A.M.P.O. – Rundbrief April 2014

Liebe Freunde unserer Waisenkinder im Norden,

hoffentlich ist Ihr Frühling bald in Sichtweite, dies wünschen wir Ihnen alle.
Dieses Jahr hatten wir diverse Gäste hier bei uns die aus -15°C kamen – brrrrhh, hier in der Sahelzone ist das ganz unvorstellbar. Die Gäste lachten wiederum sehr, als sie sahen, dass wir bei 20° plus (unvorstellbare Kälte für uns, denn wir kommen ja von 45° soweit hinunter) schon Handschuhe, Anorak und Wollmützen tragen. Sie selbst trugen T-Shirts …
So ist alles relativ!
Wir danken Ihnen auch dieses Jahr – gerne schon im Vorherein, denn wir wissen ja, wie viele gute Jahre Sie uns bereits treu unterstützen!
Darum zählen wir auch ganz beruhigt weiterhin auf Ihre Hilfe, ob sie nun finanzieller Art ist, ob sie als Hilfspaket in unserem Container auftaucht oder ob Sie uns gute Gedanken senden – wir bleiben beieinander.

Heribert Prockl mit Katrin Rohde und AMPO-Buchhalter M. Savadogo
Heribert Prockl mit Katrin Rohde und AMPO-Buchhalter M. Savadogo

Dieser Rundbrief von mir wird kurz, denn ich möchte Platz lassen für unseren neuen 1. Vorsitzenden im Verein, Heribert Prockl aus Herzogenaurach. We proudly present!

Schon in den ersten sechs Monaten seiner Amtszeit hat er eine große Ruhe in den Verein gebracht. Unser Büro in Plön zog endlich in angemessene Räume, wir bekommen zwei neue Mitarbeiterinnen, verwaltungstechnisch bringt er uns ganz auf Vordermann. Gerade war er hier in Burkina Faso, gemeinsam mit seiner Frau. Wir alle freuten uns sehr über diesen Besuch, täglich orientierte er sich sehr ernsthaft in allen Projekten und wird nun zum AMPO-Experten und AMPO-Botschafter!

Hier bei AMPO geht es allen Kindern gut, aber natürlich stehen wir ganz im Schatten des Neubaus unserer Waisenhäuser. Die Kinder wohnen praktisch auf der Baustelle, ein ruhiger Platz zum Lernen findet sich immer weniger. Wir sind beengt von allen Seiten, vor allem von der großen vierspurigen Straße, die selbst für Erwachsene nun schwer zu überqueren ist. Oft stehe ich morgens mit ausgebreiteten Armen mittendrauf und halte alle Autos an und erzähle den Fahrern, dass hier 120 Kinder wohnen – aber der nächste rauscht schon wieder mit 100km/h heran! Die Kinder tragen alles mit größerer Fassung als ich selbst, das muss ich sagen.

Nachdem wir das Jahr 2013 mit der frisch umgebauten Krankenstation beendet hatten fiel der erste Spatenstich für den Neubau der Waisenhäuser am 15. Januar.
Ich habe den Bau in drei Bauabschnitte geteilt, denn alle Kinder sollen möglichst beruhigt und friedlich mit uns weiterleben, aber dies gestaltet sich doch schwierig.
Um überhaupt Platz für die neuen Schlafräume zu bekommen müssen erst einmal Verwaltung, Buchhaltung und Computerraum umziehen, dann neue WCs und Duschen gebaut werden und vor allem der Eingang wegverlegt werden von der Straße. Erst dann kann der eigentliche Bau beginnen. Da ich zwischendurch auch noch nach Deutschland, Dänemark und Frankreich reisen will, muss der erste Bauabschnitt für das Jungenwaisenhaus bis zum 15. Juni beendet sein.

Die Gründerin bereitet sich auf ein hartes Jahr vor.
Die Gründerin bereitet sich auf ein hartes Jahr vor.

Dann erfolgt der 2. Abschnitt für die Mädchen, möglichst bis zum 1. Oktober, denn dann beginnt die Schule wieder und Ruhe soll einkehren!
Nun muss dann noch das dann leere Mädchenwaisenhaus auf der anderen Straßenseite umgebaut werden, aber da lassen wir uns Zeit, Hauptsache die Kinder finden ein gutes Zuhause vor, jeden Tag einen verlässlichen Ort für sie. Dafür beten wir alle.
Es gibt also reichlich zu tun, Sägen kreischen, Wände fallen, Bauschutt überall, das Büro zog provisorisch um, nun werden die alten Hütten abgerissen – so weit sind wir.

Gott sei Dank ist der Bauleiter mein Mann Salif, und er kann ́s! Seine Handwerker arbeiten schon viele Jahre verlässlich für AMPO, unser Architekt auch, so geht hoffentlich alles seinen guten Gang. Bei den vielen Pannen im Baugewerbe hier in Afrika ist ein solches Team natürlich reines Gold wert.

