Tondtenga – Biologischer Farmbetrieb & Internat

Video: Manuel G. Cadero

Tondtenga – Biologischer Farmbetrieb & Internat

„Tondtenga“ heißt in der Sprache der Mossi, der größten Volkgruppe in Burkina Faso, „Unser Land“. Tondtenga wird liebevoll von allen „TT“ genannt, denn hier werden viele große Feste mit den Kindern gefeiert. Es gibt gute Luft und Stille – in der Hauptstadt selbst ist beides völlig ausgeschlossen. Dieses Land lernen die Jungbauern auf der Lehrfarm ertragreich zu bestellen. Auf diese Weise soll die Landflucht verringert und jungen Männern in ihren Heimatdörfern die Möglichkeit zu einem erfüllten und gesicherten Leben ermöglicht werden.
Die Landwirtschaftsschule mit Internat wurde im Jahre 2005 in Balkouy, einem Dorf ca. 15 km vom Stadtzentrums Ouagadougous entfernt, eingeweiht. Jeweils 10 Jungen im Alter von 10-18 Jahren aus 8 verschiedenen Dörfern werden zwei Jahre lang in Methoden zur Verbesserung des landwirtschaftlichen Ertrages sowie Viehzucht unterrichtet. Auf dem sieben Hektar umfassenden Gelände der Farm befinden sich Obst- und Gemüsegärten, kleinere Ackerflächen, die Gruben für den Kompost und Stallungen für die Tiere (Schweine, Ziegen, Schafe, Kaninchen, Enten, Truthähne, Hühner, Rinder und Pferde). Das auf der Farm benötigte Wasser wird per Solarpumpe aus 65m Tiefe in einen Wasserturm gepumpt. Der geschickte Einsatz von verschiedenen Bewässerungssystemen ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung der Jungen. Jede Arbeitsgruppe hat eine eigene Anbaufläche zu bewirtschaften und jeder Jugendliche betreut ein eigenes Beet. Das stärkt das Verantwortungsbewusstsein, trägt aber auch dazu bei, die eigenen Leistungen an denen der anderen zu messen. Mais wird angebaut, Hirse und Erdnüsse. Obstplantagen werden angelegt und die Fermentierung in Kompostgruben gelernt. Kompostierung unter den klimatischen Bedingungen in Burkina Faso ist eine hohe Kunst und wichtig für biologische Anbaumethoden.

Tondtenga – Anbaufläche

Tondtenga wird von einem Direktorenteam geleitet, welches unterstützt wird durch Erzieher, Veterinäre, Gärtner, Lehrer und natürlich die Köchinnen, die für das Wohl der Kinder sorgen.
Tägliche theoretische Ausbildungseinheiten legen die Grundlage für das Wissen zu Ökologie, Umwelt, Viehzucht, Ackerbau und biologischen Gemüseanbau. Außerdem bekommen die Jungen Grundlagen in Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt. Die Jugendlichen kehren nach ihrer Ausbildungszeit in ihre Dörfer zurück, in denen sie von der Dorfgemeinschaft Land zur Umsetzung des Erlernten zur Verfügung gestellt bekommen. AMPO steuert zusätzlich Brunnen und Ställe für die Viehzucht bei. Zwei weitere Jahre werden die Arbeitsgruppen in ihren Dörfern bei der Gründung ihrer eigenen kleinen Farmen unterstützt.
Etliche Gruppen von ausgebildeten Jugendlichen sind bereits wieder in ihre Dorfgemeinschaften integriert und in vielen Dörfern kann man beobachten, wie die gelernten verbesserten Anbautechniken auch an andere Dorfmitglieder weitergegeben werden und sich der Lebensstandard der einbezogenen Personen deutlich verbessert hat. Tondtenga setzt Zeichen in den Dörfern und schafft Beispiele dafür, dass ein Leben auf dem Land nicht gleichbedeutend sein muss mit Armut und Hoffnungslosigkeit.

 

Finanziert wird Tondtenga von der „Dr.-Elvire-Engel-Stiftung“ in Luxemburg.

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Gemeinschaftlich werden die Pflanzen und Tiere versorgt.
REUNION DE TECHNICIENS
Theoretischer Unterricht für die Internatsschüler

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