AMPO – Rundbrief Sommer 2018

Liebe Freunde unserer vielfältigen Einrichtungen in Ouagadougou,

Vollständiger Rundbrief: Zum Download bitte auf das Bild klicken!

hoffentlich können Sie alle einen schönen Sommer mit Ihren Familien genießen!

Wie bin ich froh, nach diesmal fast dreieinhalb Monaten wieder in Afrika gelandet zu sein – obwohl ich im Frühling in Deutschland so glücklich war. Abgesehen von so einigen Fundraising-Erfolgen, wie zum Beispiel in unserer treuen Spenderschule in Torgelow, gab es ja auch noch meinen 70. Geburtstag! Niemals hätte ich gedacht, dass so sehr viele Menschen an mich denken und mein Lebenswerk anerkennen, mir gratulieren und mir Mut machen für die nächsten 10 Jahre meines Lebens. Ich danke Ihnen allen!

Nun bin ich seit einem Jahr nicht mehr die Direktorin von AMPO und wir starteten mit einer Doppelspitze. Allerdings verabschiedete sich die zweite Direktorin im Frühjahr diesen Jahres doch recht plötzlich auf eigenen Wunsch. Unser afrikanischer Direktor Denis Yameogo hat nahtlos und freudig gemeinsam mit allen anderen Direktoren die Verantwortung für AMPO übernommen. Ich bin froh, denn die Arbeitsweise ist friedlich, umsichtig und verlässlich. Ich selbst bin hier nur noch als Ratgeberin tätig – und arbeite hart an einer neuen Fundraising-Strategie für Burkina Faso.

In AMPO selbst fand ich die Kinder gesund und vergnügt vor, es gab ein rührendes Willkommen für mich. Nach den vielen Schulabschlüssen gehen alle erleichtert in die Ferien, unsere Workshops haben begonnen. Täglich wird gemeinsam getanzt, Kochkurse finden statt, Seife machen, malen, vorlesen, trommeln und Verkehrsunterricht sind beliebte Themen. Wir tun alles, um den Horizont unserer Schulkinder zu erweitern. Jeden Tag nehme ich etliche mit auf die Farm Tollsa. Diese gehört meinem Mann und wir sind dabei, ein wirkliches Bio-Paradies daraus zu machen, an dem die AMPO-Kinder großen Anteil nehmen. Jedes Kind hat gelernt, einen Baum zu pflanzen. Gerade bauen wir einen neuen Pferdestall. So kommen unsere oft traumatisierten Kinder endlich wieder zum Reiten, das tut ihnen gut! Ungläubig stehen sie vor Pferden, die doppelt so hoch sind wie sie selbst, ängstlich werden sie in den Sattel gesetzt – und dann gibt es dieses befreiende Lachen: Tatsächlich, ich meistere diese Angst! Hinterher gibt es ein ganz neues Selbstbewusstsein.

So ist es auch in unseren Schwimmkursen, die jährlich in der heißen Jahreszeit stattfinden. Vor Wasser hat hier jeder Angst, denn in den großen Regenwasserkanälen ertrinken viele Menschen während der Regenzeit. Es gibt ein Sprichwort: „Wasser ist gut. In einem Eimer.“! Vor dem Schwimmkurs bibbern und weinen fast alle Kinder und hinterher wollen sie vor Stolz beinahe platzen. Es bringt so viel Freude, dies mit ansehen zu dürfen! Ja, wir sind auf dem richtigen Weg. So bekommt auch ein verlorenes Waisenkind neue Freude, findet seinen eigenen Weg ins Leben. Dies bezeugen wiederum unsere guten Schulergebnisse und die gute Stimmung in allen Einrichtungen.

Gerade finden wieder die jährlichen traditionellen Murmelwettbewerbe in den Waisenhäusern statt, Mädchen gegen Jungs. Eine Kunst, die in Deutschland lange verloren gegangen ist. Hier jedoch wird die Murmelkultur noch ernst genommen und hochgehalten. Der erste Preis ist diesmal ein Zylinderhut, der mit dem Container bei uns ankam! Jede/jeder will ihn haben, er ist hart umkämpft.