Unsere fast immer vergnügten Kleinen
Unsere fast immer vergnügten Kleinen

Was wir noch brauchen ist finanzielle Unterstützung! Nachdem wir alles berechnet hatten und auch die Gelder dafür fast schon ausreichten fanden wir heraus, dass wir komplett neuen Strom verlegen müssen. Dann brachte mir der Klempner einen Rohrabschnitt von völlig vergammelten Bleirohren, also auch neue Wasserleitungen! Zudem möchten wir einen Solarbrunnen samt Wasserturm bauen.

Helfen Sie uns dabei in bisschen? Wenn ja, dann schreiben Sie doch bitte auf Ihre Überweisung, dass sie für den Umbau ist, sonst geht Ihr Geld in den allgemeinen Unterhalt für AMPO, und doch brauche ich es gerade so dringend um den Bau fertigzustellen!

Ich verspreche auch fest, Sie zur Einweihung gegen Weihnachten einzuladen!
Bis dahin werden Sie sicherlich noch von uns hören, vom Bau, von unserem täglichen Leben hier in Afrika, von Ihren Patenkindern (davon dann endlich wieder mehr natürlich!) und von Ihrer, Ihnen immer dankbaren

Katrin Rohde in Ouagadougou
Katrin Rohde
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Jeder Euro wird ein SteinStein auf Stein
Stein auf Stein
Das Häuschen wird bald fertig sein!

Der erste Spatenstich ist getan und die Bauarbeiten schreiten zügig voran. Alle Steine für den Bau werden in Handarbeit selbst hergestellt … und es werden noch jede Menge weitere Steine gebraucht!

Bitte helfen Sie uns bei der Herstellung unserer Steine!
Jeder Euro wird ein Stein
Denn das Häuschen muss bald fertig sein

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Meine lieben Mitglieder und Freunde von Sahel / AMPO,
nun bin ich also seit einiger Zeit, je nachdem wie man rechnet vom 28.9.2013 (Wahl in Luxemburg) oder der juristisch korrekten Wahlbestätigung vom 23.11.2013 in Hamburg Ihr Vorsitzender von Sahel e. V.
Im Mittel habe ich also jetzt die ersten 100 Tage im Amt hinter mir. Ehrlich gesagt, die waren teilweise ausgesprochen heftig, aber ich möchte keinen Tag missen. Einige Ereignisse und Begleitumstände, ja, auf die hätte ich gerne verzichtet, aber ich glaube, die Probleme die wir in den letzten Monate zu bewältigen hatten, haben uns im Vorstand und in der Zusammenarbeit mit AMPO und Katrin geformt und gestärkt.

Abschlussgespräch mit den Direktoren
Abschlussgespräch mit den Direktoren

Ende Januar habe ich mit meiner Frau zusammen eine Woche in Ouagadougou unsere AMPO Projekte besucht. Es war eine sehr interessante Woche mit vielen Erlebnissen und wertvollen Erfahrungen. Unsere Direktoren und Verantwortlichen konnte ich direkt vor Ort in ihrem Umfeld kennenlernen und mich mit ihnen austauschen. Ich konnte von ihnen hören und lernen, wie sie ihre Projekte sehen, auf was sie stolz sind, was sie verbessern möchten und was sie von Sahel e.V. erwarten. Wir hatten viele intensive Gespräche und einen regen Meinungsaustausch. Ich konnte mir einen umfassenden Überblick über die Aufgaben und die Leistungen von AMPO machen.

In einer Woche in Burkina Faso kann man ein Land, das so anders ist als Deutschland, natürlich nicht kennenlernen und schon gar nicht beurteilen. Aber man sieht und erlebt leider auch die Seite, die uns Europäern nicht gefällt: das Chaos einer Millionenstadt aus Wellblechhütten, die Diskrepanz zwischen den Slums und den Villen, die greifbare Armut, den Dreck und die Gleichgültigkeit. Man begreift die Wichtigkeit von AMPO und anderen sozialen Einrichtungen, die einfach Gutes tun, direkt helfen wo Hilfe nötig ist. Auch wenn es manchmal angesichts der Gesamtproblematik nur kleine Schritte sind, aber es sind Schritte in die richtige Richtung.

