Tag der Offenen Tür auf Tondtenga

„Wie viele Papaya-Früchte trägt ein Baum pro Jahr?“ „Was muss man tun, wenn man in der  Sahelzone zur Trockenzeit Salat anzubauen möchte?“ Um diese und viele andere Fragen drehten sich am  Sonntagmorgen, den 20.01.2013, die Gespräche auf der Lehrfarm Tondtenga. Über sechzig begeisterte Besucher waren mitsamt ihren Kindern erschienen, um bei angenehmen Frühjahrestemperaturen von 25°C zu erfahren, wie innerhalb von nur wenigen Jahren der ursprünglich steinige Boden von Tondtenga mittels unermüdlicher Handarbeit der auszubildenden Jungbauern in eine grüne Oase verwandelt wurde. Im Schatten von Papayabäumen werden heute Tomaten, Zucchini und Auberginen angebaut, in dem Mikroklima der neu angepflanzten Bäume  gedeihen Ruccolasalat und Erdbeeren. Der Erfolg kann sich sehen lassen: seit wenigen Monaten werden die überschüssigen Erträge an Obst und Gemüse im Rahmen des Projekts FaaBio („Alles Bio“) zu fairen Preisen an private Haushalte und Restaurants in der Hauptstadt verkauft.

Doch nicht nur aufgrund des herrlichen Klimas, auch bedingt durch die Vielfalt der gesprochenen Sprachen hatten die Besucher schon nach wenigen Augenblicken das Gefühl, sich nicht etwa inmitten der Sahelzone, sondern im Herzen von Europa aufzuhalten. Etwaige Sprachbarrieren der Erwachsenen waren hingegen den Kindern und den achtzig auszubildenden Jungbauern vollkommen fremd. Sie alle hatten sich schon lange auf diesen Tag gefreut und begrüßten ihre Gäste mit lautem Klatschen und Trommelmusik. Sogar ein eigenes Programm für die Kleinen hatten sich die Gastgeber ausgedacht: zum großen Erstaunen der Erwachsenen chauffierte der eigens für diesen Tag hergerichtete Esel JB die vor Vergnügen quietschenden Kinder über das 7 Hektar große Terrain der Farm, um Küken, Ferkeln, Kälbern und dem neu geborenen Fohlen Libero einen Sonntagsbesuch abzustatten. Die höchst amüsante Tanzeinlage zweier alter Männer – woher sie genau kamen, werden wir wohl nie erfahren – bildete schließlich den Höhepunkt des Vormittagsprogramms.

Anschließend wurde in ausgelassener Mittagsrunde noch lange im Schatten der auf dem Versammlungsplatz gelegenen Hütte gemeinsam gegessen und diskutiert, Vorteile und Hürden der biologischen Landwirtschaft besprochen und neue Freundschaften geknüpft. Es war einer dieser sorglosen Tage auf dem Lande, von denen man sich wünscht, dass sie nie zuende gehen…

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