Reisebericht: Einmal AMPO und zurück



Sofern es die Internetverbindung in Ouagadougou zulässt, werden wir in den kommenden Tagen an dieser Stelle über die Erlebnisse während unserer Projektreise zu AMPO berichten. Wir – das sind Ricarda Walzel und Babette Otto aus der Geschäftsstelle des Sahel e.V. in Plön. Als langjährige Mitarbeiterin leitet Ricarda Walzel die Geschäftsstelle und nimmt sich der vielfältigen Aufgaben im Bereich der Finanzen und Verwaltung an. Babette Otto kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, gibt Auskunft über Aktuelles, Spenden oder Patenschaften und bringt Farbe in Flyer & Co. Wir freuen uns erneut auf den direkten und herzlichen Austausch mit den Mitarbeitern unserer afrikanischen Partnerorganisation AMPO. Gute Zusammenarbeit auf gleicher Augenhöhe ist ein wichtiger Grundsatz des Sahel e.V. – einmal im Jahr reisen daher einige Mitglieder des Vorstands oder Mitarbeiter des Sahel e.V. nach Burkina Faso, um die Arbeit von AMPO vor Ort kennenzulernen. Das Besondere an dieser Reise ist die Begleitung durch zwei Schüler aus Schleswig-Holstein. Sie werden das Land Burkina Faso zum ersten Mal erleben und uns hin und wieder an ihren Eindrücken teilhaben lassen.

Unsere Reisetage im Überblick:

 




Kurz nach 4 Uhr morgens starten wir unsere Fahrt von Kiel Richtung Flughafen Hamburg. Zum Glück sind die Straßen nicht gefroren, denn es hatte am Tag zuvor geregnet. Unser alter Herr Passat bringt uns vier Personen samt üppigem Angebot an Koffern sicher ans Ziel.

Von Hamburg fliegen wir nach Brüssel, dort treffen wir Peter Mathar und fliegen zu siebent weiter nach Ouagadougou – Fotoapparate und Kamera inklusive. Der Flug war angenehm, aber kühl und wir wurden gut versorgt und mit Hühnchen afrikanischer Art kulinarisch eingestimmt. Das erste Mal fliegen wir diese Strecke am Tag und sind erstaunt, Wolken über der Sahara zu sehen.

 

Nachdem wir im Flugzeug gefroren haben, schlägt uns bei der Ankunft der afrikanische Winter mit seinen 34°C trocken ins Gesicht. Trotz Zwiebelschalenoutfit können wir uns nicht auf passende Kleidung reduzieren. Es war einfach zu kalt in Norddeutschland. Wir finden uns alle samt Kofferbergen zusammen und werden herzlich von Dénis Yameogo, Évariste Pitroipa und Marthe Sanogo empfangen. Es ist wirklich schön, die Kollegen wiederzusehen und wir freuen uns auf die vor uns liegende Woche.

 

Bei AMPO angekommen, vollenden wir die Reduktion unserer Kleidung und treffen Katrin Rohde. Wir essen gemeinsam im AMPO-Restaurant zu Abend und Katrin versorgt die Burkina-Neulinge unter uns mit allerhand Wissenswertem. Andrea Reikat stößt später zur Gruppe dazu, wir sind jedoch alle sehr müde, sodass wir den Abend nicht ausdehnen, ein Anti-Mücken-Ritual in den Zimmern vollführen und schlafen gehen.  Es ist schön, hier zu sein!

 

Erster Eindruck unserer jungen Begleiter: „Die Luft roch nach verbrannten Reifen.“

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Freizeit bei AMPO. Finale des Murmelwettbewerbes zwischen Jungs und Mädchen in den Waisenhäusern. Im Laufe der letzten Woche wurden bereits Finalisten bei den Jungs und den Mädchen ermittelt. Eröffnet wird der Wettbewerb von einem Match zwischen zwei Erziehern aus dem Jungen- und dem Mädchenwaisenhaus und einem zweiten Match zwischen Katrin Rohde und Ricarda Walzel – sehr zum Vergnügen der Kinder. Es geht darum, Murmeln aus einem Kreis auf dem Boden zu schupsen, in dem man mit einer Murmel in der Hand darauf zielt. Nicht so einfach, denn der Boden ist steinig und die Murmeln werden oft abgefälscht. Katrin und Ricarda denken sich: Mit extragroßen Murmeln muss es doch besser gehen! Leider nein. Denn die großen Murmeln machen noch mehr was sie wollen. Die Kinder jubeln! Den Sieg trägt Ricarda davon … und dann geht es los für die Kinder. Es wird angefeuert und vor allen GANZ genau aufgepasst, dass keiner schummelt. Eine wunderbare Stimmung. Die Jungen gewinnen und wir haben eine tolle Gelegenheit, schöne Fotos zu machen.

 

Im Anschluss fahren wir Richtung Osten nach Ziniare und staunen über Land und Leute. Plötzlich wird die Landschaft hügelig. Ja, richtig gelesen: hügelig. Und große Felsbrocken liegen herum – wie ein viel zu großer Steingarten –  ein Bild, dass wir nicht erwartet hatten.

Wir fahren auf Umwegen zu einem der Stauseen und nutzen ein schattiges Plätzchen und den Wind, der den ganzen Tag geht, um uns langsam und mit Nichtstun an das Klima zu gewöhnen.

