Das Gute bleibt

Costa Blanca Nachrichten, 20. April 2012

Deutsche Katrin Rohde gründet acht Hilfsprojekte in Burkina Faso

Das Gute bleibt - Deutsche Katrin Rohde gründet acht Hilfsprojekte in Burkina Faso
Das Gute bleibt - Deutsche Katrin Rohde gründet acht Hilfsprojekte in Burkina Faso

Orihula Costa – ma. „Wer mit mir arbeiten will, muss früh aufstehen!“ Die Buchhändlerin Katrin Rohde, 1948 in Hamburg geboren, ist eine starke Frau. So stark wie die Frauen in Afrika, die sie seit über 22 Jahren unterstützt. „Association Managré Nooma pour la Protection des Orphelins“ (Vereinigung Managré Nooma zum Schutz der Waisenkinder, kurz AMPO) heißt ihr Kinderhilfswerk, das heute im westafrikanischen Burkina Faso, in der Landeshauptstadt Ouagadougou, Tausenden von Menschen Chancen bietet.

Andere Sicht auf Afrika

Im Orihuela Costa Resort stellte die Trägerin des Deutschen Bundesverdienstkreuzes, ebenfalls ausgezeichnet vom Orden der Mutter Teresa, ihre Arbeit vor. Begleitet von Dieter Moll, dem ehemaligen Verleger der CBN und engagierten Afrika-Reisenden, und auf Einladung des Deutschen Tisches Orihuela Costa hatten die Zuhörer die Gelegenheit, einen neuen, anderen Blick auf Afrika zu erhalten.

Aus erster Hand, von einer mutigen Frau, die auf eigene Faust 1995 ihre Buchhandlung in Plön verkaufte und seitdem Waisenhäuser für Kinder und Jugendliche in Afrika aufgebaut hat, Werkstätten für Straßenkinder, Beratungsstellen für Mädchen und junge Frauen, eine Krankenstation, eine Lehrfarm für biologischen Landbau und vieles mehr.

Reichtum im Herzen

„Arm sein heißt nicht, nicht fröhlich zu sein“, sagt die Hamburgerin mit Wahlheimat Burkina Faso. „Es wird bei uns jeden Tag viel gelacht!“ Zwei Millionen Einwohner zähle Ouagadougou, nur ein Drittel haben Zugang zu sauberem Wasser und Strom. Das Waisenhaus hat sie mit ihrem Team von Afrikanern, darunter Soziologen, Psychologen und Ärzten, auf dem vom Bürgermeister zugewiesenen Land errichtet – einer Müllhalde.

Mittlerweile haben „ihre“ Waisenkinder Karriere gemacht: Acht Zöglinge sind auf der Universität, 46 junge Afrikaner haben sich zu Krankenpflegern ausbilden lassen, andere haben Berufe ergriffen wie Schneider, Schreiner, Mechaniker.

„Die Mädchen lernen Karate“, sagt Katrin Rohde. Es sei für die jungen Frauen wichtig, einen festen Stand im Leben zu haben. Und im Ernstfall auch austeilen zu können – „aber nur an Blödmänner!“ „AMPO – ein Königreich der Armen“ titelte sich ihr lebendiger Vortrag, eine bewegende Powerpoint-Präsentation. Sieht man die Lebensverhältnisse vor Ort, könnten einem Tränen in die Augen treten vor sozialer Ungerechtigkeit. „In Afrika stirbt man nicht an Krankheiten“, sagt Mama Tenga, wie sie in Afrika genannt wird. Man stirbt daran, dass man kein Geld hat, sie zu behandeln.“ Es gebe eine kleine Schicht von Reichen. (…) Dass die Entwicklungshilfe „In die Leere läuft“, erfüllt sie innerlich mit Wut.

Kraft des Einzelnen

Gäste des Vortrags, die Katrin Rohde noch aus Plön kennen, waren baff angesichts der Resultate, die eine engagierte Frau aus Eigeninitiative und anfangs ganz auf sich gestellt realisiert hat. „Deine Energie, dein Durchhaltevermögen sind beeindruckend!“ Katrin Rohde glaubt an eine neue Zukunft für Afrika – als Kontinent der Chancen. Das Internet trage zur Entwicklung bei: „Heute sind Afrikaner selbst auf Dörfern mit Notebooks vernetzt. Es entstehen ganz neue Foren der Solidarität.“

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