Praktikum bei MIA-ALMA

Ein Bericht von Iris Schmidt-Singh, Burkina Faso 13.10.2016 – 3.11.2016

Donnerstag 13.10.

Nach einem angenehmen Flug, werde ich von einem A.M.P.O – Fahrer am Flughafen Ouagadougou abgeholt. Es tut gut, wieder hier zu sein (war vor 2 Jahren , nach 38 jahren zum ersten Mal wieder hier , da aber nur um zu reisen ). Auch wenn der Verkehrslärm echt nerven kann , aber bei der Ankunft tut das vertraute Chaos gut. Untergebracht werde ich in einem der Gästezimmer von Ampo. Abends sitze ich noch ich noch mit zwei jungen Frauen im A .M.P.O – Restaurant zusammen. Sie waren Ehemalige aus dem Waisenhaus und arbeiten heute als Bedienung im Restaurant .
Wir erzählen ein wenig , während wir ein Würfelspiel einüben. Dann falle ich, erschöpft von der Reise und den vielen Eindrücken, müde ins Bett. Wie gut ist es unter dem Moskitonetz zu sein, denn jetzt, am Ende der Regenzeit, gibt es noch viele Moskitos.

Freitag , 14.10.

Ich genieße das Frühstück im AMPO – Restaurant mit diesem schönen Ambiente. Danach besuche ich die Waisenhäuser der Mädchen und Jungs und stelle mich vor. Mit Andrea Reikat hatte ich schon von Deutschland aus per Mail Kontakt. Sie erklärt und zeigt mir das nähere Umfeld und macht mich mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekannt.

Da ich sowieso als eine der Aktivitäten Yoga eingeplant hatte, bietet es sich an, gleich nachmittags an der Yogastunde ,die im Waisenhaus der Mädchen stattfindet, teilzunehmen. Eine Französin, die mit ihrer Familie eine Zeit in Quagadougou lebt, gibt jeden Freitag eine Yogastunde für die Frauen von MIA-ALMA. Sie werden extra für die Yogastunde mit dem Auto gebracht.

Das sind sie also, zwanzig von den Mädchen, mit denen ich in den nächsten drei Wochen zusamenleben werde. Etwas aufgeregt bin ich schon. Wie werden sie auf mich reagieren ? Sind es doch insgesamt 41 junge Frauen , die aus verschiedenen Gründen ( Vergewaltigung, Missbrauch, HIV, etc .) traumatisiert sind . Umso erstaunter bin ich, als ich die „Yogafrauen“ ganz fröhlich , ja ausgelassen und offen erlebe. Ich kann also gleich in die Yogastunde mit einsteigen und sehe die Begeisterung der Frauen für diese Sache. Nach der Yogastunde müssen sie noch länger warten , bis sie abgeholt werden ,und ich verbringe die Zeit mit ihnen zum gegenseitigen Kennenlernen. Als sie endlich auf dem Wagen zur Heimfahrt nach MIA ALMA sind, winken sie herzlich zum Abschied, und ich freue mich jetzt wirklich auf die Arbeit mit ihnen.

Samstag, 15 . 10.

Gleich morgens schaue ich mir den AMPO -Shop an , mache gleich meine ersten Reservierungen und rede mit den Frauen die Seifen herstellen. Als ich , während meines Rundgangs, Edouard Norgho, den Projektleiter der Rollstuhlwerkstatt treffe, nimmt er mich gleich mit und präsentiert mir stolz seine Werkstatt. Ich bewundere ihn, der ja selbst Rollstuhlfahrer ist, wie geschickt er sich mit seinem Rollstuhl auf den unbefestigten Wegen vorwärts bringt. Und es fällt mir auf, wie fröhlich er ist . Ich gehe morgens zum Waisenhaus der Jungen, und werde herzlich von dem jungen und wie mir scheint, engagierten Direktor, Lamsa Bogni , begrüßt . Da die Jungs gern Ball spielen, erkläre ich ihnen das Spiel “ Jeder gegen Jeden“ . Das spielen sie mit Eifer, denn es geht um Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Ich filme und fotografiere sie, wie sie sich auf einem Transporter gegenseitig schieben. Wie kann so ein einfaches Gerät so viel Begeisterung auslösen . Das würden in Deutschland Jungs in dem Alter (ca. 8 – 12 gar nicht beachten). Gegen Mittag bereite ich mit Andrea und anderen Mitarbeiter / -innen einen Flohmarkt mit deutschen Büchern vor. Nachmittags warten wir dann auf die interessierten Käuferinnen und Käufer, aber der Erlös hält sich in Grenzen.

