Geschichten aus unseren Projekten

Auf unseren Socialmedia-Kanälen (Facebook und Instagram) berichten wir regelmäßig über die täglichen Aktivitäten vor Ort und veröffentlichen kleine Anekdoten aus den Projekten. Sollten Sie keinen Zugang zu diesen Medien haben, fassen wir die Ereignisse regelmäßig auf unserer Webseite zusammen. Hier ein Rückblick auf die vergangenen Wochen:

 

Waisenhaus für Jungen

Tischtennis ist das neue Hobby der AMPO-Jungen geworden. Unsere Jungs sind nach diesem Spiel ganz verrückt! Für ein Spiel, das für zwei oder vier Gegner geplant ist, wollen mindestens dreißig Jungen gleichzeitig spielen.

Über den Spaß hinaus stärkt Tischtennis den Teamgeist und die Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Noch eine zweite Platte wäre so schön!


Waisenhaus für Mädchen

Dürfen wir Leila OUEDRAOGO vorstellen? Die Geschichte von Leila ist zugleich einzigartig und bewegend und zeichnet 14 Jahre eines Lebens bei AMPO nach. Im Jahr 2005 wurden wir darum gebeten, einer schwerkranken Frau zu helfen, die in einem Vorort von Ouagadougou lebt. Als wir ankamen, fanden wir tatsächlich eine schwerkranke Frau und neben ihr ein kleines Mädchen, das kaum 6 Jahre alt war und an der Ecke des Hauses saß und ihre sterbende Mutter ansah. Wir brachten die Mutter sofort ins Krankenhaus und nahmen das kleine Mädchen ins Waisenhaus mit. Leila hatte ihren Vater schon verloren, einige Jahre später verstarb auch ihre Mutter. Sie ist die letzte einer Familie mit 4 Kindern.

Seitdem führt Leila ein fabelhaftes Leben im Mädchenwaisenhaus. Sie ist sehr fleißig und diszipliniert, hat eine außergewöhnliche Schullaufbahn und ist immer Klassenbeste: ihr Name fehlt nicht auf der Ehrenliste ihrer Schule. Sie hat den Grundschulabschluss im Jahr 2011 und die mittlere Reife Prüfung BEPC im Jahr 2016 bestanden. Dieses Jahr macht sie das Abitur. Leila wurde mit mehreren Schulpreisen ausgezeichnet, wie z.B. dem Panafrikanischen Literaturwettbewerb im Jahr 2017 und dem von der Afrikanischen Union 2018 organisierten Poesiewettbewerb zwischen Schulen. Außerdem zeichnet sich auch in außerschulischen Aktivitäten wie Karate (sie hat den braunen Gürtel und wird bald den schwarzen Gürtel machen), Schwimmen und Tanzen. Mehrmals wurde sie zur Präsidentin vom Mädchenwaisenhaus gewählt. Leila strebt danach, Anwältin zu werden, um die Witwen und Waisenkinder in Land Burkina Faso zu verteidigen.


Frauenberatungszentrum

Sensibilisierungsabteilung: Am Samstag, den 20. April 2019, veranstaltete das Mobile Cinema Team eine Sensibilisierungssitzung mit Schuler*innen von Tansobtenga, einem Vorort der Hauptstadt. Die Tage, an denen unser Sensibilisierungsteam Gesprächsrunden in diesem Dorf halten, fallen zeitlich mit Unterrichtstunden der Schuler*innen zusammen. Sie wendeten sich an das Ciné Mobile-Team, um Aufklärung zu suchen, um Nutzen aus unserer Aktivitäten in ihrem eigenen Dorf zu ziehen.

An das Gruppengespräch, das um 14.00 Uhr anfing und merh als 3 Stunden dauerte, nahmen sowohl Mädchen als auch Jungen von der 8. bis zur 12. Klasse teil. Es wurde über ungewollte Schwangerschaften in Schulen diskutiert und sensibilisiert.

Gruppengespräch mit Schüler*Innen: Am Ende des Gesprächs zeigte das Ciné Mobile-Team einen Film über unerwünschte Schwangerschaften in Schulen. Der Film legte einen besonderen Akzent auf die Risiken wie sexuell übertragbare Krankheiten/ Infektionen und HIV/AIDS. Einige Mädchen weinten während der Vorführung.

Sozialabteilung: Kima Lembila, 52, ist Mutter von 5 Kindern. Nach dem Tod ihres Mannes vor einem Jahr wollte der jüngere Bruder ihres Mannes sie heiraten, aber sie weigerte sich. Infolgedessen wurde sie mit 3 ihrer Kinder von der Familie ausgeschlossen. So verließ sie das Dorf, um sich in Ouaga niederzulassen. Sie kam zu AMPO/P.P.Filles, um eine finanzielle Hilfe für den täglichen Bedarf ihrer Familie zu suchen.


