Afrika, Arbeit und Klamotten

Ein Beitrag von Sarah Moa Gilbert

Am Anfang war das Wort. Dann das Paradies, dann Arbeit und Klamotten.

Die Sehnsucht nach dem Paradies ist geblieben. Ich wollte nach Afrika. Im Zusammenhang mit Arbeit und Klamotten.

Zum Glück konnte ich das Modedesign-Praxissemester in den AMPO-Lehrwerkstätten im Lande der Aufrechten absolvieren, nicht zuletzt dank meiner Schneiderausbildung. Mit den Webern und Schneidern Exportartikel entwickeln und eine Modenschau -Inspiration Tuareg- veranstalten.

War schon ein Abenteuer, aber als ich zurück war, wollt ich sofort wieder hin. Es ist halt faszinierend, richtig viel Sinnvolles tun zu können und in eine fremde Kultur einzutauchen.

Aber wenn eine studierende burkinische Freundin es normal findet, drei Malariafälle in der Familie zu haben, ist das leider weniger paradiesisch. Ihre Art, sich zusammen Mut anzulachen, schon.

Ich muss gestehen, ich liebe Afrika. Man kann ja auch lieben, was man noch nicht gut kennt und durchschaut. Jedenfalls habe ich meine Bachelorarbeit dem Thema, das mich seither beschäftigt gewidmet:

Wie macht man aus all der schönen und ursprünglichen Handarbeit hochwertige Mode für internationale Märkte – und zwar in Afrika?

Die Kleider, die ich bis jetzt umgesetzt habe, sind aus handgewebter Baumwolle; der Trench, der Blazer und die Hose – sie ist sogar aus handgesponnenem Garn und mit Erde gefärbt, aus burkinischem Bogolan-Stoff. Futterstoffe: handgefärbt in Nigeria, das Material typische Importware aus Europa, die Baumwolle aber oft von afrikanischen Baumwollfeldern. Die Tuareg und ihre Lederarbeiten sind der Grund für das Leder-Etuikleid – die Armreifen aus Leder sind tatsächlich von ihnen hergestellt. Eigentlich ist die ganze Kollektion von geübter Hand auf normalen Nähmaschinen, Webstühlen, handwerklich und notfalls ohne Strom produzierbar, auch die Lederknöpfe und Metallschnallen.

Arbeit bringt Wohlstand und Bildung und Demokratie, im Optimalfall. Dann das zusammen Lachen nicht aufgeben – welcome to paradise.

Photos: Sebastian Noack
Models: Buki Akomolafe, Milli Nobis
Makeup/Hair: Leela Klein
Accessoires: Kette Mies Nobis, Armreifen Tuareg
Design & Styling: Sarah Moa Gilbert
Location: Berliner Dom

Dank an Sahel e.V. AMPO für den Bogolan-Stoff.

 

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