Sonntag, 16.10.

Heute besuche ich die Mädchen im Waisenhaus. Ich habe ein „Klappspiel “ aus Deutschland mitgebracht, was später auch bei MIA-ALMA das beliebteste Spiel sein wird . Außer dem Spiel-und Spaßeffekt, lernen die Spielenden das Kalkulieren. Ich möchte noch etwas die Umgebung erkunden und drei der Mädchen zeigen mir den Wochenmarkt. Den folgenden Vorfall möchte ich beschreiben, weil ich so betroffen davon war : Auf dem Rückweg besuchen wir noch eine kleine Getränkebude und die Mächen suchen sich Saft und Cola aus. Zwei der Mädchen sitzen auf einer Bank im Freien und genießen den Saft. Plötzlich kommt ein neuer Kunde, sieht die Mädchen , reißt einer wortlos die Saftüte aus der Hand. Entsetzt springe ich, die ich mit dem dritten Mädchen innen sitze , auf. Als der Mann mich sieht , entschuldigt er sich mehrfach und sagt: „Ich dachte, den Saft haben die sicher nicht gekauft „. Erst als wir wieder weg sind , fällt mir ein, was ich ihm hätte sagen wollen , z.B.: Sie können ja erst mal fragen und nicht einfach das Getränk entreißen „, oder Ähnliches. Aber ich bin so entsetzt über das Verhalten, dass es mir einfach die Sprache verschlägt . Auch den Nachmittag verbringe ich bei den Mädchen , wir lernen das Kartenspiel SkiBo und erzählen viel.

Montag, 17.10.

Endlich kommt Souleymane, der Leiter von MIA-ALMA, um mich abzuholen. Bin ich doch schon gespannt, was mich erwartet. Auf unwegsamen „Straßen “ fahren wir stadtauswärts zu MIA-ALMA. Die Mädchen, die auf dem Gelände sind ( einige besuchen die Schule ), rennen, wie sie das üblicherweise machen, wenn jemand kommt, an das Tor und begrüßen uns herzlich. Ja, sie haben so eine Offenheit und ein erstaunliches Vertrauen und sind natürlich auch aufgeregt und neugierig. Mit Chouchou , wie Souleyman liebevoll genannt wird, und der Erzieherin Clarisse, setze ich
mich zusammen; um über das Zusammenleben bei MIA-ALMA informiert zu werden , und ich stelle ihnen meine Ideen vor. Wir machen gleich einen Wochenplan , um ein Gerüst zu haben. Dieser Plan ist eine gute Orientierung, aber wichtig ist die Tagessituation und die Stimmung und die Bedürfnisse der Frauen. Mein Koffer ist ja zum Glück voll von Materialien und Ideen , die ich schon Wochen vor meiner Abreise , peu a‘ peu besorgt hatte. Ja, mein Koffer stellt sich als wahre Schatzkiste heraus und ist eine wertvolle Hilfe für meine Arbeit. Und das merken auch die Frauen. Sie fragen öfter : “ Was hast du noch „? Wie ich es schon aus meiner früheren Tätigkeit in Burkina Faso erlebt habe, ist es wichtig offen und flexibel zu sein und sich nach den Gegebenheiten zu richten. Oft muss improvisiert werden, das fördert dann nebenbei auch meine Kreativität. Der Wochenplan im Groben:

– Steine sammeln ,waschen und mit Acrylfarben bemalen
– Gesellschaftsspiel Ski Bo lernen
– mit den bemalten Steinen spielen
– Mandals für Erwachsene anmalen
– Yoga
– Musik und Tanz
– Alphabet, Lesen und Umgang mit Zahlen üben oder erlernen
– Theater ( Masken selbst herstellen )
– Klappspiel (mit Zahlen ) lernen