 

So klingt der Tag bei unserer Rückkehr wieder im AMPO-Restaurant aus – voller Erwartung auf die Erlebnisse des kommenden Tages.

Jan Ole (13 Jahre): Im Waisenhaus war es schön zu sehen, wie die Jungen unterschiedlichen Alters miteinander harmonierten.

Der Anblick des ganzen Mülls, in dem dann auch Kinder  gespielt und Tiere gefressen haben, war allerdings nicht so toll.

 

 

 

Ein kurzer Videoeindruck:

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Heute teilen wir uns auf. Es gibt ein Foto/Filmteam und ein Team aus Vorstand und Geschäftsstelle.

P.P.Filles ist der erste Anlaufpunkt für eine Reihe von Filmsequenzen, die wir mit den Mitarbeitern und mit Mikrokreditempfängerinnen machen können. Wir sammeln Eindrücke, die wir – zurück in Deutschland – gern mit Interessierten teilen werden. Seien Sie gespannt.

Wie jedes Mal wird unser Team mit einem herzlichen Spektakel bei Mia-Alma empfangen. Es wird getanzt und gesungen. Monsieur Nana führt uns ein in die Besonderheiten seines Projektes und wir sind – wieder einmal – beeindruckt von der dortigen Atmosphäre. Auch wir beeindrucken, denn die Kleinsten finden uns unglaublich spannend. Als wir den kleinen Kindergarten auf dem Gelände besuchen, kommen die Kleinen angelaufen oder gekrabbelt und wollen uns unbedingt anfassen. Schön, dass auch die Kleinsten so gut umsorgt werden, denn das große Ziel ist es, trotz aller Schwierigkeiten in der Vergangenheit der jungen Frauen, ein gutes Verhältnis zwischen den Kleinen und ihren Müttern zu erreichen.

In der Zwischenzeit findet ein Treffen in der AMPO-Verwaltung statt. Wir sind froh über die Gelegenheit, uns direkt über aktuelle Themen auszutauschen. Gemeinsam mit Dénis Yameogo, Andrea Reikat und Evariste Pitroipa diskutieren wir über Umstrukturierung der Rollstuhlprojekte und damit verbundene Anschaffungen und Einsparungen, wir Klären Fragen zu Finanzierungen und den Budgets der einzelnen Projekte und besprechen Ideen, die es zu prüfen gilt. Peter Mathar ergänzt die Runde, nachdem er gemeinsam mit Katrin Rohde den Fortschritt der Umbauten in der Rollstuhlherstellung besichtigt hat. Die Arbeiten kommen gut voran und so wird der Umzug der alten Rollstuhlwerkstatt in naher Zukunft möglich sein. Geplant ist hier ein Ausbau der mobilen Einheit, sodass Edouard – langjähriger Leiter der Rollstuhlwerkstatt Peng la Wende – regelmäßig Randgebiete der Stadt Ouagadougou und weiterhin auch weiter entfernte Dörfer zur Reparatur von Rollstühlen erreichen kann.

Katrin Rohde legt selbst Hand an und beschneidet einen Baum, dessen untere Äste zu nah in den Arbeitsbereich hineinragen. Um diese Zeit ist es sehr trocken und staubig. Alle Pflanzen und auch alles andere ist mit einer roten Staubschicht bedeckt – und Katrin nun ebenso.

Zu Mittag essen wir – alle Besucher aus Deutschland und Andrea Reikat – in einem kleinen traditionellen Restaurant nicht weit von AMPO, denn das AMPO-Restaurant ist montags geschlossen. Wir treffen uns, aus unterschiedlichen Richtungen kommend, mit verschiedenen Endrücken für eine  Pause in der (winterlichen) Mittagshitze. Das Essen ist einfach, aber lecker. Wir sitzen auf Plastikstühlen und werden freundlich bedient. Für einige von uns ist es das erste Mal, dass sie diese Art der Mittagspause erleben.

Auch am Nachmittag teilen wir uns auf. Ein Teil von uns fährt zum Stoffmarkt, um Stoffe für unseren kleinen Laden in Deutschland einzukaufen. Der andere Teil – unter anderem unsere jungen Begleiter – fahren raus aus der Stadt auf die Lehrfarm Tond Tenga. Sie besichtigen das Gelände und staunen über den großen Baobab (Affenbrotbaum), der schon viele viele Jahre groß und erhaben über die Umgebung wacht. An seinem Fuße wird Fußball gespielt – ein Spaß für Spieler und Zuschauer.

Tagesausklang auf Tondtenga
Gegenseitig fasziniert voneinander: Maya und ein Baby aus dem Haus MIA-ALMA

Maya (14 Jahre): Alle sind sehr offen, herzlich und freundlich zu uns. Auf MIA-ALMA traf ich ein Mädchen in meinem Alter, die schon Mutter war – das hat mich richtig erschrocken. Bei AMPO kann sie trotzdem eine Ausbildung machen und wird unterstützt. Das finde ich gut. Überhaupt müssen die Kinder hier sehr früh, selbstständig werden. So vieles ist hier anders, die Sitten und Bräuche. Nicht immer verstehe ich das.

