Straßenbau in Ouagadougou

Oh Schreck, eine Straße – vierspurig! Und völlig unnötig!

Und das mitten zwischen unsere beiden Waisenhäusern in Ouagadougou! Wie sollen unsere Kinder ohne Gefahr eine ampellose so große Straße überqueren? Sie tun es täglich viele Male. Nun fahren die Autos dort noch schneller….
Was bislang ein zwar staubiger, aber immerhin malerischer und friedlicher Weg war, wird  nun zu einem Monster: vier Spuren plus Moped- und Fahrradweg plus Gehweg plus Abwassergräben. Unsere berühmte Restaurantterrasse, bei allen so beliebt, mußte abgerissen werden.
Nun erscheinen täglich riesige Bagger, reißen tiefe Löcher in den Boden. Ein  Subunternehmer weiß nicht was der nächste tut. Ein Chaos mit unabsehbarer Bauzeit! Staub ohne Ende.
Die Kabel für unsere Notstromaggregate, bei unseren vielen Sromausfällen täglich in Gebrauch, wurden herausgerissen. Da weder die Buchhaltung noch die Optikerstation ohne Strom auskommen, kauften wir neue, kleinere Aggregate für beide Seiten. Ein neues Computernetzwerk wurde eingerichtet, sodass das Jungswaisenhaus nun autark ist, denn dort befinden sich die meisten Büros und der Computerlehrraum.
Küche und Krankenstation sind mit unserem großen Aggregat bestens ausgerüstet, im Restaurant kann man immer online gehen.
Tja, und das Restaurant?
Ohne zu schließen wurde es innerhalb von nur fünf Tagen umgebaut, mal wieder eine Großtat aller Handwerker, von Katrin Rohde koordiniert.
Der Eingang ist nun auf der rechten Seite, in der kleinen Stichstraße. Innen wurden Mauern abgerissen, andere neu gezogen, Tür und Fenster versetzt, es gibt neue Steckdosen, Lampen und Schränke – dazu erstrahlen wir in neuen Farben, siehe Fotos. Alle finden daß es nun schöner ist als vorher, wer hätte das gedacht, als wir zu Beginn so verzweifelt waren?
Ab morgen soll nun das große Eingangstor des Mädchenwaisenhauses geschlossen werden, denn auch hier wird 5 Meter tief ausgegraben. Gott sei Dank sind die Kinder noch bis Ostermontag in ihren Familien, danach müssen dann alle durch das Restaurant und durch die Küche gehen – oha, was wird der Koch dann sagen? Es ist strengstens verboten, aber einen anderen Eingang haben wir derzeit nicht!
Wir warten ab, afrikanisch geduldig, aber die Wände von zwei Büros haben schon tiefe Risse durch die Baggervibrationen – was das wohl noch werden soll…?

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