Zimmern zu schöpfen und im Büro Akten, Fotos und Schulhefte zu bergen bzw. zum Trocknen auszubreiten. Dank der stabilen Bauweise und dem hochgelegenen Standort von AMPO haben die Grundmauern und Dächer dem sintflutartigen Regen standgehalten.

Zerstörte Behausung
Zerstörte Behausung

Viel dramatischer waren die Folgen in anderen und vor allem niedriger gelegenen Stadtteilen. Das Viertel, in dem Katrin Rohde wohnt, versank 1,50 Meter tief in schlammigen Wassermassen. Einsatzkräfte der Armee rückten mit Reitern aus, um die Menschen aus ihren zusammenbrechenden Hütten und Häusern zu retten, zumal hier kaum einer schwimmen kann. Die Menschen waren noch in den Häusern von der starken Strömung überrascht worden. Am schlimmsten hatte es die Menschen in den Randbezirken von Ouagadougou getroffen, die ihre Behausungen oftmals auf nicht ausgewiesenem Bauland und nur aus Lehmziegeln errichtet haben. Die Mauern rutschten weg, stürzten ein oder zerflossen regelrecht. Es gab hunderte von Verwundeten, vor allem Kinder wurden von herabfallenden Mauern verletzt.

Nach offiziellen Angaben starben 8 Menschen, sind knapp 25 000 Behausungen zerstört und 150 000 Menschen obdachlos geworden. Wir wissen jedoch alle, dass es sich um mindestens doppelt so viele Opfer handelt. Zehntausende Menschen wurden in Schulen untergebracht und keiner weiß, was mit ihnen geschehen soll wenn bald die Schule beginnt. Da es sich erst zum Ende der Regenzeit, also im November, wirklich lohnt, die Häuser neu aufzubauen, hat Katrin Rohde in der Personalversammlung die Herstellung von Sandsäcken initiiert, um beim nächsten schweren Regen besser vorbereitet zu sein. Bei Lehmhütten hilft das allerdings nicht!

Auch bei AMPO suchen nun viele Menschen Hilfe, was unsere finanziellen Möglichkeiten weit übersteigt. Deshalb sind wir dankbar für alle außerplanmäßigen Spenden auf das Konto von Sahel e.V. mit dem Kennwort „Hochwasserkatastrophe“.

Wir alle müssen jetzt fest zusammenhalten, damit die Menschen in Burkina Faso die restliche Regenzeit gut überstehen und ihre Häuser bald wieder aufbauen können.

Managré Nooma – Das Gute geht nicht verloren.

Herzliche Grüße aus Burkina Faso,
von Tobias und Nathalie

SAHEL e.V.
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Email: info@katrin-rohde-stiftung.de Internet: www.katrin-rohde-stiftung.de
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