Großartige Beteiligung an AMPO-Sachspendenaktion 2010

Über 5 Tonnen Spendengüter für AMPO-Waisenhäuser in Ouagadougou

Bildquelle: Badische Neueste Nachrichten

Der AMPO-Freundeskreis „Susanne Lehmann“ in Gaggenau Selbach hat nach einer gleichen und sehr erfolgreichen Aktion vor einem Jahr auch in diesem Jahr wieder dazu aufgerufen, Sachspenden für die Waisenhäuser von AMPO in Ouagadougou zu leisten. Dazu wurden alle Selbacher Haushalte mit einem Flugblatt informiert aus dem genau zu ersehen war, welche Sachspenden speziell erwünscht waren. In der Zeit vom 4.- zum 18.10.2010 konnten die Spenden im Sachspendendepot in der Knopfstr. 6 in Selbach abgeliefert werden. Größere Objekte wie z.B. Nähmaschinen wurden vom Initiator der Aktion, Helmut Timper, auch direkt bei den Spendern abgeholt.

Die Reaktion der Selbacher Bevölkerung war überwältigend und nach dem Erscheinen eines Artikels im Badischen Tageblatt am 14.10.2010 weitete sich die Spendenbereitschaft auch auf die Kernstadt und andere Stadtteile aus, sodass die Initiatoren von Sachspenden nahezu überrollt wurden. Sehr schnell war die Aufnahme- und Transportkapazität des Sachspendendepots erschöpft. In der Endphase konnten aus diesem Grund nicht mehr alle Spenden angenommen werden.

Um den Transport der Güter zur Containerverladung in Norddeutschland zu gewährleisten, musste Helmut Timper zusätzlich zu dem vorhandenen Transporter mit langem Hänger noch die Polster seines Reisemobils entfernen und auch dieses Fahrzeug zum Transport nach Norddeutschland einsetzen.

Insgesamt kamen 5120 kg Sachspenden zusammen, die alle in der Knopfstraße 6 gesichtet, sortiert und sortenrein in 324 Packstücken verpackt, etikettiert und in einer Ladeliste erfasst wurden. Großzügige Geldspenden von Nachbarn und Freunden des AMPO-Freundeskreises „Susanne Lehmann“ deckten die Transportkosten zum großen Teil ab.

Am vergangenen Mittwoch (20.10.2010) wurde die komlette Ladung mit zwei Fahrzeugen nach Neumünster in Norddeutschland verbracht. Dort stand am zentralen Spendendepot von SAHEL e.V. ein 20-Fuß Seecontainer zur Beladung bereit. Dieser wurde von Helmut Timper und seinen Mitstreitern Helmut Wacker und Ralf Wachholz gemeinsam mit Mitarbeitern von SAHEL e.V. am nächsten Morgen beladen. Die Gaggenauer Spendengüter füllten den gesamten Container.

Der Container ging dann am Freitag, 22.10.2010 in den Hamburger Hafen, wo er zollmäßig abgefertigt wurde.

Bereits am Montag den 25.10.2010 wurde er an Bord eines Frachtschiffs verbracht, das am Dienstag, den 26.10 2010 in See stach. Der Container wird 26 Tage auf See sein und in den Hafen von Lomé in Togo geliefert, von wo aus er seine Reise über teilweise schwierige Straßen in das fast 1000 km entfernte Ouagadougou in Burkina Faso per LKW fortsetzt. Etwa Mitte Januar 2011 wird er bei AMPO erwartet.

Wir sind immer wieder mit ähnlichen Fragen seitens der Spender konfrontiert worden. So interessierte durchgehend, ob die Spenden auch direkt im Waisenhaus ankommen und wir konnten versichern, dass die gesamte Ladung unter Zollverschluss auf den Hof von AMPO verbracht und dort im Beisein eines Burkinesischen Zollbeamten der Container geöffnet und entladen wird.

Auch interessierte die Spender, was AMPO im einzelnen mit so vielen Sachspenden anfängt. Dazu muss man wissen, dass AMPO in Ouaga und weit über die Grenzen der Stadt hinaus als „Königreich der Armen“ bekannt ist. Die Güter werden nach Entladung in verschiedene Magazine von AMPO verstaut. AMPO entnimmt den Ladungen das, was man in den Waisenhäusern und auf der Lehrfarm dringend selbst braucht. Die restlichen Güter werden an Arme verteilt. So betreut AMPO extern etwa 600 arme und kinderreiche Familien, die sich den Schulbesuch ihrer Kinder ohne diese Hilfe nicht leisten könnten. Sie erhalten Kleidung und Schulmaterialien wie Schulranzen, Hefte, Bleistifte etc.

Außerdem werden in der Krankenstation von AMPO, der auch ein Beratungszentrum für Frauen und Mädchen angegliedert ist, jährlich ca. 60.000 Menschen betreut, die dort für umgerechnet 15 Cent behandelt werden, wobei Medikamente weitgehend kostenlos abgegeben werden. Auch diese bedürftigen Menschen erhalten von den Gaggenauer Sachspenden Kleidung, Schuhe für ihre Kinder und auch Haushaltsgegenstände.

Auch werden Güter an eine von AMPO gegründete Frauencooperative abgegeben. Dabei erhalten kinderreiche Witwen, die am Existenzminimum leben und ihre Familien versorgen, Güter aus diesen Spenden, die sie auf den Märkten der Hauptsadt verkaufen können. Einen Teil ihres Verdienstes geben sie dann an AMPO ab um wieder neue Ware zu erhalten.

Nicht zuletzt erhält das in Ouaga befindliche Kinderkrankenhaus „Charles de Gaulle“, mit dem AMPO eine enge Kooperation unterhält, teilweise diese Spendengüter.

So werden mit einer solchen Spendenaktion hunderte bedürftige kinderreiche Familien versorgt und ihre drückenden, täglichen Sorgen ein wenig gemildert. Nutznießer sind in erster Linie die Kinder.

Allen Gaggenauer Spendern sei nochmals für ihre Großzügigkeit herzlich gedankt.

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