A.M.P.O. – Rundbrief August 2014

Liebe Freunde und Paten unserer AMPO-Kinder in Ouagadougou, einen fröhlichen Sommer wünschen wir Ihnen, eine unbeschwerte Zeit mit Ihren Familien und Freunden!

Wieder geht auch hier in Burkina Faso ein Schuljahr zu Ende – mit wie vielen Kindern bangen wir seit 20 Jahren mit, egal ob es um Grundschulabschluss oder Abitur geht! Unser schwieriges, afrikanisch-französisches Schulsystem macht es ihnen wirklich nicht leicht. Und mal wieder mussten in diesem Jahr die Kandidaten zur Mittleren Reife zweimal antreten, weil die Examensfragen heimlich vorher verkauft wurden – na, das hat man aus anderen Ländern ja auch schon mal gehört, leider! Extrastress für unsere Kinder…..

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Abschlussgeschenk für die Abgänger des Jungewaisenhauses: ein eigenes Fahrrad für jeden.

Immerhin, wir bei AMPO haben recht gut abgeschnitten, zwei Mädchen haben ihr Abitur bestanden, der einzige Junge leider nicht – er wollte sich aber auch gleich am BAC Nr. D versuchen (hier gibt es vier verschiedene Abiturabschlüsse, je nachdem was man studieren will). AMPO finanziert einen weiteren Versuch für Adama.

Diesmal sind die  52 abgehenden Jungen und Mädchen besonders gut vorbereitet, denn seit dem letzten Jahr gibt es ein Ausbildungsteam unter der Leitung unserer dynamischen Psychologin Frau Adamou, das sich an allen neuen  Fachschulen und Ausbildungsgängen sehr praktisch orientiert. Dieser Bereich liegt hier in der Hauptstadt Burkina Fasos im Argen, immer noch gibt es viel zu wenige Berufsschulen in der Hauptstadt, keine duale Ausbildung. So haben wir nun Mitarbeiter aufgestockt, um die einzelnen Kinder nach ihrem Abgang sowohl in ihren weiterführenden Schulen als auch Zuhause besser zu kontrollieren, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie beständig und immer weiter von uns unterstützt werden. Dafür zuständig ist die „Fürsorge- und Bildungsstiftung“, die sich ganz besonders für Ausbildung einsetzt und die gute Fortbildung unserer Kinder garantiert. Langjährige Zusammenarbeit beweist unser gegenseitiges Vertrauen, wir danken!

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Die Mädchen des Mädchenwaisenhauses präsentieren stolz ihre offizielle Auszeichnung für Karateleistungen.

Unsere Entlassungsfeier war wie jedes Jahr ein großes Fest! Diesmal kamen auch einige hiesige Berühmtheiten, um unsere Jugend zu ermutigen!

Ganz besonders stolz sind wir dieses Jahr auf unseren kleinen Adama. Er war unser erstes Baby im Hause MIA, seine Mutter starb früh an AIDS und er wurde von allen anderen Müttern dort großgezogen. Schon mit vier Jahren konnte er in zwei Sprachen bis einhundert zählen und war ein hingebungsvoller Kindergartenschüler. Mit fünf Jahren schrieb er fließend und wurde eingeschult. Mit sechs Jahren wechselte er ins Waisenhaus AMPO – stolz!

Für den Grundschulabschluss sind hier 6 Jahre vorgesehen, da alle Kinder ja auch noch Französisch lernen müssen.  Adama hat ihn gerade geschafft,  ein Jahr früher als die anderen!

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Adama: glücklich und stolz.

Selbst der  berühmte Panamtougouri aus dem 1. Kapitel meines Buches, enfant terrible von AMPO über Jahre, hat gerade sein Diplom als Studiotechniker in Accra/Ghana in Empfang genommen – undenkbar vor 18 Jahren, als ich ihn als fünfjährigen Straßenjungen fand, voller Drogen… der liebe Gott ist groß, wirklich. Dies hätte kaum jemand jemals von ihm erwartet – außer mir.

