Die Geschichte eines besonderen Jungen

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2007: Adama und Gerolf Wolpmann im Krankenhaus

Katrin Rohde berichtet: Wir von AMPO fanden Adama vor über zehn Jahren im Hospital, vollständig gelähmt und ohne Hoffnung auf Besserung, ohne Geld und ohne Familie. Bis auf seine ältere Schwester, die aber verheiratet war und sich nicht dauerhaft um ihn kümmern konnte, hatte er niemanden. Adama war zu diesem Zeitpunkt sieben Jahre alt und lebte bereits seit einem halben Jahr auf der Intensivstation. Um ihn herum starben täglich etliche Menschen unter schlimmsten Bedingungen. Die Ärzte sammelten Geld, um ihn überhaupt am Leben zu erhalten.

Gerolf Wolpmann, damals unser Vorsitzender, brachte ihn in ein besseres Krankenhaus. Es war klar, dass er nie wieder selbstständig gehen konnte, aber zu diesem Zeitpunkt konnte er nicht einmal sitzen. Gerade mal 8 Jahre alt und wollte sterben. Die Ärzte lehnten jede weitere Verantwortung ab. Kurzerhand funktionierten wir ein Zimmer im AMPO-Waisenhaus zum Krankenzimmer um und nahmen ihn zu uns, apathisch und mutlos. In der zweiten Nacht bekam er Krampfanfälle und ich fuhr ihn mit Tempo hundert um 3.00 morgens zu einem Krankenhaus mit Sauerstoffanschluss. Am nächsten Tag redete ich ernsthaft mit ihm: „Adama, wenn Du das noch einmal machst, rede ich nicht mehr mit Dir, ich fahre Dich dann nicht mehr hin. Du bist eines von unseren AMPO-Kindern und musst nun alles hier mitmachen“. Unsere Waisenkinder saßen freiwillig per Nachtschicht bei ihm. Es wurde besser. Ich schenkte ihm einen knallroten Rollstuhl, und er lernte sitzen. Er lernte schreiben und lesen.

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2010: Mittlerweile als AMPO-Kind eingelebt.

Adama blieb 10 Jahre bei uns. Es war schwierig, wir brauchten eine Extrafrau, die ihn wusch und saubermachte. Das sind Kosten, aber Gerolf Wolpmann bezahlte alles. Gott sei Dank hatten wir durch die Familie Luetz eine Reha-Station bauen können und dort wohnte er. Unter der täglichen Fürsorge von unserem Major Denis und dem Physiotherapeuten Roc ging es ihm immer besser. Er malt wunderschön, seine verkrüppelten Hände gestatten ihm jedenfalls dies.

Letztes Jahr konnten wir ihn nun zu seiner Schwester bringen. Nach wie vor zahlt ihm Gerolf Wolpmann seinen Unterhalt. Die medizinische Versorgung kommt von AMPO. Er wohnt ca. eine Stunde entfernt von der Hauptstadt, und dank  – mal wieder – einer Gabe von Gerolf konnten wir mit Solarenergie Licht in das kleine Haus bringen und einen Fernseher anschließen. Zusätzlich ist er nun Geschäftsmann geworden und verkauft vor dem Haus Bonbons und Taschentücher, sein kleiner Verkaufstisch heißt Adama-Wolpmann: eine Erfolgsstory aus Burkina Faso.

 

Der Kommentar von Gerolf Wolpmann dazu:

„Ja, man freut sich immer wieder, Gutes zu tun, für andere da zu sein, füllt sein eigenes Leben mit guten Werten und sei es nur ein kleines Lachen.“

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