Ebola: verantwortungsvolles Handeln setzt Wissen voraus

Momentan liegen keine prüfbaren Meldungen über einen Ebola-Verdacht oder Ebola-Fall in Burkina Faso vor. Da die Ausbreitung der Krankheit schwer einzuschätzen ist, haben wir Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Dank der Spenden, die bisher auf unser Spendenkonto unter dem Namen „Desinfektion“ eingegangen sind, konnten wir 500 Schutzanzüge zur Verfügung stellen. Diese befinden sich bereits auf dem Weg nach Burkina Faso.

Vor Ort klärt AMPO die Bevölkerung auf, es werden  Hygieneanweisungen verteilt und mit Desinfektionsmittel gefüllte Gefäße an den Gebäudeeingängen aufgestellt.
Hier möchten wir Ihnen die wichtigsten Informationen über Ebola zur Verfügung stellen:

„Ebola wird durch einen Virus ausgelöst. Die Erreger werden durch Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Urin übertragen, man kann sich unter anderem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr infizieren. Anders als etwa die Grippe kann sich Ebola jedoch nicht über die Luft verbreiten. In der Regel sind die Betroffenen nur in derPhase ansteckend, in der sie auch Beschwerden haben. Eine Ausnahme ist die Samenflüssigkeit: Bei Männern, die die Infektion überstanden haben, fanden sich noch nach siebenWochen Erreger in der Samenflüssigkeit. Infizierte entwickeln nach frühestens zwei und spätestens 21 Tagen plötzlich Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, fühlen sich schwach und leiden unter Halsschmerzen. Anschließend kommen Durchfall, Erbrechen und ein Hautausschlag hinzu, es können Blutungen der Schleimhäute im Magen-Darm- und Genitaltrakt auftreten. Später versagen zuerst Leber und Nieren, viele Patienten sterben durch Herz-Kreislauf-Versagen. Bisher existieren weder am Menschen erprobte Schutzimpfungen noch Medikamente. Bei den meisten Menschen, die sich in West-Afrika bislang mit dem Virus angesteckt haben, konnten die Helfer Verbindungen zu anderen Infizierten herstellen – etwa durch eine Teilnahme an Trauerzeremonien. Es sei wahrscheinlich, dass Ansteckungen von Mensch zu Mensch der Hauptantriebsfaktor der aktuellen Epidemie seien, schreibt das Europäische Zentrum für Prävention und Kontrolle von Krankheiten ECDC. Allerdings könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass das Virus in einigen Fällen weiter von Tieren auf dieBetroffenen übergehe. Theoretisch ließe sich Ebola einfach eindämmen: Die Kranken müssten isoliert und dieToten so begraben werden, dass niemand mehr mit ihrem Körper in Kontakt kommt. Abgesehen davon lässt sich der Erreger durch Seife, Sonnenlicht und Trocknen derKörperflüssigkeiten leicht töten, schreibt die ECDC. Etwa auf Oberflächen, die länger der Sonne ausgesetzt sind, kann das Virus nicht überdauern. Praktisch jedoch ist die Eindämmung deutlich schwieriger. Ein Hauptproblem ist, dass viele Infizierte keine medizinische Hilfe suchen, manche bezweifeln laut einem Mitarbeiter der Organisation Ärzte ohne Grenzen sogar die Existenz der Krankheit. Medienberichte und persönliche Berichte sprächen dafür, dass die Eindämmung des Ausbruchs möglicherweise daran gescheitert sei, das Vertrauen und die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen, schreibt die ECDC. Beides sei notwendig, um alle Kontaktpersonen von Ebola-Patienten aufzuspüren, zu überwachen und solche mit Symptomen zu isolieren. Seit fast 40 Jahren kennen Fachleute das Ebola-Virus, erkrankt sind bislang fast ausschließlich Menschen in Afrika. Dies liegt daran, dass hauptsächlich bestimmte Flughunde das Virus in sich tragen, die in Afrika leben. Es existiert zwar eine Variante des Ebola-Virus, die in Südostasien vorkommt, an dieser erkranken jedoch nur bestimmte Tiere. Das ECDC hält es für unwahrscheinlich, aber nicht für unmöglich, dass Reisende das Virusin die EU bringen und dort weitere Menschen infizieren. „Das Risiko von Touristen, sich während eines Aufenthalts in den betroffenen Regionen mit dem Ebola-Virus zu infizierenund nach der Rückkehr zu erkranken, ist extrem gering“, schreibt die Behörde. Dies treffe sogar dann zu, wenn die Reisenden Regionen besuchten, in denen die ersten Fälle aufgetreten seien.
Eine Ansteckung setze voraus, dass die Menschen mit infizierten Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen. Dies sei für einen durchschnittlichen Touristen sehr unwahrscheinlich, so die ECDC. Bei Alltagssituationen, etwa beim Schwimmen in einem Pool, beim Austausch von Geld oder in einem Lebensmittelladen, bestehe keine Ansteckungsgefahr. Dennoch rät das Auswärtige Amt von nicht notwendigen Reisen in die Regionen ab. Abgesehen davon ist es laut ECDC grundsätzlich möglich, dass ein Infizierter in dieEuropäische Union einreist. Dann sei es jedoch „hochwahrscheinlich, dass er nach derAnkunft in der EU schnell medizinische Versorgung erhalten und isoliert werden würde“,schreibt die EU-Agentur.“ (Quelle: Spiegel Online am 30.07.2014)

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