Mich schockiert, dass die Menschen hier ihren Müll überall hinwerfen. Es gibt gar keine Mülleinmer, es wird irgendwo hingeworfen und bleibt liegen. Wenn es zuviel wird, verbrennen sie es einfach und es stinkt furchtbar und produziert bestimmt schädliche Abgase.

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Lassen Sie uns über das Wetter sprechen. Es ist also Winter in Burkina Faso und wir sehen sie Kinder und unsere Kollegen mit Wollmützen und dicken Jacken. Das ist auch gut so, denn es ist wirklich kalt. Stellen Sie sich vor, es ist Hochsommer in Deutschland, 34°C, ein leichter heißer Wind. Was passiert in Deutschland? Die Kinder haben Hitzefrei, wir stürmen die Eisdielen und suchen uns ein schattiges Plätzchen, um an diesem heißen Tag nicht zu zerfließen. Morgens aber stellen Sie sich einen freundlichen Herbsttag vor. Sie tragen einen Pullover und die berühmte Übergangsjacke, denn auch jetzt geht ein leichter Wind. Beides an einem Tag zu erleben, lässt den freundlichen Herbsttag als kühlen Wintertag erscheinen und auch Sie würden frieren, denn eigentlich haben Sie mit Hochsommer gerechnet. Hinzu kommt, dass der Übergang zwischen Nacht und Tag und zwischen Tag und Nacht viel schneller geht, als bei uns. Morgenröte und Abenddämmerung haben im Prinzip kaum eine Chance, sich zu zeigen. Nach 15 min ist alles vorbei – ein bisschen wie Licht An- oder Ausschalten. Vielleicht passt das dem Mond auch nicht so recht, denn der liegt jede Nacht auf dem Rücken.

Was ich Ihnen bisher noch nicht beschrieben habe, ist die Luft. Das ist auch sehr schwer möglich, denn einen wirklich guten Vergleich gibt es in Deutschland nicht. Staubig ist sie, sehr staubig. Alles ist trocken und man kann fast sagen, dass die Luft immer ein bisschen rot ist von der Farbe der Erde hier. Wir hören, dass dies jedoch nichts ist, im Gegensatz zur Zeit des Harmattan. In der Stadt sollten Sie sich zusätzlich Zwei-Takt-Motoren vorstellen, bitte viele davon, und alte Dieselmotoren mit gut sichtbaren bläulichen Abgasen. Wenn Sie ich mit Fahrzeugen auskennen, haben Sie vielleicht auch schon einen Geruch in der Nase. Addieren Sie den Staub und vergessen Sie nicht die Trockenheit und die Hitze. Hatte ich den Straßenlärm erwähnt? A7 zur Rush Hour in Hamburg, Ernst-Reuter-Platz in Berlin? Voilà, nun sind sie mittendrin!

Auch an diesem Tag gibt es viel zu sehen und zu erleben. Da unser Gruppe zum Teil auch aus Burkina-Neulingen besteht, teilen wir uns wieder auf.

Wir starten ganz früh mit dem Filmteam, um die Mädchen am Morgen zu begleiten. Das Licht ist gut ab 6:30 Uhr. Wir stoßen zum Frühstück dazu. Es gibt süßen Reis-Hirse-Brei, zubereitet mit Wasser, denn einige Mädchen vertragen keine Milch. Wir dürfen kosten. Lecker! Die Mädchen haben schon ihre Warnwesten übergezogen, denn der Weg zur Schule ist weit und der Verkehr dicht, wild und unberechenbar. Inzwischen gibt es einige Kreuzungen mit Ampeln. Nach wie vor betrachten viele Verkehrsteilnehmer diese bunten Lichter als schöne Dekoration. Mal abgesehen davon, dass das Überqueren der Kreuzung aufgrund des Verhaltens vieler Fahrer nach wie vor gefährlich ist, ist es auch spannend, dass NUR die Fahrer eine Ampel haben, die Fußgänger nicht. Man muss sich also aus dem Verhalten der Fahrer ableiten, in welcher Phase die Ampel gerade ist. Ein guter Grund mehr für unsere Mädchen und Jungen, die Warnwesten zu tragen und besonders gut auf den Verkehr Acht zu geben.

Unser Filmteam begleitet einige Mädchen zur Schule und bekommt einen Eindruck von der Vielzahl der Schüler, der Enge der Klassenräume und der Disziplin in den Klassen. Der Lehrer stellt hier eine absolute Autorität dar.

Peter Mathar und Ricarda Walzel nehmen an der jeden Dienstag stattfindenden Direktorensitzung teil. In diesem Rahmen werden jede Woche aktuelle Ereignisse besprochen und diskutiert. Die Projektleiter der einzelnen AMPO-Einrichtungen beraten über Anschaffungen, Problemfälle, Anträge, Partnerschaften und berichten sich gegenseitig den Fortschritt einzelner Aktivitäten. Es wird durchaus auch konträr diskutiert und manchmal vertagt, bis eine optimale Lösung gefunden ist. Wieder einmal bestätigt sich, wie gut das Team aus langjährigen und neuen Direktoren sowie den beiden Generaldirektoren zusammenarbeitet.

Da am Nachmittag für uns alle nur der Besuch des Kunsthandwerkermarktes in der Stadt ansteht, haben wir Zeit für eine etwas ausgedehntere Mittagspause. Gerade unsere jungen Reiseteilnehmer  – Ole und Maya – begrüßen das sehr.  Das ungewohnte Klima und die vielen Eindrücke machen müde.