Apropos Container: Dank einmal mehr für mindestens 40 Kartons mit Strickwaren. Wieder haben sich so viele Damen in ihren Strickkreisen die schönsten Muster ausgesucht, richtige Meisterwerke kommen hier an, seien es Decken, Babyschuhe, Jäckchen, Mützen für alle (!) AMPO-Kinder für die kalte Jahreszeit, Pullover auch für die Großen – wir sind begeistert. Hier ein Foto einer sehr armen Familie, die Zwillinge bekam. Wie sind sie glücklich über eine solche Hilfe! Nur eines: es ist eine hübsche Idee, Bonbons zwischen die Lagen der Strickwaren zu streuen, aber leider schmilzt alles in der großen Hitze hier und viele verklebte Decken müssen wir erstmal waschen. Lieber in der Tüte mitsenden aber nicht einzeln. Das Auspacken der vielen so liebenswert gepackten Pakete in den Containern bringt uns immer viel Freude – wir finden die tollsten Sachen darin. In diesem Jahr gab es viele Spiele: Die werden uns in der Ferienkolonie an den Regentagen hoffentlich gut gefallen.

Dass die Armut hier immer größer wird, sieht man gerade in unserem Frauenberatungszentrum P.P.Filles. Der Präsident von Burkina Faso hält seine Versprechungen nicht ein, die Korruption spottet jeder Beschreibung. Von hundert Werkstätten sind 95 geschlossen, viele Baustellen stehen still. Gerade wieder hat der Zoll zwei Wochen lang gestreikt, dazu noch die Steuerbehörden, dies in einem solch armen Land wie dem unsrigen. Können Sie sich die Massen von gestapelten Containern vorstellen, die kilometerlangen Schlangen von LKWs? Und vor den Toren der Zollstation bei 45° im Schatten (es gibt keinen Schatten!) dann hunderte von aufgebrachten Händlern, die dringend ihre Ware erwarten. Wovon sollen ihre Familien leben, wenn sie nichts zu verkaufen haben? Wovon das anstehende Schulgeld bezahlen…? Auch AMPO hatte einen Container dort stehen und nach 14 Tagen durften wir dann auch noch zusätzlich zu dem ganzen Ärger das Lagergeld dafür bezahlen, täglich 10 Euro! Eine Frechheit.

Diese politischen Verhältnisse sind der Grund, aus dem immer mehr Arme vor unseren Türen stehen. Bitte helfen sie uns! Oft sagen wir „Nein“, wir wollen bei Hilfestellungen langfristig denken, aber bei so großer Armut sind wir selbst einfach zu betroffen. Einer Witwe mit vier Kindern ohne Einkommen muss ich zumindest erst einmal Essensgeld geben oder ihre Miete tragen, bevor sie dann einen Mikrokredit bekommen kann. Wir vergeben monatlich 10 Säcke Mais oder Hirse an die Armen, vor allem an Witwen mit vielen Kindern und an alte Frauen und Männer ohne Familie. Es könnten gerne 30 sein – wollen Sie uns dabei unter die Arme greifen?

Ohne Sie geht es nicht, die Not ist einfach zu groß. Wir möchten so viel wie möglich nachhaltig helfen, auf Dauer Menschen in eine bessere Lebenssituation bringen. Dies ist der einzig richtige Weg, durch Hilfe zur Selbsthilfe. Sie alle sind daran beteiligt, dafür danken wir!

Herzlichste Grüße aus dem Regen – mit einem Monat Verspätung. Die erste Saat ist leider bereits auf den Feldern vertrocknet, aber wir geben nicht nach, die zweite ist nun ausgebracht.