Grillwürstchen- ein Vergnügen für die Kinder
Grillwürstchen- ein Vergnügen für die Kinder

An unserem letzten Tag, einem Sonntagnachmittag, gab es mit allen Kindern ein großes Abschiedsfest bei AMPO, mit viel Tanz, Gesang und sportlichen Wettkämpfen. Die Erinnerung an diesen fröhlichen Nachmittag, an die ungezwungene Heiterkeit und an die vielen strahlenden Kinderaugen habe ich für mich mitgenommen.
Ich weiß jetzt wofür ich mich bei Sahel e.V. einsetze. Ich weiß jetzt, dass es lohnt, sich zu engagieren und zu kämpfen. Unsere „kleinen Problemchen“, die wir in unserem Verein im letzten Jahr hatten, verblassen da sehr schnell.
Was in den letzten 19 Jahren bei AMPO entstanden ist und geleistet wurde ist, besonders vor dem Hintergrund des sozialen und wirtschaftlichen Umfeldes, mehr als beachtlich und verdient höchsten Respekt. Meine Aufgabe als Vorsitzender von Sahel e. V. ist es, die Voraussetzungen dafür zu garantieren und die nötigen Gelder zu beschaffen, dass es erfolgreich weiter geht mit unseren Projekten in Ouagadougou. Diese Aufgabe ist der Leitfaden und Zielvorgabe für den Vorstand und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle.
Meine lieben Mitglieder und Freunde von Sahel / AMPO, ich hoffe, Sie unterstützen uns auch weiterhin mit Ihrem Engagement, mit Ihren Aktivitäten und natürlich auch mit Ihren Spenden.

Mit freundlichen Grüßen
Heribert Prockl

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NACHRUF

Dr. Hans-Peter Voigt
Anfang des neuen Jahres erreichte uns die traurige Nachricht, dass Herr Dr. Hans-Peter Voigt verstorben ist.
Dr. Hans-Peter Voigt hat als Vorstandsmittglied der Fürsorge-und-Bildungsstiftung (vormals Bonita) seit mehr als 15 Jahren die Entwicklung der Waisenhäuser für Jungen und Mädchen von AMPO in Burkina Faso in freundlichster Weise begleitet.
Im Rahmen seiner Stiftungsaufgaben hat Dr. Voigt viele soziale Projekte in Afrika und Asien betreut und unterstützt. Er hat AMPO etliche Male zusammen mit seiner lieben Frau besucht und unsere Arbeit stets wohlwollend, jedoch auch durchaus kritisch begutachtet. Aufgrund seiner langjährigen Tätigkeit und großer Erfahrung war er für Sahel/AMPO nicht nur ein Unterstützer und Freund, sondern mit seiner Gestaltungskompetenz auch ein wertvoller Ratgeber.
Die Mitarbeiter und Kinder von AMPO haben auf afrikanische Weise um Dr. Voigt getrauert. Alle muslimischen Kinder sprachen die Totengebete für ihn. In der Kathedrale von Ouagadougou haben wir für ihn eine Messe gehalten, unsere christlichen Waisenhauskinder haben ihm dabei mit Gebeten und Gesängen für seine langjährige Unterstützung und Freundschaft gedankt.
Wir danken ihm vieles, möge die Erde leicht auf ihm lasten.
Unsere Waisenhauskinder lagen ihm immer sehr am Herzen. Seine besondere Aufmerksamkeit und Sorge galt in letzter Zeit insbesondere der Ausbildung der Kinder. Ihnen eine gute Grundlage mitzugeben und damit eine reelle Chance für ein selbstbestimmtes Leben nach Beendigung der Zeit im Waisenhaus in dem schwierigen Umfeld von Burkina Faso zu schaffen, war sein Wunsch. In einem langen Gespräch mit unserem neuen Vorsitzenden im November 2013 über die Ziele und Aufgaben für 2014 gab er uns daher die Vorgabe, den Übergang der Jugendlichen von der Waisenhauszeit in die Selbständigkeit noch effektiver zu begleiten und zu optimieren. Die Direktoren bei AMPO stimmen da völlig mit ihm überein, die kompetente Ausbildung in einem handwerklichen Beruf oder die Weiterbildung an einer Schule und Universität ist essentiell, nicht nur für unsere Kinder, sondern für das Fortkommen des gesamten Landes.

Im Sinne von Herrn Dr. Voigt und als sein Vermächtnis werden wir mit den zuständigen Direktoren und Betreuern unsere Anstrengungen und Aktivitäten in diesem kritischen Übergangsprozess für die Jugendlichen noch intensivieren. Alle AMPO Kinder sollen später ein zufriedenes Leben führen können und gute Bürger ihres Landes sein.
Zum fortwährenden Andenken an Herrn Dr. Hans-Peter Voigt wollen wir gerne nach Abschluss des Neubaus unserer Waisenhäuser ein Gebäude nach ihm benennen. Wir hoffen sehr, dass Frau Voigt zur Einweihung kommen wird!

Das Gute geht nie verloren, Managre Nooma heißt es auf Moré.
Katrin Rohde und Heribert Prockl
Der Vorstand Sahel e. V.

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