Wir fahren mit Marthe Sanogo in die Stadt. Sie kennt die Preise der Kunsthandwerker, die wir ohne sie nie erzielen würden. Handeln ist angesagt. Ricarda und Marthe sind inzwischen ein gutes Team und so kaufen wir sowohl neue Sachen für den Laden in Plön, als auch kleine Souvenirs für einzelne von uns – ein Ringen um jedes einzelne Stück, das wir erwerben.

Die Auswahl auf dem Kunsthandwerkermarkt ist groß. Von Möbeln bis Batikarbeiten, von Bronzefiguren über Schmuck und Kleidung, von allem ist etwas dabei. Besonders interessant ist, dass die Werkstätten hinter den Verkaufsständen angesiedelt sind und man den Herstellungsprozess der meisten Produkte direkt verfolgen kann. Wir nutzen die Öffnungszeit bis zum Schluss aus, haben noch nicht alles gesehen und beschließen, noch einmal wiederzukommen – ein Muss sozusagen, denn wir haben die Keramik noch nicht gesehen.

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Was? Schon Halbzeit? Die Zeit rennt.

Leider hat es Babette Otto aus dem Plöner Büro erwischt. Sie hat sich erkältet und der Grat zwischen dem Wunsch nach einem Schal wegen der Erkältung und den Sommerkleidern wegen der Hitze ist schmal.

Wir haben viel vor und starten am Morgen gemeinsam mit Edouard, dem Leiter der mobilen Rollstuhlwerkstatt, in einen Randbezirk von Ouagadougou. Dort werden wir schon erwartet und sehr herzlich vom ortsansässigen Verein für Menschen mit Behinderung empfangen. Edouard breitet mit Hilfe seines Mitarbeiters Raymond und dem Fahrer Hervé die mitgebrachten Ersatzteile und sein Werkzeug auf einem kleinen Platz unter einem Baum aus. Jeder erhält die Teile, die er benötigt und zahlt dafür einen Beitrag von 30% des Einkaufspreises. Raymond ist sehr geschickt beim Reparieren der Rollstühle, während Edouard sich um das Finanzielle kümmert.

Zwei der anwesenden Begünstigten haben ihren Rollstuhl vor einigen Jahren von AMPO bekommen. Wir machen kleine Interviews mit ihnen, um zu erfahren, wie sich ihre Situation seit dem Erhalt des Rollstuhls verändert hat. Wir brauchen eine doppelte Übersetzung. Von Mooré, einer Landessprache, auf Französisch und von Französisch auf Deutsch, aber letztlich verstehen wir uns alle, auch wenn unsere Gespräche etwas länger dauern. Auch ohne die mehrfache Übersetzung braucht alles seine Zeit. Jeder wird angehört und Edouard antwortet, erklärt und scherzt mit viel Geduld, viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen. Wir hören von bewegenden Schicksalen und erhalten immer wieder die Bestätigung, wie sehr der Rollstuhl das Leben einzelner Menschen hier in Burkina Faso positiv verändert hat. Wir erfahren, dass Unterarmgehstützen sehr nützlich sind und unbedingt gebraucht werden. Neu für uns ist der Bedarf an Blindenstöcken. Dies erfahren wir, da der Verein für Menschen mit Behinderung auch mit einem Verein für blinde Menschen zusammenarbeitet. Es sind Blinde unter den Anwesenden. Sie richten diese Bitte an uns und wir versprechen, unsere Bedarfsliste zu erweitern. Vielleicht können wir schon in einem der nächsten Container ein paar dieser nützlichen Hilfsmittel nach Ouagadougou versenden?!?

Am Ende eines jeden Treffens wie diesem, verteilt Edouard ein Stück Seife an jede anwesende Frau mit Behinderung – jeweils mit den besten Grüßen von Katrin Rohde. Wir helfen beim Austeilen, geben jedem Einzelnen die Hand und machen uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel…

… eine der im letzten Jahr eingerichteten Kooperativen, die aus dem letzten Ausbildungsdurchgang auf unserer Lehrfarm Tond Tenga hervorgegangen sind. Hierfür schließen sich 10 Jungen aus einem Dorf nach der Ausbildung zusammen und bewirtschaften gemeinsam ein Stück Land, das sie, organisiert von AMPO, von den Verantwortlichen der einzelnen Dörfer erhalten haben.

Wir müssen über staubige Pisten, die extra staubig sind, da die Straße im Zuge der Erneuerung aufgelockert wurde. Asphalt wird sie nach den Bauarbeiten dennoch nicht erhalten. Sie bleibt eine Hauptstraße, die staubig und unbefestigt ist. Wir folgen der Straße, vorbei an Gehöften mit grünen Gemüsegärten, mit Strohzäunen geschützt gegen die freilaufenden Haustiere. Jetzt ist die Zeit der Gemüseernte.