Hoffnung ist alles!
Ihre Katrin Rohde in Ouagadougou



alle unsere Kinder, die keine Abschlussprüfung ablegen müssen, sind seit Ende Mai in den Ferien. Zeit für die traditionellen Workshops zur Freude unserer Schützlinge: unter Tanz, Kochkunst, Zirkus, Informatikkursen und Seifenherstellung haben sich alle Kinder eine oder mehrere Beschäftigungen ausgesucht, um sozusagen das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden. Während die einen ihre Ferienzeiten genossen, verloren die anderen ihre Schulhefte nicht aus den Augen, weil sie entweder die Prüfung der Primarschule, der mittleren Reife oder die Abiturprüfung bestehen wollten. Wir gratulieren denen, die ihre Prüfung bestanden haben! Unter anderem haben zwei Mädchen ihr Abitur bestanden. Denjenigen, die weniger Glück hatten, gaben wir Trost und gute Ratschläge. Wir haben sie ermutigt, es nächstes Jahr besser zu machen.

Der Höhepunkt der Aktivitäten der Waisenhäuser ist die große Abschlussfeier der Kinder, die die Volljährigkeit erreicht haben, und derjenigen, die ihre Ausbildung gänzlich abgeschlossen haben. Es ist also der Tag, an dem sich Traurigkeit und Freude mischen. Ein Abschnitt geht zu Ende und ein anderer voller Möglichkeiten und Herausforderungen öffnet sich für unsere Schützlinge. Dennoch, bei AMPO heißt es: Solange wir da sind, wird unsere Unterstützung für alle ehemaligen Jugendlichen unfehlbar sein! Die Workshopteilnehmer konnten dem anwesenden Publikum ihr Talent zeigen. Es war wie üblich ein wunderbares Fest!!! Auf die Feier folgen nun die Vorbereitungen auf die Ferienkolonie. Wir fahren in diesem Jahr nach Sabou. Die Stadt ist berühmt für ihre heiligen Krokodile. Die Reise verspricht sicherlich spannende Erlebnisse, von denen wir auf unserer Website berichten werden. Soviel zu den Kindern!

Das Motto „Afrika den Afrikanern“ ist seit Gründung von AMPO der Wunsch von Katrin Rohde. Dies ist mehr denn je spürbar in unseren Projekten. In der Direktorenversammlungen herrscht eine gute Atmosphäre. Unstimmigkeiten bei Diskussionen werden direkt angesprochen und gelöst – meist mit einem der vielen afrikanischen Sprichwörter und der Wechsel vom Französischen zu Mooré, einer Landessprache. Je mehr die afrikanischen Direktoren in die Belange AMPOs einbezogen werden, desto größer ist ihre Identifikation mit den Projekten. Hochmotiviert erlangen sie gute Ergebnisse und sind stolz auf Erreichtes – sehen aber auch Herausforderungen, denen sie sich stellen, um Besseres zu erreichen.

Herzlichen Dank für Ihre unschätzbare Unterstützung, Ihre Spenden, Ihr Interesse und Ihre engagierte Arbeit. Sie ermöglichen uns vor Ort, die Lebenssituation der Menschen zu verbessern, damit das Gute nie verloren geht!

Yameogo Denis, leitender Generaldirektor von AMPO


Spannende Geschichte eines Lebens:

Das Leben schreibt viele Geschichten. Eine ganz besondere Geschichte ist die von Katrin Rohde. Eine Geschichte, die nicht nur ihr eigenes Leben grundlegend verändert hat, sondern auch das Leben vieler Kinder, Jugendlicher und Erwachsender gerettet hat und noch immer rettet. Ein Leben zwischen rotem Wüstensand und Elbestrand.

Warum eigentlich? Und was macht sie dort?

Während ihrer Vorträge stöbert Katrin Rohde in alten Bildern aus den ersten Tagen in einem fremden Land, berichtet über die Menschen und ihre wertvollen Projekte dort. Die ersten Waisenkinder – was ist aus ihnen geworden? Was ist ihr Rezept für die jahrelange erfolgreiche Hilfe?

Das würde Sie auch interessieren? Dann lassen Sie uns gemeinsam eine Veranstaltung mit Katrin Rohde organisieren. Sprechen Sie uns dazu an und wir finden zusammen Möglichkeiten, den Menschen in Ihrer Umgebung die außergewöhnliche Lebensgeschichte von Katrin Rohde näher zu bringen.



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