So, jetzt präsentiert mir Chouchou stolz das Gelände und stellt mir die anwesenden jungen Frauen vor : Zur Zeit leben etwa 41 junge Frauen (von denen eine schwanger ist), 4 Kinder und ein Baby auf dem Gelände von MIA-ALMA. Einige sind fleißig in der Schneiderwerkstatt zugange und sind voll Freude über ihre Leistung. Etwa ein Drittel der Frauen besucht die Schule und manche arbeiten im Garten. Immer drei oder vier der Frauen sind jeweils eine Woche lang für das Zubereiten der Mahlzeiten zuständig ,und es ist erstaunlich, wie gut das funktioniert. Ich finde es ungewöhnlich, wie der Tag organisiert und strukturiert ist. Das habe ich von meinen bisherigen „afrikanischen “ Erfahrungen her, nicht erwartet. Chouchou ist sehr darauf bedacht , dass Regeln eingehalten werden und gegenseitige Achtung , Höflichkeit und Respekt, werden bei MIA-ALMA groß geschrieben. Chouchou liebt „seine“ Mädchen ,er würde fast alles für sie tun und investiert viel von seiner privaten Zeit in seine Arbeit. Das Wohlbefinden der jungen Frauen und die bestmögliche Förderung, haben bei ihm einen hohen Stellenwert. Er ist bei einigen meiner Ideen erst etwas skeptisch , dann aber neugierig und aufgeschlossen.

Verwundert bin ich, als mir Chouchou den MIA-ALMA Kindergarten mit einem kleinen Spielplatz, zeigt. Hier sind fünf Kinder im Alter von etwa zwei bis dreieinhalb Jahren. Brigitte, die Erzieherin, hat die Ruhe weg , und das wirkt sich auch auf die Kinder aus. Ich finde es toll, dass diese Kinder so ein Privileg haben und einen Kindergarten besuchen können. In dieser Zeit sind ihre Mütter irgendwo auf dem Gelände und gehen ihrer Arbeit nach. Sie sind also immer in greifbarer Nähe. Dadurch werden den Kindern die Abschiedstränen, die unsere Kinder hier vergießen, erspart.

Ein paar Frauen helfen Benjamim ,dem Gärtner, bei seiner Arbeit, der so fleißig ist und voller Begeisterung für „seine “ Pflanzen und ihre Pflege. Mit Benjamin tausche ich mich gern aus , er erklärt mir vieles und gibt mir für daheim am letzten Tag eine Citronelle , deren Bedeutung für die Gesundheit er mir stets erklärt hatte , mit Wurzel mit. Die pflanze ich nach der überstandenen Reise, in einen Topf, stelle sie an mein Fenster und manchmal kurz auf die Heizung (damit sie ein bisschen Heimatgefühle bekommt ). Als ich wochenlang nur ein paar struppige braune Stängel habe, kommen mir Zweifel, aber ich beschließe , bis zu warmen Tagen zu warten. Ich denke, die Pflanze ist robust und tatsächlich, nach 11 Wochen in Deutschland, wächst ein erster grüner Halm ! Die ganzen drei Wochen, die ich bei MIA-ALMA verbringe, sind ausgefüllt mit den geplanten Aktivitäten. Das Wochenende ist gefühlsmäßig ziemlich geballt und ganz schön energiereich. Die Mädchen, die während der ganzen Woche in der Schule waren und abends noch um die Laterne im Hof sitzen und lernen, genießen es, mal schulfrei zu haben.

Während der Woche sieht der Tagesablauf etwa so aus: Ein Teil der Frauen geht in die Schule. Etwa zwei Drittel sind in der Schneiderei. Mittags ist von dem Kochteam das Essen schon auf die Teller verteilt, und alle genießen die Mahlzeit. Nach der Siesta geht es noch einmal in die Schule bzw.in die Schneiderei. Abends , gleich nach dem Essen, sitzen alle , ohne Ausnahme, für ca. eine Stunde vor dem Fernseher und schauen sich eine französische Serie , Liebes – und Intrigenschnulze an , und ich nehme mich nicht davon aus. In dieser Stunde sind Zwietracht und Streit vergessen, der Fernseher vereint alle und es wird total friedlich.