Die Kooperative, die wir uns ansehen, bewirtschaftet ein Stück Land von etwa drei Hektar. Etwa ein Hektar ist eingezäunt, um z.B. Kaninchen fernzuhalten, die allzu gern den Kohl auf den Feldern fressen. Neben dem Kohl haben jungen Biobauern Auberginen, Gurken und Tomaten angebaut. Eine Reihe Mais säumt die Beete als Windschutz. Sie züchten Schweine und halten Hühner. Insgesamt haben wir den Eindruck, dass diese Kooperative gut zusammen arbeitet und wir wünschen viel Erfolg, als wir uns wieder auf den Weg machen.

Es ist Mittag und wir halten bei den Krokodilteichen, um etwas zu essen. Ja, es gibt Krokodile, die in einigen wenigen Teichen leben, die auch in der Trockenzeit noch Wasser haben. Die Tiere müssen dann etwas zusammenrücken. Mit einem Führer können wir so nah an die Tiere heran, dass wir sie auch anfassen können. Kalt sind sie, aber erstaunlich weich.

Zurück bei AMPO hören wir bereits die Mädchen mit ihren Djembe üben. Gleich hören und sehen wir ein kleines Konzert. Der Rhythmus ist packend und als die erste Schüchternheit überwunden ist, stimmen die Mädchen ein Lied für Katrin Rohde an und beginnen dazu zu tanzen. Die Kinder haben viel Spaß und wir wippen fröhlich mit.

Im Anschluss  an das Konzert essen wir gemeinsam mit Katrin und den Direktoren der einzelnen Einrichtungen zu Abend im AMPO-Restaurant. Es wird viel geredet und gelacht – egal, welche Sprache gerade gesprochen wird. Wir lernen uns wieder ein bisschen besser kennen und diskutieren in dieser lockeren Runde auch Themen, die uns bereits am Tag beschäftigt haben.

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Lamsa Bogni, Leiter des Jungenwaisenhauses, begleitet uns heute in die nahegelegene Berufsschule. Dort treffen wir Salomo, der gerade dort seine Ausbildung zum Automechaniker macht. Er ist im dritten Lehrjahr. Seit er das AMPO-Jungenwaisenhaus mit 18 Jahren verlassen hat, lebt er im Haus Benga Zaka, dem Jungenwohnheim von AMPO. Er begleitet uns bei der Führung durch das Ausbildungszentrum. Jeder Ausbildungszweig hat dort eine Werkstatt und Unterrichtsräume. Es gibt Automechaniker, Klempner, Schweißer, Bürotechniker, Maurer, Elektriker und Schneider.

Uns interessiert heute vor allem der Zweig der Elektrotechnik. Mit dem letzten Container verschifften wir diverse Kartons mit Messgeräten der Regelungstechnik, die Peter Mathar, Vorstandsmitglied des Sahel e.V. und Inhaber einer Elektrobaufirma in Frankfurt, über das Beruftsbildungs- und Technologiezentrum Frankfurt als Sachspende erhalten hatte. Wir erfahren, dass die Geräte durchaus gebraucht werden. Wir bitten um detailliertere Informationen zu den Inhalten der Ausbildung vor Ort, um weitere, dazu passende Technik zu finden.

 

Unter den Maurern treffen wir eine junge Frau. Sie und ein Mitschüler sind gerade dabei, Zement zumischen. Sie gehen im Kreis um den Haufen auf dem Boden und schaufeln mit viel Schwung. Im Theorieunterricht treffen wir zwei weitere angehende Mauerinnen. Wir erfahren, dass es in jedem Handwerksberuf einige Frauen gibt, allerdings ist der Anteil verhältnismäßig gering. Ebenso ist das Verhältnis in der Schneiderei – diesmal zugunsten der Frauen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass es auch hier möglich ist, traditionell für das jeweilige Geschlecht untypische Berufe zu erlernen.

 

Die Ausbildung hat jeweils auch Praktika, die in Werkstätten außerhalb des Ausbildungszentrums absolviert werden. Der Unterschied zu Deutschland ist, dass man hier auch für Praktika in Betrieben bezahlen muss. Lehrlinge erhalten kein Geld, sie müssen Lehrgeld bezahlen.

 

Wir besuchen einen zweiten angehenden Automechaniker, der genau wie Salomo bis zu seinem 18. Lebensjahr bei AMPO gelebt hat. Wir müssen zugeben, dass die Werkstatt, in der arbeitet, für unsere Verhältnisse – sagen wir: abenteuerlich aussieht. Der meiste der Teil der Autos, die dort repariert werden, sieht nicht wirklich so aus, als ob er irgendwann noch einmal fahren wird. Der andere Teil sind vor allem Lackschäden und Beulen von kleineren, aber alltäglichen Zwischenfällen im Straßenverkehr. Was wir jedoch bei allen Arbeitern der Werkstatt sehen, sind Arbeits- bzw. Sicherheitsschuhe.