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Auf in die Ferien!

Nach der Entlassungsfeier geht es, wie jedes Jahr, ab in die Ferienkolonie, diesmal nicht so weit weg und aufs Land, mit ganz viel ausschlafen, singen, spielen, angeln  und Ausflügen. Dazu werden dieses Jahr alle Kinder über 14 Jahren einen Mopedkursus absolvieren, die kleineren einen Fahrradverkehrskursus. Unser Fahrer und ich planen schon einen wilden Parcours samt Slalom!

Das Jahr 2014 bringt uns viele Neuerungen, unter anderem den Neubau der Waisenhäuser. Leider stimmten alle meine düsteren Voraussagen, denn wie bereits geahnt, gibt es viele Unfälle auf der neuen Straße direkt vor unserer Tür. AMPO liegt nun an einer sehr befahrenen Kreuzung samt vier Ampeln. Manche  Fahrer düsen mit 120km/h an der Kreuzung zwischen den beiden Waisenhäusern hindurch! Dem allen wenden wir mit dem Umbau nun den Rücken zu. Fleißig sind viele Handwerker seit Januar beim Bau der neuen Waisenhäuser samt aller Verwaltungs- und Buchhaltungsräume, Magazine, Erzieherräume und dem Computerlehrraum.

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Noch skeptisch: Regen von oben?

Ein neues Fußball-Kleinspielfeld entstand, das Mädchenhaus braucht zusätzlich eine große Versammlungshütte. Ein Wasserturm und die dazugehörige Solarpumpanlage wurde vom Berliner Verein spendiert: herrlich, die Kinder haben nun WCs mit Wasserspülung und echte Duschen – das gab es bei uns noch nie. Vorher hatten wir Plumpsklos und zum Duschen hatte man einen Eimer und eine Kalebasse – Sie sehen schon, wir müssen nun mit der Zeit gehen und fühlen uns ganz modern. Die Kleinen staunen, dass man einen „Regen„ von oben einstellen kann! Wir duschen immer gleich drei auf einmal (vor Freude hopsend!), damit wir weniger Wasser verbrauchen.

Dank Ihren großzügigen Spenden ist der Neubau der Waisenhäuser voll finanziert. Nun geht es in die zweite Stufe der Umbaumaßnahmen. Die durch den Auszug der Mädchen freigewordenen Flächen werden neu genutzt und dafür umgebaut. Behindertenwerkstatt, Bio-Laden, Gästezimmer, Ausbildungsrestaurant und ein Büro für die Krankenstation stehen auf dem Erneuerungsprogramm. Dafür bitten wir wieder um Ihre Unterstützung: jeder Euro zählt. Wir danken allen Gebern, denen, die schon spendeten und denen, die dies noch tun wollen.

Unsere im letzten Jahr umgebaute und erweiterte Krankenstation erweist sich als ein Segen für tausende von Patienten – und unser Behandlungsteam! Durch die vielen luftigen Behandlungsräume und die großzügigen Wartesäle läuft der Arbeitstag viel entspannter ab – 100 bis 150 Kranke täglich werden ernstgenommen und verlangen volle Aufmerksamkeit. Überall und immer klären wir auf zu Hygiene – wie schwer ist das in einem so heißen und gerade zur Regenzeit schwülen Land, trotzdem ist es gerade aufgrund der Nachrichten zu Ebola dringend notwendig, wir sind alarmiert.

In den Farmschulen gibt es einen Wechsel: Nach zwei Jahren Lehrzeit tritt eine neue Generation von Jungbauern an. Alle Absolventen gingen in ihre Dörfer zurück, bekommen nun ihre Ausrüstung und einen Brunnen gebohrt und beginnen mit ihrer eigenen Bio-Farm. Diese Generation muss  in jeder der 8 Gruppen jeweils 10.000 Bäume ziehen und verkaufen, damit die Bepflanzung der Sahelzone zügig fortschreitet. Dies ist ein Wunsch der luxemburgischen Regierung, die eng mit unseren Gebern der „Dr. Elvire Engel Stiftung“ zusammenarbeitet. Wir sind sehr gespannt, was dabei herauskommt und danken der Stiftung für ihre großzügige Unterstützung!

