Rollstuhlwerkstatt

„Ein junges Mädchen erzählt, dass sie über sieben Jahre lang den kleinen Hof nicht verlassen konnte. Vor einigen Jahren hat sie ein Dreiradrollstuhl erhalten und kann sich nun wieder unter den Mitbewohnern bewegen, kann auf den Markt fahren und am öffentlichen Leben teilhaben. Sogar einer kleinen Beschäftigung kann sie nun nachgehen. Auf der Rückfahrt beschließen wir spontan, dass wir diese Hilfen verstärken müssen, denn wir sind uns einig: Bei diesem Projekt können wir mit wenig Geld unglaublich viel bewirken!“ (Heribert Prockl während der Vorstandsreise 2016 nach Ouagadougou)

Der Projektleiter Edouard Norgho ist selbst Rollstuhlfahrer und war Paralympics-Meister von Burkina Faso und kennt die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung. Seit 18 Jahren arbeitet er mit Katrin Rohde zusammen und ist ein gutes Vorbild für Lebensmut und Lebensfreude.

Körperbehinderte Menschen, die noch keinen Rollstuhl besitzen, können sich bei AMPO um einen solchen bewerben. Nach Prüfung der Bedürftigkeit und Ausstellung eines Personalausweises, wird ein dreirädriger Rollstuhl für sie angefertigt. Der Personalausweis wird zumeist mit Unterstützung des AMPO-Personals beantragt und ein großer Schritt in Richtung Selbstbestimmtheit.

Herkömmliche Rollstühle sind für die unebenen sandigen Straßen (es gibt in der Hauptstadt nur wenige asphaltierte Straßen) ungeeignet. Ebenso ist es notwendig weitere Strecken zurückzulegen, da Ouagadougou über 2 Millionen Einwohner zählt aber kein öffentliches Verkehrsnetz vorhanden ist. Die dreirädrigen Rollstühle sind stabil gebaut und lassen sich über eine Handkurbel antreiben, so dass  auch größere Strecken mühelos geschafft werden können.

So ein handbetriebener Rollstuhl kostet ca. 250 Euro. Manchmal ist dies auch mit etwas Wartezeit verbunden, denn nicht immer ist sofort eine Finanzierung des Rollstuhls möglich. Die finanziellen Mittel kommen als zweckgebundene Spenden von Unterstützern aus Europa. Liegt eine solche Spende vor, wird ein passender Rollstuhl hergestellt und an einen Bedürftigen in Ouagadougou weitergegeben. körperbehinderten Schülern finanziert AMPO zusätzlich zu ihrem ersten Rollstuhl auch das Schulgeld, sodass auch ihnen der Weg in die Schule offen steht.

Die Projektflyer „Rollstühle“ können wir bei Interesse gern zusenden.

K800_DSC_5414

Die Projekte arbeiten ineinander übergreifend und erreichen jährlich bis zu 1600 Menschen mit Behinderung. Diese Hilfen wirken sich positiv auf das Leben der Menschen aus, ermöglichen ihnen Mobilität, mehr Selbstbestimmung in verschiedenen Lebensbereichen und erhöhen damit das Selbstvertrauen.

Schulische und berufliche Bildung sowie die Fähigkeit für den Lebensunterhalt beizutragen, verändern langfristig auch das Leben der Familien und deren Umgebung auf sinnvolle Art und Weise.

Das Projekt wurde durch die Katarina Witt Stiftung unterstützt.

Auf drei Rädern in ein selbstbestimmtes Leben!

 

Seit nunmehr 20 Jahren setzt sich AMPO in Burkina Faso stark für körperlich behinderte Menschen ein. Das Leben eines Behinderten in diesem so armen Land ist kaum vergleichbar mit dem eines solchen unter europäischen Verhältnissen. Es gibt kein flächendeckendes Gesundheitssystem oder Krankenversicherungen in Burkina Faso. Auf 10.000 Einwohner kommt 1 Arzt, dessen Behandlung von den Patienten selbst getragen werden muss. Viele körperbehinderte Menschen müssen ihren Alltag ohne Mobilitätshilfen und medizinische Versorgung meistern, sie leben oft in großer Armut und sind abhängig von der Hilfe anderer. Ca. die Hälfte der Menschen mit Behinderung sind nicht berufstätig und mehr als 70 % der Kinder mit Behinderung haben keinen Zugang zur schulischen Bildung.

Rollstuhlwerkstatt Vergabe

Die Handicap-Projekte von AMPO haben es sich zum Ziel gemacht, gehbehinderten Menschen zu Autonomie zu verhelfen und sie dabei zu unterstützen, mobil zu bleiben.

  • Direkte und praktische Mobilitätshilfe für Menschen mit körperlicher Behinderung im städtischen und ländlichen Umfeld
  • Unterstützung auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben
  • Zugang zu Bildung und beruflicher Ausbildung
  • Schaffung von Erwerbsfähigkeit und Existenzsicherung
  • Aufklärung zur Situation von Menschen mit Behinderung
  • Langfristige Begleitung bei der Wartung und Reparatur der Rollstühle

Über das Projekt „Handicape Mobile“ erreicht die Rollstuhlwerkstatt auch Behinderte in den Regionen Burkina Fasos. Es werden ca. dreimal monatlich Orte im Umkreis von 200 km besucht. Dabei arbeitet Handicap Mobile mit ansässigen Behindertenvereinen zusammen. Die mobile Werkstatt stattet vor allem körperbehinderte Kinder mit Rollstühlen aus, um ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.

trycicle 012Auch ehemalige Rollstühle aus Europa können als Sachspende an kleine und große Fahrer weitergegeben werden. Mehr dazu unter Sachspenden ⇑

trycicle 022