Am Nachmittag, der hier ab 14 Uhr bereits als Abend bezeichnet wird, fahren wir ein zweites Mal ins Künstlerdorf – diesmal ohne Babette, die sich lieber etwas ausruht. Die Erkältung hält sich hartnäckig. Wareneinkauf in Burkina ist immer eine spannende Sache. Es gibt immer wieder Artikel, die wir sehr gut finden und die auch in Deutschland gut ankommen, aber leider sehr schwer nachzubestellen sind. Manchmal liegt es am Material, dass nicht mehr verfügbar ist, manchmal am Schnittmuster, das plötzlich verschwunden ist, manchmal an der Farbe, die es nicht mehr gibt oder manchmal einfach am Hersteller, der nicht mehr aufzutreiben ist. So suchen wir diesmal nach Alternativen für die Balafone, die wir in unserem Katalog haben und deren ursprüngliche Hersteller Ouagadougou verlassen hat. Wir finden sehr schöne Balafone auf dem Künstlermarkt. Den ursprünglichen Preis können wir mit diesen Modellen nicht halten, aber sie sind wirklich schön verarbeitet und so kaufen wir sie trotzdem. Wir stocken unseren Vorrat an Ketten auf, denn der Sommer kommt bestimmt. Wir besuchen noch einmal die Bronzewerkstätten, von denen es mehrere im Künstlerdorf gibt. Ein Künstler hat neue Modelle ohne Sockel entwickelt. Das gefällt uns gut und wir nehmen einige wenige Exemplare mit. Seien Sie gespannt.

Wir suchen und finden den Stand von GAFREH (https://www.gafreh.org/), einer Frauengruppe, die Plastiktüten zu Webstoffen verarbeitet. Die Tüten, die sich wie eine schwarz-blaue Flut über die Landschaft um die Siedlungen herum ergießen, werden recycelt, was einerseits zur Entlastung der Umwelt beiträgt und andererseits den Frauen ein Einkommen verschafft. Aus den verwebten Tüten stellen die Frauen vor allem Taschen her … Handtaschen, Kosmetiktaschen, Laptoptaschen, Rücksäcke und viele mehr.

Die Plastiktüten verteilen sich überall

Es sollte mehr solcher Ideen geben, denn die Tüten sind nach wie vor ein großes Problem. Es gibt zwar inzwischen ein Gesetzt, das die Tüten verbietet, aber in der Realität ist das leider noch nicht ankommen. In der Stadt werden sie zu Haufen zusammengefegt und verbrannt – kein schöner Geruch und sicher auch nicht sehr gesund. Auf dem Land verfangen sich die Tüten in den trockenen Sträuchern und Bäumen, werden vom Wind verteilt und von Tieren gefressen – ebenfalls nicht gesund. Aber wohin? Eine organisierte Müllentsorgung gibt es nicht, einen Absatzmarkt, wie für Büchsen und Flaschen gibt es auch nicht. So bleiben die Tüten sich selbst überlassen und verteilen sicher weiterhin dorthin, wo auch immer Wind und Wasser sie hintragen.

Nach dem erfolgreichen Besuch auf dem Kunsthandwerkermarkt, besucht unser Fototeam die Mädchen im Waisenhaus. Wir wollen noch ein paar Aufnahmen von alltäglichen Abläufen in der Einrichtung machen. Die Mädchen sind zunächst zurückhaltend, aber als sie erste Ergebnisse der Aktion auf dem Display des Fotoapparates sehen können, tauen sie auf und durchkreuzen unsere Pläne. Nichts mehr mit Alltag. Jetzt sind Portraitfotos angesagt und jede will drankommen. Sie können sich sicher vorstellen, was für ein Gekichere das gewesen ist. Spaß hatten alle – die Fotografen und die Mädchen – und somit war es doch eine schöne Aktion, auch wenn das Ergebnis doch etwas anders ausgefallen ist, als ursprünglich geplant.

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Der ehemalige AMPO-Junge Jacob an seinem heutigen Arbeitsplatz

Auch dieser Tag steht unter dem Motto der Ausbildung. Wieder gemeinsam mit Lamsa Bogni und zwei Erziehern aus den Waisenhäusern, machen wir uns auf den Weg, um ehemalige AMPO-Schützlinge bei ihrer Arbeit zu besuchen. Wir starten bei der CNSS, der Sozialkasse Burkina Fasos. Dort arbeitet Aida Ouedraogo, eine ehemalige Bewohnerin des Mädchenwaisenhauses, als Sozialarbeiterin.

Wir fahren weiter raus aus der Stadt. Eigentlich zählt die Umgebung noch zu Ouagadougou, aber wir haben längst das Gefühl, die Stadt verlassen zu haben. Wir besuchen SONABHY, die Staatliche Vereinigung für Treibstoffe Burkina Fasos. Hier arbeitet Jacob Issouf Bibeogo. Um ihn treffen zu können, müssen wir den Sicherheitsbestimmungen folgen und unsere Pässe an der Pforte abgeben. Dann dürfen wir auf das Gelände. Beeindruckend!  Jacob hat ein Studium im Bereich Betriebswirtschaft und Marketing gemacht und seine Abschlussarbeit zur SONABHY geschrieben. Er wurde direkt nach seinem Abschluss eingestellt.

Wir können nicht alles schaffen und so teilen wir uns auch an diesem Tag wieder auf. Eine zweite Gruppe besucht an diesem Tag die katholische Schule St. Camille, an der junge Mädchen ohne Schulausbildung eine dreijährige Grundausbildung erhalten. Die vermittelten fachlichen Inhalte ermöglichen es den Mädchen am Ende, als Schneiderinnen, Servicekräfte oder Dienstmädchen tätig zu werden.