Die Mädchen lesen den Koran Die Mädchen haben neue Gebetsschleier bekommen

Mädchenhaus MIA-ALMA

In unserer Einrichtung legen wir viel Wert auf Religionsfreiheit: das ist ein wichtiger Faktor bei Versöhnungsschritten, die das Team bei den Familien in den Dörfern der Mädchen unternimmt.

Die muslimische Fastenzeit hat angefangen. Bei AMPO Mia-Alma wird diese Zeit von den muslimischen Mädchen respektiert. Morgens stehen sie recht früh (3 Uhr) auf, um das Frühstück zuzubereiten. Vor 5 Uhr haben sie gegessen und geduscht. Einige Faulpelzinnen gehen ins Bett zurück! Das ist aber in dieser Zeit erlaubt, denn den ganzen Tag werden sie weder Wasser noch Nahrung zu sich nehmen. Bei den heissen Temperaturen, ist das ein Wunder; aber ihr Glaube ist am stärksten.

Am Abend um 18.00 wird das Fasten dann gebrochen, gegessen, gebetet. Der heilige Koran wird mithilfe einer Hadja (einer Pilgerin die in Mekka war) aus der burkinischen muslimischen Gemeinschaft gelesen. In ca. vier Wochen werden wir den Ramadan feiern!!!


Krankenstation

Ouédraogo Antoine 14. Halbwaise

Während einer der vielen Reisen in Dörfer, um Rollstühle/Dreiräder zu reparieren und Ersatzteile zu verkaufen, hat das Team von Handicap Mobile einen Jungen getroffen, der dringend Hilfe brauchte. Als das Team von Handicap Mobile in Nanoro (ca. 90 kmnordwestlich von Ouagadougou), dem Dorf von Antoine, ankam, wendete sich die Mutter von Antoine an Edouard, um ein Dreirad für ihr Kind zu bitten.

Bei seinen Untersuchungen stellte Edouard (der Verantwortliche vom Handicap Mobile) fest, dass Antoine mehr medizinische Hilfe benötigte als ein Dreirad. Eine infizierte Schwellung in Antoines rechtem Bein hinderte ihn daran, sich zu bewegen. Edouard schlug der Mutter von Antoine vor, ihn in die Krankenstation von AMPO zu bringen. Das Team der Krankenstation hat festgestellt, dass der Fall schon sehr fortgeschritten war; denn zusätzlich zu der infizierten Schwellung in seinem Bein war Antoine blutarm und unterernährt. Ohne Verwandte in Ouagadougou, die Antoine und seine Mutter unterbringen könnten,wurden denbeiden eine Unterkunft in unserer segensreichen REHA zur Verfügung gestellt, wo Antoine direkt neben der AMPO-Krankenstation und den spezialisierten Pflegeeinrichtungen der Stadt für seine Behandlung wohnen konnte.

Antoine erhielt erste Hilfe in der Ampo-Krankenstation und eine Woche lang taten die Krankenschwestern ihr Bestes, um Antoines Wunde zu säubern und seinen Allgemeinzustand zu verbessern, bevor sie ihn an das Kinderkrankenhaus Charles de Gaulles verwiesen.

Dank Ampo-Kits konnte Antoine einen kompetetnten Chirurgen finden. Eine Beinamputation wurde entschieden und durchgeführt.

Heute wird Antoines Gesundheitszustand immer besser; die Behandlung seiner Wunde wird von der AMPO-Krankenstation gemacht. Seine Mutter und er warten auf eine komplette Genesung, bevor sie in ihr Dorf zurückkehren. Antoine ist fröhlich, seine Mutter ist sehr glücklich.

Wir danken allen, die das Leben von Antoine gerettet haben:

  • Sahel e.V. dafür, dass er die Aktivitäten von Handicap Mobile ermöglicht, die zur Entdeckung von Antoines Fall geführt haben,
  • Der Familie Lutz für die Unterbringung und Verpflegung von Antoine und seiner Mutter in der REHA,
  • AHK BERLIN, das Mittel für die Aktivitäten der Krankenstation bereitstellt, und somit Antoine erste medizinische Hilfe bekommen konnte,
  • Ampo-Kits für die Zusatzuntersuchungen, die Übernahme der Behandlungskosten von Antoine im Kinderkrankenhaus Charles de Gaulles.

Euer Gutes ist nicht verloren gegangen!!!

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