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Gestrickte Wolldecken von Frauen aus Deutschland
sorgen für viel Freude.

Auch im Generationenprojekt Emma Yiri, dankenswerterweise unterhalten von der älteren Familie Trienekens, gehen die Mädchen und die alten Frauen nach ihrer Lehrzeit nun nach Hause. Acht von ihnen machen ein Zusatzjahr in einer großen Töpferei, alle bekommen eine Erstausrüstung zur Hühnerzucht, samt Stall, gespendet von unserem Verein „AMPO Danmark“ – Dank und Segen dafür!

Ein Teil davon kommt von einer älteren dänischen Dame, die uns bereits in ihrem Testament bedacht hatte. Dann besuchte sie uns bei AMPO und war beeindruckt vom Leben der alten Frauen auf Emma Yiri. Sie schrieb mir daraufhin: „Nimm das Geld gleich, dann habe ich noch die Freude zu sehen, was Du damit machst!“ Ja, das taten wir dann!

Mit dem Antritt unseres neuen Vorsitzenden Heribert Prockl gab es auch in Deutschland entscheidende Veränderungen: Die Geschäftsstelle zog aus ihrem langjährigen Versteck in einer Dachkammer um in einen hellen  Laden in der Fußgängerzone Plöns. Drei kluge und fleißige Damen kümmern sich hier um alle Belange des Vereins und verkaufen so ganz nebenbei auch Produkte aus den vielen Werkstätten unserer Ex-AMPO-Kinder. Schneider, Weberinnen, unsere Behindertenwerkstatt:  alle profitieren samt ihrer kleinen Familien vom Verkauf ihrer sorgfältig hergestellten Taschen, Ketten, Körbe, Decken und Schlüsselanhänger. So haben wir eine sogenannte win-win-Situation erreicht. Wie ich schon sagte, AMPO geht nun mit der Zeit. Als ich vor bald 20 Jahren auswanderte, lange ist es her, da dachte ich an Gewinne ganz sicherlich nicht!

Ja, liebe Freunde, und damit kommen wir auf den Punkt: nächstes Jahr werden unsere Waisenhäuser 20 Jahre alt! Große Feste, viele Besucher! Etwas erschrocken schaue ich zurück und denke: huch, jetzt schon…??? Die Haare werden grauer, das Knie schmerzt immer mehr, ich suchte und fand Entlastung. Mein Lebensmittelpunkt wird immer hier in Ouagadougou sein, aber etwas weniger Verwaltungsarbeit wäre schön. Mit viel Glück werde ich nächstes Jahr weniger arbeiten und dafür mehr mit den Kindern spielen! Meine vielen Vortragsreisen und europäischen Gesprächsrunden mit Gebern und Freunden jedoch bleiben mir – mir und Ihnen, hoffentlich noch lange!

Wann werden wir uns wiedersehen? Ich freue mich jetzt schon auf ein Treffen! Alles Gute für Sie und wie immer:

großer Dank von Ihrer Katrin Rohde.

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Neues aus der Geschäftsstelle Plön:
 

Alles neu macht der Mai …. und uns sehr glücklich!!!

Im Mai bezog die Geschäftsstelle des Sahel e.V. die neuen freundlichen Räume in der Lübecker Straße 6 in Plön!