Außerdem nutzen wir die Möglichkeit, im Haus LINDA, unserem Zentrum für unterernährte Babys und deren Mütter, vorbeizuschauen. Zweimal pro Woche finden dort Treffen statt. Ein Termin widmet sich den Kindern. Sie werden gewogen und es wird ein Brei zubereitet, der auch von den Müttern Zuhause nachgekocht werden kann. Der zweite Termin in der Woche widmet sich der Aufklärung der Mütter. Auch an diesem Tag wird ein Brei gekocht. Jede Mutter hat ein großes Gefäß dabei und kann eine ordentliche Portion für die ganze Familie mit nach Hause nehmen.

Persönlicher Austausch zwischen Ricarda Walzel und Herrn Sawadogo aus der AMPO-Verwaltung

Am Nachmittag besichtigen wir Tond Nao, die Rollstuhlherstellungswerkstatt. Hier passiert gerade einiges, denn auch die mobile Reparaturwerkstatt für Rollstühle soll in Kürze hier einziehen. Wir sehen die allerletzten Arbeiten kurz vor dem Umzug. Künftig gibt es also eine Anlaufstelle bei AMPO, die alle Belange körperbehinderter Menschen bedienen kann: Hier werden nun weiterhin Rollstühle gebaut, aber auch repariert und wer möchte, kann sich zu Sonderkonditionen Ersatzteile kaufen und die Reparatur selbst durchführen. Edouard und Soulayeman, die bisher je einen Teil des Rollstuhlprojektes betreut haben, können nun ihr ganzes Wissen und Können zusammenlegen und gemeinsam viel bewegen für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen – und das im wahrsten Sinne des Wortes!

Übersetzung der Patenbriefe

Auch in der AMPO-Verwaltung wird heute noch einmal viel gearbeitet, besprochen und diskutiert. Wir stimmen Tabellen und Termine ab und überdenken Vorgänge neu, um diese effektiver zu gestalten. Wir reden über Budgets und Kosten. Wir reden auch über Verwaltungskosten. Ein spezielles Thema – das ist uns allen sehr bewusst – aber wie sollen die Projekte laufen, ohne den Buchhalter, der alle Ausgaben im Auge behält? Und ohne den Verwaltungsdirektor, der die Spenden im Blick hat und den entsprechenden Projekten zuweist?… Wir reden aber auch über die Waren, die wir für unseren Laden in Deutschland gekauft haben und die nun für den Versand nach Deutschland vorbereitet werden.

Am Ende steht ein Abschlussgespräch mit den beiden leitenden Direktoren, Andrea Reikat und Dénis Yameogo, und dem Verwaltungsdirektor Herrn Pitroipa. Die Planung der nächsten Schritte ist hier noch einmal Thema. Wir freuen uns sehr darüber, dass die Arbeit des neuen Direktorenteams bei AMPO so gut angelaufen ist und sind dankbar, mit so einem guten Team und in so einem guten Team mitwirken zu dürfen.

Am Abend sind dann alle Direktoren und unsere Reisegruppe bei Katrin Rohde Zuhause eingeladen. Wir stoßen auf gute Zusammenarbeit an und essen die leckere Gemüsesuppe, die Katrin serviert. In geselliger Runde wird geplaudert und gescherzt. Wir hören Musik, die sich unter die bunte Mischung aus Deutsch, Französisch und Mooré mischt. Irgendwie versteht man sich, auch wenn nicht jeder alle Sprachen spricht – letztlich, damit das Gute nicht verloren geht…!

 

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Unser letzter Tag in Burkina Faso. Am Abend werden wir den Flieger zurück nach Deutschland nehmen. Wehmütig sind wir, denn viel hätten wir noch sehen wollen, viel hätten wir noch tun können, so wohl haben wir uns mit den Kollegen gefühlt. Aber die Rückkehr nach Deutschland bedeutet auch: keine Ohrenstöpsel mehr bei Nacht – die Stadt ist wirklich laut -, keine Schicht Mückenspray mehr – die Moskitos sind wirklich unermüdlich – und endlich wieder eine feuchte Meeresbrise – die Luft in Ouagadougou ist wirklich staubig und trocken.

Nach den leckeren Papayas zum Frühstück fühlen wir uns fit für den letzten Tag und freuen uns über das Zirkusspektakel, dass uns die Jungs präsentieren. Seit vielen Jahren lernen die Mädchen Karate und haben zwei Mal pro Woche Training. Der neue  Direktor bei den Jungen wollte ebenfalls eine regelmäßige Freizeitaktivität einführen und da die Jungs sowieso schon in jeder freien Minute Fußball spielen, hat er sich für Zirkus entschieden. Und die Jungen haben Spaß daran. Sie fahren Einrad, lernen Jonglieren, Teller drehen und beherrschen das Diabolo. Sie sind richtig gut darin. Sollten Sie zu denjenigen gehören, deren früheres Zirkustalent etwas eingeschlafen ist, aber dennoch ihre Ausrüstung  besitzen, können Sie diese gern an uns weiterleiten. Gerade die Keulen zum Jonglieren und auch Diabolos sind schrecklich teuer in Burkina Faso – von den Einrädern wollen wir gar nicht erst sprechen… die Jungs würden sich jedenfalls freuen.

