Katrin Rohde im Plöner Marionettentheater Kriegelstein

Mulli und Uli begrüßen sich. Katrin Rohde schlüpfte kurzerhand in die Rolle des Puppenspielers, bevor sie im Plöner Marionettentheater Kriegelstein einen Überblick über die vielen Projekte der AMPO Stiftung in Burkina Faso gab
Mulli und Uli begrüßen sich. Katrin Rohde schlüpfte in die Rolle des Puppenspielers, bevor sie im Plöner Marionettentheater Kriegelstein einen Überblick über die vielen Projekte der AMPO Stiftung in Burkina Faso gab

Plön (lob) „Guten Tag, Uli“, sagte Mulli, „es ist ja so kalt hier bei euch. Stell dir vor, bei meiner Abreise in Afrika hatten wir 47 Grad Celsius. Und dann dieser Stromausfall. Nein, so ein Durcheinander“. Mulli ist eine kleine „dunkelhäutige“ Marionette aus Afrika, Uli das helle, rothaarige Pendant des kleinen Kriegelsteintheaters, das die Begrüßung fröhlich erwidert.

Mullis Stimme gehört Katrin Rohde, die am vergangenen Dienstag Plön besuchte. Ihr früheres Leben als Inhaberin der Hahnschen Buchhandlung in der Langen Straße in Plön hatte sie vor fünfzehn Jahren ausgetauscht, um sich einer ganz anderen Aufgabe zuzuwenden. Sie gründete das AMPO Waisenhaus in Burkina Faso, um schwer mishandelten und Elternlosen Kindern ein Zuhause und eine Perspektive für ihr Leben zu bieten.

Von dort ist Mulli mit ihr angereist, um sie bei ihrer Werbung um Unterstützung der AMPO Stiftung zu begleiten. Die Puppe zeigt exemplarisch, was Afrika in punkto Gestaltung, Phantasie und Handwerkskunst zu bieten hat. Das umfangreiche Projekt der ehemaligen Buchhändlerin reicht vom Waisenhaus bis zur Biofarm mit angeschlossenem Internat und funktioniert allein auf Spendenbasis.

Katrin Rohde
Katrin Rohde

Das westafrikanische Land gehört zu den ärmsten auf diesem Globus. Deshalb erfuhren die zahlreichen Besucher des Marionettentheaters am vergangenen Dienstag, wie wichtig Krankenstationen in einem Land sein können, wo Unfälle mit der Folge schlimmer Verbrennungen allein durch das Kochen am Boden besonders häufig sind. Sie erfuhren weiterhin, dass ein schlecht funktionierendes Stromnetz gerade hier sehr üble Auswirkungen hat. Verderbliche Lebensmittel sind nun einmal auf Kühlung angewiesen. Es ging um Hunger, Hygiene, Heuvorräte für die Tiere und Hilfe in allen Lebenslagen, die gerade dort so schwer zu bekommen ist. Umso wichtiger sei es, zu verstehen, das Bildung beziehungsweise Ausbildung für die Zukunft das Wichtigste ist. Die Analphabetenquote liegt bei 83%.

Die AMPO- Waisenkinder zeigten ungewöhnlich gute schulische Leistungen, berichtete die engagierte ehemalige Plönerin, und sie machten häufig Abitur. „Denn sie wissen genau, das sie eines Tages ihr Leben ganz allein bewältigen müssen“, betonte sie. Es sei in Afrika ganz normal, Klassen von 80 Schülern zu unterrichten. Die Wertschätzung der Bildungseinrichtung lasse ungestörten Unterricht in dieser Größenordnung zu.

Ihre Erlebnisse hat Katrin Rohde in einem Buch zusammengefasst. Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, kann in der erweiterten Neuauflage von „Mama Tenga“ vieles über das Leben auf dem schwarzen Kontinent erfahren. www.sahel.de gibt weitere Auskünfte zu der Arbeit ihrer Stiftung.

Mulli, die Marionette aus Afrika, konnte einiges über seine heiße Heimat berichten
Mulli, die Marionette aus Afrika, konnte einiges über seine heiße Heimat berichten
Katrin Rohde stellte die erweiterte Neuauflage ihres Buches "Mama Tenga" vor, das ihre Erlebnisse in Burkina Faso schildert
Katrin Rohde stellte die erweiterte Neuauflage ihres Buches "Mama Tenga" vor, das ihre Erlebnisse in Burkina Faso schildert

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