IMG_1449Kennen Sie noch unsere alte Geschäftsstelle am Strohberg in Plön? So gemütlich es auch war, der Aufstieg die steilen Treppen hinauf war für  Freunde, Besucher und Katrin Rohde sehr beschwerlich! Die Lagermöglichkeiten für die Waren aus Burkina Faso waren sehr begrenzt und nur wenige Neugierige fanden den Weg zu uns. Als uns die hellen ebenerdigen Büroräume in der Lübecker Straße angeboten wurden, offenbarten sich schnell die Vorteile: ausreichend Stauraum, keine Treppen und endlich die Möglichkeit einen dritten Arbeitsplatz zu schaffen. Denn die Verwaltung der Dank Ihnen zahlreich fließenden Spendengelder, die Organisation rund um Ihre Sachspenden und die vielen Anfragen, denen wir gern ausführlich nachgehen, werden mehr und mehr. Deshalb freuen wir uns sehr, mit  einer zusätzlichen Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle starten zu können. Wir möchten die Gelegenheit nutzen und Ihnen unser Trio in Plön vorstellen:

Ricarda Dittrich

Seit 5 Jahren für Sahel e. V. tätig, bereichert sie den Verein mit Erfahrung, Klarheit und unermüdlichen Einsatz! Sie leitet die Geschäftsstelle und kümmert sich vorwiegend um Finanzen, Marketing und den Kontakt zu AMPO. Gemeinsam mit ihren beiden Kolleginnen nimmt sie sich der vielfältigen Anfragen an.

Kirsten Wald

Unersetzlich im Team ist Kirsten Wald mit ihrem Wissen über Bilanzen und Buchhaltung. Zuverlässig und begeistert verwaltet sie seit Januar 2014 die Spendeneingänge und führt die Bücher des Vereins. Jedem Anrufer gibt sie fröhlich Auskunft über Aktuelles, Spenden, Sachspenden, Patenschaften und mehr.

Babette Otto

Seit Mai 2014 macht Babette Otto  unser Team zu einem Trio. Mit kreativen Ideen kümmert sie sich um unsere Öffentlichkeitsarbeit und bringt Farbe in Flyer & Co. Sie organisiert Veranstaltungen, steht für Vorträge zur Verfügung und betreibt das social networking des Vereins.

 

Kunsthandwerk aus Burkina Faso
 

IMG_1453Mit den neuen Räumlichkeiten am Anfang der Fußgängerzone in Plön können wir nun, die Waren aus Burkina Faso noch besser präsentieren. Den vorderen Teil der Büroräume nutzen wir als Verkaufs- und Ausstellungsfläche.  Im großzügigen Schaufenster präsentieren wir thematisch wechselnd das Kunsthandwerk aus Burkina Faso und informieren mittels Plakaten über die Arbeit von AMPO & Katrin Rohde.

Dank der zahlreichen Touristen, die aus ganz Deutschland und auch anderen Ländern nach Plön kommen, erreichen wir noch mehr Menschen und können so den Gedanken AMPOs weitertragen, damit das Gute nie verloren geht!

Hier in der Geschäftsstelle haben wir es oft erlebt, dass Interessierte den Laden betreten, um ein Produkt zu kaufen und als neue Spender wieder herausgehen! Der Umzug in die neuen Räume hat sich schon jetzt als kluge Entscheidung erwiesen.

Schauen Sie gern selbst vorbei, wenn es Ihnen möglich ist. Wir freuen uns auf Sie!

Handzettel Geschäftsstelle

Mehrmals im Jahr ist die Geschäftsstelle zu viert besetzt: Katrin Rohde besucht ihre alte Heimat und wir genießen die Zeit des persönlichen Austauschs. Auch Ihnen möchten wir diese Möglichkeit anbieten: Im September laden wir Sie herzlich zum Gespräch mit Katrin Rohde in die Geschäftsstelle Plön ein:

Donnerstag 25.09.  16 – 18 Uhr
Austausch in der Geschäftsstelle Plön

 

Wie in jedem Jahr müssen wir aufgrund der großen Distanz zu den Kindern in Ouagadougou schon rechtzeitig an die Weihnachtspäckchen denken. Deshalb möchten wir unsere Paten bitten, die kleinen Päckchen bis zum 06.09.2014 nach Plön in die Geschäftstelle zu schicken. Bitte beachten Sie unsere neue Anschrift:

Sahel e.V.  –  Lübecker Str.6  –  24306 Plön!

Vielen Dank.

Wir wünschen Ihnen allen einen wunderschönen Spätsommer. Ihr Team der Geschäftsstelle Plön

 

 

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