Am Ende der Vorstellung wird es auch am Eingang zum Waisenhaus rege. Gleich werden noch Rollstühle vergeben und die Begünstigten treffen so langsam ein. Meist kommen sie mit Begleitern, die sie in den Hof tragen. Sie sind ganz unterschiedlichen Alters, aber die meisten sind Polio-Opfer. Inzwischen gibt es im Land eine breit angelegte Impfkampagne gegen Polio, sodass dieser Schrecken so gut wie nicht mehr existiert in Burkina Faso. Die Männer und Frauen, die heute gekommen sind, erhalten den ersten Rollstuhl in ihrem Leben. Stolz halten sie die Urkunde in die Kamera, die sie bei der Vergabe überreicht bekommen. Ein junger Mann ist besonders glücklich über seine neue Fortbewegungsmöglichkeit. Er scherzt mit uns, möchte gleich noch ein Foto mehr machen. Praktisch ist, dass er – wie alle anderen auch – seine Unterarmgehstützen auf dem Gestänge unter dem Sitz des Rollstuhls verstauen kann. So hat er sie griffbereit, wenn er Zuhause angekommen ist. Wir sind gerührt von so viel Dankbarkeit und Freude und sind Ihnen, liebe Spender, unsererseits  unglaublich dankbar, dass Sie uns mit Ihren Rollstuhlspenden so sehr unterstützen!

Nachdem alle mit ihren neuen Rollstühlen abgefahren sind, machen wir noch eine letzte Stadtrundfahrt – wie jedes Mal mit staunenden Gesichtern. Für das Mittagessen haben wir die Wahl: Pizza oder traditioneller Reis mit Sauce? Reis mit Sauce natürlich, denn so schnell werden wir das nicht mehr haben! Wir waren schon einmal in diesem gemütlichen Lokal und die Wirtin erkennt uns sofort wieder. Blättersauce, Tomatensauce, Gemüsesauce, mit Fisch, mit Fleisch oder ohne beides – egal was, es ist lecker. Wie beim letzten Mal kommt auch jetzt eine Obsthändlerin und bietet in einer großen Schüssel auf dem Kopf leckere Früchte an. Davon abgesehen, dass wir fasziniert sind von der Leichtigkeit, mit der sie die volle und schwere Schüssel auf dem Kopf balanciert, sind wir begeistert von ihrem Angebot und kaufen ein paar Mangos und ein paar Papayas für Zuhause. Unsere letzte Reise hat uns schmerzlich gelehrt, dass man diese nicht im Handgepäck, wohl aber im Koffer mit nach Deutschland nehmen kann. Sie schmecken uns jetzt schon.

Gut gesättigt steuern wir noch einen Supermarkt an. Wir kaufen ein paar Hirsekekse und getrocknete Mangos und spontan haben zwei Mitglieder unserer Reisegruppe die Idee, zwei Reissäcke zu kaufen und diese zur Vergabe an bedürftige Frauen bei P.P.Filles zu spenden. Gesagt, getan und ZACK, landen sie auf dem Pickup.

Einmal kurz nachgedacht, haben wir alles? Ja, jeder hat ein kleines Andenken und kann nun zufrieden mit all den schönen Mitbringseln seine Koffer packen. Ein unvermeidliches Souvenir ist ohne Zweifel der rote Staub, der inzwischen an allen Kleidungsstücken klebt.

Mit Hilfe der Fahrer wuchten wir alle 14 Koffer – ja, wir sind eine siebenköpfige Reisegruppe – auf die Ladefläche. Die technische Ausrüstung für unsere Film- und Fotoaufnahmen füllt schon allein einige Koffer. Verantwortlich dafür ist vor allen Dingen Bernhard Langheinrich, der uns während unserer zahlreichen Unternehmungen rund um AMPO mit seinem Equipment und Knowhow unterstützt hat. Tapfer hielt er oft stundenlang die schwere Filmkamera trotz der heißen Temperaturen. Selten ist er auf unseren Bildern zu sehen, denn er stand stets auf der anderen Seite der Linse. Hin und wieder haben wir ihn aber doch erwischt und bei seiner wertvollen Arbeit eingefangen – Danke Bernhard!

Als alles verstaut ist und wir uns schon wieder mit dem einen oder anderen Pullover gewappnet haben, verabschieden wir uns von Katrin Rohde und unseren Kollegen bei AMPO. Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen, denn eine Gelegenheit dazu wird es sicherlich geben.

Gegen 20 Uhr sind wir am Flughafen, wie der Rest der Passagiere für den nicht ganz kleinen Flieger auch. Nun geht es wieder los. Viele Menschen, heiße Luft, viele Koffer, schwere Koffer und Reisepässe, die so viele Hände passieren, dass man mit dem Zählen nicht nachkommt. Wir möchten Sie dieses Mal  mit Einzelheiten vom Flughafen Ouagadougou verschonen. Wir können nur sagen: weniger anstrengend ist es nicht geworden.

Als wir endlich im Flieger sind, wissen  wir, dass es noch ein langer Weg ist bis nach Hause. Jeder geht seinen Gedanken nach und versucht eine einigermaßen geeignete Schlafposition zu finden – mehr oder weniger erfolgreich. Ein jeder von uns nimmt wieder viele Eindrücke mit nach Hause und wir können nur jedem empfehlen, auch einmal eine solche Reise zu unternehmen.

P.S.: Über der Sahara sind wieder Wolken.


Weitere Eindrücke in Bildern:

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