Wochenende ist Großwaschzeit. Da sind alle beschäftigt mit Wäsche waschen, in Zubern und mit Waschbrett – versteht sich . Egal ,welche Tätigkeit die Frauen verrichten, es verblüfft mich immer wieder erneut, mit welcher Selbstverständlichkeit sie das tun . So  ziehen z. B. , jeden Morgen zwei mit dem Eselskarren los , um Wasser zu holen. Das wiederholt sich vier bis fünf Mal, bis genug Wasservorrat da ist. Damit werden die Wasserbecken , bzw. Wasserkanister für den täglichen Bedarf , gefüllt. Als ich ein mal Fotos von den grünen Wasserkanistern mache, die jeden Morgen aufgefüllt werden und aufgereit an der Wand stehen , fragt mich Sherifa , warum ich das fotografiere und ob wir nicht solche haben. Ich kann ihr einfach nicht sagen, dass bei uns das Wasser selbstverständlich aus dem Wasserhahn kommt. Sind die Waschpflichten getan, kommt am Wochenende eine wichtige Beschäftigung an die Reihe, nämlich das gegenseitige Haarstylen. Da übertreffen sie sich gegenseitig , und es ist erstaunlich , welche Kunstwerke auf dem Kopf entstehen. Am Wochenende werden auch viele Emotionen freigesetzt , da geht es manchmal “ heiß“ her. Wie gut ist es, wenn am Samstagabend Trommeln , Gesang und Tanz angesagt ist. Da können Spannungen abgebaut und Freude und Lebenslust gespürt werden. Ich wage auch ein „Tänzchen “ , und das finden sie alle lustig. Unter der Woche sind die Gesellschaftsspiele sehr beliebt. Da haben wir unseren Spaß und können entspannen. Das sogenannte Klappspiel hat einfache Regeln , und einen Lerneffekt. Gespielt wird es mit zwei Würfeln . Es hat viel mit Zahlen addieren zu tun , und es ist erfreulich , welche Fortschritte die Frauen in den drei Wochen machen. Am Anfang müssen sie noch die einzelnen Augen auf dem Würfel mit dem Finger zählen , und dann sehen sie mit einem Blick die Zahl. Das Klappspiel wollen sie am Tag mehrmals spielen.

Wichtig sind auch die kreativen Beschäftigungen. Ich hatte aus Deutschland Acrylfarben , Holzstifte und Mandalas mitgebracht. Wir sammeln Steine , bemalen sie und spielen damit. Hierzu werden die Steine schneckenförmig hingelegt , und an jeder sechsten Stelle liegt ein Bonbon. In der Mitte, also im Ziel , liegt ein Lutscher. Es wird gewürfelt und je nach Augenzahl wird ein Stein weggenommen. Treffe ich auf ein Bonbon, darf ich es behalten. Das Spiel ist natürlich in erster Linie wegen der Bonbons beliebt, aber es spricht auch durch die bunten Steine optisch an und sieht aus wie ein Mandala .

Ja, beliebt ist auch das Mandalamalen. Die Nachfragen nach den mitgebrachten Mandalas sind groß, so dass ich bald kopieren muss. Das Mandalamalen wirkt beruhigend , es soll ja Stress abbauen und entspannen. Vielleicht ist das auch ein Grund , warum unsere Frauen ständig fragen, ob sie Mandalas malen dürfen.

Ein Angebot an die Frauen habe ich völlig unterschätzt , nämlich zunächst das Schreiben des Alphabets und dann erste Leseversuche . Eine der Frauen, sie ist erst neu bei MIA-ALMA , hatte sicher noch nie in ihrem Leben einen Stift in der Hand . Sie tut sich sehr schwer , ich ermutige sie, obwohl ich innerlich denke : sie kapiert es nicht !“ Sie schreibt nicht in der Linie, sondern eher diagonal und anfangs  sind ihre Buchstaben kaum zu erkennen. Ich denke, sie ist sicherlich frustiert, wenn sie sieht, dass die anderen schon Erfolgserlebnisse haben. Wie erstaunt bin ich, als sie am nächsten Tag ,ohne Aufforderung, strahlend kommt und wieder mitmachen will. Ja, das erste Schreiben zu lernen, erfüllt die jungen Frauen mit Stolz, und als sie ihren Namen schreiben können , ist es für sie etwas Besonderes, es drückt aus, das ist mein Name , das bin ich . Eigentlich hatte ich französische Übungsblätter nur in petto aus Deutschland mitgebracht ,aber als ich sehe , wie groß die Wissbegier ist, mache ich mich auf die Suche und werde in “ meinem “ kleinen Schreibwarenladen fündig. Da sehe ich nämlich eine Erstklässlerfibel, die viel passender als meine Übungsblätter ist. Es sind Texte mit afrikanischen Handlungen und Namen , zu denen die Frauen einfach mehr Bezug haben. Die Stärkeren helfen den Schwächeren ,so beginnen sie zu lesen. Ich merke, wie wichtig das für sie ist , es macht ihre Welt weiter und öffnet ihnen Horizonte.

