Unsere eigenen Ausbildungsbetriebe

„Die Mädchen sollen eine konkrete Ausbildung erhalten, die es ihnen ermöglicht, auch wenn sie nicht verheiratet werden und irgendwo auf dem Lande leben, ihr Leben und das ihrer Kinder weitgehend selbst zu gestalten.“ (Katrin Rohde „Mama Tenga – mein afrikanisches Leben“)

AUSBILDUNGSBETRIEB RESTAURANT

Auf dem Gelände von AMPO befindet sich eine Lehrküche, die das öffentliches Restaurant „Mam Dunia“ betreibt. Es bietet afrikanische und europäische Küche.

Die Gründerin Katrin Rohde erzählt: Seit vielen Jahren bereits besteht unser kleines Restaurant „Mam Dunia“ im AMPO-Komplex. Viele deutsche Besuchergruppen, auch ausländische, kommen bereits zum Frühstück zu uns, denn unsere Omeletts sind stadtbekannt. Mittags und abends servieren wir die schönsten Teller: Filet in Sahnesauce mit Champignons, frische Fischspieße, beste Pommes frites oder gebackene Bananen, Lasagne, Couscous und vieles andere. Sogar einen „Hamburger Hamburger“ gibt es (weil die Gründerin aus Hamburg kommt!). Viele Gäste kommen, weil wir auch gute vegetarische Gerichte servieren.

Nach wie vor ist unser alter Koch Adama anwesend, nunmehr seit 17 Jahren, treu und arbeitsam. Doch gibt er nun sein Können an unsere vier Jungköchinnen weiter. Er, immer vergnügt, liebt seinen Beruf – wenn er mal wieder 25 verschiedene Gerichte punktgerecht serviert hat und alle Esser glücklich sind, dann erscheint er wie ein Küchengott, und alle applaudieren. Jeder langjährige Besucher unseres Restaurants kennt ihn, viele fragen bei ihrer Ankunft als allererstes: „Und, ist Adama noch da?“ Ja, er ist da!

Seit fast zwei Jahren ist der Restaurantchef unser Seni, ein ehemaliger AMPO-Waisenjunge, der lange draußen in anderen Restaurants gearbeitet hat. Mit sieben Jahren kam er damals bei uns im Waisenhaus an, ohne Familie. Heute ist er verantwortlich für den Service, für den Einkauf, für das Anlernen der Serviererinnen, dazu noch für die Organisation unser vielen Cateringanfragen. Das Catern läuft sehr gut, wir sind pünktlich, sauber und zuverlässig – was man von vielen afrikanischen Firmen nicht erwarten  kann. Allerdings verlangt es große Aufmerksamkeit und ein gutes Timing. Darin ist Seni sehr gut, und auch gut ist es, daß wir immer eines der AMPO-Autos zur Verfügung haben, denn oft müssen wir für diese Lieferungen weit fahren. Gut, daß auch daß die mitfahrenden Lehrlinge andere große Häuser einmal von innen sehen, denn viele von ihnen werden später als Hausmädchen bei betuchten Afrikanern oder in europäischen Haushalten arbeiten.

Dann gibt es dort im „Mam Dunia“ Zarata, unser bestes Hausmädchen. Wir haben drei Gästezimmer die täglich gereinigt werden. Sie gibt ihre Erfahrung weiter an vier Auszubildende, die bei ihr lernen, wie man Betten macht. Woher soll eine Afrikanerin, in einer Hütte geboren, das wissen? Dort gibt es eine Matte und vielleicht eine Decke, aber Matratzen, Bettdecken und Kissen beziehen, das ist gänzlich unbekannt. Fegen und aufwischen können alle Mädchen hier schon im Alter von vier Jahren perfekt, aber Fenster putzen und Toiletten reinigen kann keine. Die schlichte Tatsache, daß man Laptops nicht mit Omo waschen sollte, ist neu für eine jede! Waschen, bügeln, flicken steht auf dem Programm. Alle diese Mädchen finden nach ihrer internen AMPO-Prüfung eine Arbeitsstelle, denn gute Hausmädchen sind sehr gesucht. Andere gehen zusätzlich auf eine Ausbildungsschule für Hauswirtschaft. Dazu muß man natürlich Lesen und schreiben können, und das ist nicht bei allen unseren Jugendlichen in AMPO der Fall – viele kommen erst spät zu uns, vor allem die verstossenen Mädchen aus dem Projekt MIA/ALMA.

Alles, was das Restaurant „Mam Dunia“ einnimmt, wird am Ende des Jahres an unser hiesiges Vereinskonto überwiesen und für die Waisenkinder verwendet – außer eine Reserve die wir für harte Zeiten zurücklassen. Wenn Sie also bei uns zum Essen kommen tun Sie gleichzeitig auch noch ein gutes Werk.

Wann dürfen wir einen Tisch für Sie reservieren…? Tel.: 00226/70 76 15 24. Von der Küche wie vom Service werden Sie begeistert sein!

 

AUSBILDUNGSBETRIEB SCHNEIDEREI

Zwei Schneiderwerkstätten sind in die Projekte eingebunden. In der Schneiderei der Waisenhäuser sowie des Mädchenprojektes MIA/ALMA lernen die Jugendlichen unter fachlicher Anleitung von zwei Schneidermeistern den in Burkina Faso so wichtigen Beruf des Schneiders. Schnittmuster nehmen, Maßanfertigungen, Patchworkarbeiten und Kleidungsstücke aller Art lernen die Mädchen anzufertigen. Auch die Präsentation ihrer Waren und der Verkauf müssen erlernt werden. So nutzen sie die Gelegenheit, um sich auf Kunsthandwerkermessen oder bei offiziellen Veranstaltungen die farbenfrohen Taschenmodelle, Kissenbezüge, Decken, Kleider und Hemden anzubieten.

Schauen Sie einmal in unserem Onlineshop und Verkaufsgeschäft – auch dort finden Sie diese Arbeiten. Besonders die Patchworkdecken, die meistens als Abschlußarbeit hergestellt werden, sind farbgewaltige Unikate!

 

   

Die in Ausbildung befindlichen Mädchen besuchen zusätzlich eine externe Abendschule.

Den Abgängern der AMPO-Lehrwerkstätten wird der Einstieg ins Erwerbsleben durch materielle Hilfe ermöglicht. Sie erhalten das notwendige Werkzeug, um ihren erlernten Beruf ausüben zu können. Viele bleiben auch weiterhin noch eng mit AMPO verbunden. Einige finden sogar in den verschiedenen Einrichtungen eine Anstellung (v.a. als Erzieher oder als Krankenpfleger), andere arbeiten in eigenen Werkstätten und beliefern uns mit ihren Produkten für den Verkauf im AMPO-eigenen Laden oder auch zum Versand nach Deutschland.