I am somebody!

Personalausweis, Rollstuhl und eine Urkunde schaffen ein neues Selbstwertgefühl.

JUBILÄUM: 20 Jahre Rollstuhlwerkstatt

Katrin Rohde: Bereits seit 20 Jahren arbeiten Edouard Norgho und ich, Katrin Rohde, gemeinsam für Menschen mit körperlicher Behinderung in Burkina Faso. Jeder kennt uns beide und unser Reparaturprojekt für Rollstühle, „Pangalawende“,  im ganzen Land, unser Ruf hallt weit!

Eigentlich begannen wir bereits vor 24 Jahren damit zu helfen, ohne noch überhaupt ein Verein zu sein. Das schützende Dach von AMPO gab es noch gar nicht. Dies war damals sehr schwer, denn ein Mensch mit Behinderung gilt bis heute wenig in diesem Land und ist eine große Belastung für viele ohnehin sehr arme große Familien – ein Esser mehr, der kein Geld nachhause bringt! Natürlich konnte er auch eine Reparatur nicht bezahlen, geschweige denn einen ganzen Rollstuhl. Die meisten lebten nur auf ihrem Hof und wurden ab und zu mal in einer Schubkarre vor die Tür gerollt, damit sie am Leben teilnehmen durften.

Fast alle zogen als Bettler umher, vorne Lappen über den Händen, die Beinstümpfe hinter sich her ziehend, so lebten sie in der Stadt Ouagadougou. Niemand von ihnen besaß auch nur einen Personalausweis. Als wir beide begannen, Rollstühle am Rande der Straße zu reparieren (und was für kümmerliche Gefährte waren das!) und dann Geld zu finden, um Rollstühle zu verschenken, da war dies die erste Bedingung: ein Personalausweis musste her! Wir gaben Geld für Fotos und für die Erstellung in einem Kommissariat. Dort wurden die Behinderten schräg angeguckt: was wollte der denn wohl mit einem Ausweis, der ist doch behindert!

Die behinderten Menschen aber waren glücklich darüber, endlich waren sie jemand, oder wie es so schön auf Englisch heißt: I am somebody! Nun hatten sie sowohl einen Rollstuhl als auch einen Ausweis und konnten endlich aus ihren Stadtvierteln hinaus, reisen, wählen, Arbeit finden, als Flechter oder als Wäscher. Selbst behinderte Frauen konnten un einen Markstand beschicken. Dann gingen die ersten zur Schule und wurden Buchhalter, Verwalter oder Mechaniker. Gleichzeitig starteten die Rotaryclubs ihre weltweite Kampagne gegen Polio, es gab also weniger behinderte Kinder. Trotzdem, durch Unfälle, Impffehler und angeborene Behinderungen sind auch heute noch überdurchschnittlich viele Burkinabé behindert.

Das Team der Rollstuhlwerkstatt fertigt die speziellen Rollstühle nach den Bedürfnissen der zukünftigen Besitzer*innen an.

Bis heute sind es die Rotarier, die unseren Behindertenprojekten in Afrika am meisten helfen, ob in der Schweiz, Deutschland oder Kanada, beständig fließt Geld für Herstellung und Reparatur von Rollstühlen. Dafür möchten wir beide, Katrin und Edouard, noch einmal sehr herzlich danken! Großes Glück haben wir auch mit der Katarina Witt Stiftung, die Teile der Herstellungswerkstatt finanziert. Und Dank gebührt auch Lina van de Mars, der Rallyefahrerin: sie liebt alles, was Reifen hat, und hilft uns sogar demnächst hier in Ouagadougou beim Schweißen.Dazu wird privat fleißig geholfen, denn so ein Rollstuhl kostet nur 250 Euro. Viele unserer Spender lassen sich zu ihren Geburtstagen nur noch Geld dafür schenken, da kommt so eine Summe schnell zusammen. Bei der Vergabe der Rollstühle wird dann ein Foto für den Spender gemacht, so kann er jederzeit seinen Freunden zeigen, was für ein gutes Geburtstagswerk sie gemeinsam getan haben.

Edouard, der Projektleiter, überreicht Katrin Rohde eine Statue der Prinzessin Yennenga.

Inzwischen sind wir bei AMPO sehr gewachsen und stellen unsere eigenen Rollstühle her, in einer Werkstatt mit 5 behinderten Mechanikern. Sie bauen die Rollstühle nach Maß, ob für dicke Damen, kraftlose Kinder oder starke Jugendliche, so ist jeder mit seinem Rollstuhl zufrieden.

Edouard repariert nach wie vor auch in vielen Dörfern, bis zu 250 km entfernt von der Hauptstadt. Die diversen Behindertengruppen rufen ihn vorher an und geben ihren Bedarf an Bremsen, Reifen oder Schweißarbeiten an. Er reist dann mit unserem Pick-Up, einem Fahrer und Schweißgerät an. Oft bleibt er drei Tage lang weg, denn unsere Straßen sind sehr schlecht.

Sehen Sie hier die Fotos unserer letzten Vergabe von Rollstühlen. Gleichzeitig feierten wir das offizielle Bestehen unseres Behindertenprojektes: „20 Jahr Pangalawende!“. Edouard überreichte mir eine wundervolle Statue der Prinzessin Yennenga. Traditionell steht ihre Geschichte für Mut und Güte, und das wollte er mir damit über mich sagen – ich bin gerührt. Er ist doch noch so viel mutiger und gerechter als ich….

Dies ist ein gottgläubiges Land, und in allen 45 Dörfern, die Edouard zu Reparaturzwecken besucht, wurde gestern um 10.30 ein gemeinsames Gebet aller Behinderten gesprochen, unabhängig von der Religion. Auch wir sprechen eines voller Dankbarkeit, hier in Ouagadougou, für Gesundheit und Fortbestand und Gottes Segen für die so wichtige Behinderteneinrichtung „Pangalawende“.

Unsere Rollstühle verändern das Leben eines körperbehinderten Menschen von Grund auf.

Bitte helfen Sie mit und bringen Sie die Veränderung in das Leben der Menschen in Burkina Faso!

Mit nur 250 € kann ein stabiler Rollstuhl gebaut werden und verschenkt werden.

Wir dokumentieren diese ergreifenden Momente der Übergabe und senden Ihnen anschließend ein Foto Ihres gesponsorten Rollstuhles.

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