JAKO-O unterstützt das Kinderhilfsprojekt in Burkina Faso

Bettina Peetz, Geschäftsleitung JAKO-O, (links) Katrin Rohde, Gru?nderin des AMPO-Hilfsprojektes in Ouagadougou (rechts) mit Hedwige Ouédraogo, Souleymane Nana, Gisèle Sari, Mathias Zoré, Christine Adamou, den „Directeurs“ der verschiedenen Häuser.
Bettina Peetz, Geschäftsleitung JAKO-O, (links) Katrin Rohde, Gru?nderin des AMPO-Hilfsprojektes in Ouagadougou (rechts) mit Hedwige Ouédraogo, Souleymane Nana, Gisèle Sari, Mathias Zoré, Christine Adamou, den „Directeurs“ der verschiedenen Häuser.

„Ich weiß jetzt, dass es sich absolut lohnt, sich hier zu engagieren“

Seit vier Jahren ermöglicht JAKO-O 650 Kindern in Ouagadougou im afrikanischen Burkina Faso den Schulbesuch. Interessiert an diesem unkomplizierten und doch so wirkungsvollen Hilfsprojekt reisten Bettina Peetz, Geschäftsleitung JAKO-O und ihre Freundin Irmgard Clausen, engagierte Buchhändlerin aus Coburg, im Februar nach Afrika. wirbelwind sprach mit den beiden.

wirbelwind: Wie sind Sie auf Katrin Rohde und ihr Projekt in Burkina Faso aufmerksam geworden?

Bettina Peetz: „Das war ganz witzig. Ich hatte Katrin Rohdes Buch gekauft („Mama Tenga“ kommt gerade in Neuauflage heraus), atemlos gelesen und hätte am liebsten meinen Job gekündigt. Zwei Wochen später erzählte mir Irmgard Clausen von einer Freundin in Afrika, die sie mir unbedingt vorstellen wollte. Und drittens rief mich ein eifriger Mensch an und sammelte Kindersachen für Ouagadougou. Sie können sich sicher denken, es ging immer um das gleiche Projekt.“

wirbelwind: Sie bekommen bestimmt viele, viele Anfragen. Warum hat Sie ausgerechnet dieses Projekt so interessiert?

Bettina Peetz: „Mich hat die pragmatische und menschenfreundliche Arbeit von Katrin angesprochen. Als ich sie dann kennen lernte und sie dieses Engagement auch absolut authentisch verkörperte, war mir klar, dass hier unser Geld segensreich eingesetzt würde und zwar zu 100 Prozent. Wo gibt’s das schon?“

wirbelwind: Um was geht es da genau?

Bettina Peetz: „So ganz auf die Schnelle: Ein Waisenhaus für Jungs, ein Waisenhaus für Mädchen, eine Krankenstation, die jährlich 40.000 Menschen unkompliziert und fast kostenlos betreut, zwei Häuser für verstoßene junge Mädchen und ihre Kinder, eine Straßenjungen- Projekt, Aufklärungsarbeit für Mädchen und Frauen, eine biologisch arbeitende Lehrfarm für 80 junge Männer und 1000 externe Kinder, die bei ihren Familien leben und denen der Schulbesuch finanziert wird. Mehr dazu unter dem deutschen Internet- Auftritt www.sahel.de.“
Irmgard Clausen: „Allerdings handelt es sich nicht um ein Projekt im herkömmlichen Sinne – gemacht und abgehakt. Katrin Rohdes Arbeit wächst beständig an den Anforderungen, die das Leben hier stellt und das nun schon seit 17 Jahren. Sie ermöglicht Kindern, die sonst nicht die geringste Chance hätten, ein Leben in Selbstbestimmung und Würde. Kinder, die Schreckliches erlebt haben, bekommen dreimal am Tag zu essen –
für Afrika eine Seltenheit, werden psychologisch betreut, gehen zur Schule und erhalten eine Ausbildung. Aber was noch wichtiger ist, sie bekommen ein Zuhause.“

wirbelwind: Warum diese Reise?

Bettina Peetz: „Bei einem fröhlichen Abend in Coburg mit Katrin, Irmgard und mir wuchs die Idee Katrin zu besuchen. Aber noch spannender fand ich die Chance, Einblick ins Alltagsleben in einem der ärmsten Länder der Welt bekommen zu können.“
Irmgard Clausen: „Ich kenne Katrin ja schon seit 30 Jahren, da war sie noch Buchhändlerin in Schleswig Holstein. Ich war einfach neugierig, wie sie lebt.“

wirbelwind: Was hat Sie besonders beeindruckt?

Bettina Peetz: „Bei Ampo selbst die Fröhlichkeitder Kinder und die engagierten, einheimischen Mitarbeiter. Dort arbeiten Psychologen, Erzieher, Soziologen, Köche, Tierärzte, Fahrer, immerhin 80 Personen, die rund um die Uhr für die Kinder da sind. Die Atmosphäre in den Waisenhäusern, in denen wir diese Woche wohnten, fanden wir hinreißend. Wir gehörten ganz einfach und ganz unauffällig dazu. Dann die wunderbaren, starken, stolzen, unglaublich schönen Frauen, die in ihren afrikanischen Gewändern das Straßenbild bestimmen. Mit oder ohne Kind auf dem Rücken. Kinderwagen werden hier nicht gebraucht.“
Irmgard Clausen: „Die Hitze, 46 Grad, während in Deutschland seit Wochen schon Minusgrade herrschen, und der rote Staub, der morgens und abends die ungeteerten Straßen vernebelt. Außerdem der irre Verkehr aus wenigen Autos, unzähligen Mopeds und Millionen Fahrrädern. Alle ohne Licht und Bremse. – Das Überqueren unserer Hauptstraße hier wurde im Dunkeln zum Abenteuer.“

Beitrag weiterempfehlen