Eigentlich hatte ich so eine Art Selbsthilfegruppe geplant , wo die Frauen über sich und ihre Gefühle reden können, annonym , versteht sich. Schon in Deutschland dachte ich , mit der Annonymität dürfte es schwierig werden. Als ich bei den Frauen bin, wird mir schnell klar, dass es nicht geht. Daher komme ich mit einzelnen ins Gespräch, frage sie nicht nach ihrer Vergangenheit, sondern wie es ihnen augenblicklich geht. Folgende Antworten habe  ich erhalten : „Hier ist es wie im Paradies , wir essen, man lernt uns viele Dinge , man gibt uns alles, was wir brauchen. Sie behandeln uns wie ihre eigenen Kinder. Man schafft uns gute Vorausetzungen , man lehrt uns, zu gehorchen ( hier ist es wichtiger als daheim ) hier lernt man uns, die Menschen zu lieben .“ Diese Aussagen haben mich wirklich beeindruckt.

Der Höhepunkt der 3 Wochen ist unser Theaterstück. Hierfür hatte ich in Deutschland ein westafrikanisches Märchen ausgesucht und als Theaterstück geschrieben. Mit Hilfe einer der Mia- Alma- Frauen übersetze ich den Text. Ich stelle den Mädchen das Märchen vor ,und frage sie, welche Rolle sie übernehmen wollen. Natürlich ist die Hauptrolle begehrt , aber es verwundert mich auch, wenn die Rollen der alten Frau und des alten Mannes schnell besetzt sind. In der Nähe von Mia Alma gibt es eine kleine Wellblechbude , so ein kleiner afrikanischer Tante- Emma – Laden. Ich nenne ihn „Wellnessbude, “ weil der Verkäufer so freundlich ist und ich mir dort jeden Morgen Wasser aus der Tiefkühltruhe kaufe. Marcel, der Verkäufer, hebt jeden Tag Pappkartons auf. Jetzt können wir anfangen, Masken für unser Theaterstück anzufertigen. Hier bewähren sich die Acrylfarben ,und es ist erstaunlich, wie kreativ die Frauen sind. Es entstehen vielfältige , kunterbunte Tiermasken Als die Hauptprobe gut gelaufen ist, gibt es noch was aus dem Koffer , nämlich Gesichtsmasken. Erst trauen sich nur wenige, aber am Ende wollen alle die Maske , so dass wir die Packungen teilen, damit alle sich verwöhnen lassen können. Sie genießen diese Entspannung pur .

Donnerstag, 3. November

Heute ist mein letzter Tag. Der Flug ist aber erst am Abend , so dass wir am Nachmittag das Theaterstück aufführen. Die Aufregung unter den Frauen ist groß . Marcel, mein Verkäufer, ist enttäuscht , dass die Aufführung in der Stadt im Waisenhaus ist. Er wollte nämlich zuschauen ,aber da ich mit Kofferpacken und letztem- Tag- Stress so beschäftigt bin, versäume ich es zu arrangieren, dass er mit in die Stadt kann. Der Innenhof des Jungenwaisenhauses ist die ideale Kulisse für unser Stück, das im Dorf und im Busch spielt. Die Frauen geben ihr Bestes , und ich bin wirklich stolz auf sie. Ja, danach heißt es Abschied nehmen. Die Zeit war eine Herausforderung,aber so intensiv und lebendig . Ich vermisse diese Gemeinschaft, und die Einrichtungen sind zusammen wie eine große Familie. Zurück in Deutschland, habe ich einen Burkina- Abend gestaltet, mit Deko , getrockneten Mangos , Bananenbrot und natürlich Citonelle und Bissap, den leckeren roten Tee, der wie Saft schmeckt. Mit meinem Vortrag über die Tätigkeit und die Einrichtungen von AMPO, konnte ich Menschen erreichen und hoffe, auf ihre Unterstützung.

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